Bewerbungstrends 2020: Wie bewerbe ich mich richtig?

Du bist auf eine Stellenausschreibung gestoßen, die genau die Position beschreibt, die du dir vorgestellt hast? Damit dein Traumjob in greifbare Nähe rückt, wird es Zeit für eine richtig gute Bewerbung. Doch wie war das nochmal mit dem Anschreiben? Was darf auf keinen Fall im Lebenslauf fehlen? Und welche Bewerbungstrends erwarten dich im Jahr 2020? Worauf es neben den herkömmlichen Bewerbungsregeln außerdem ankommt und wie du dich am besten von der Masse abhebst, erfährst du hier.

Was dich in diesem Artikel erwartet:

Das sind die Dos and Don’ts beim Bewerbungsschreiben

Wird eine attraktive Stelle ausgeschrieben, landen einige Bewerbungen bei einem Unternehmen. Die Personalverantwortlichen haben in der Regel weder die Zeit noch die Möglichkeit, jede einzelne der eingehenden Bewerbungen ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Um durch dieses „Sieb der ersten Vorauswahl“ zu gelangen, solltest du daher versuchen positiv aufzufallen. Lies die Stellenanzeige genau durch und achte darauf alle Schnittstellen zwischen dir und der offnen Position herauszustellen. Begründe schon im ersten Satz des Anschreibens kurz und präzise, warum gerade du für diese Stelle geeignet bist und wecke die Neugier beim Leser. Wie das gelingt?

Was du vermeiden solltest:

  • Verwende keine abgedroschenen Floskeln und Phrasen, sondern formuliere Sätze in deinem eigenen
  • Geh nicht auf Selbstverständliches ein, wie zum Beispiel wo du auf die Stelle aufmerksam geworden bist und dass sie dich interessiert.
  • Die goldene Regel: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go und meist ein Ausschlusskriterium für Personaler.

So machst du es richtig:

  • Wenn es schon Kontakt (Telefonat, Messen, etc.) mit dem Unternehmen oder dem Ansprechpartner gab, stell den Bezug her. Wenn du den Namen kennst, um so besser – sprich die Personalverantwortlichen direkt an.
  • Begründe warum du perfekt zur Stelle passt und untermaure deine Argumente mit bisherigen Berufserfahrungen, Skills und was dich sonst für diese Position interessant machen könnte.
  • Stelle dich kurz vor und unterstreiche dein Interesse und deine Fähigkeiten.
  • Verwende maximal eine A4-Seite für das Anschreiben.
  • Wenn du das Anschreiben per Mail sendest: Wähle einen passenden Betreff und eine kurze Ansprache. Dabei kannst du schon den ersten Schritt machen, um dich von der Konkurrenz abzuheben.
  • Benenne alle angehängten Dokumente korrekt und mit deinem Namen. Das erleichtert den Recruitern die Arbeit und sie werden dir bestimmt dankbar sein.
  • Verwende eine eingescannte oder digitale Unterschrift in der Grußformel.

No-Go: Dasselbe Bewerbungsschreiben an alle

Bewerbungs-Regel Nummer 1: Schick niemals ein und dieselbe Bewerbung an mehrere Unternehmen, für die du dich ernsthaft interessierst. Deswegen: Filtere die für die Stelle relevanten Informationen heraus und hebe genau diese Attribute hervor. Aus der Bewerbung soll schließlich hervorgehen, warum gerade du „wie angegossen“ zu dieser Position passt.

Checkliste: Hast du alles beachtet?

  • Achte auf eine klare und übersichtliche Form
  • Ansprechendes Layout
  • Aussagekräftiges und professionelles Foto
  • Die wichtigsten Fakten kurz, prägnant und knackig vermitteln
  • Begründe bereits im ersten Satz präzise, warum gerade du für die Stelle perfekt bist
  • Vermittle deine Stärken aussagekräftig
  • Achte auf Rechtschreibung und Grammatik – auch kleine Fehler oder Unachtsamkeiten sind nicht gerne gesehen
  • Wertvollen Input von außen holen: Lass deine Bewerbung von mehreren Personen lesen und frage nach Feedback, bevor du sie versendest.

Lebenslauf: professionell & individuell

In erster Linie sollte deine Bewerbung professionell gestaltet sein. Da „professionell“ alleine jedoch nicht hervorsticht, ist es wichtig, sich durch eine individuelle Note von der Konkurrenz abzuheben. Dabei liegt es an dir herauszufinden, was in der Branche oder beim Arbeitgeber machbar ist.

