4 Gründe für die Gehaltsangabe in der Stellenausschreibung

In Stellenanzeigen ist oft von „attraktivem Gehalt“ oder „leistungsgerechter Bezahlung“ die Rede. Genau beziffern möchten diese Umschreibung aber viele Unternehmen nicht. Warum es längst Zeit für konkrete Gehaltsangaben statt leerer Floskeln in der Stellenausschreibung ist, erfährst du hier.

„Ihre Gehaltsvorstellung, bitte!“

Die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung ist selbstverständlich, die Gehaltsangabe in der Stellenausschreibung leider nicht. Wenn es um Gehaltstransparenz geht, gilt für viele Unternehmen wohl immer noch: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Warum eigentlich? Naheliegend ist hierbei der Gedanke, dass Arbeitgeber keine Angaben zum Gehalt machen, weil es nicht verpflichtend ist, sie es also gesetzlich einfach nicht müssen. Außerdem wollen Unternehmen in der Regel zu möglichst günstigen Konditionen einstellen. Durch die Frage nach der Gehaltsvorstellung spielen Arbeitgeber den Ball zunächst zu den Bewerbern und können sich so vorerst bedeckt halten. Auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass sich alle Arbeitgeber, die keine Gehaltsangaben machen sich aus der Verantwortung ziehen, faire Löhne zu zahlen. Ein Ungleichgewicht in der Gehaltsverhandlung besteht dadurch aber dennoch.

 

Bedeutet die Gehaltsangabe mehr Gehaltstransparenz?

Im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz, ist in Österreich seit 2011 eine Gehaltsangabe für die jeweilige Position in der Stellenanzeige verpflichtend. Aber stellt sich mit der gesetzlichen Regelung auch automatisch mehr Gehaltstransparenz ein? Ganz so einfach ist das leider nicht. Eine Erhebung von 100 Stelleninseraten in Österreich aus dem Jahr 2017 zeigt: Trotz gesetzlicher Grundlage enthielt jede siebte Stellenanzeige keine Gehaltsangabe. Der Anteil der Ausschreibungen ohne Gehaltsangabe ist damit im Vergleich zu den Vorjahren von vier bis acht Prozent auf 14 Prozent angestiegen und damit so hoch wie noch nie. Aber nicht nur die fehlende Angabe gibt Bewerbern wenig Aufschluss , sondern auch die reine Nennung eines Mindestlohns mit dem Zusatz, dass die Bereitschaft zur Überbezahlung besteht. Schließlich ist für Kandidaten auch so nicht klar, in welchem Rahmen sich die Bezahlung tatsächlich abspielt. Die Hälfte der Inserate enthielt eine konkrete Gehaltsangabe mit Bereitschaft zur Überbezahlung und 14 Prozent gaben eine klare Gehaltsbandbreite für die Position an. Dennoch war insgesamt ein Drittel der Anzeigen mit keiner oder nur der Mindestlohn-Information versehen – echte Gehaltstransparenz sieht anders aus.[1]

Ihre Gehaltsangabe, bitte!

Das Interesse von Bewerbern nach konkreten Gehaltsinformationen in der Stellenausschreibung ist auf jeden Fall gegeben. Zu folgender Erkenntnis kam die Studie „Stellenanzeigen aus Kandidatensicht“: Die 2.000 befragten Arbeitnehmer in Deutschland gaben am häufigsten an, dass eine Gehaltsangabe in Ausschreibungen fehlen würde und äußerten den Wunsch nach einer konkreten Gehaltsbandbreite.[2]

Welche Gründe für die Gehaltsangabe sprechen:

  • Für Berufseinsteiger ist die Gehaltsangabe vor allem eine Orientierungshilfe, um sich am Beginn der Karriere leichter zurecht zu finden. Aber auch für Arbeitnehmer, die schon weiter fortgeschritten im Berufsleben sind, wird der  Einstieg in die Gehaltsverhandlung durch die Angabe erleichtert.
  • Wenn von beiden Seiten Angaben zum Gehalt gemacht werden müssen, findet die Kommunikation auf Augenhöhe statt. Schließlich fischt so keiner der Beteiligten im Dunkeln und weiß, was vom Gegenüber zu erwarten ist – und gegebenenfalls auch, was nicht.
  • In der Regel ist außerdem davon auszugehen, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern faire und marktkonforme Löhne zahlen. Warum sich also hinter leeren Floskeln verstecken, statt durch Transparenz Vertrauen zu schaffen?
  • Und wenn es für Arbeitgeber keiner der genannten Gründe Anreiz genug ist, dann ist es vielleicht das: Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe steigern die Anzahl der Bewerbungen um 20 Prozent.[3]

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Quellen:

[1] xenagos.at

[2] go.softgarden.de

[3] boerse-express.com