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Gehaltserhöhung nach einem Jahr: Wie viel Prozent sind möglich?

Gehaltserhöhung nach einem Jahr? Viele fragen sich, ob das drin ist. Ein Recht darauf gibt's nicht automatisch, außer dein Vertrag sagt was anderes. Aber keine Panik! Nach einem Jahr im Job kennst du die Abläufe und hast vielleicht schon Erfolge gefeiert.

Wichtig: Leistung zählt! Kannst du Erfolge vorweisen, die dem Unternehmen nutzen? Dann ran ans Gespräch! Realistisch sind oft 3-5 % mehr. Für größere Sprünge brauchst du meist mehr Verantwortung oder einen Jobwechsel. Check am besten schon beim Einstieg, wann Gehaltsgespräche üblich sind. Und denk dran: Dein Gehalt ist, was du aushandelst!

Du bist relativ neu in deinem aktuellen Job und fragst dich, ob du jetzt schon nach mehr Gehalt fragen kannst? Wann der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch ist und wie viel Prozent Gehaltserhöhung pro Jahr möglich sind, darauf gibt es keine eindeutige Antwort: Es kommt vor allem darauf an, wie wertvoll du für das Unternehmen bist. Wir sagen dir, wie du einen guten Zeitpunkt findest, um das Thema anzuschneiden, ob du ein Recht auf eine Gehaltserhöhung hast und wie viel du fordern kannst.

Wie viel Gehaltserhöhung pro Jahr sind realistisch?

Wie viel mehr Gehalt du pro Jahr aushandeln kannst, lässt sich nicht pauschal beantworten: Die individuellen Voraussetzungen sind zu unterschiedlich. Für 2025 lag die durchschnittlich prognostizierte Gehaltserhöhung in Deutschland bei 3,8 bis 3,9 Prozent. Ein gesetzlich festgelegtes Recht auf eine Gehaltserhöhung nach dem ersten Jahr hast du allerdings nicht.

Um einen höheren Gehaltszuwachs zu erzielen, musst du wahrscheinlich mehr Verantwortung übernehmen. Entscheidend für die Gehaltsverhandlung sind dabei Faktoren wie deine konkreten Erfolge, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, branchenübliche Gehälter, deine Berufserfahrung und die Entwicklung deiner Qualifikationen.

Gehaltserhöhung nach einem Jahr: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bis man so richtig im neuen Job und im neuen Unternehmen angekommen ist, vergeht meistens ein gutes Jahr. Dann kennt man die Abläufe, die Kolleg:innen und Vorgesetzten, hat an Firmenfeiern und Meetings teilgenommen und konnte in den meisten Fällen den einen oder anderen beruflichen Erfolg feiern.

Ist es also ein guter Zeitpunkt, nach dem ersten Jahr nach einer Gehaltsverhandlung zu fragen? Ein automatisches Anrecht auf eine Gehaltserhöhung nach einem Jahr gibt es nicht. Außer, etwas Entsprechendes ist in deinem Arbeitsvertrag festgehalten oder deine Arbeitsstelle ist an einen Tarifvertrag gebunden. Auch eine generelle Pflicht zum Inflationsausgleich durch mehr Gehalt existiert nicht. 

Als Berufseinsteiger:in: Lieber etwas länger warten

Für Berufseinsteiger:innen gilt die Faustregel, frühestens nach zwei Jahren im Unternehmen nach der ersten Gehaltserhöhung zu fragen. Der Grund liegt auf der Hand: Du befindest dich noch in der Lernphase und baust dir gerade erst deine berufliche Expertise auf.

Arbeitgeber investieren in dieser Zeit erhebliche Ressourcen in deine Einarbeitung und Entwicklung: Dazu gehören Schulungen, die Zeit erfahrener Kolleg:innen und eine etwas höhere Toleranz, falls mal etwas schiefgeht. Sobald du konkrete Erfolge und Mehrwerte nachweisen kannst, darfst du aber ruhig in die Gehaltsverhandlung gehen.

Für Erfahrene in der Arbeitswelt: Gehaltserhöhung nach einem Jahr

Als erfahrener:e Angestellte:r kommt es vor allem darauf an, ob du mit deinem Einstiegsgehalt zufrieden bist. Vielleicht hast du bei der Einstellung ein geringeres Gehalt akzeptiert, weil der Job besonders interessant ist oder weil du dich beruflich neu orientiert hast.

Andere Argumente für eine Gehaltserhöhung wären, dass der neue Job viel mehr Verantwortung mitbringt als erwartet oder dass sich dein Aufgabengebiet in den ersten Monaten erweitert hat. In all diesen Fällen bietet sich das einjährige Firmenjubiläum an, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen: Nach einem Jahr mehr Geld zu verhandeln, ist absolut legitim.

