Bewerbungstrends 2020: Wie bewerbe ich mich richtig?

Wenn es darum geht, den Traumjob zu bekommen, sollte man keine Möglichkeit außer Acht lassen, um in jeder Phase des Bewerbungsprozesses von sich zu überzeugen. In diesem Artikel zeigen wir euch Bewerbungstrends 2020 und erklären, was es alles zu beachten gilt, wenn es um die Erstellung professioneller Bewerbungsunterlagen geht und worauf Personalverantwortliche besonderen Wert legen.

Bewerbungstrends 2020

In der Bewerbungswelt kommen immer wieder Trends und Neuigkeiten auf, so auch im Jahr 2020. Über diese Neuerungen sollte man als Kandidatin oder Kandidat informiert sein, um sich richtig zu bewerben und die Chance auf den Job zu erhöhen. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner bewerbung.com haben wir die Top 5 Bewerbungstrends aus diesem Jahr zusammengefasst:

1. Personal Branding

Wenn du das Glück hast, über gewisse Qualifikationen zu verfügen, die in Zeiten von Corona sehr gefragt sind, hast du bei der Jobsuche einen Vorteil. Anstatt dich aktiv bewerben zu müssen, musst du dich „einfach“ finden lassen. Was aber dafür wichtig ist: Werde sichtbar aktiv, auf Online-Kanälen und in analogen beruflichen Netzwerken.

Du kannst dir sicher sein, dass viele Recruiter in diesem Jahr (auch) auf das Active Sourcing setzen, sprich die Direktansprache von geeigneten Fachkräften. Je sichtbarer und überzeugender du als Spezialist bist, desto größer ist die Chance, dass dein neuer Job dich findet und nicht umgekehrt. Wie du dich als Personal Brand etablierst? Das erfährst du hier.

2. Social Media

Die bereits erwähnten beruflichen Netzwerke spielen sicherlich die wichtigste Rolle, wenn es darum geht, von potenziellen Arbeitgebern gefunden zu werden. Doch auch Social-Media-Kanäle wie Twitter oder Facebook werden von den Recruitern zunehmend durchforstet.

Dafür stehen ihnen innovative Talentsuchmaschinen zur Verfügung, welche geeignete Kandidatinnen und Kandidaten in den sozialen Netzwerken ausfindig machen. Auch hier gilt es, sich ein überzeugendes Profil anzulegen, das die wichtigsten Schlagwörter zu deinen Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen enthält.

3. Mobile Recruiting

Die klassische Online-Bewerbung befindet sich auf dem absteigenden Ast und Mobile Recruiting spielt mittlerweile eine wichtige Rolle. Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber finden heutzutage auf gewissen Kanälen zueinander, etwa auch über das Smartphone.

Wenn du dich gerade oder in den kommenden Monaten nach einer neuen Anstellung umsiehst, zücke dein Handy und lade die entsprechenden Apps herunter oder besuche die mobilen Karriereseiten der Unternehmen. Hier kannst du Stellenanzeigen oder Möglichkeiten für eine Initiativbewerbung finden, welche nicht auf klassischen Wegen zugänglich sind.

Einige Unternehmen haben sogar bereits spezielle Apps entwickelt, über die du dich direkt bewerben kannst. Andere nutzen das Mobile Recruiting bislang nur für die erste Kontaktaufnahme, woraufhin du dennoch eine klassische Bewerbung versenden musst. Was du als Bewerber im Jahr 2020 demnach auch beweisen müssen, ist Flexibilität und technisches Know-how.

4. Soft Skills

Die heutige Arbeitswelt ist von einem anhaltenden Wandel geprägt. Berufsbilder ändern sich und Kenntnisse, die vor fünf Jahren noch dringend benötigt wurden, haben an Bedeutung verloren oder sind nach heutigem Stand gar nicht mehr ausschlaggebend für eine Qualifikation in einem bestimmten Bereich. Aus diesem Grund müssen sich Recruiter auf mehr als nur auf die Fachkenntnisse der Bewerber stützen.

Als Kandidat oder Kandidatin bedeutet das für dich, dass du gewisse Eigenschaften und Soft Skills benötigst, um die Personaler von dir überzeugen zu können. Wesenszüge wie Anpassungsfähigkeit, Innovationskraft oder Neugierde für aufkommende Themen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Versuche deshalb diese Kompetenzen und weitere Stärken in deiner Bewerbung hervorzuheben und gib wenn möglich Beispiele an, die diese unterstreichen.

5. Videobewerbung

Aufgrund von Social Distancing in Zeiten von Corona, geht ein weiterer Trend in Richtung Videobewerbung. Jobsuchende werden oft angehalten, einen überzeugenden Kurzfilm von sich selbst zu drehen und diesen an das Unternehmen zu übermitteln.

