Lücke im Lebenslauf: 4 Tipps, wie du am besten damit umgehst

Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie kommt es vermehrt dazu, dass Dienstverhältnisse beendet werden müssen und die darauffolgende Jobsuche etwas länger andauert. Unabhängig davon, ob die Lücke erst vor kurzem entstanden oder schon seit einer Weile Teil deiner Vita ist, gibt es keinen Grund zur Sorge. Wir erklären, wie man am besten mit Lücken im Lebenslauf umgeht und was es zu beachten gilt.

Eine Frage der Definition

Ab wann man von einer Lücke spricht, kann man so eindeutig gar nicht definieren. Als Faustregel kannst du dir merken: eine Unterbrechung, die länger als zwei Monate dauert und zu der man keine Erklärung parat hat, gilt als Lücke. 

Es gibt aber einige Begründungen die ganz plausibel sind und deren Erklärung die Lücke definitiv rechtfertigt. Eine beispielhafte Übersicht:

Berufseinstieg – Gerade zu Beginn der beruflichen Laufbahn hat man keine oder wenig Berufserfahrung und muss sich in der Regel zwischen vielen Bewerbern behaupten. Da kann es gut sein, dass die Suche nach dem passenden Job etwas länger dauert und das ist völlig in Ordnung.

Krankheit – Dass man keinem Beruf nachgehen kann, wenn man krank ist, ist wohl selbstverständlich. In diesem Fall steht die Genesung an oberster Stelle. Hierbei kann man im Lebenslauf beruhigt anführen, in welchem Zeitraum man krank war. Diese unverschuldete Verhinderung wird jeder Personalverantwortliche verstehen.

Neuorientierung – Viele Menschen haben nicht die richtige Ausbildung gewählt und merken manchmal erst nach Jahren, dass sie mit ihrem Beruf unzufrieden sind. Hier findet eine berufliche Neuorientierung eine Berechtigung und die Lücke, die dadurch entsteht, ist in jedem Fall auf einen nachvollziehbaren Grund zurückzuführen.

Elternzeit – Wer das große Glück hat, Mutter oder Vater zu sein, hat nebenher auch die Verantwortung, das Kind zu betreuen. Dass die berufliche Laufbahn dafür zwischenzeitlich unterbrochen werden muss, ist ebenfalls ein legitimer Grund, der eine Lücke rechtfertigt.

Corona-Pandemie – Aufgrund der derzeitigen Corona-Krise kann es leicht passieren, dass es zu einer Unterbrechung der Anstellung kommt. In diesem Fall ist es berechtigt, Corona als Grund dafür zu nennen und zu schildern, warum es aufgrund der Pandemie dazu gekommen ist, dass du wieder auf Jobsuche bist.


Das Team hat mich freundlich und respektvoll empfangen und es ist ein interessantes Gespräch entstanden.” – Arbeitgeberbewertung bei Brainlab


Die Lücke im Vorfeld vermeiden

Ist man arbeitsfähig und aktiv auf Jobsuche, sollte man die Zeit sinnvoll nutzen und es erst gar nicht zu einer Lücke kommen lassen. Auch wenn die Jobsuche viel Zeit in Anspruch nimmt, könntest du ein Praktikum machen, bis du einen neuen Beruf gefunden hast oder beispielsweise einen Kurs in einem relevanten Bereich absolvieren. Du könntest dich auch wohltätig engagieren, auch das macht einen guten Eindruck. Denke stets daran, dass du in dieser Zeit die Möglichkeit hast, dich weiterzuentwickeln und dir die Skills anzueignen, die du später im neuen Job brauchen kannst. Beinhaltet dein Lebenslauf aber bereits eine Lücke, gibt es die folgenden Tipps zu beachten.

Tipps im Umgang mit der Lücke

1. Bleibe dir selbst treu

Sieh deinen Bruch im Lebenslauf nicht als etwas Negatives oder als etwas, das dir den Karriereweg verbaut. Genauso wie Menschen nicht perfekt sein müssen, muss auch dein Lebenslauf nicht makellos und ohne Pausen zwischen den einzelnen Stationen sein. Ecken und Kanten in der beruflichen Laufbahn können durchaus Durchhaltevermögen bedeuten. Der Beweis: Du hast trotz Höhen und Tiefen nicht aufgegeben. Wenn du versuchst, diese Karriereknicks krampfhaft zu vertuschen, verlierst du an Glaubwürdigkeit und Authentizität. Wie so oft im Leben gilt daher: Bleibe dir immer selbst treu – das wird auch dein potenzieller Arbeitgeber zu schätzen wissen.


 “Es war ein sehr angenehmes Gespräch, weiter so!” – Arbeitgeberbewertung bei Höffner Möbelgesellschaft GmbH & Co. KG


2. Äußere dich in jedem Fall zur Lücke 

Wenn dich dein Gesprächspartner auf die zwischenzeitliche Pause anspricht, zögere nicht und gehe aktiv darauf ein, indem du erzählst, warum es zu der Lücke gekommen ist. Versuche hierbei die Erfahrungen, die du in dieser Zeit sammeln konntest, in den Vordergrund zu rücken. Hast du auf Reisen deine Sprachkenntnisse aufgebessert, dich persönlich weiterentwickelt oder eine neue Kultur entdeckt? Oder hast du dich weitergebildet und dir neue Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet? Wie auch immer du die Zeit genutzt hast, stelle stets deine Erfahrungen und die positiven Auswirkungen in den Vordergrund. Mit solchen Argumentationen begeisterst du dein Gegenüber bestimmt. 

3. Sei offen und ehrlich 

Ehrlich währt am längsten. Das gilt auch, wenn es um deinen Werdegang geht. Bleib immer bei der Wahrheit und formuliere deine Beweggründe so, dass sie nachvollziehbar sind. Wenn diese plausibel sind und du selbstsicher auftrittst, erreichst du viel mehr als wenn du Unwahrheiten verbreitest. Diese kommen früher oder später ohnehin ans Tageslicht. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, kannst du dir schon vor dem Gespräch vor Ort oder via Video- oder Telefonanruf Gedanken über deine Argumentation in Bezug auf die Lücke machen. Überlege genau, wie du das Zustandekommen der Lücke am besten formulierst und mit welchen Anschlussfragen du rechnen könntest.


“Man hat gemerkt, dass viel Wert auf die Persönlichkeit gelegt wird, sodass man auch gut zum Team passt.” – Arbeitgeberbewertung bei CBRE GmbH


4. Lass dich nicht auf die Lücke reduzieren

Laut Statista suchen Personaler nach Begriffen wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit oder Problemlösungsfähigkeit am meisten in Lebensläufen.[1] Achte in jedem Fall auf einen inhaltlich guten und übersichtlichen Aufbau. Spare nicht mit deinen positiven Eigenschaften und fülle deine Vita mit allen relevanten Informationen über deine Person. Ein weiterer Tipp: Lass dir etwas Kreatives für deine Bewerbung einfallen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Bewerbungsvideo? In Zeiten wie diesen ist Innovation gefragt – überzeuge die Personalverantwortlichen davon, dass motiviert bist und lass dich nicht durch einen Bruch im Lebenslauf unterkriegen. 

 

Auf kununu.com können Arbeitnehmer anonym ihre Erfahrungen im Umgang mit der Corona-Krise teilen. Die eingegangenen Informationen fließen in den kununu Corona Employer Transparency Ticker, der täglich aktualisiert wird. Aber auch Arbeitgeber werden von uns gehört und können unter covid-insights@kununu.com geplante oder bereits umgesetzte Maßnahmen bekanntgeben.

Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.


Quelle:

[1] statista.com