Individuell bedeutet, dass deine Bewerbung deinem Wesen entspricht. Das geht farblich, graphisch und bei der Wortwahl. Umschreibe deine besonderen Eigenschaften nicht mit 08/15-Floskeln. Vielmehr gilt es, die eigenen Stärken durch die Bewerbung auszudrücken und gezielt hervorzuheben. Heißt im Klartext: Es ist sehr einfach, „Genauigkeit“ oder „Kreativität“ als positive Eigenschaft anzugeben. Entscheidend ist, wie sich deine Stärken und deine Persönlichkeit in der Bewerbung widerspiegeln. Wenn in deinem Anschreiben zum Beispiel Fehler sind oder das Design alles andere als kreativ ist, entsteht Unstimmigkeit zwischen deinen Angaben und deinem Auftreten.

Falls du auf der Suche nach Inspiration bist, hier ein paar Beispiele. Express yourself!

Wie lief deine letzte Bewerbung? Erzähl es uns in deiner kununu Bewertung.

 

Darauf achten Recruiter bei der Bewerbung

Wie viel Zeit nimmt sich ein Recruiter für meine Bewerbung? Was ist wichtiger: lückenloser Lebenslauf oder hervorstechendes Design? Fragen, mit denen sich bestimmt jeder Bewerber schon mehr als einmal beschäftigt hat. Antworten liefert die Studie Recruiting Trends von Staufenbiel Institut und Kienbaum.

Pluspunkte sammeln

  • Viel Zeit für den ersten Eindruck haben Bewerber nicht. Rund 40 Prozent der Recruiter investieren maximal fünf Minuten für den ersten Bewerber-Check. Übersichtlichkeit und Struktur sind also der Schlüssel, um positiv aufzufallen. Eine einheitliche Struktur ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum sich der Trend der Online-Bewerbung weiter fortsetzt: Über die Hälfte der Personaler bevorzugt eine Bewerbung über Online-Formulare oder Karrierewebsites. Knapp ein Fünftel nimmt mittlerweile One-Click-Bewerbungen an. Tendenz steigend.
  • Für 99 Prozent der Recruiter ist der Lebenslauf das A und O einer Bewerbung. Dabei ist wichtig, möglichst rasch zu erkennen, ob ein Bewerber für die Position fachlich in Frage kommt. Unbedingt in den Lebenslauf rein müssen: Ausbildungen, Berufserfahrungen und – ganz wichtig – sonstige Qualifikationen, die dich für die ausgeschriebene Stelle unverzichtbar machen. 87 Prozent legen großen Wert auf eine gute Übersichtlichkeit und die Struktur einer Bewerbung. Gestalte den Kernteil deiner Bewerbung also nach dem Prinzip: kompakt, klar und knackig. Zeugnisse und das Anschreiben haben für gut zwei Drittel einen hohen Stellenwert.
  • Es zeigt sich also einmal mehr: Wer bei der Bewerbung punkten will, sollte sich zuerst um die Pflicht und dann um die Kür kümmern. Ein ausgefallenes Design oder Arbeitsproben können Fauxpas wie fehlerhafte Rechtschreibung nicht ausmerzen.

K.O.-Kriterien für Recruiter

  • Der häufigste Fehler bei einer Bewerbung: fehlerhafte Rechtschreibung. Bei 60 Prozent der Personaler wandert eine fehlerhafte Bewerbung ohne Umwege in den Papierkorb.
  • Personalverantwortliche sehen auf den ersten Blick, wo es Lücken im Lebenslauf gibt. Für knapp die Hälfte der Recruiter ist eine unbegründete Lücke sogar ein Knock-Out-Kriterium. Erkläre deshalb, was du in deiner Auszeit gemacht hast. Auch vor einem möglichen Bewerbungsgespräch solltest du eine passende Antwort dafür parat haben. Tipps, wie du mit der Lücke im Lebenslauf am besten umgehst, findest du hier.
  • Wie wichtig die individuelle Note des Anschreibens ist, geht ebenfalls aus der Studie hervor. Ein Standardanschreiben bedeutet für 42 Prozent der Personaler das Aus. Bei der Nennung eines falschen Ansprechpartners oder Unternehmens heißt es sogar für 54 Prozent der Recruiter: Danke, das war’s.

