Was ist der Equal Pay Day & warum gibt es ihn?

Du hast sicherlich schon vom Equal Pay Day oder vom Gender Pay Gap Day (auf Deutsch: Tag der gleichen Bezahlung) gehört. An diesem Tag wird darauf hingewiesen, dass Frauen durchschnittlich nach wie vor weniger verdienen als Männer. Warum findet der Equal Pay Day jedes Jahr an einem anderen Tag statt, was passiert an diesem Tag und welche länderspezifischen Unterschiede gibt es? Wir haben alles Wissenswerte zusammengetragen.

Equal Pay Day – Definition & Bedeutung

Der Equal Pay Day ist der Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen und macht auf den Gender Pay Gap aufmerksam.

Der Equal Pay Day findet in Deutschland an dem Tag im Jahr statt, bis zu welchem Frauen rechnerisch umsonst oder unentgeltlich arbeiten. Das Datum wird mithilfe des Gender Pay Gaps ermittelt. Der beträgt in Deutschland aktuell 18 Prozent – Frauen verdienen also durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer. Rechnet man diesen Wert in Arbeitstage um, so arbeiten Frauen 2022 vom 1. Januar an 66 Tagen unentgeltlich. In diesem Jahr findet der Equal Pay Day also am 7. März statt.

Im Vorjahr war der Equal Pay Day am 10. März und 2020 am 17. März. Das zeigt: Der Trend geht in die richtige Richtung. Je früher der Equal Pay Day im Kalender steht, desto höher die Entgeltgerechtigkeit zwischen Mann und Frau.

“Viele Jahre schien die Lohnlücke wie in Stein gemeißelt. Ein gutes Jahrzehnt hat es gedauert, bis der Equal Pay Day im Kalender vom 20. März in 2009 auf den 17. März im Jahr 2020 vorgerückt ist.“

Henrike von Platen, CEO & Founder des FPI Fair Pay Innovation Lab

In Österreich findet der Equal Pay Day im Jahr 2022 am 21. Februar statt und in der Schweiz am 22. Februar. Im Vergleich der deutschsprachigen Länder hinkt Deutschland also hinterher, was die gerechte Entlohnung von Mann und Frau betrifft.

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Der Equal Pay Day – Entstehung

Der Equal Pay Day hat seinen Ursprung in den USA.

„1930 gründete die Anwältin Lena Madesin Phillips in New York die Business and Professional Women, die wirtschaftliche Teilhabe und Gleichstellung forderten. Heute gehören zu dem internationalen Netzwerk 25.000 berufstätige Frauen in 107 Ländern.”

Henrike von Platen in ihrem Gastbeitrag auf kununu

1963 wurde in den USA der Equal Pay Act unterzeichnet, ein Gesetz zur gerechten Bezahlung aller Arbeitnehmer:innen. Zu diesem Zeitpunkt betrug der durchschnittliche Stundenlohn für Frauen 59 Cent, während der für Männer bei einem Dollar lag. Tatsächlich geändert hat sich durch das Gesetz an der unterschiedlichen Bezahlung jedoch kaum etwas. Immer wieder kam es in den USA zu Aktionen und Protesten gegen ungerechte Entlohnung, die unter dem Namen Red Purse Campaign bekannt wurden.

Erst in den 2000er Jahren schwappte die Welle nach Europa.

„2008 riefen die Business and Professional Women in Deutschland zum ersten Equal Pay Day auf. … Der Hartnäckigkeit der Aktivistinnen ist es zu verdanken, dass inzwischen alle wissen, dass es eine Lohnlücke gibt, die da nicht hingehört.”

Henrike von Platen in ihrem Gastbeitrag auf kununu

Was passiert am Equal Pay Day?

Am Equal Pay Day selbst finden in vielen Städten und Gemeinden Veranstaltungen, Diskussionen, Vorträge und sonstige Aktivitäten unterschiedlicher Größe statt, häufig mit Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Zusätzlich wird der Tag medial begleitet. Die Veranstaltungen finden dezentral statt. Die Equal Pay Day-Bewegung lebt von vielen unabhängigen Aktivist:innen, die aus eigenem Antrieb Aktionen und Events organisieren. Mittlerweile unterstützen auch zahlreiche Unternehmen, Städte und Gemeinden sowie öffentliche Einrichtungen den Equal Pay Day.

Was ist das Ziel der Aktionen am Equal Pay Day?

In erster Linie geht es darum, Bewusstsein zu schaffen dafür, dass es auch in fortschrittlichen Ländern, in denen Diversität, Teilhabe und Gleichberechtigung scheinbar großgeschrieben werden, Unterschiede gibt in den Gehältern. Voraussetzung dafür ist Gehaltstransparenz. Nur wer weiß, wie viel eine andere Person im Unternehmen in einer vergleichbaren Position mit ähnlicher Ausbildung und Berufserfahrung verdient, kann einschätzen, ob er oder sie selbst gerecht bezahlt wird. Der Equal Pay Day ruft also auch dazu auf, über das eigene Gehalt zu sprechen, was nach wie vor für viele ein Tabu ist: In Deutschland spricht bisher nur jede:r zweite Beschäftigte mit dem Partner:in über das Gehalt.

Über den Gender-Pay Gap sprechen wir auch in unserem kununu Podcast The Fit. Jetzt reinhören:

Mehr Gehalt: Verhandlungstipps für Frauen

Der Gender Pay Gap ist ein strukturelles Problem, das nur gelöst werden kann, wenn Wirtschaft und Politik am gleichen Strang ziehen. In der individuellen Situation sind Frauen jedoch auch häufiger als Männer zurückhaltend bei Gehaltsverhandlungen. Wie du dich als Frau am besten auf das nächste Gehaltsgespräch vorbereitest, erfährst du in unserem Ratgeber.

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letztes Update: 10. März 2022