Paar sitzt auf Bank vor Ferienhaus in der Sonne. Frau arbeitet am Laptop.

Benefits: fünf beliebte Alternativen zur Gehaltserhöhung

Guter Lohn für gute Arbeit – das erwarten viele Mitarbeitende von ihrem Job. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für den Arbeitgeber ist das Thema Gehalt heikel. Trotzdem kann gute Leistung belohnt werden, abseits von einem Mehr auf dem Gehaltszettel – z. B. mit Benefits. Dadurch entsteht ein Vorteil für beide Seiten: Arbeitgeber können einige Extras abschreiben und Arbeitnehmer:innen müssen auf ihre Entlohnung keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Du willst wissen, welche Benefits du bei der nächsten Gehaltsverhandlung statt mehr Gehalt fordern kannst? Wir verraten dir einige der beliebtesten Benefits als Alternative zur Gehaltserhöhung.

Benefits gewinnen immer mehr an Beliebtheit

Viele Mitarbeitende haben die Vorteile der Alternativen zu Gehaltserhöhungen schon erkannt und würden für bestimmte Benefits sogar weniger Geld in Kauf nehmen. Das zeigt das Resultat unserer Umfrage in Kooperation mit der Personal- und Managementberatung Kienbaum, bei der rund 4.800 Arbeitnehmer:innen befragt wurden. Über alle Alters- und Einkommensgruppen hinweg sind Beschäftigte im DACH-Raum bereit, auf durchschnittlich elf Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie dafür ihre gewünschten oder attraktive Sozialleistungen erhalten. Als besonders attraktiv bewertet wurden flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder betriebliche Altersvorsorge. 

Parallel zur Umfrage von kununu befragte die Personal- und Managementberatung Kienbaum in der Kienbaum Benefits Survey 2020 Personalverantwortliche aus 100 Unternehmen zur Arbeitgebersicht. Für Führungskräfte sind laut den befragten Personalverantwortlichen flexible Arbeitszeiten (91 Prozent), ein Firmen-Smartphone (83 Prozent) und ein flexibler Arbeitsort (83 Prozent) von besonderer Bedeutung für ein modernes Benefit-Portfolio.

Alternative zur Gehaltserhöhung: Bereitschaft für Verzicht bei Jüngeren höher

Laut der Befragung der Personalverantwortlichen lag für Arbeitnehmer:innen die Verzichtsbereitschaft in der Schweiz mit 11,6 Prozent am höchsten, gefolgt von Deutschland mit 11,1 Prozent sowie Österreich mit 10,9 Prozent. 

Ferner zeigt sich, dass der Verzicht höher wird, je jünger die Arbeitnehmer:innen sind: Die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen wäre zu einem Verzicht von 13,4 Prozent bereit, bei den 30- bis 39-Jährigen liegt der Wert bei 11,1 Prozent und bei den Altersgruppen 40-49 sowie 50+ bei jeweils 10,5 Prozent.

 

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Fünf Benefits als Alternative zur Gehaltserhöhung

In der Befragung von 4.800 Arbeitnehmer:innen gab es klar einige Sieger unter der langen Liste der Benefits. Beliebte Alternativen zu einer Gehaltserhöhung sind:

1. Mobilität

Fast ein Drittel der Befragten (31,5 Prozent) gab den Firmenwagen in ihrer Auswahl der attraktivsten Mitarbeiter:innen-Vorteile an. 18,1 Prozent nannten Fahrtkostenzuschüsse, 11,2 Prozent ein Ticket für den ÖPNV und 9 Prozent ein Firmenfahrrad oder E-Bike. Unsere Umfrage zeigt: Im Bereich Mobilität sind verschiedene Varianten möglich. Auch wenn der Firmenwagen und Parkplatz noch zu den attraktivsten Benefits zählt, zeichnet sich zunehmend ab, dass Arbeitnehmer:innen nachhaltigere Transportmittel wählen. 

Wer einen Firmenwagen für private Fahrten nutzt, senkt damit die eigenen Kosten und kann so Geld sparen. Dieser geldwerte Vorteil muss in dem Fall über die 1-Prozent-Regelung von den Arbeitnehmenden versteuert werden. Dasselbe gilt übrigens auch für Firmenfahrräder oder E-Bikes. Eine weitere Option ist der Fahrtkostenzuschuss: Arbeitgeber können zusätzlich zum Gehalt eine Pauschale pro Entfernungskilometer zahlen, wenn Mitarbeitende ihr privates Auto für die täglichen Fahrten zur Arbeit nutzen. Möglich sind auch Benzingutscheine für die Beschäftigten oder eine Tankkarte mit einem bestimmten monatlichen Budget. Tickets für den ÖPNV, die der Arbeit­geber vergüns­tigt erwirbt und unentgeltlich oder verbilligt an seine Mitarbeiter weitergibt, müssen nicht als Arbeits­lohn versteuert werden und können außerdem meist auch privat genutzt werden.