Bewerber-Check im Netz

Der „Profil-Check“ in sozialen Medien ist für Personaler und Bewerber nichts Neues. Damit das digitale Katz-und-Maus-Spiel nicht böse für letzteren endet, sollten die Profile entsprechend gepflegt werden. Erste Anlaufstelle für Recruiter ist Google. 6 Prozent geben an, jeden Bewerber zumindest einmal zu „googeln“. Auf Facebook informieren sich 3 Prozent. Bei mehr als einem Zehntel dieser Checks kommt es zu einer Absage.

 

Verschiedene grafische Darstellungen auf schwarzer Tafel

 

Bewerbungstrends: Worauf es 2020 ankommt

Die aktive Suche nach dem passenden Kandidaten wird bei Unternehmen immer beliebter, um vakante Stellen zu besetzen. Dieser Trend setzt sich auch weiter fort. Rund 41 Prozent der deutschen Unternehmen gaben 2017 an, noch mehr in Recruiting-Maßnahmen zu investieren. [1] Social Recruiting über Jobnetzwerke wie XING oder LinkedIn, aber auch über Facebook, ist vor allem bei der Suche nach Fachkräften sehr beliebt. Das heißt für dich: Sorge dafür, dich auch online ordentlich zu präsentieren und auf den richtigen Kanälen aktiv zu sein. Was genau die Bewerbungstrends für dich bedeuten, weiß unser Gastautor Christian Scherer von richtiggutbewerben.de.

Schneller zum Job? Die One-Click-Bewerbung

Wenn wir dann schon bei sozialen Medien sind: Jobnetzwerke bieten hier einiges an Innovationen im Bereich Bewerbung. Gerade von Seiten des Bewerbers ist die One-Click-Bewerbung reizvoll. Dabei kannst du mit nur einem Klick auf den entsprechenden Button dein Profil, direkt in die Datenbank des Wunschunternehmens übertragen – ohne das soziale Netzwerk zu verlassen.

XING bietet beispielsweise auch einen „Kontaktieren Sie mich“-Button bei Stellenanzeigen in der eigenen Jobbörse an. Damit überlässt du es direkt dem Unternehmen zu entscheiden, ob du für sie interessant bist. Spannend – und vor allem zeitsparend für dich. Bevor du allerdings den Unternehmen dein digitales Ich präsentierst, sorge dafür, dass dein Profil optimal gestaltet ist.

Mobile Recruiting und neue Kommunikationswege

Die meisten von uns nutzen ihr Smartphone oder Tablet, um nach Stellenanzeigen zu suchen oder auf Unternehmensseiten die neuesten freien Jobs zu finden. Dadurch entstehen auch neue Kommunikationswege: Du hast Fragen zur Stelle? Schick einfach kurz eine Nachricht über WhatsApp. Fürs Bewerbungsgespräch weit fahren und dann doch leer ausgehen? Gehört der Vergangenheit an. Das Jobinterview via Skype gibt es immer öfter, da sowohl du als auch die Personalabteilung Zeit sparen. Sei also nicht schüchtern, wenn das Unternehmen dir anbietet, neue Wege zu gehen: Denn viele Recruiter sind vermutlich verdammt stolz, dass sie sich etwas ganz innovatives ausgedacht haben. Also gib dem Ganzen ruhig eine Chance, wenn sie sich dir bietet.

Recruiting-Games – spielerisch kennenlernen

Deine Bewerbung hat den ersten Check durch die Personaler überstanden? Dann erhältst du einen Link zugeschickt, über den du zu einem kleinen Recruiting-Game gelangst. Dort musst du Aufgaben lösen und Fragen beantworten, die meistens von netten Comic-Figuren in Corporate-Farben gestellt werden. Denn immer mehr Unternehmen integrieren Online-Spiele in ihr Bewerbungsverfahren.

Auch wenn es dich vielleicht schockt: Du spielst in vielen Fällen gar nicht wirklich Spiele. Die sogenannten Recruiting-Games sind oftmals Tests, gespickt mit etwas Storytelling, und sind nichts anderes als ein Online-Assessment-Center. Entweder sollen noch fehlende Fakten abgefragt werden oder aber deine Problemlösungsfähigkeiten getestet werden. Gegenseitiges Kennenlernen steht dabei meist im Vordergrund – schließlich will das Unternehmen ganz genau wissen, was du so alles kannst und mitbringst. Solche Spiele bieten dafür eine hervorragende Option. Gut möglich, dass Dir Recruiting-Games also noch öfters begegnen, wenn du 2019 auf Jobsuche bist.

