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Keine Gehaltserhöhung seit Jahren? Das kannst du tun!

Unzufrieden mit ausbleibenden Gehaltserhöhungen? Der Artikel beleuchtet Gründe für Ablehnungen und gibt Handlungsanweisungen. Oft liegt es am fehlenden Einfordern oder unzureichender Vorbereitung. Wichtig sind überzeugende Argumente, basierend auf Leistung und Unternehmenserfolg. Auch mangelnde Sichtbarkeit der eigenen Leistung, Unternehmenslage oder Krankheit können Gründe sein. Bei Unwillen des Vorgesetzten hilft eine Fristsetzung. Frauen sollten das Entgelttransparenzgesetz nutzen. Offene Kommunikation ist entscheidend, um Bedingungen für zukünftige Erhöhungen zu klären. Attraktive Benefits können Gehaltsfrust mildern. Regelmäßige Updates zur eigenen Leistung und das Aufzeigen von Erfolgen sind essenziell für zukünftige Verhandlungen.

Seit Jahren keine Gehaltserhöhung, obwohl du zuverlässig arbeitest? Hast du mehr Verantwortung übernommen, vielleicht sogar eine Beförderung bekommen, aber finanziell hat sich wenig bis nichts verändert? Oder wurde dein Wunsch nach mehr Geld sogar ganz direkt mit Verweis auf deine Krankheit, Elternzeit oder die schlechte wirtschaftliche Lage abgelehnt?

Damit bist du nicht allein. Besonders frustrierend wird die Situation, wenn bessere Leistung bei gleichen Gehalt selbstverständlich wird. Umso wichtiger ist es zu verstehen, warum Gehaltserhöhungen ausbleiben und wie du trotzdem mehr für dich herausholen kannst.

Wer entscheidet über die Gehaltserhöhung?

Das Gehalt wird vor dem Einstieg in ein Unternehmen verhandelt und ist üblicherweise Teil deines Arbeitsvertrags. Natürlich kannst du erwarten, dass dein Gehalt in bestimmten Abständen erhöht wird, wenn dein Unternehmen von deiner Arbeitsleistung profitiert.

Einen rechtlichen Anspruch auf Gehaltserhöhung hast du nur, wenn dein Unternehmen in einer Betriebsvereinbarung festgelegt hat, nach welchen objektiven Kriterien sich Gehälter entwickeln (zum Beispiel Alter, Familienstand, Qualifikation, Betriebszugehörigkeit). Wenn du in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeitest, kann der Betriebsrat an Entscheidungen zu Gehalts- und Lohnerhöhungen beteiligt sein.

Ansonsten gibt es leider weder in Deutschland noch in Österreich und der Schweiz ein Gesetz, das regelmäßige Gehaltserhöhungen vorschreibt.

Keine Gehaltserhöhung? 8 Gründe, warum deine Lohnerhöhung abgelehnt wird

Natürlich ist es eine frustrierende Erfahrung, wenn du seit Jahren keine Gehaltserhöhung bekommst, obwohl du sie deiner Meinung nach verdient hast. Und das erst recht, wenn du weißt, dass andere Kolleg:innen eine Gehaltserhöhung bekommen haben, obwohl du auch Leistung gezeigt hast oder freiwillig mehr Verantwortung übernimmst. Die Gründe, weshalb eine Gehaltserhöhung ausbleiben kann, sind vielfältig. Du solltest sie kennen und wissen, wie du darauf reagieren kannst:

Grund 1: Du hast nicht (nachdrücklich genug) nach einer Gehaltserhöhung gefragt

Arbeitest du schon einige Zeit für dein Unternehmen? Dann funktionierst du wahrscheinlich in deiner Rolle, bist stets verlässlich und unauffällig – und wirst genau deshalb nicht mehr aktiv bei Gehaltserhöhungen berücksichtigt. Dein jahrelanges Schweigen bei ausbleibenden Gehaltsrunden wird als stilles Einverständnis gewertet. Das unliebsame Ergebnis ist, dass sich trotz veränderter Aufgaben und mehr Verantwortung nichts bei deinem Einkommen ändert.

Die wenigsten Unternehmen bieten Gehaltserhöhungen von selbst an, schließlich wollen sie ihre Personalkosten so gering wie möglich halten. Möchtest du eine Gehaltserhöhung, musst du oft proaktiv auf deine:n Vorgesetzte:n zugehen und ihn:sie nach einer Lohnerhöhung fragen. Dabei gilt: Gute Leistung verdient eine angemessene Bezahlung.

