Work-Life-Balance: Daran erkennst du einen familienfreundlichen Arbeitgeber

Familienfreundlichkeit ist ein Faktor, der vor allem von berufstätigen Eltern an ihrem Arbeitgeber besonders geschätzt wird und mittlerweile unter anderen Unternehmenswerten einen wichtigen Platz einnimmt.

Wir verraten euch in diesem Beitrag, woran ihr erkennt, ob euer zukünftiger Arbeitgeber tatsächlich Familienfreundlichkeit lebt und wer in diesem Jahr den österreichischen Sonderpreis „Bestes Employer Branding zu Vereinbarkeit in Corona-Zeiten“ gewonnen hat. Hierbei handelte es sich um eine Kooperation mit dem Unternehmen Familie & Beruf.

In 3 Schritten zu den wichtigsten Infos zur Familienfreundlichkeit

Weiß man als Familienmensch, ob Familienfreundlichkeit ein wichtiger Wert eines Unternehmens ist, wird einem die Entscheidung, einen Job anzunehmen erheblich erleichtert. Doch wie findet man eigentlich heraus, ob der Arbeitgeber, für den man sich beworben hat, auch tatsächlich Familienfreundlichkeit lebt? Hilfreich ist es, sich hierbei bereits im Vorfeld umfassend darüber zu informieren. Laut dem Harvard Business Review Magazin ist das in drei ganz einfachen Schritten möglich:

1. Analyse der Website

Beginne bei der Website deines potenziellen Arbeitgebers und sieh dir an, wie man über die Arbeitnehmer dort spricht und wie es um das Thema Mitarbeiterunterstützung steht. Möglicherweise kannst du Informationen darüber finden, ob beispielsweise die bestehenden Vorgesetzten eine Familie haben. Achte auch darauf, ob viele Frauen angestellt sind. Kommst du zu dem Ergebnis, dass beides nicht der Fall ist, kann das schon darauf hinweisen, dass es sich um ein wenig familienfreundliches Unternehmen handelt, denn möglicherweise legen die bestehenden Mitarbeitenden gar nicht so viel Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Nutze außerdem andere Online-Quellen, um zu Informationen zu kommen. Lies zum Beispiel bereits bestehende Artikel auf dem kununu Blog, die dieses Thema behandeln, informiere dich über den Kulturkompass des Unternehmens auf kununu.com oder schaue dich in den Bewertungen um.

2. Umhören im beruflichen Netzwerk

Im zweiten Schritt versuche dein Wissen über den Arbeitgeber zu erweitern, indem du Freunde und Bekannte fragst oder auch Menschen aus deinem beruflichen Netzwerk über XING beispielsweise kontaktierst, die vielleicht bei diesem Unternehmen arbeiten, gearbeitet haben oder jemanden kennen, der dort arbeitet. Scheue dich nicht nachzufragen, wie die Kultur ist und worauf man besonderen Wert legt.

Versuche in diesen Dialogen herauszufinden, ob man als beruflicher Elternteil Unterstützung geboten bekommt und wie es um die Work-Life-Balance steht. Nutze diese Chance, um auf deine eigene berufliche Zukunft zu schließen.

3. Nachfragen im Bewerbungsgespräch

Wenn du zu einem persönlichen Kennenlernen eingeladen wirst, nutze auch diese Möglichkeit, um nicht nur mehr über das Aufgabengebiet zu erfahren, sondern auch über die Kultur, die typische Dauer eines Arbeitstages und die Häufigkeit von Meetings. Darüber hinaus ist es auch empfehlenswert, dass du dich über die Flexibilität deiner Arbeitsstunden informierst.

Gibt es Job-Sharing, die Option zu einer Teilzeitanstellung oder die Möglichkeit zu Homeoffice? All das darf im Vorstellungsgespräch erfragt werden und ist wichtig, um zu entscheiden, ob das Unternehmen den Vorstellungen für dich als Working-Mom oder Working-Dad auch entspricht.