Kurzprofile auf dem Vormarsch

Zeit ist Geld. Und was haben Unternehmen selten zu viel? Richtig. Personaler wollen bei Bewerbungen auf einen Blick sehen, ob ein Kandidat Potenzial hat, um sich genauer mit ihm zu befassen. Immer mehr Bewerber stellen sich darauf ein und liefern neben dem üblichen Anschreiben und dem Lebenslauf noch ein zusätzliches Dokument mit. Alternativ kann es auch als Vorbote der eigentlichen Bewerbung versendet werden: Ein Kurzprofil auf maximal einer Seite soll als Appetizer dienen. Du kannst in einer Kurzfassung deine wichtigsten Stationen und Fähigkeiten aufzeigen – quasi ein Kurzlebenslauf. Nicht lange um den heißen Brei reden, sondern aufs Wesentliche konzentriert. Aus diesem Grund sind Kurzprofile definitiv im Kommen.

 

Finde dein Perfect Match: Das steckt hinter dem Social-Media-Auftritt von Arbeitgebern

Soziale Medien liefern nicht nur Personalern Einblicke in dein Leben – auch du kannst den Spieß auch umdrehen. Neben Bewertungsplattformen werden Facebook, Instagram & Co immer beliebter, um einen ersten Eindruck von potenziellen Arbeitgebern zu erhalten. Hier erfährst du, was hinter dem Social-Media-Auftritt der Arbeitgeber steckt.

#superserious

Soziale Medien spielen eine zentrale Rolle bei der Außendarstellung von Unternehmen. Gerade Kanäle wie Instagram eignen sich perfekt dazu, einen Blick hinter die Kulissen zuzulassen. Eindrücke aus dem Arbeitsalltag oder Bilder von Events haben hier durchaus eine Daseinsberechtigung. Postings mit gestellten Anzugfotos und solchen, die ebenso in jedem x-beliebigen Imagefolder Platz hätten, schinden zwar mächtig Eindruck, haben aber keinen echten Mehrwert. Sie zeigen lediglich, was du ohnehin schon über das Unternehmen wusstest: Hier ist wirklich alles superseriös – auch der Arbeitsalltag riecht verdächtig nach Großkonzern.

#messy

Das genaue Gegenteil des perfekt inszenierten Social Media-Profils ist die chaotische Variante. Hier tummeln sich Stellenausschreibungen in verschiedensten Designs neben Motivationssprüchen und verwackelten Bildern des letzten Firmenevents. Was aus diesem Durcheinander klar wird: Hier mangelt es an einer durchdachten Social Media-Strategie. Für Bewerber ist das jedenfalls ein wichtiger Hinweis. „Machen wir schon irgendwie“ ist schließlich nicht jedermanns Sache.

#promotion

Social Media ist zu einem der wichtigsten Marketingkanäle für Unternehmen geworden. Mit Werbung zugemüllte Kanäle sind keine Seltenheit mehr. Doch gerade im Wettbewerb um die richtigen Mitarbeiter sollte zumindest ein Kanal der Strategie des Mitarbeiter-Recruitings gerecht werden. Sind alle Kanäle simultan mit Werbung zugepflastert, weist das häufig darauf hin, dass Employer Branding eine eher untergeordnete Rolle im Unternehmen hat. Hier sind auf jeden Fall Fragen zur Rolle der Mitarbeiter und den Benefits angebracht. Als Antwort kommt dann hoffentlich mehr als ein billiger Werbeslogan.

#nobodyisperfect

Ist der Blick auf die Social Media-Kanäle fast schon zu schön um wahr zu sein, gibt es leider trotzdem eine schlechte Nachricht: #nobodyisperfect. Wird der Arbeitsalltag von allen Seiten als perfekt dargestellt, sind alle rund um die Uhr happy und glücklich, wirkt es nicht nur wenig authentisch – so ist es auch in der Regel nicht. Überstrapazierte Außendarstellung wird gerne verwendet, um von Schwächen abzulenken. Auch hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsehen.

Über den Experten Christian Scherer

Christian Scherer ist Experte für Bewerbungstrends und Marketing Manager des Startups richtiggutbewerben.de, einer Online-Plattform, über die Bewerber direkt und wie in einem Online-Shop die Erstellung von individuell und persönlich erstellten Bewerbungsunterlagen wie Anschreiben, Lebenslauf oder Kurzprofil buchen können.

