Come on baby: Alles, was du über Elternzeit wissen musst

Der Wunsch vieler Eltern ist es, ihre Familie und den Beruf unter einen Hut zu kriegen und zu vereinen. Die Elternzeit kann für Arbeitnehmer eine Möglichkeit sein, sich um ihr Kind zu kümmern und parallel den Bezug zur Arbeitswelt nicht zu verlieren. Katharina Kästel von anwalt.de verrät dir, was du als Arbeitnehmer beachten musst, wenn du Elternzeit in Anspruch nehmen möchtest.

Was bedeutet Elternzeit?

Elternzeit ist eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit für Eltern, die sich selbst um die Betreuung und die Erziehung ihres Nachwuchses kümmern. Die Elternzeit dauert maximal drei Jahre pro Kind und für jeden Elternteil.

Wenn du planst, in Elternzeit zu gehen, kannst du einen Teil davon auch im Zeitraum zwischen dem 3. und 8. Geburtstag deines Kindes nehmen. Gesetzlich geregelt ist diese besondere Form des Urlaubs im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG).

Es ist nicht ausschlaggebend, ob du Teilzeit arbeitest oder ein befristetes Arbeitsverhältnis hast. Sogar wenn du dich noch in der Ausbildung befindest, kannst du Elternzeit verlangen. Du kannst aber ebenso bis zu 30 Stunden pro Woche einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Entscheidest du dich für Elternzeit, muss dir dein Arbeitgeber die Möglichkeit geben, nach bis zu drei Jahren Elternzeit pro Kind in das Unternehmen zurückzukehren. Möchtest du vorzeitig die Elternzeit beenden, solltest du das mit deinem Vorgesetzten abstimmen.

Das Elterngeld

Da du während deiner Elternzeit keinen Lohn erhältst, kannst du alternativ das sogenannte Elterngeld beantragen. Bis zur Vollendung des 12. Lebensmonats deines Kindes kannst du als freigestellter Elternteil Elterngeld beziehen. Bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats wird dir das Geld vom Staat gezahlt, wenn dein Partner und du nacheinander Elternzeit beansprucht.

Des Weiteren kannst du vom sogenannten Elterngeld Plus profitieren. Das gilt bei Geburten ab dem 1. Juli 2015. Somit kannst du die Bezugsdauer des Elterngeldes verlängern, wenn du nach der Geburt deines Kindes in Teilzeit tätig bist.

Wann hast du keinen Anspruch auf Elternzeit?

Nicht jede Person mit Kind kann in Elternzeit gehen. Stehst du in keinem Arbeitsverhältnis, hast du keinen Anspruch darauf. Das ist dann der Fall, wenn du zum Beispiel selbstständig oder arbeitslos, Hausfrau bzw. Hausmann, Studentin oder Student, Schülerin bzw. Schüler, ehrenamtlich tätig oder auch Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Unternehmens bist.

Darf mich mein Chef während der Elternzeit kündigen?

Im Grunde genommen ist es deinem Arbeitgeber nicht erlaubt, dich während der Elternzeit zu kündigen. Du genießt Kündigungsschutz. Dieser beginnt bereits, wenn du die Elternzeit verlangst – höchstens aber zwei Monate vor dem eigentlichen Beginn. Gehst du nach dem dritten Geburtstag deines Kindes in Elternzeit, greift der Kündigungsschutz frühestens 14 Wochen vorher. Geregelt ist dies in § 18 BEEG.

Eine Kündigung während der Elternzeit ist ausschließlich bei außergewöhnlichen Umständen gerechtfertigt. Das können betriebliche Belange sein, wie beispielsweise eine Verlagerung bzw. Stilllegung der Firma.

Urlaubsanspruch und Elternzeit

Du solltest beim Thema Urlaub beachten, dass dein Chef den dir zustehenden Jahresurlaub für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel kürzen kann. Einen genauen Zeitpunkt, zu dem dir dein Chef die Kürzung mitteilen muss, gibt es nicht. Diese kann auch erst nach der Elternzeit erfolgen.

Beispiel:

Stehen einem Vater 30 Urlaubstage im Jahr zu und er geht drei Monate in Elternzeit, ergeben sich daraus 7,5 Urlaubstage: (30 / 12) x 3 = 7,5

Gehst du allerdings ein Jahr in Elternzeit, verlierst du deinen vollen Urlaubsanspruch für ein Jahr.

Gemäß § 17 BEEG muss dir dein Arbeitgeber den restlichen Urlaub im laufenden Urlaubsjahr oder im Folgejahr nach deiner Elternzeit gewähren.

Bist du während der Elternzeit in Teilzeit beschäftigt, hast du denselben Urlaubsanspruch wie deine Arbeitskollegen ohne Elternzeit. Wird dein Arbeitsverhältnis während der Elternzeit beendet oder danach nicht mehr aufgenommen, muss dir dein Chef den nicht genommenen Urlaub ausbezahlen.

Elternzeit auch für Oma und Opa möglich

Der Anspruch auf Elternzeit gilt nicht nur für die leiblichen Eltern eines Kindes. Elternzeit können auch nahe Verwandte nehmen, wenn sich die Mutter oder der Vater infolge von Krankheit, Behinderung oder sogar Tod nicht um den Nachwuchs kümmern kann.

Auch Großeltern können für die Betreuung und Erziehung ihres Enkels für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren Elternzeit beanspruchen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Kind im Haushalt von Oma und Opa lebt und die leiblichen Eltern noch nicht volljährig sind oder sich noch in einer Ausbildung befinden. Einen Anspruch auf Elterngeld haben Großeltern hingegen nicht.

Wie kannst du Elternzeit beantragen?

Laut § 16 BEEG stellst du den Antrag auf Elternzeit schriftlich bei der Personalabteilung deines Arbeitgebers, und das am besten spätestens sieben Wochen vor Beginn. Vergiss nicht, den Antrag eigenhändig zu unterschreiben. Vermeide unbedingt einen Antrag in Form eines Faxes oder einer E-Mail.

Du solltest in der Mitteilung an deinen Arbeitgeber angeben, in welchem Zeitraum du die Elternzeit in Anspruch nehmen möchtest. Dein Chef wiederum sollte dir eine schriftliche Bestätigung zukommen lassen. Dein Antrag kann keinesfalls abgelehnt werden.

Prüfe hier deinen Anspruch auf Elternzeit!

 

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