Benefits: 5 beliebte Alternativen zur Gehaltserhöhung

Guter Lohn für gute Arbeit, das erwarten viele Mitarbeitende von ihrem Job. Doch gerade in Krisenzeiten ist das Thema Gehalt heikel. Trotzdem kann gute Leistung belohnt werden und zwar so, dass ein Vorteil für beide Seiten entsteht. Arbeitgeber können einige Extras abschreiben und Arbeitnehmer müssen davon keine Steuern und Sozialabgaben abziehen. Welche beliebten Benefits eine Alternative zur Gehaltserhöhung sein können, verraten wir hier.

Mehr Benefits, weniger Gehalt?

Viele Mitarbeiter haben den Vorteil der Alternativen zu Gehaltserhöhungen schon erkannt und würden für bestimmte Benefits sogar weniger Geld in Kauf nehmen. Das zeigt das Resultat unserer Umfrage in Kooperation mit der Personal- und Managementberatung Kienbaum, bei der rund 4.800 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen befragt wurden. Denn über alle Alters- und Einkommensgruppen hinweg, sind Beschäftigte im DACH-Raum bereit, auf durchschnittlich 11 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie dafür ihre gewünschten Sozialleistungen erhalten. Als besonders attraktiv bewertet wurden flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder betriebliche Altersvorsorge. Alternativen zu einer Gehaltserhöhung können aber auch diese Extras sein:

1. Mobilität

Fast ein Drittel der Befragten (31,5 Prozent) gab den Firmenwagen in ihrer Auswahl der attraktivsten Mitarbeitervorteile an, welcher somit Platz vier der beliebtesten Benefits belegt. 18,1 Prozent nannten Fahrkostenzuschüsse, 11,2 Prozent ein Ticket für den ÖPNV und 9 Prozent ein Firmenfahrrad oder E-Bike. Unsere Umfrage zeigt: Im Bereich Mobilität sind verschiedene Varianten möglich.

Wer einen Firmenwagen für private Fahrten nutzt, senkt damit die eigenen Kosten und kann so Geld sparen. Dieser geldwerte Vorteil muss in dem Fall über die 1-Prozent-Regelung vom Arbeitnehmer versteuern werden. Das selbe gilt übrigens auch für Firmenfahrräder oder E-Bikes. Eine weitere Option ist der Fahrkostenzuschuss: Arbeitgeber können zusätzlich zum Gehalt eine Pauschale pro Entfernungskilometer zahlen, wenn Mitarbeitende ihr privates Auto für die täglichen Fahrten zur Arbeit nutzen. Möglich sind auch Benzingutscheine für die Beschäftigten oder eine Tankkarte mit einem bestimmten monatlichen Budget. Tickets für den ÖPNV, die der Arbeit­geber vergüns­tigt erwirbt und unentgeltlich oder verbilligt an seine Mitarbeiter weitergibt, müssen nicht als Arbeits­lohn versteuert werden und können außerdem meist auch privat genutzt werden.

2. Coachings und Fortbildungen

Knapp jeder fünfte Teilnehmende (19 Prozent) zählt Coachings zu den attraktivsten Sozialleistungen. Aber auch andere Formen der persönlichen und fachlichen Fort- und Weiterbildung können Alternativen zur Gehaltserhöhung sein. Kosten für Kurse können Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei übernehmen. Hier gilt jedoch folgendes zu beachten: Die Weiterbildung sollte einen Bezug zur ausgeübten Tätigkeit oder einem künftigen Job im Unternehmen haben, sonst kann das Finanzamt Einspruch erheben.

3. Gesundheit

Gesundheitsmaßnhamen (16,8 Prozent), Fitness-Angebote (13,3 Prozent), ein Betriebsarzt (5 Prozent) oder sogar eigene Ruhe- und Schlafräume (2,6 Prozent) zählen für Arbeitnehmer ebenfalls zu den gefragten Mitarbeitervorteilen. Gesundheitliche Untersuchungen, Investition in ein ergonomisches Set-Up oder Massagen können Beispiele für Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit sein. Aber auch für Yoga, autogenes Training oder andere von den gesetzlichen Krankenkassen geförderte Kurse können Firmen einen steuerfreien Zuschuss zahlen. Darüber hinaus können über den Arbeitgeber auch Krankenzusatzversicherungen für Mitarbeitende abgeschlossen werden. Unternehmen haben außerdem die Möglichkeit pro Jahr für den Mitarbeitenden, den Ehepartner oder die -partnerin und jedes Kind einen Bonus als sogenannte Erholungsbeihilfe zu zahlen. Die Bedingung: Die Zahlung muss dem genannten Zweck dienen und in direktem Zusammenhang mit dem Urlaub des Angestellten stehen.

4. Kitabeiträge oder Betreuung

Für knapp sechs Prozent der Beteiligten zählt Kinderbetreuung zu den beliebtesten Benefits. Arbeitgeber können Beiträge für die Unterkunft, Verpflegung und Betreuung in Krippe, Kindergarten oder Kita übernehmen. Eine weitere Möglichkeit sind betriebliche Kinderbetreuungsstätten. Die Ausgaben für Betriebskindergarten und Co. können nicht nur steuerlich abgesetzt werden, sondern es gibt auch verschiedene staatliche Förderungen. Diese Form der Betreuung lohnt sich aber meist erst ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitenden im Unternehmen. Eine weitere Möglichkeit stellt ein Zuschuss für Dienstleister wie Pfleger für kranke oder ältere Angehörige oder Babysitter für Kinder unter 14 Jahren dar. Dies ist allerdings für die Betreuung in Notfällen gestattet, zum Beispiel wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin kurzfristig einspringen muss.

5. Mehr Freizeit

Neben steuerlich absetzbaren Zuschüssen, besteht aber auch die Option auf mehr Freizeit und eine bessere Work-Life-Balance. Zählen doch flexible Arbeitszeiten (71,2 Prozent) und die Möglichkeit aus dem Homeoffice oder remote zu arbeiten (55,6 Prozent) zu den attraktivsten Benefits. Beliebt ist außerdem die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten Freistellung: Sabbaticals zählen für fast jeden Zehnten Arbeitnehmer zu den Top-Benefits. „Insgesamt bieten bereits 53 Prozent der Unternehmen dieses Benefit ihrer gesamten Belegschaft an, bei steigender Nachfrage. Aus unserer Sicht ist das Sabbatical damit eine Zusatzleistung, die für moderne Arbeitgeber das Zeug zum „Must-Have“ der kommenden Jahre haben könnte.“ meint auch Nils Prüfer, Director im Bereich Compensation and Performance Management bei Kienbaum.

Anika Dang

Anika Dang

Anika ist seit Juli 2017 Teil der kununu Redaktion und schreibt über Themen rund um Karriere und Arbeitswelt. Außerdem hat die Wienerin Texte bei der Neuen Zürcher Zeitung und Der Standard veröffentlicht.

Quellen:

capital.de