[1] linkedin.com 


Wie du dich am besten auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitest

Du hast bereits beim Motivationsschreiben dein Bestes gegeben, vielleicht sogar ein Bewerbungsvideo gedreht und jetzt ist die ersehnte Einladung zum Vorstellungsgespräch endlich da. Natürlich willst du nichts falsch machen, schließlich willst du den Job unbedingt haben. Der erste Schritt in die richtige Richtung? Beginnt bereits vor dem Vorstellungsgespräch. Informiere dich über das Unternehmen, bereite dich auf das Gespräch vor und überlege dir mögliche Fragen und Antworten. Auf was es sonst noch bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ankommt, erfährst du hier.

Fragen über Fragen

Von Fragen, bei denen man sich denkt „Stellt er die gerade wirklich?“ bis hin zu 08/15-Fragen, trifft man meistens alles in Vorstellungsgesprächen an. Dennoch kann man sich auf gewisse Lieblingsfragen unter den Personalern vorbereiten. Was sind deine Stärken, was sind deine Schwächen? Warum genau möchtest du in diesem Unternehmen arbeiten? Wie stellst du dir dein zukünftiges Aufgabenfeld vor? Fragen, die meistens etwas Grübeln voraussetzen. Deswegen solltest du dir auch im Vorhinein Gedanken darüber machen und dir authentische Antworten überlegen. Auf keinen Fall solltest du jedoch auf die Frage aller Fragen vergessen: „Haben Sie denn noch Fragen an uns?“ Überlege dir im Vorhinein ein paar Punkte, über die du gerne besser Bescheid wissen möchtest, wie beispielsweise diese sechs Fragen, die du am Ende deines Vorstellungsgespräches stellen kannst.

Lebenslauf studieren

„Was haben Sie denn im Sommer 2015 gemacht?“ – Tja, gute Frage, was denn? Alarmstufe: Rot. Wenn du erst mal selbst in deinen grauen Zellen tauchen musst, um dich zu erinnern, was du eigentlich schon alles in deinem Berufsleben gemacht hast, erweckt das mit Sicherheit keinen guten Eindruck bei deinem Gegenüber. Gehe vor deinem Gespräch deinen Lebenslauf ein paar Mal durch, versuche dir die Zeitspannen zu merken und drucke dir, falls du wirklich zu den Alzheimer-Kandidaten zählst, deinen Lebenslauf aus. Wenn du ihn zusammen mit den restlichen Unterlagen auf den Tisch legst, ist es nicht nur ein unauffälliger Spickzettel, sondern wirkt auch so, als ob du deine Bewerbungsunterlagen einfach sicherheitshalber noch mal ausgedruckt mitgebracht hättest.

Sei ein Sparefroh

Ein Slogan, den uns der Bankberater stets einreden möchte, sollte auch dein Motto im Bewerbungsgespräch sein. Denn auch wenn es so wirkt, als wäre er in ewiger Plauderlaune, hat dein Interviewer höchstwahrscheinlich nach deinem Bewerbungsgespräch noch weitere Termine. Deswegen formuliere deine Antworten prägnant und bring auf den Punkt was du deinen Gegenüber mitteilen möchtest. Überlege dir im Voraus, worauf du deinen Fokus bei deiner kleinen Selbstpräsentation legen möchtest. Dein letzter Job ist eigentlich irrelevant für die neue Stelle? Dann gewinne Zeit, indem du dich über deinen letzten Arbeitgeber eher kurz hältst und hole lieber bei deiner restlichen Berufserfahrung ordentlich aus.

Hole dir Insights auf kununu

Jeder zweite Bewerber informiert sich über sein potentielles neues Unternehmen auf der größten Arbeitgeberbewertungsplattform Europas. Wieso? Ganz einfach, keiner weiß es besser als die Mitarbeiter selbst! Unter den 780.000 bewerteten Unternehmen auf kununu.com ist mit ziemlicher Sicherheit auch dein zukünftiger Arbeitgeber dabei und jene Bewertungen können dir ein authentisches Bild liefern, wie es beim Big Boss wirklich zugeht. Plötzlich findest du Themen wie einen „Company Run“, „Schwierigkeiten mit dem Betriebsrat“ oder „Hitzefrei“ in den einzelnen Erfahrungsberichten? Na, das eignet sich doch schon als perfekte Frage, die du ihm Laufe des Bewerbungsprozesses stellen kannst. Obendrein zeigt sie deinem potentiellen Arbeitgeber, dass du dich im Vorhinein durchaus mit dem Unternehmen auseinander gesetzt hast und auch wirklich an dem Job interessiert bist.