Wozu das Ganze? Ziel dabei ist es, den Kandidaten oder die Kandidatin bestmöglich kennenzulernen, ohne ihn oder sie persönlich zu sehen – dafür sind Bewerbungsvideos perfekt geeignet. Wie du das perfekte Video erstellst, erfährst du hier.

So erstellst du eine professionelle Bewerbungsmappe

Wird eine Position ausgeschrieben, erhalten Unternehmen meistens zahlreiche Bewerbungen. Aufgrund der hohen Anzahl an Interessenten, haben Personalverantwortliche oft keine Zeit dafür, jede einzelne Bewerbung genau unter die Lupe zu nehmen. Aus diesem Grund findet meist zu Beginn eine erste, grobe Selektion statt. Wichtig ist, es bereits in dieser Phase, positiv aufzufallen.

Ein Guide zur perfekten Bewerbungsmappe findest du hier. Vorab: Es bleibt dir überlassen, ob du alle Dokumente in eine einheitliche PDF umwandelst oder, ob du Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf zu einem Dokument vereinst und dann den Anhang entweder in einer PDF oder separat versendest.

1. Das Deckblatt

Ein Deckblatt ist nicht zwingend notwendig, trägt aber dazu bei, dass deine Bewerbungsmappe professioneller und geordneter wirkt. Öffnet der Recruiter deine Dokumente, ist das Deckblatt das erste, was er sieht. Aus diesem Grund sollte es auch ansprechend gestaltet werden.

2. Das Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben ist die perfekte Chance, um eine überzeugende und individuelle Präsentation der eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten zu kommunizieren. Hier geht es darum, in Worte zu fassen, warum genau du die richtige Person für die Position bist und aus welchen Gründen dich die Personalverantwortlich kennenlernen sollten. Wie du die Bewerbung richtig schreibst, erklären wir hier:

Mit diesen Tipps klappt es: 

  • Versuche für dein Anschreiben herauszufinden, wer der Empfänger oder die Empfängerin deiner Bewerbung ist, um diesen oder diese anzuführen.
  • Im Fließtext ist es wichtig, dass du begründest, warum du die richtige Person für die Position bist und deine Argumente mit bisherigen Berufserfahrungen und Skills untermauerst.
  • Vermeide zu viele Informationen, die für den Recruiter nicht relevant sind und verwende keine altbekannten Floskeln und Phrasen.
  • Verwende maximal eine A4-Seite für das Anschreiben.
  • Füge eine eingescannte oder digitale Unterschrift nach der Grußformel ein.
  • Vermeide Rechtschreibfehler: Sie sind ein absolutes No-Go und meist ein Ausschlusskriterium für Personaler.
  • Sende keine Standard-Bewerbungsschreiben an mehrere Unternehmen aus.

3. Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist mitunter das wichtigste Dokument deiner Bewerbung, da der Personalverantwortliche daran erkennen kann, welche Kenntnisse du mitbringst, wie viel an Berufserfahrung du bereits sammeln konntest und welche deine Fähigkeiten sind. Geschulte Personaler erkennen anhand deines Lebenslaufs schnell, ob du für die Position qualifiziert bist.

Mit diesen Tipps klappt es:

  • Gestalte deinen Lebenslauf ordentlich, sodass sich die Personaler beim Lesen gut zurechtfinden.
  • Bleibe bei den einzelnen Stationen und bei deinen angeführten Fähigkeiten immer bei der Wahrheit.
  • Gib die Dauer deiner Anstellungen immer an.
  • Wähle eine passende Schriftart, die gut lesbar ist und entscheide dich für maximal zwei verschiedene Schriftarten. 
  • Verwende ein passendes Foto von dir. 
  • Vermeide Rechtschreib- und Grammatikfehler.
  • Achte darauf, dass deine Kontaktdaten korrekt angeführt sind.

4. Der Anhang

Im Anhang befinden sich relevante Dokumente, die beweisen, dass du bestimmte Qualifikationen und Fähigkeiten erworben hast. Dazu zählen Ausbildungszeugnisse und Arbeitszeugnisse. Achte hierbei auf eine chronologische Reihenfolge, wenn du die Dokumente in einer PDF gesammelt sendest. Ist dem nicht so, benenne deine Dokument entsprechend, sodass die Personaler keine Zeit, mit dem Suchen der einzelnen Dokumente vergeuden müssen.