Wie du reagieren kannst:

  • Bringe den Mut auf und fordere die Entlohnung deiner Leistung proaktiv ein. So zeigst du Selbstbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft.
  • Formuliere deinen Wunsch klar.
  • Lass dich nicht vertrösten – bleib‘ dran!
  • Gewährt dir dein:e Vorgesetzte:r ein Gespräch, dann bereite dich darauf vor und lege dir Argumente zurecht!

Grund 2: Du warst nicht optimal vorbereitet

Aus dem letzten Gespräch bist du schon wieder ohne eine Gehaltserhöhung raus gegangen? Vielleicht warst du im Gespräch aufgeregt oder überrumpelt oder hattest nicht die richtigen Argumente parat um deine:n Vorgesetzte:n davon zu überzeugen, dass du eine Gehaltserhöhung verdient hast.

Wie du reagieren kannst:

  • Lerne aus deiner Erfahrung und lege dir für den nächsten Gesprächstermin deine Argumente sorgfältig zurecht. Ausschlaggebend für eine Gehaltserhöhung ist lediglich deine Arbeitsleistung. Faktoren aus deinem Privatleben (wenn du zum Beispiel Mutter oder Vater geworden bist oder dich um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmerst) sind keine Argumente für eine Gehaltserhöhung. Du solltest im Gespräch mit Zahlen und Beispielen deinen Beitrag zum Unternehmenserfolg darlegen.
  • Vielleicht hilft es dir, wenn du deine Punkte vorher schriftlich festhältst. Solltest du aufgeregt sein, spricht nichts dagegen, deine Notizen mit ins Gespräch zu nehmen.

Grund 3: Deine Performance war nicht gut genug

„Ich glaube nicht, dass deine Leistungen eine Gehaltserhöhung rechtfertigen.“ Es ist vielleicht unangenehm vor sich selbst zuzugeben, dass die Arbeitsleistung womöglich doch nicht so gut war, wie du selbst dachtest.

Wenn dein:e Vorgesetzte:r die Gehaltserhöhung mit dem Verweis auf fehlende Leistung ablehnt, solltest du deine Arbeit objektiv reflektieren: Hast du in letzter Zeit wirklich dein Bestes gegeben? Hat sich dein Tätigkeitsbereich verändert oder erweitert? Wie erfolgreich waren deine letzten Projekte? Hat deine Arbeit nachweislich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen?

Wie du reagieren kannst:

  • Bitte deine:n Vorgesetzte:n um detailliertes Feedback dazu, welche Erwartungen du erfüllen musst, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen.
  • Finde deine Schwachstellen, frage deine Kolleg:innen nach Feedback und bilde dich weiter.
  • Fordere eine klare Zielstellung und einen Zeitplan für deine Weiterentwicklung ein.
  • Wenn möglich, solltest du direkt den Termin für die nächste Gehaltsverhandlung in Absprache mit deinem:deiner Vorgesetzten definieren.

Beispiel

Führungskraft: „Sie sollten mit Ihrer Situation zufrieden sein und nicht nur das Negative sehen.“

Dein Argument: „Selbstverständlich bin ich zufrieden und dankbar, ein höheres Gehalt entspricht jedoch meinen Leistungen. Diese umfassen unter anderem …“

Grund 4: Dein:e Vorgesetzte:r sieht nicht, was du leistest

Du denkst, dein:e Vorgesetzte:r weiß, was du den ganzen Tag machst? Doch dein:e Chef:in kann nicht immer allen Angestellten über die Schulter schauen. Kommunizierst du nicht regelmäßig, wie viel du leistest, wird dein Arbeitgeber deine Arbeitsleistung nur anhand ersichtlicher Ergebnisse, seinen eigenen Beobachtungen und auch den Vergleich mit Kolleg:innen treffen.

Deshalb heißt es: Keine falsche Scham, wenn es um die Kommunikation von deiner Leistung geht. Du kannst beispielsweise in Meetings oder bei Präsentationen an sinnvoller Stelle anbringen, was dein persönlicher Beitrag zum Projekt war.

Beispiel

Führungskraft: „Andere Kolleg:innen erbringen mehr Leistung als Sie.“

Dein Argument: „Bitte messen Sie mich an meinen individuellen Leistungen und stellen Sie mich nicht in den Vergleich mit anderen.“

Wenn dein Chef nicht weiß, was du machst, was du leistest, welche Fähigkeiten du hast und wie du sie einbringst, gibt es auch keinen Grund dein Gehalt angemessen zu erhöhen.