Who is who?

Schon klar, vor einem Vorstellungsgespräch hat jeder ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch. Doch was lässt uns so nervös werden? Mit Sicherheit ist es einerseits die Ungewissheit, dass du nicht genau weißt, was dich erwartet. Ein älterer Herr, ein junger HR-Star? Diese Fragezeichen in deinem Kopf kann man ganz einfach beseitigen – durch Recherche! Karrierenetzwerke wie XING bieten dir den idealen Raum zum ausgiebigen Schnüffeln: Einfach Name und Unternehmen deines Interviewers in die Suche eingeben und schon hast du neben einem Bild, auch den gesamten Lebenslauf deines Personalers vor dir. Weißt du was dich erwartet, legt sich die Nervosität etwas und du stehst nicht mehr mit einem „AHA-Erlebnis“ im Türrahmen deines Interviewraumes.

Plane dein Outfit

Klingt wie ein Ratschlag aus einem Modemagazin? Ist es aber nicht – oder zumindest nicht ausschließlich! Denn auch wenn sich dein Personaler noch so viel Mühe gibt, bleibt der erste Eindruck von einem Bewerber immer am besten im Gedächtnis. Selbstverständlich zählt dein Outfit auch dazu und verrät obendrein, ob du ein Cultural Fit im Unternehmen bist. Lässiges Start-Up oder Konzernriese? Blue-Jeans oder Anzug? Mache dir vorher ein Bild darüber, wie die Unternehmenskultur bei deinem Objekt der Begierde aussieht und lege dir ein dementsprechendes Outfit zurecht. Du möchtest noch mehr über Cultural Fit und Co. erfahren? Dann schau doch mal hier vorbei!

 

 

 

Schritt für Schritt zum Abhaken: Checkliste für perfekte Bewerbungsunterlagen

Bewerbungsmappe

  • Deckblatt (inklusive Übersicht, was in der Bewerbungsmappe enthalten ist)
  • Bewerbungsanschreiben (hier gilt: in der Kürze liegt die Würze)
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse über Ausbildung bzw. Fortbildungen (falls erfordert)
  • Arbeitszeugnis 

Bewerbungsanschreiben

  • Absender (mit Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer)
  • Datum (optional mit Ortsangabe)
  • Empfänger (inklusive Firmenname, Name der Ansprechperson und Adresse)
  • Betreff (unbedingt Titel des Inserates nennen)
  • Anrede (mit Namen falls der Name der Kontaktperson bekannt ist)
  • Kreative Einleitung, die das Interesse des Personalers weckt
  • Frage klären, warum man sich genau bei diesem Unternehmen bewerben möchte
  • kurze Präsentation des eigenen Profils (eventuell mit Ergänzungen zum Lebenslauf)
  • Hinweis auf relevante Fähigkeiten, Arbeitserfahrung und Empfehlungen
  • Gehaltsvorstellung (falls verlangt)
  • Abschluss (inklusive Hinweis, dass man sich auf ein Gespräch/Rückmeldung freut)
  • Grußformel und Unterschrift
  • Namen der Dokumente im Anhang am Ende anführen

Lebenslauf

  • persönliche Daten (Name, Geburtstag, Anschrift)
  • Bewerbungsfoto (nicht verpflichtend, aber empfehlenswert)
  • Staatsbürgerschaft
  • Berufliche Laufbahn (beginnender mit der aktuellen Position)
  • Schul- und Ausbildung
  • besondere Qualifikationen (Zertifikate, Sprachen, Weiterbildungen)
  • Interessen (Hobbies, Engagement bei Vereinen und Co.)
  • Datum und Unterschrift

Kontrolle zum Schluss

  • einheitliche Formatierung (nicht zu extravagant, da sonst Lebenslauf-Scanner scheitern)
  • Schlüsselbegriffe aus dem Inserat kommen im Anschreiben vor (erhöhen das Interesse des Personalers)
  • auf korrekte Rechtschreibung durchlesen bzw. von jemand anders Korrektur lesen lassen
  • kontrollieren ob die Ansprache einheitlich ist (Sie/Ihr, du/dein)
  • Ansprechpartner der letzten Bewerbung gelöscht (falls du eine alte Vorlage wiederverwendet hast)
  • falls es sich um eine Online-Bewerbung handelt, kontrolliere, ob du alle Dokumente in PDFs umgewandelt hast