Der erste Arbeitstag vor Ort vs. im Homeoffice

Ob zu Beginn des Berufslebens oder Mitten in der Karriere, der erste Tag im neuen Job wird meist von etwas Nervosität und einem Kribbeln im Bauch begleitet. Dazu kommt noch, dass derzeit viele Menschen den ersten Arbeitstag und vielleicht sogar den gesamten Onboarding-Prozess im Homeoffice verbringen. 

In diesem Artikel zeigen wir dir zehn Dinge, die du am ersten Arbeitstag vor Ort tun solltest und erklären auch, was du berücksichtigen solltest, wenn dieser im Homeoffice stattfindet.

1. Ring, Ring

Der Wecker klingt und dein erster Impuls ist die Snooze-Taste zu drücken? Doch gerade an deinem ersten Arbeitstag, solltest du nicht noch die letzten fünf Minuten ausnutzen, sondern freiwillig früh aus den Federn springen. Plane lieber eine Viertelstunde extra ein, in der du dir Zeit für ein kleines Frühstück nehmen kannst und die wichtigsten Infos noch einmal vorab durchgehst. So hast du genügend Kraft für deinen ersten Arbeitstag und stresst deinen Körper nicht bereits am frühen Morgen mit Zähneputzen, während du dir die Socken anziehst und nochmal den Arbeitsweg auf deinem Smartphone nachsiehst.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Da man den Weg zur Arbeit erst gar nicht aufnehmen muss, ist die Situation am Morgen eine andere. Dennoch ist es ratsam, sich früh genug den Wecker zu stellen und das Prozedere so durchzuführen, als würde man tatsächlich in die Arbeit fahren. Also: Lieber auf die Snooze-Taste verzichten und ab in die Dusche, um den Tag voller Energie zu starten. Bevor man dann seinen ersten Arbeitstag antritt, ist es ratsam, sich mit einem ausgewogenen Frühstück zu stärken und sich Gedanken zum Outfit für diesen besonderen Tag zu machen.

2. Dress up

Der erste Eindruck bleibt am längsten in Erinnerung. Deswegen denk an dein Bewerbungsgespräch und an die Mitarbeiter, denen du begegnet bist, zurück. Außerdem gibt es in einigen Branchen immer noch feste Dresscodes. Arbeitest du in einer Bank, sind meist Hemd oder Anzug Pflicht. Beginnst du jedoch in einem jungen Start-Up, sind T-Shirt und Sneaker bestimmt kein Problem. Unser Tipp: Lege dir ein Outfit zurecht, das zu deinem Arbeitsumfeld passt und was noch wichtiger ist, in dem du dich wohlfühlst.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Wenn man von zuhause aus arbeitet ist man dazu verleitet, sich im Schlabber-Look an den Schreibtisch zu setzen, schließlich ist es so bequemsten und man befindet sich in der gewohnten Umgebung. Dennoch solltest du zu jener Kleidung zu greifen, die du auch im Office tragen würdest. Erstens arbeitest du so produktiver und zweitens ist es gut möglich, dass du den ein oder anderen Videocall mit deiner Führungskraft oder dem neuen Team hast. Dass der erste Eindruck am längsten in Erinnerung bleibt, gilt auch über remote. 

3. Better safe, than sorry

Zuspätkommen ist immer peinlich. Handelt es sich allerdings um deinen ersten Arbeitstag, ist es neben peinlich auch noch ein Zeichen von mangelnder Vorbereitung. In Zeiten von Google Maps und Fahrplan-Apps ist es nämlich ein Leichtes, die Dauer deines neuen Arbeitsweges im Vorhinein zu checken. Auch wenn du sonst gerne auf die Minute genau kommst, solltest du heute lieber die frühere Abfahrt wählen – sicher ist sicher. Denn ein paar extra Minuten schaden nie und verschaffen dir außerdem die nötige Zeit, um noch einmal tief durchzuatmen, bevor du durch die Tür schreitest.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Man denkt vielleicht, dass Zuspätkommen im Homeoffice gar nicht möglich ist, man braucht ja schließlich keine Minute zum Arbeitsplatz. Hier trügt der Schein. Unser Tipp: Starte lieber ein paar Minuten zu früh deinen Laptop, gehe nochmals alle wichtigen Infos für deinen Start durch und behalte den Kalender immer im Auge. Achte außerdem darauf, dass du während deines Tages 5-10 Minuten vor Telefonbesprechungen oder Remote-Meetings bereit bist, indem du weißt wer die Gesprächspartner sind, worum es im Termin geht und wie du an der Besprechung teilnehmen kannst.