Wie du reagieren kannst:

  • Zeige nachvollziehbar auf, was du leistest und welche Erfolge du erzielst. Fokussiere dich auf deine eigene Leistung und lass dich nicht auf Vergleiche mit Kolleg:innen ein.
  • Für die Zukunft: Initiiere selbstständig regelmäßige Updates und halte deine:n Vorgesetzte:n so über deine Arbeit und deine Erfolge auf dem Laufenden. Das muss kein wöchentliches Meeting sein. Womöglich reicht eine E-Mail mit einer Übersicht deiner Projekte. Halte dein Update kurz und knapp, fokussiere dich auf Ergebnisse und Ziele statt auf Probleme.

Beispiel

Führungskraft: „Ihr derzeitiges Gehalt entspricht genau Ihrem Wert.“

Dein Argument: „Ich habe mich im Vorfeld bereits umfassend über ein angemessenes Gehalt für diese Stelle informiert und muss ihnen hierbei leider widersprechen.“

Grund 5: Das Unternehmen befindet sich in einer schwierigen Lage

Die Begründung, weshalb eine Gehaltserhöhung abgelehnt wird, muss sich nicht immer auf dich und deine persönliche Leistung beziehen. Wenn das Unternehmen sich in einer Umbruchsituation befindet oder in einer wirtschaftlich schweren Lage, werden häufig Gehaltserhöhungen für die Belegschaft ausgesetzt. In einer solchen Situation ist es für Mitarbeiter:innen mit beschränkter Einsicht hinter die Kulissen und die finanzielle Lage des Unternehmens schwer zu argumentieren.

Wie du reagieren kannst:

  • Zeige Verständnis und signalisiere die Bereitschaft, das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten zu unterstützen.
  • Bitte um eine klare Auskunft darüber, unter welchen Umständen du in der Zukunft eine Gehaltserhöhung erwarten kannst.
  • Du kannst auch deutlich machen, dass Gehaltserhöhungen von der individuellen Leistung der Mitarbeitenden abhängen sollten und nicht von der generellen Situation des Unternehmens.
  • Vor diesem Hintergrund kannst du nach Alternativen zu einer Gehaltserhöhung fragen: Vielleicht hat dein Arbeitgeber trotz Umbruch oder finanziell angespannter Situation die Möglichkeit, dir mit Benefits oder Sozialleistungen entgegenzukommen.

Beispiel

Führungskraft: „Eine Gehaltserhöhung für Sie kostet uns zu viel.“

Dein Argument: „Mit meiner höheren Leistung kann sogar zusätzlich Geld gespart werden und das trotz einer Gehaltserhöhung.“

Grund 6: Keine Gehaltserhöhung wegen Krankheit oder Schwangerschaft

Warst du im vergangenen Jahr lange krank und hattest dadurch viele Fehltage? Oder bist du aufgrund einer Schwangerschaft länger ausgefallen? Krankheit darf kein finanzieller Nachteil sein. Trotzdem erleben du und einige andere Arbeitnehmer:innen genau das. Warst du länger krank oder hast wegen gesundheitlicher Gründe gefehlt, wird eine Gehaltserhöhung oft stillschweigend vertagt oder mit Verweis auf fehlende Präsenz im Unternehmen abgelehnt. Dabei darf eine Erkrankung kein dauerhaftes Argument gegen eine faire Gehaltsentwicklung sein. Entscheiden sollte, wie deine Leistung über einen realistischen Vergleichszeitraum bewertet werden kann.

Wie du reagieren kannst:

  • Fordere deine:n Vorgesetzte:n auf, die Ablehnung deiner Gehaltserhöhung zu begründen.
  • Spreche deine Fehlzeiten aktiv an.
  • Bitte darum, dass dir dein:e Vorgesetzte:r eine Perspektive gibt und erläutert, unter welchen Voraussetzungen du bei der nächsten Verhandlungsrunde eine Gehaltserhöhung erwarten kannst.

Grund 7: Unwille – Ausweichtaktik begegnen

Dein:e Vorgesetze:r versucht dich abzuwimmeln, schiebt deine Gehaltsverhandlung immer wieder auf oder nennt Gründe, warum es mit der Durchsetzung der Gehaltserhöhung länger dauert? Auch im besten Unternehmen wird es einmal vorkommen, dass der Grund, dass du keine Gehaltserhöhung bekommst, einfach auf generellen Unwillen seitens des Arbeitgebers zurückzuführen ist. Er spielt auf Zeit und hofft, dich auf unbestimmte Zeit vertrösten zu können.