Der Sonderpreis „Bestes Employer Branding zu Vereinbarkeit in Corona-Zeiten“

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend und mit dem Unternehmen Familie & Beruf vergab kununu auch in diesem Jahr den österreichischen Sonderpreis „Bestes Employer Branding zu Vereinbarkeit in Corona-Zeiten“. Dabei handelte es sich um einen reinen Projektwettbewerb, bei dem ausschließlich das zum Thema eingereichte Projekt berücksichtigt wurde. Möglich war sowohl die Einreichung bereits umgesetzter sowie noch innerhalb des nächsten Jahres umzusetzender, das heißt in konkreter Planung befindlicher, Projekte. Für die Teilnahme an diesem Projektwettbewerb mussten die Unternehmen Partner im Netzwerk Unternehmen für Familien werden und online einen Fragebogen ausfüllen und einreichen.

Der diesjährige Gewinner: A1 Telekom Austria AG

Wir gratulieren dem österreichischen Telekommunikationsunternehmen A1 Telekom Austria AG zum Gewinn des diesjährigen Sonderpreises „Bestes Employer Branding zu Vereinbarkeit in Corona-Zeiten“. Doch was macht den Arbeitgeber so familienfreundlich?

Schon vor der Corona-Pandemie legte man bei A1 den Fokus auf das Thema Familie und Beruf. Man ist der festen Überzeugung, dass eine gelebte Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben eine zentrale Notwendigkeit ist, um motivierte und teamorientierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. So bot man beispielsweise auch während der Coronakrise kostenlose psychologische Beratung durch eine Krisenhotline an, stellte den Arbeitnehmern Leitfäden zu wichtigen familiären Themen zur Verfügung und legte besonderen Wert auf eine transparente Kommunikation und Aufklärung.

In den Bewertungen berichten Mitarbeitende, dass man sich auch innerhalb des Teams wie eine Familie fühlt. Die Familienfreundlichkeit des Unternehmens zeigt sich auch durch die Möglichkeit zur Elternzeit und zum Mobileworking. Darüber hinaus schaut der Arbeitgeber stets auf die Gesundheit und auf die Familien der Mitarbeiter. Kurz gesagt: A1 ist für viele einfach ein Top Arbeitgeber.

Weitere Maßnahmen teilnehmender Unternehmen

Auch die anderen teilnehmenden Unternehmen legen sich mächtig ins Zeug, um für ihre Arbeitnehmer die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem zu ermöglichen.

Combeenation

Der österreichische IT-Anbieter Combeenation beispielsweise sieht Familien als Kraftquelle der Mitarbeiter und achtet daher speziell auf individuelle Arbeitsbedingungen für alle. Mit dem im Jahr 2019 ins Leben gerufene Projekt „Family First @ Combeenation“, gibt man sämtlichen bisherigen und auch zukünftigen Maßnahmen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Mitarbeiterzufriedenheit einen gemeinsamen Rahmen. Mitarbeiter bezeichnen das Unternehmen als Arbeitgeber mit einer ausgezeichneten Familienfreundlichkeit.

Windkraft Simonsfeld AG

Bei der Windkraft Simonsfeld AG, einem österreichischen Unternehmen aus der Energie-Branche, ist man sich sicher: Es muss keine Entscheidung zwischen Familie und Karriere getroffen werden, denn der Arbeitgeber ist familienfreundlich und der Umgang freundschaftlich. Fast die Hälfte der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben Kinder unter 15 Jahren und diese Tatsache wird in der Unternehmensorganisation und -entwicklung stets berücksichtigt. Außerdem herrscht eine Bereitschaft, allen Arbeitnehmern auch in schwierigen persönlichen Situationen Unterstützung und Rückhalt zu geben.

Markas GmbH

Beim österreichischen Immobilienunternehmen Markas GmbH werden die Mitarbeitenden als zentraler Faktor angesehen. Man sieht in ihnen Partner, mit denen man gemeinsam Ziele anstrebt und erreicht. Initiativen die gesetzt werden, umfassen zum Beispiel ein eigenes Employee Assistance Program, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und ein aktives Karenzmanagement. Darüber hinaus kommuniziert man stolz, dass im Unternehmen 80 Prozent Frauen beschäftigt sind, viele davon mit Migrationshintergrund. Ein User ist sich sicher: Es handelt sich um ein wachsendes Unternehmen mit tollen Perspektiven und menschlicher Führung.

Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.

Quellen:

job.kurier.at

vereinbarkeitberufundfamilie.at