“Es gibt einen klar strukturierten Onboarding-Prozess für neue Mitarbeiter.” – Arbeitgeberbewertung bei vitero GmbH


4. Hallo und Hi

Schon klar, am liebsten würdest du dich still und heimlich zu deinem Platz stehlen und erstmal warten. Irgendwann wird schon jemand von deinen zukünftigen Kollegen vorbeikommen und dir ein neugieriges „Willkommen!“ entgegenrufen? Auf diese Option, solltest du jedoch nicht setzen. Dreh stattdessen lieber eine Runde durchs Büro und lerne deine neuen Kollegen und deinen Arbeitsplatz besser kennen. Vielleicht kann dich eine Person aus deinem Team auch auf deiner Office-Tour begleiten und dir dabei helfen, Gesichter und Namen deiner wichtigsten Ansprechpersonen gleich abzudecken.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Eines ist klar, du kannst keine Runde durchs Büro drehen oder dich beim Lunch zu den neuen Kollegen und Kolleginnen gesellen. Daher solltest du via Remote besonders offen und kontaktfreudig sein. Frage beispielsweise deine neuen Kollegen, ob sie mit dir eine kleine Vorstellrunde via Videocall machen möchten oder versuche in Chat-Gruppen, in denen du die neuste Mitarbeiterin oder der neuste Mitarbeiter bist, aktiv und aufgeschlossen zu sein. Scheue hier keineswegs davor zurück, so viel Kontakt wie möglich mit deinen neuen Kollegen zu haben.


„Vom ersten Arbeitstag an ist man vollwertiges Mitglied im Team und wird von allen Kollegen herzlich aufgenommen und unterstützt.“ – Arbeitgeberbewertung bei in-tech GmbH


5. Du oder Sie?

Was wie eine bloße, routinemäßige Vorstellungsrunde scheint, ist deine Chance, einen wichtigen Einblick in die Company Culture zu bekommen. Tom und Sandra? Oder Herr Huber und Frau Müller? Kumpelhaft per Du oder ganz nach Etiquette per Sie? Wie sich deine neuen Kollegen bei dir vorstellen, verrät dir, wie auch sie angesprochen werden möchten – oder besser gesagt, wie es im Unternehmen üblich ist. Da der erste Arbeitstag nicht unbedingt der beste Zeitpunkt ist, um bereits aus der Reihe zu tanzen: Orientiere dich daran und übernimm die Du-Sie-Anrede.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Da du höchstwahrscheinlich viel E-Mail-Kontakt haben wirst, ist es hier ratsam immer genau hinzuschauen, was ganz am Ende der E-Mail steht. Schließt deine Vorgesetzte mit “Alles Liebe, Sandra” ab, kannst du beruhigt die Du-Anrede auswählen. Ist dem nicht so, bleibe auf jeden Fall bei der Sie-Anrede. Stehen viele Videoanrufe oder Telefonate am Programm und du bist dir nicht sicher, wähle lieber immer die förmliche Sie-Ansprache.

6. Mach dir Notizen

Nun kann es losgehen. Möglicherweise bekommest direkt einen großen Packen an Lesematerial über Projekte und Tätigkeitsbereiche oder deine Kollegen schulen dich ein und zeigen dir die wichtigsten Programme. Vor allem während der ersten Tage trifft eine Flut an Informationen über uns herein. Der beste Tipp, um nicht zu versinken: Schreib mit – und das so genau wie möglich. Auch wenn du dir im ersten Moment denkst, du merkst dir das alles schon. Außerdem hat sich noch nie jemand darüber geärgert, zu viele Notizen gemacht zu haben, oder? Eben.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Die meisten Informationen wirst du höchstwahrscheinlich schriftlich erhalten. Lege dir eine Sammlung mit all den Dokumenten und Nachrichten an, die relevant für dich sind. Wenn du von Anfang an Ordnung hältst, kannst du immer auf die benötigten Informationen zurückgreifen. Wird in deinem Unternehmen das Onboarding hauptsächlich über Videoanrufe abgehalten, mache dir so viele Notizen wie möglich und frage bei Unklarheiten sofort nach. Das zeigt, dass du Interesse hast und du räumst mögliche Missverständnisse gleich mal aus dem Weg.

7. Lunchtime

Eigentlich bist du eher der einsame Mittagspausen-Esser und genießt dein selbstgemachtes Sandwich am liebsten an deinem Schreibtisch – ohne die Tastatur vollzukrümeln, versteht sich? Für deinen ersten Tag würden wir dir allerdings empfehlen, aus deiner Komfortzone herauszukrabbeln und dich anderen Kollegen in der Mittagspause anzuschließen. Außerhalb offizieller Meetings lernst du die Menschen in dem Unternehmen so viel besser kennen und kannst dich häufig in dieser ungezwungeneren Atmosphäre selbstsicherer einbringen. Du wirst sehen, dass du so viel schneller Kontakte knüpfen und dich wohlfühlen kannst. Und bald wirst du auch außerhalb der Mittagspause genug soziale Kontakte haben, sodass du diese auch wieder allein verbringen könntest – wenn du das dann noch möchtest.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Du wirst dein Mittagessen höchstwahrscheinlich nicht mit deinen Teamkollegen verbringen, es sei denn dein Unternehmen führt Remote-Lunches durch. Ist dies der Fall, pack diese Gelegenheit gleich am Schopf, um dein Team besser kennenzulernen und sei hier ganz offen, auch wenn es vielleicht eine ungewöhnliche Situation ist. Du kannst die Mittagszeit aber auch dafür nutzen, um ein bisschen Ruhe an diesem aufregenden Tag einkehren zu lassen und dir eine entspannte Pause zu gönnen. Es wird bestimmt noch die eine oder andere Möglichkeit geben, das Mittagessen mit den neuen Kollegen zu verbringen. 