Beispiel

Führungskraft:
„Ich muss die Gehaltserhöhung erst mit unserer Buchhaltung abstimmen.“

oder

„Momentan nicht, aber wir können in einem halben Jahr nochmal darüber sprechen.“

Wie du reagieren kannst:

  • Lass dich nicht abwimmeln: In dieser Situation kommt es darauf an, ob du zum ersten oder zum wiederholten Mal leer ausgegangen bist.
  • Beim ersten Mal solltest du deinem Arbeitgeber eine Frist setzen, nach deren Ablauf du Informationen zum Status deiner Gehaltserhöhung haben möchtest. Stelle deinem:deiner Chef:in außerdem gleich einen Termin für weitere Gehaltsgespräche ein.
  • Hat die Situation schon mehrmals stattgefunden, musst du womöglich härtere Geschütze auffahren. Beispielsweise kannst du mit deinem Marktwert als Arbeitnehmer argumentieren und so eine Gehaltserhöhung rechtfertigen.

Grund 8: Keine Gehaltserhöhung, weil du eine Frau bist?

Hast du den Eindruck, dass es mit der Gehaltserhöhung aufgrund deines Geschlechts nicht geklappt hat oder dass sie deswegen geringer ausfällt als bei männlichen Kollegen? Es ist kein Geheimnis, dass Männer in Deutschland im Durchschnitt 18 Prozent mehr verdienen als Frauen. Alles rund um den Gender Pay Gap, erfährst du in unserem Artikel:

Wie du reagieren kannst:

  • In Deutschland gilt seit 2017 das Engelttransparenzgesetz. Wenn du in einem Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeiter:innen arbeitest, hast du einen Anspruch auf Auskunft bezüglich der Gehaltsstrukturen in deinem Unternehmen.
  • Wappne dich für die kommenden Gehaltsgespräche mit unseren Gehaltsverhandlungstipps für Frauen.
  • Fühlst du dich auch nach einem offenen Gespräch als Frau noch immer benachteiligt und dein Arbeitgeber bleibt uneinsichtig, könnte ein Unternehmenswechsel für dich eine Alternative sein. Hier gibt’s sieben Unternehmen ohne Gender Pay Gap.

Keine Gehaltserhöhung trotz guter Leistung oder mehr Verantwortung?

Besonders bitter fühlt sich eine ausbleibende Gehaltserhöhung an, wenn du objektiv gesehen mehr leistest als noch vor ein paar Jahren. Vielleicht koordinierst du seit einiger Zeit neue Projekte, arbeitest Kolleg:innen ein oder trägst mehr Personalverantwortung. Möglicherweise wurden aber auch Stellen gestrichen, nie nachbesetzt und der Aufgabenbereich fällt nun dir zu.

In vielen Unternehmen wird all das stillschweigend zur Normalität. Genau hier liegt die Gefahr: Mehr Leistung ohne klare Gegenleistung sorgt natürlich auf Dauer für große Unzufriedenheit.

Mach deshalb im Gespräch mit deiner:m Vorgesetzten sichtbar, ab wann sich dein Aufgabenprofil verändert hat und welche Verantwortung neu hinzugekommen ist. Eine Beförderung oder Aufgaben­erweiterung ist in der Verhandlung immer ein starkes Argument. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, eine neue Einordnung deiner Rolle inklusive der Aufgaben und Verantwortungsbereiche zu erfragen. Auf dieser Basis kannst du dein Gehalt und deine Optionen besser bestimmen.

Das kannst du tun, wenn du seit 10 Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen hast

Ist dein Gehalt seit vielen Jahren unverändert, solltest du hellhörig werden. Das ist nämlich keineswegs die Norm. Zehn Jahre ohne Anpassung bedeuten für dich nicht erst seit der während der Corona-Krise gestiegenen Inflation zudem einen massiven Kaufkraftverlust. Das kannst du kaum wohlwollend ignorieren – selbst dann, wenn du deinen Job grundsätzlich liebst.

In diesem Fall geht es nicht mehr um eine kleine Anpassung, sondern um eine grundsätzliche Neubewertung deiner Rolle. Frage offen bei deiner Führungskraft nach, wie sie deine Entwicklung einschätzt und ob langfristig eine Gehaltsentwicklung vorgesehen ist. Bleiben die Antworten vage oder ausweichend, solltest du deinen Marktwert außerhalb des Unternehmens prüfen und dich unter Umständen nach einem neuen Job umsehen. Wie du dein Gehalt im neuen Job besser verhandeln kannst, erfährst du dann in diesem Artikel.

Keine Gehaltserhöhung, aber attraktive Benefits & Sozialleistungen?