Deine Checkliste

Deckblatt

  • Absender (mit Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer)
  • Angestrebte Position 
  • Foto (optional)
  • Aufzählung des Inhalts der Bewerbungsmappe

Bewerbungsanschreiben

  • Absender (mit Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer)
  • Datum (optional mit Ortsangabe)
  • Empfänger (inklusive Firmenname, Titel und Name der Ansprechperson und Adresse)
  • Betreff (unbedingt Titel des Inserates nennen)
  • Anrede (inklusive Titel und Name der Ansprechperson)
  • Kreative Einleitung, die das Interesse des Personalers weckt
  • Frage klären, warum man sich genau bei diesem Unternehmen bewerben möchte
  • Kurze Präsentation des eigenen Profils (eventuell mit Ergänzungen zum Lebenslauf)
  • Hinweis auf relevante Fähigkeiten, Arbeitserfahrung und Empfehlungen
  • Abschluss (inklusive Hinweis, dass man sich auf ein Gespräch/Rückmeldung freut)
  • Grußformel und Unterschrift

Lebenslauf

  • persönliche Daten (Name, Geburtstag, Anschrift)
  • Bewerbungsfoto (nicht verpflichtend, aber empfehlenswert)
  • Staatsbürgerschaft
  • Berufliche Laufbahn (beginnender mit der aktuellen Position)
  • Schul- und Ausbildung
  • besondere Qualifikationen (Zertifikate, Sprachen, Weiterbildungen)
  • Interessen (Hobbies, Engagement bei Vereinen und Co.)
  • Datum und Unterschrift

Anhang

  • Vollständigkeit und Chronologische Reihenfolge der Zeugnisse
  • Professionelle Form der Dokumente (ordentliche Scans) 
  • Zusammenfassung zu einer PDF oder Benennung der einzelnen Dokumente 

Darauf achten Recruiter bei der Bewerbung

Wie viel Zeit nimmt sich ein Recruiter für meine Bewerbung? Was ist wichtiger: lückenloser Lebenslauf oder hervorstechendes Design? Fragen, mit denen sich bestimmt jeder Bewerber schon mehr als einmal beschäftigt hat. Antworten liefert die Studie Recruiting Trends von Staufenbiel Institut und Kienbaum.[1]

So sammelst du Pluspunkte

Viel Zeit für den ersten Eindruck haben Bewerber nicht. Rund 40 Prozent der Recruiter investieren maximal fünf Minuten für den ersten Bewerber-Check. Übersichtlichkeit und Struktur sind also der Schlüssel, um positiv aufzufallen. Eine einheitliche Struktur ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum sich der Trend der Online-Bewerbung weiter fortsetzt: Über die Hälfte der Personaler bevorzugt eine Bewerbung über Online-Formulare oder Karrierewebsites. Knapp ein Fünftel nimmt mittlerweile One-Click-Bewerbungen an, Tendenz steigend.

Für 99 Prozent der Recruiter ist der Lebenslauf das A und O einer Bewerbung. Dabei ist wichtig, möglichst rasch zu erkennen, ob ein Bewerber für die Position fachlich in Frage kommt. Unbedingt in den Lebenslauf rein müssen: Ausbildungen, Berufserfahrungen und – ganz wichtig – sonstige Qualifikationen, die dich für die ausgeschriebene Stelle unverzichtbar machen. 87 Prozent legen großen Wert auf eine gute Übersichtlichkeit und die Struktur einer Bewerbung. Gestalte den Kernteil deiner Bewerbung also nach dem Prinzip: kompakt und klar. Zeugnisse und das Anschreiben haben für gut zwei Drittel einen hohen Stellenwert.

Wer bei der Bewerbung punkten will, sollte darauf achten, dass die Unterlagen fehlerfrei sind. Ein ausgefallenes Design oder Arbeitsproben können eine fehlerhafte Rechtschreibung nicht ausmerzen.

 

Das solltest du lieber vermeiden

Der häufigste Fehler bei einer Bewerbung: fehlerhafte Rechtschreibung. Bei 60 Prozent der Personaler wandert eine fehlerhafte Bewerbung ohne Umwege in den Papierkorb.

Personalverantwortliche sehen auf den ersten Blick, wo es Lücken im Lebenslauf gibt. Für knapp die Hälfte der Recruiter ist eine unbegründete Lücke sogar ein Knock-Out-Kriterium. Erkläre deshalb, was du in deiner Auszeit gemacht hast. Auch vor einem möglichen Bewerbungsgespräch solltest du eine passende Antwort dafür parat haben. Tipps, wie du mit der Lücke im Lebenslauf am besten umgehst, findest du hier.

Wie wichtig die individuelle Note des Anschreibens ist, geht ebenfalls aus der Studie hervor. Ein Standardanschreiben bedeutet für 42 Prozent der Personaler das Aus. Bei der Nennung eines falschen Ansprechpartners oder Unternehmens veranlasst sogar für 54 Prozent der Recruiter, dass eine Absage versendet wird.

Bewerber-Check im Netz

Der „Profil-Check“ in sozialen Medien ist für Personaler und Bewerber nichts Neues. Damit das digitale Katz-und-Maus-Spiel nicht böse für letzteren endet, sollten die Profile entsprechend gepflegt werden. Erste Anlaufstelle für Recruiter ist Google. 6 Prozent geben an, jeden Bewerber zumindest einmal zu „googeln“. Auf Facebook informieren sich 3 Prozent. Bei mehr als einem Zehntel dieser Checks kommt es zu einer Absage.

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Quelle:

[1] staufenbiel.de