8. Fragen über Fragen

Zurück an den Schreibtisch: In deinem Kalender stehen schon die ersten Termine, aber du hast keine Ahnung, wo du überhaupt hin musst? Oder du weißt nicht genau, was du für das kommende Meeting vorbereiten sollst? Calm down. Bevor du die Nerven gleich wegschmeißt, frag lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig bei deinen neuen Kollegen oder deinem Team Lead nach. Sie helfen dir sicher gerne und so zeigst du ihnen auch, dass du nicht der neue Besserwisser vom Dienst bist, sondern auch gerne ihre Hilfe annimmst. Kleiner Nebeneffekt? Deine neue Führungskraft erkennt so, dass du dich engagiert an die Arbeit machst und nicht vor neuen Herausforderungen zurückschreckst.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Fragen zu stellen ist wichtig. Da du nicht vor Ort bist und aktiv zeigen kannst, wie interessiert und motiviert du bist, musst du es schaffen, auf andere Art und Weise dein Interesse zu bekunden. Stelle viele Fragen, sei offen und schrecke nicht davor zurück auch zweimal nachzufragen, wenn du dir bei etwas nicht sicher bist. Das ist in Ordnung, du bist neu im Unternehmen und nimmst das Onboarding via remote auf dich – jeder wird Verständnis zeigen.


„Tolle und offene Kommunikation in Zeiten von Corona.“ – Arbeitgeberbewertung bei Ratioform Verpackungen GmbH


9. Ja, du wirst Fehler machen…

Und das ist völlig in Ordnung. Niemand ist perfekt – schon gar nicht an einem fremden Ort mit fremden Menschen, vor denen man sich beweisen muss. Dabei sind wir häufig selbst unsere größten Konkurrenten. Allein der Gedanke daran, etwas Falsches zu tun, hemmt unser Auftreten und unser Selbstwertgefühl. Damit du aber mit straffen Schultern durch deinen ersten Tag marschieren kannst: Es ist in Ordnung, Dinge nicht zu wissen und in scheinbar völlig banalen Programmen und Systemen die Kontrolle zu verlieren. Entscheidend ist, was du daraus machst. Ein kompetenter Umgang mit Unwissenheit bringt dir mehr Punkte ein als Besserwisserei.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Durch die Barriere, die entsteht, wenn man nicht Face-To-Face kommunizieren kann, kommt es leichter zu Missverständnissen. Fehler sind also auch hier völlig in Ordnung und nachvollziehbar. Schäme dich nicht dafür, sondern stehe offen und ehrlich dafür ein und hol dir Feedback ein, wie eine ähnliche Situation zukünftig vermieden werden kann. Auch hier gilt es, nicht zu streng mit sich selbst zu sein. 

10. Nächster Stopp: Feierabend

Erster Tag geschafft! Statt dir die Schweißtropfen von der Stirn zu wischen und gleich Reißaus zu nehmen, solltest du noch einen letzten Weg an deinem ersten Arbeitstag antreten: Suche den Arbeitsplatz deiner Führungskraft aus. Bedanke dich für die herzliche Aufnahme im Team, die Vorstellungsrunde und die ersten Einschulungen in deine zukünftigen Aufgaben. Nutze diese Gelegenheit auch um Feedback zu geben oder stelle Fragen zu übergreifenden Projekten. Ein interessantes Gespräch bildet den idealen Start in den ersten Feierabend.

Für deinen Start im Homeoffice gilt: Verabschiede dich auch via remote von deiner Führungskraft, indem du dich für die Aufnahme im Team und für die Bemühungen bedankst. Auch für Vorgesetzte ist die Situation eine neue. Wenn es etwas gibt, das dich beschäftigt oder wenn Unklarheiten vorhanden sind, die dich bis in deine Träume begleiten würden, nimm kein Blatt vor den Mund. Ehrlichkeit und Offenheit sind eine wichtige Basis für ein gutes Miteinander.


„Gutes „Onboarding“ vom ersten Tag an und fortlaufend, habe ich so noch nicht im Berufsleben erlebt.“ – Arbeitgeberbewertung bei Harz-Metall GmbH


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kununu Redaktion: Anika Dang und Hannah Reumann