So schreibst du eine gute Initiativbewerbung

Du bist bei der Jobsuche auf ein Unternehmen gestoßen, das für dich der perfekte Arbeitgeber wäre, aber es ist keine passende Stelle ausgeschrieben? Das muss dich nicht daran hindern, dich dennoch zu bewerben – mit einer Initiativbewerbung. Was es zu beachten gilt, um mit dem Anschreiben deiner Initiativbewerbung zu punkten und die Herzen der Personalverantwortlichen im Sturm zu erobern, verraten wir dir in diesem Artikel.

Was ist eine Initiativbewerbung?

Unter einer Initiativbewerbung versteht man eine Bewerbung um ein Praktikum, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, die sich nicht auf eine bestimmte Stellenausschreibung bezieht. Eine Initiativbewerbung kann dann Sinn machen, wenn das Unternehmen deiner Wahl wie oben beschrieben keine Stelle ausgeschrieben hat, auf die deine Qualifikationen und deine Erfahrung passen. Manche Unternehmen weisen auf ihrer Karriereseite auch explizit darauf hin, dass Initiativbewerbungen willkommen sind, und stellen gesuchte Berufsprofile vor.

Initiativbewerbung bzw. Spontanbewerbung & Blindbewerbung – die Unterschiede

Die Begriffe Initiativ- oder Spontanbewerbung und Blindbewerbung werden häufig synonym verwendet, dabei gibt es entscheidende Unterschiede. Wir haben die wichtigsten aufgelistet.

Initiativbewerbung / Spontanbewerbung

  • Für dich als Bewerber:in ist im Unternehmen keine passende Stelle ausgeschrieben. Dennoch formulierst du deine Bewerbung so, als würdest du dich für einen konkreten Job bewerben.
  • Eine Initiativbewerbung ist individuell zugeschnitten auf das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst.
  • Klasse statt Masse: Mit einer Initiativbewerbung bewirbst du dich gezielt bei ausgesuchten Unternehmen.

Blindbewerbung

  • Du bewirbst dich mit deiner Erfahrung und Qualifikationen nicht auf einen spezifischen Job, sondern für ein Unternehmen oder eine Abteilung.
  • Bei einer Blindbewerbung ist das Anschreiben offen und nicht individualisiert.
  • Gießkannenprinzip: Eine Blindbewerbung wird an viele Unternehmen verschickt.

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer Initiativbewerbung?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Umfrage, in deren Rahmen vor einigen Jahren im Auftrag des Branchenmagazins Personalwirtschaft sowohl Personaler:innen als auch Bewerber:innen befragt wurden, kam zu widersprüchlichen Ergebnissen: 68 Prozent der befragten Bewerber:innen mit guten Jobaussichten bewerteten eine Initiativbewerbung als gute Möglichkeit, einen Job bei ihrem Lieblingsarbeitgeber zu finden. Allerdings gaben auch 20 Prozent der befragten einstellenden Unternehmen an, dass Initiativbewerbungen eine Last darstellen.

Der Grund: Nur wenige Unternehmen verfügen über die Prozesse, um Initiativbewerbungen zu verarbeiten. Oft liegt für die Personalabteilungen nach wie vor die Priorität darauf, ausgeschriebene Stellen zu besetzen. Dennoch kannst du mit einer Initiativbewerbung durchaus auch Erfolg haben. Wenn es nicht beim ersten Anlauf klappt, hast du gute Chancen, in den Bewerber:innen-Pool aufgenommen zu werden. Wenn in Zukunft ein passender Job ausgeschrieben wird, kann es gut sein, dass du direkt in die engere Auswahl kommst.

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Informationssuche und Recherche für eine Initiativbewerbung

Mit einer Initiativbewerbung bewirbst du dich nicht auf eine konkrete Position. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Initiativbewerbung weniger Zeit in Anspruch nimmt – im Gegenteil. Da für viele Unternehmen der Prozess einer Initiativbewerbung komplizierter und arbeitsintensiver ist als eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle, solltest du eine Initiativbewerbung nie ohne eingehende Recherche verschicken und dich im Vorfeld ganz genau über das Unternehmen informieren.

1. Check der Web-Seite und Social Media-Kanäle:

Mach dich genauestens schlau über die Branche, die Services und die Produkte deines Wunscharbeitgebers. An welchen Standorten ist das Unternehmen aktiv, wie viele Mitarbeitende gibt es, wie positioniert sich das Unternehmen, wie kommuniziert es nach außen? Die Web-Seite und die Social Media-Auftritte werden dir dazu viele Informationen liefern.

Eventuell ist auch der Jahresbericht abrufbar oder Pressemeldungen mit Informationen zur finanziellen Situation im Unternehmen.

2. Analyse der Karriereseite und der Jobprofile auf kununu:

Viele Unternehmen haben mittlerweile einen eigenen Karrierebereich auf der Webseite oder sogar eine eigene Karriereseite mit allen aktuell ausgeschriebenen Jobs. Selbst wenn keine der Stellenbeschreibungen auf dich passt, wirst du hier Informationen zum Bewerbungsprozess und zu den gewünschten Unterlagen für Bewerbungen finden. Um Informationen über Unternehmen als Arbeitgeber zu bekommen, kannst du auch die Unternehmensprofile auf www.kununu.com nutzen.