Erhältst du trotz deiner Anstrengungen keine Gehaltserhöhung, solltest du dich davon nicht gleich demotivieren lassen. Eine Kündigung aufgrund einer abgelehnten Gehaltserhöhung solltest du dir sehr gut überlegen. Reflektiere, wie wichtig es dir ist, in deinem aktuellen Job mehr Gehalt zu verdienen. Wie zufrieden bist du mit deinem Arbeitgeber und deinen Aufgaben? Welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen gibt es? Wirst du in einem anderen Unternehmen deinen Wunsch auf mehr Gehalt schneller realisieren können? Welche Benefits und Sozialleistungen bietet dir dein jetziges Unternehmen im Vergleich zu anderen Arbeitgeber:innen?

Gerade Benefits können dazu beitragen, dass du mit deinem Gehalt zufrieden bist. In einer Umfrage von kununu und der Personal- und Managementberatung Kienbaum 2020 zeigt sich, dass viele Mitarbeitende für attraktive Benefits sogar weniger Gehalt in Kauf nehmen würden.

Welche Situationen eignen sich, um eine Gehaltserhöhung anzusprechen?

Regelmäßige Gehaltsverhandlungen sind im Arbeitsrecht nicht festgehalten. Der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung muss in vielen Fällen also direkt von der:dem Mitarbeiter:in angesprochen und begründet werden. Wenn du der Meinung bist, dass es mal wieder Zeit für eine Gehaltserhöhung ist, dann werde aktiv und spreche deine:n Vorgesetzte:n darauf an. Du bist dir unsicher, wann du nach einer Gehaltserhöhung fragen kannst? In unserem verlinkten Ratgeber zeigen wir dir, welche Situationen sich dafür eignen.

Argumente für eine Gehaltserhöhung

Eine Gehaltserhöhung muss sich immer für beide Seiten lohnen. Es reicht daher nicht aus, auf Kolleg:innen zu verweisen, die besser bezahlt werden als du oder die eine Gehaltserhöhung bekommen haben. Es geht um deine Leistung, beziehungsweise die Leistung deines Teams. Wir haben die besten Argumente für eine Gehaltserhöhung zusammengestellt. Wenn sie auf dich passen, solltest du sie im Gespräch konkretisieren und mit Zahlen und Beispielen untermauern.

Die besten Argumente für eine Gehaltserhöhung

  • Du hast dazu beigetragen, dass das Unternehmen, für das du arbeitest, seinen Umsatz erhöhen konnte.
  • Das Unternehmen hat durch dich Kosten einsparen können, zum Beispiel, weil du Tätigkeiten übernommen hast, die bisher extern erledigt wurden.
  • Du hast mit deinem Team neue Kunden gewonnen.
  • Du hast erfolgreich zusätzliche Projekte oder Verantwortung übernommen.
  • Du gibst intern Wissen weiter und sorgst so dafür, dass sich deine Kolleg:innen und somit das Unternehmen weiterentwickeln.
  • Du hast Vorschläge parat, wie du dich auch in Zukunft für den Erfolg deines Unternehmens einbringen wirst.

Offene Kommunikation ist der Schlüssel zu mehr Geld

Keine Gehaltserhöhung über Jahre hinweg, trotz guter Leistung oder wachsender Verantwortung? Es liegt nicht an dir! Aber du hast es in der Hand, mehr für dich und dein Konto herauszuholen. Oft fehlt es nämlich lediglich an klarer Kommunikation in Richtung deines Arbeitgebers oder aktiver Verhandlung.

Wenn dein Wunsch nach einer Gehaltserhöhung zunächst abgelehnt wird, dann bewahre einen kühlen Kopf und wäge deine weiteren Schritte genau ab. In jedem Fall solltest du deine:n Vorgesetzte:n bitten, die Gründe zu benennen, weshalb du keine Gehaltserhöhung bekommst. Dies gilt vor allem dann, wenn dein Wunsch auf Gehaltserhöhung abgelehnt wurde, obwohl du befördert wurdest oder mehr Verantwortung übernimmst. Bitte stets darum, dass dir aufgezeigt wird, unter welchen Bedingungen du dich in der kommenden Gehaltsrunde für eine Gehaltserhöhung qualifizieren kannst.

Ob im aktuellen Unternehmen oder perspektivisch gesehen auch bei einem anderen Arbeitgeber: Eine faire Bezahlung beginnt immer damit, dass du sie selbstbewusst einforderst und deinen Marktwert kennst. Um diesen möglichst genau bestimmen zu können, unterstützt dich beispielsweise der kununu Gehaltscheck.