Die erste Gehaltsverhandlung im neuen Unternehmen

Grundsätzlich gilt: Wenn du der Meinung bist, dass du eine Gehaltserhöhung nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit verdienst, solltest du dir genau überlegen, zu welchem (günstigen) Zeitpunkt du das Thema ansprichst und was deine Erwartungen sind.

Wenn du sowohl zum Ende der Probezeit als auch nach dem ersten Jahr um eine Gehaltserhöhung bittest, kann das vermessen wirken und deine Vorgesetzten eher nerven. Üblicherweise kalkulieren Unternehmen maximal eine Gehaltserhöhung pro Jahr pro Mitarbeiter:in ein. Teilweise liegt dieser Turnus auch bei zwei Jahren.

Wann kannst du nach einer Gehaltserhöhung fragen?

Am besten erfragst du spätestens beim Einstellungsgespräch, ob Gehaltsverhandlungen nach einem Jahr in deinem Unternehmen üblich sind oder in welchen Zeiträumen das Unternehmen Feedback- und Gehaltsgespräche plant.

Das heißt nicht, dass außerplanmäßige Gehaltserhöhungen komplett unmöglich sind. Aber dein Wunsch nach einer Gehaltserhöhung ist aussichtsreicher, wenn du ihn mit der Budgetplanung des Unternehmens abgleichst. Eventuell hat dein:e Vorgesetzte:r außerhalb der offiziellen Planung nur eine beschränkte oder gar keine Gestaltungsfreiheit.

Gehaltserhöhung nach einem Jahr: Wie viel Prozent verlangen?

Es gibt keine festgeschriebenen Regeln für die Höhe von Gehaltssteigerungen. Wenn du deine Position behältst, liegen übliche Gehaltserhöhungen aktuell etwa zwischen drei und fünf Prozent. Natürlich kommt es auf die individuelle Situation an: Wenn es deinem Unternehmen wirtschaftlich gut geht, kannst du mehr Geld fordern, als wenn es sich gerade im Umbruch oder in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet.

Bei hohen Inflationsraten kann eine solche Gehaltserhöhung von wenigen Prozent die gestiegenen Kosten oft nicht ausgleichen. Größere Gehaltssprünge von zehn bis 20 Prozent sind aber meist nur möglich, wenn du eine verantwortungsvollere Position im Unternehmen übernimmst – oder den Job bzw. die Firma wechselst.

Mehr Gehalt: Deine Chancen nach Branche

Große Unterschiede gibt es auch zwischen den verschiedenen Branchen: Während Life Sciences, Pharma und Finanzdienstleistungen oft überdurchschnittliche Gehälter und Erhöhungen bieten, fallen die Zuwächse in der Automobil-Branche momentan eher moderat aus. Auch die Unternehmensgröße spielt eine Rolle: Große Konzerne zahlen tendenziell höhere Gehälter als kleine und mittelständische Betriebe.

Wer mit gut dokumentierten Leistungen, Marktkenntnis und realistischen Erwartungen in die Verhandlung geht, hat die besten Chancen auf eine angemessene Erhöhung. Der richtige Zeitpunkt dafür ist meist nach zwölf bis 18 Monaten, oder sobald du nachweisbar mehr Wert für das Unternehmen schaffst als zu Beginn deiner Anstellung.

Gehaltserhöhung pro Jahr: Jährlich mehr Gehalt?

Gerade weil die Aussichten für Gehaltssprünge im bestehenden Job sehr begrenzt sind, sollte eine jährliche Anpassung das Ziel sein. In vielen Unternehmen gibt es jährliche Feedbackgespräche, in denen du auch deinen Wunsch auf Gehaltserhöhungen ansprechen kannst (und solltest).

Ein gesetzlich festgelegtes Recht auf mehr Geld hast du zwar nicht: Auch Gehaltsanpassungen auf niedrigem Niveau sind nicht verpflichtend für Unternehmen. Um dem Kaufkraftverlust entgegenzuwirken, solltest du es aber auf jeden Fall versuchen.

Wenn du größere Gehaltssprünge machen möchtest, musst du wahrscheinlich häufigere Jobwechsel in Kauf nehmen. Du möchtest mehr rund um das Thema Gehaltserhöhung erfahren? In unseren Artikel zur Gehaltserhöhung nach der Probezeit und bei Beförderung findest du viele hilfreiche Tipps.

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Gute Argumente für eine Gehaltssteigerung

Kannst du das erste vollendete Jahr im neuen Unternehmen für eine Gehaltserhöhung nutzen? Sofern du nicht gerade erst frisch in den Beruf einsteigst, kann das durchaus ein guter Zeitpunkt sein.