2. Coachings & Fortbildungen

Knapp jeder fünfte Teilnehmende (19 Prozent) zählt Coachings zu den attraktivsten Sozialleistungen. Aber auch andere Formen der persönlichen und fachlichen Fort- und Weiterbildung können Alternativen zur Gehaltserhöhung sein. Kosten für Kurse können Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei übernehmen, sofern die Weiterbildung einen Bezug zur ausgeübten Tätigkeit oder einem künftigen Job im Unternehmen hat.

 

„Große Wertschätzung, konstante Weiterbildung.“

Eine Bewertung bei Pegasystems

3. Gesundheit

Gesundheitsmaßnahmen (16,8 Prozent), Fitness-Angebote (13,3 Prozent), ein Betriebsarzt (5 Prozent) oder sogar eigene Ruhe- und Schlafräume (2,6 Prozent) zählen für Arbeitnehmer:innen ebenfalls zu den gefragten Mitarbeiter:innen-Vorteilen. Gesundheitliche Untersuchungen, Investition in ein ergonomisches Set-up oder Massagen können Beispiele für Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit sein. Aber auch für Yoga, autogenes Training oder andere von den gesetzlichen Krankenkassen geförderte Kurse können Firmen einen steuerfreien Zuschuss zahlen. Darüber hinaus können Arbeitgeber auch Krankenzusatzversicherungen für Mitarbeitende abgeschlossen werden. Unternehmen haben außerdem die Möglichkeit, pro Jahr für den Mitarbeitenden, den Ehepartner oder die -partnerin und jedes Kind einen Bonus als sogenannte Erholungsbeihilfe zu zahlen. 

 

„Alle 2 Wochen Wirbelsäulengymnastik. Massage & Yoga kommt ins Haus und wird gegen Entgelt angeboten.“

Eine Bewertung bei HHP Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung GmbH

4. Kitabeiträge oder Kinderbetreuung

Für knapp sechs Prozent der Beteiligten zählt Kinderbetreuung zu den beliebtesten Benefits. Arbeitgeber können Beiträge für die Unterkunft, Verpflegung und Betreuung in Krippe, Kindergarten oder Kita übernehmen. Eine weitere Möglichkeit sind betriebliche Kinderbetreuungsstätten. Die Ausgaben für Betriebskindergarten und Co. können nicht nur steuerlich abgesetzt werden, sondern es gibt auch verschiedene staatliche Förderungen. Diese Form der Betreuung lohnt sich aber meist erst ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitenden im Unternehmen. Eine weitere Möglichkeit stellt ein Zuschuss für Dienstleister wie Pfleger:innen für kranke oder ältere Angehörige oder Betreuer:innen für Kinder unter 14 Jahren dar. 

 

„Unternehmen bietet gesundheitsfördernde Maßnahmen und Betriebskindergarten.“

Eine Bewertung bei HABIT – Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam GmbH

5. Mehr Flexibilität & Freizeit

Neben steuerlich absetzbaren Zuschüssen besteht auch die Option auf mehr Freizeit und eine bessere Work-Life-Balance. Bereits vor der Corona-Pandemie zeigte sich, dass Flexibilität in Sachen Arbeitsort und Arbeitszeit immer bedeutender wurde. Flexible Arbeitszeiten (71,2 Prozent) und die Möglichkeit aus dem Homeoffice oder remote zu arbeiten (55,6 Prozent) zählen zu den attraktivsten Benefits unserer Umfrage. 

Beliebt ist außerdem die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten Freistellung: Sabbaticals zählen für fast jeden zehnten Arbeitnehmenden zu den Top-Benefits. „Sabbaticals sind der neue Firmenwagen! Insgesamt bieten bereits 53 Prozent der Unternehmen diesen Benefit ihrer gesamten Belegschaft an, bei steigender Nachfrage. Aus unserer Sicht ist das Sabbatical damit eine Zusatzleistung, die für moderne Arbeitgeber das Zeug zum Must-have der kommenden Jahre haben könnte“, meint auch Nils Prüfer, Director im Bereich Compensation and Performance Management bei Kienbaum.

 

„Das Wort ‚Sabbatical‘ scheint man nicht zu kennen und als Arbeitnehmer traut man sich auch nicht danach zu fragen.“

Eine Bewertung bei Linde AG

 

 

 

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