3. Was sagen andere Bewerber:innen und Mitarbeiter:innen über das Unternehmen?

Was ein Unternehmen selbst über sich kommuniziert, ist die eine Perspektive. In der Vorbereitungsphase für eine Initiativbewerbung ist es sehr hilfreich, ein umfassendes Bild über ein Unternehmen als Arbeitgeber und seine Kultur zu bekommen. Gib dazu auf www.kununu.com den Namen deines Wunscharbeitgebers ein und erfahre, was andere Bewerber:innen sowie aktuelle und ehemalige Mitarbeiter:innen über das Unternehmen berichten und mache dir so dein eigenes Bild.

4. Suche den persönlichen Kontakt…

… am besten telefonisch. Über einen Anruf in der Personalabteilung kannst du weitere hilfreiche Informationen sammeln. Darüber hinaus kannst du im Gespräch die Beweggründe für deine Initiativbewerbung schildern und dich vorstellen. Im besten Fall weißt du nach dem Gespräch, an wen im Unternehmen du deine Initiativbewerbung adressierst, und die Person kann sich dann sogar noch an dich erinnern.

Weitere Tipps zu Informationssuche und Recherche vor der Initiativbewerbung findest du hier.

"Initiativbewerbungen sind jederzeit möglich und willkommen"

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Wie schreibt man eine Initiativbewerbung?

Das Anschreiben ist bei einer Initiativbewerbung noch wichtiger als bei einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. Du musst es schaffen, in wenigen Sätzen den:die Empfänger:in davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, weiterzulesen, obwohl die Bearbeitung einer Initiativbewerbung eventuell Mehrarbeit bedeutet. Bei der Wahl des Kommunikationswegs für deine Initiativbewerbung solltest du dich an den Vorgaben des Unternehmens orientieren. Auf der Karriereseite oder in Stellenausschreibungen wirst du Informationen dazu finden, auf welchem Kommunikationsweg das Unternehmen Bewerbungen akzeptiert (persönliche E-Mail, E-Mail-Postfach, Formular auf der Website oder ein spezielles Tool).

1. Adressiere die richtige Person

Generell gilt: Je persönlicher, desto besser. Vermeide es, deine Bewerbung an eine:n anonyme:n Empfänger:in zu adressieren. Mit einer Anrede á la „Sehr geehrte Damen und Herren“ wird es schwer, die nötige Aufmerksamkeit herzustellen. Wenn du in der Recherche-Phase deine Hausaufgaben erledigt hast, kennst du nicht nur den Namen des:der Empfängers:in, du hast auch ein Gefühl, was eine passende Anrede ist und ob du besser siezt oder duzt.

2. Formuliere eine aussagekräftige Betreffzeile

Egal, ob du eine E-Mail schickst oder dich über einen anderen Kommunikationsweg bewirbst: Im Betreff solltest du darauf hinweisen, dass du dich aus eigenem Antrieb bewirbst: „Initiativbewerbung als …“, oder „Initiativbewerbung um eine Stelle im Bereich …“.

3. Mach dich relevant

Wir haben es weiter oben schon beschrieben: Für viele Personaler:innen bedeutet eine Initiativbewerbung zusätzliche Arbeit, wenn es keine definierten Prozesse für Initiativbewerbungen gibt. Zu Beginn deines Anschreibens solltest du daher kurz, aber nachvollziehbar erläutern, weshalb du dich bewirbst und weshalb dein Wunscharbeitgeber von dir profitieren wird, obwohl gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist.

4. Werde konkret

Formuliere deine Initiativbewerbung so, als würdest du dich auf ein konkretes Anforderungsprofil beziehen. Wenn du beispielsweise am liebsten als Projektmanager:in bei deinem Wunscharbeitgeber starten möchtest, formuliere deine Bewerbung so, also würdest du dich auf dieses Profil beziehen.

4. Fasse dich kurz

Formuliere in kurzen, gut strukturierten Sätzen. Die gesamte Einleitung der Bewerbung sollte nicht länger als 3 Sätze sein. Vermeide komplizierte Schachtelsätze. Im letzten Absatz kannst du darum bitten, die Einsatzmöglichkeiten für dich zu prüfen. Unterstreiche, dass du dich auf eine Rückmeldung freust.

5. Bleib dran

Nachdem du deine Initiativbewerbung abgeschickt hast, kannst du zwischen ein und zwei Wochen abwarten. Wenn du nach dieser Zeit noch keine Antwort bekommen hast, kannst du dich durchaus melden, um nachzufragen, am besten telefonisch.

Natürlich solltest du auch in einer Initiativbewerbung die üblichen Formalien einer Bewerbung befolgen. Eine Checkliste für Bewerbungen findest du hier.

Deine Initiativbewerbung war erfolgreich und du wurdest zum Bewerbungsgespräch eingeladen? Erfahre hier, wie du dich am besten vorbereitest.

letztes Update: 21. September 2022