Gehalt: Finde heraus, wie viel du verlangen kannst

Wie viel Gehalt kann ich verlangen?

„Bitte schicken Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung und Ihre Gehaltsvorstellung an …“ – mit dieser Floskel enden die meisten Stellenausschreibungen. Die richtige Antwort für Gehaltsvorstellung zu finden, ist nicht immer leicht. Pokerst du zu hoch, riskierst du eine Absage. Gibst du zu wenig Gehalt an, verkaufst du dich womöglich unter deinem Wert. Wie viel Gehalt kannst du also verlangen? Wir zeigen dir auf, wie du die Höhe deines Gehaltes festlegen kannst.

So viel Gehalt kannst du verlangen

Manchmal hast du Glück und die attraktive Stellenausschreibung kommt inklusive einer Gehaltsangabe, an der du deine Gehaltsvorstellung orientieren kannst. Oftmals liest du aber wohl nur „attraktives Gehalt“ und andere nichtssagende Floskeln, die dir nicht im Geringsten einen Anhaltspunkt geben, wie viel Gehalt du verlangen kannst. Das Wichtigste in dieser verzwickten Situation ist, den eigenen Wert zu kennen. Nur so gehst du gut vorbereitet in die Gehaltsverhandlung und bist zudem davor gefeit, völlig ins Blaue zu schießen oder blauäugig ein zu niedriges Gehaltsangebot anzunehmen.

„Sieht nach einer interessanten Tätigkeit aus. Leider sind die Gehaltsvorstellungen unterirdisch“,

schreibt ein*e Bewerber*in über Dienst-Verpackungstechnik GmbH

Die Höhe des Einkommens ist von diversen Faktoren abhängig. Folgende Fragen solltest du dir stellen, um zu einer realistischen Einschätzung des eigenen Gehalts zu gelangen:

Welche Qualifikationen habe ich?

Gute Ausbildung lohnt sich: Mit einem akademischen Abschluss ist das Gehalt von Fach- und Führungskräften im Schnitt rund 30 Prozent höher. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Hochschulabsolvent*innen liegt 2018 in Deutschland bei rund 45.842 Euro. Berufseinsteiger*innen ohne akademischen Abschluss starten durchschnittlich mit 32.250 Euro. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Studienabschlüssen beträchtlich: Während man mit einem abgeschlossenen Medizinstudium ein Einstiegsgehalt von brutto 59.486 Euro jährlich erwarten darf, müssen sich laut Stepstone Gehaltsreport 2021 Geisteswissenschaftler*innen für den Anfang im Durchschnitt mit 36.531 Euro jährlich zufriedengeben.

Wie viel Erfahrung habe ich?

Der Abschluss mag wichtig sein, aber er ist längst nicht alles. Die passenden Qualifikationen für eine Stelle können nicht nur durch ein Studium, sondern vor allem durch die langjährige Arbeit innerhalb eines Tätigkeitsfeldes erlangt werden. Berufsanfänger*innen und Quereinsteiger*innen haben in der Regel schlechtere Karten als diejenigen, die schon einiges an Erfahrungen mitbringen. Es gilt: Je weiter die Karriere fortgeschritten ist, desto besser die Verdienstmöglichkeiten. Zu den Berufseinsteiger*innen zählen Personen, die direkt nach einem Abschluss in die Arbeitswelt starten und die weniger als zwei Jahren Berufserfahrung in einem Bereich aufweisen können. Bewerber*innen, die schon einige Jahre in einem Tätigkeitsbereich sind, können in der Gehaltsverhandlung höher ansetzen.

„Geeignet für Berufsanfänger mit niedrigen Gehaltsvorstellungen“,

schreibt ein:e Arbeitnehmer:in über Securetec AG

Was sind meine Soft Skills?

Nicht zu unterschätzen sind die Soft Skills. Team- und Führungsfähigkeit, Empathie und andere soziale Kompetenzen können für Arbeitgeber ungemein wertvoll sein. Ehrliche Motivation für die Sache macht außerdem viel wett, insbesondere, wenn auch die Kollegschaft von dieser positiven Energie angesteckt wird. Deshalb können gerade Quereinsteiger*innen bei Arbeitgebern punkten, denn sie bringen oft frische Perspektiven und Begeisterung mit. Bewerber*innen sei daher geraten, auch diese weichen Faktoren in ihrer Bewerbung gut zu positionieren.

 

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In welcher Branche arbeite ich?

Einen großen Einfluss auf die Summe am Gehaltszettel hat auch die Branche, in der man arbeitet. So kann man im Berufsfeld Marketing und PR in der Branche Fahrzeugbau fast 10.000 Euro mehr verdienen als im Bankensektor. Um in einem anderen Bereich durchzustarten, muss man sich also nicht unbedingt als Quereinsteiger*in versuchen. Bewerber*innen sollten sich deshalb auch immer über die marktüblichen Gehälter in ihrer Branche und nicht nur in ihrer Position informieren.

Wie groß ist das Unternehmen?

Grundsätzlich gilt: Je größer das Unternehmen, desto besser die Bezahlung. Wer sich bei einer kleinen Firma oder einem Start-up bewirbt, sollte damit rechnen, dass dort meist nicht der dicke Gehaltsscheck wartet. Denn dazu sind viele Kleinunternehmen gar nicht in der Lage. Die Ausnahme bestätigt aber bekanntlich die Regel. Unter Umständen kann auch in einem kleinen Unternehmen ein hohes Gehalt winken, denn wer sich hier beweist, kann manchmal deutlich schneller aufsteigen als in einem Großkonzern. Bewerber*innen sollten hier abwägen, welche Perspektive ihnen langfristig wichtiger ist.

„Meine Gehaltsvorstellungen wurden immer erfüllt. Das Gehaltsniveau der „großen Großkanzleien“ wird nicht erreicht“,

schreibt ein:e Arbeitnehmer:in über Haslinger / Nagele & Partner Rechtsanwälte GmbH

Wo liegt der Unternehmensstandort?

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Unternehmensstandort. Ist eine Firma im ländlichen Raum angesiedelt, ist die Bezahlung meist niedriger als in Ballungszentren. Die Lohnunterschiede liegen auch an den unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten. Wer weniger Geld für Miete und Alltägliches ausgeben muss, kann vielleicht mit einem geringeren Gehalt glücklich sein – oder sollte diesen Punkt zumindest bei der Bewerbung im Hinterkopf behalten.

Wie viel verdienen Kollegen oder andere in dieser Position?

Leider gibt es immer noch keine Lohngerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Insgesamt lag in Deutschland der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen 2020 18 Prozent unter dem von Männern. Leider spielen immer noch viel zu oft persönliche Merkmale bei der Höhe des Gehalts mit, zum Beispiel Alter, Aussehen oder Geschlecht. Was gegen diese Ungerechtigkeit hilft? Gehaltstransparenz ist hier das Zauberwort – trage auch du dazu bei und teile dein Gehalt anonym auf kununu.com. Damit ermöglichst du dir und anderen den Gehaltsvergleich. 

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