Als Begründung für eine Gehaltserhöhung solltest du dir aber etwas Besseres überlegen: Die Betriebszugehörigkeit allein reicht als Argument nicht aus. Dein Wunsch nach einer Gehaltserhöhung hat die größten Erfolgsaussichten, wenn du ihn mit deiner Leistung begründen kannst.

Argumente für eine Gehaltserhöhung

  • Weshalb und wie genau profitiert das Unternehmen von dir?
  • Welche Projekte hast du erfolgreich abgeschlossen?
  • Gibt es Beispiele für Aufgaben, bei denen du die Erwartungen übertroffen hast?
  • Was tust du, um dein Team weiterzubringen? Welche Ideen und Inspirationen bringst du ins Team und ins Unternehmen?
  • In welchen Situationen hast du Verantwortung über deine Position hinaus übernommen?
  • Hast du dazu beigetragen, einen neuen Kunden oder eine Ausschreibung zu gewinnen?

Fazit: Wie viel Gehaltserhöhung nach einem Jahr?

Nach einem Jahr im Unternehmen sind drei bis fünf Prozent Gehaltserhöhung durchaus möglich. Große Gehaltserhöhungen im selben Job sind eher die Ausnahme: Um das zu erreichen braucht es meist eine Beförderung oder einen Jobwechsel. Umso wichtiger ist es, dass du deine Gehaltserwartungen klar definierst und sie früh im Bewerbungsprozess formulierst.

Auch wenn es dir vielleicht unangenehm ist, solltest du auch danach regelmäßig in die Gehaltsverhandlung gehen: Denn dein Gehalt ist meistens so gut, wie du verhandelst. Mithilfe unserer Fragen kannst du dir die richtigen Argumente für eine Gehaltserhöhung nach einem Jahr zurechtlegen. Weitere Tipps für eine erfolgreiche erste Gehaltsverhandlung im Unternehmen sowie No-Gos in der Argumentation findest du hier

Was verdient man denn nun aber im Durchschnitt? Wir haben die Antworten für dich:

FAQ: Gehaltserhöhung pro Jahr

Nach einem Jahr im Unternehmen sind Gehaltserhöhungen von drei bis fünf Prozent üblich, sofern du bereits mit Berufserfahrung eingestiegen bist. Als Berufseinsteiger:in solltest du eher zwei Jahre warten, bevor du nach einer Erhöhung fragst. Die tatsächliche Höhe hängt von deiner Leistung, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und branchenspezifischen Faktoren ab.

Nein, ein gesetzlicher Anspruch auf eine jährliche Gehaltserhöhung besteht nicht. Ausnahmen gibt es nur, wenn dein Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag entsprechende Regelungen enthält. Auch eine Pflicht zum Inflationsausgleich existiert nicht. Dennoch solltest du regelmäßig das Gespräch suchen, um dem Kaufkraftverlust entgegenzuwirken.

Üblicherweise kalkulieren Unternehmen maximal eine Gehaltserhöhung pro Jahr pro Mitarbeiter:in ein, teilweise liegt dieser Turnus auch bei zwei Jahren. Wenn du sowohl nach der Probezeit als auch nach dem ersten Jahr um mehr Gehalt bittest, kann das als übertrieben wirken. Frage am besten bereits beim Einstellungsgespräch nach den üblichen Zyklen für Gehaltsgespräche in deinem Unternehmen.

Bei einer Beförderung mit deutlich mehr Verantwortung sind Gehaltssprünge von zehn bis 20 Prozent möglich. Ohne Positionswechsel sind solch hohe Steigerungen im selben Job eher die Ausnahme. Wer größere Gehaltssprünge erzielen möchte, muss häufig einen Jobwechsel in Kauf nehmen.

Ja, erheblich. Banken, Pharma und Life Sciences bieten tendenziell höhere Gehälter und Steigerungen, während Gastgewerbe, Landwirtschaft und Touristik am unteren Ende liegen. Die IT-Branche zeigt 2025 eine besondere Entwicklung mit gedämpften Gehaltsaussichten aufgrund geringerer Nachfrage als in Vorjahren. Auch Unternehmensgröße und Standort spielen eine wichtige Rolle.

Lass dir eine Absage auf jeden Fall gut begründen. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, durch bestimmte Benefits einen Kompromiss zu finden: Zusatzleistungen wie Homeoffice, extra Urlaubstage, Bonusregelungen, Firmenwagen oder eine betriebliche Altersvorsorge können eine ausgefallene Gehaltserhöhung teilweise kompensieren.

Meistens dauert es ein Jahr, bis man wirklich im neuen Job und im neuen Unternehmen angekommen ist. Dann kennst du die Prozesse und Kolleg:innen und deine  Vorgesetzten wissen, was sie an dir haben. In der Regel ist das ein guter Zeitpunkt, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Informiere dich aber, ob es in deiner Firma ggf. andere Regelungen oder feste Gehaltsrunden gibt.