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Privat für Rente & Alter vorsorgen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Um die Rentenlücke zu schließen, ist eine private Vorsorge daher unverzichtbar. Das Modell der drei Säulen – gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge – bildet dabei das Fundament.

Während die betriebliche Altersvorsorge durch Arbeitgeberzuschüsse attraktiv sein kann, erfordern klassische Versicherungsprodukte oft eine genaue Prüfung der Kosten. Flexiblere Alternativen wie breit gestreute ETF-Sparpläne gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Ab 2027 ergänzt zudem ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot die Möglichkeiten. Auch Immobilien, Edelmetalle oder passives Einkommen können Bausteine sein, erfordern aber eine individuelle Strategie. Wichtig ist: Beginne so früh wie möglich. Selbst kleine monatliche Beiträge wachsen dank Zinseszinseffekt über die Jahre zu einem beachtlichen Vermögen. Deine Altersvorsorge ist ein individueller Mix – finde den Weg, der zu deinem Leben und deiner Risikobereitschaft passt.

Je früher du dich mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigst, desto entspannter kannst du später deinen Ruhestand genießen. Denn leider wird die gesetzliche Rente bei vielen Menschen nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wenn du deine Rentenlücke schließen willst, solltest du unbedingt privat für die Rente vorsorgen. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge es gibt und worauf du achten musst.

Ist eine private Altersvorsorge sinnvoll?

Das deutsche Rentensystem ist ein Generationenvertrag, der auf dem sogenannten Umlageverfahren basiert. Das bedeutet: Die Beiträge, die du heute in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, landen nicht auf deinem persönlichen Rentenkonto, sondern werden direkt an die aktuellen Rentner:innen ausgezahlt. Deine Rente wiederum wird später von der Generation bezahlt, die dann arbeitet.

Solange mehr Menschen arbeiten als in Rente gehen, funktioniert dieses Konzept relativ gut. Doch genau da liegt das Problem: Die Bevölkerung wird immer älter, gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren. Es gibt also immer mehr Rentner:innen, während die Zahl der Beitragszahler:innen sinkt.

Rentenlücke schließen

Alle, die in Deutschland arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen, sammeln sogenannte Rentenpunkte. Verdienst du in einem Jahr ungefähr so viel wie der Durchschnitt aller Versicherten, bekommst du etwa einen Rentenpunkt. Aus der Gesamtzahl deiner Punkte wird später deine gesetzliche Rente berechnet. Je mehr du verdienst und je länger du arbeitest, desto mehr Punkte bekommst du.

In den letzten Jahren ist das Rentenniveau in Deutschland allerdings kontinuierlich gesunken. Das Rentenniveau liegt aktuell bei 48 Prozent. Das heißt nicht, dass du später automatisch 48 Prozent deines letzten Gehalts bekommst: Der Wert beschreibt einen Modellfall mit 45 Beitragsjahren und einem durchschnittlichen Einkommen.

Wie groß deine persönliche Rentenlücke ist, hängt von deiner Rente, deinen anderen Einnahmen und deinen Ausgaben im Alter ab. Um im Alter weiterhin komfortabel leben zu können, empfehlen viele Expert:innen etwa 80 Prozent dessen, was du im Moment netto verdienst.

Diese Differenz zwischen deinem Bedarf und deiner tatsächlichen Rente nennt man Rentenlücke. Zwar betrifft das Thema grundsätzlich auch Österreich und die Schweiz, die Rentenlücke ist in beiden Ländern aber tendenziell etwas kleiner als in Deutschland.

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Ohne zusätzliche Altersvorsorge wird es eng

Selbst, wenn du dein ganzes Leben lang arbeitest, reicht die Rente oft nicht für ein finanziell sorgenfreies Leben im Alter. Wenn du später nicht deutlich kürzertreten willst, solltest du deine Rentenlücke schließen, indem du privat für die Rente vorsorgst.

Besonders eng wird es bei Menschen, die wegen Kindererziehung, Teilzeit oder Phasen ohne Job insgesamt weniger Rentenpunkte sammeln. Leider sind deshalb noch immer Frauen besonders oft von Altersarmut betroffen.

Vorsicht bei „Microdosing Retirement“

Ein Trend, der zunehmend diskutiert wird, ist das sogenannte Microdosing Retirement: Statt erst mit 67 in Rente zu gehen, nehmen sich Anhänger:innen schon vorher immer wieder kürzere Auszeiten oder reduzieren ihre Arbeitszeit.

Das klingt verlockend, birgt im Hinblick auf deine zukünftige Rente aber einige Risiken. Jede Auszeit bedeutet, dass du weniger in die Rentenkasse einzahlst und entsprechend im Alter weniger Geld bekommst. Falls du Microdosing Retirement in Erwägung ziehst oder planst, ein Sabbatical zu nehmen oder in Teilzeit zu arbeiten, ist es besonders wichtig, dass du privat für das Alter vorsorgst.

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Wenn du angestellt bist (oder freiwillig einzahlst), ist die gesetzliche Rente das Fundament deiner Altersvorsorge. Aber sie ist eben nur ein Teil des Puzzles. Ganz auf den Staat verlassen solltest du dich lieber nicht. Besser ist es, auf das sogenannte „Drei-Säulen-Modell“ der Altersvorsorge zu setzen.

Das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge besteht aus der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersvorsorge und allen Maßnahmen, mit denen du privat für das Alter vorsorgst.

Betriebliche Altersvorsorge

Mit der betrieblichen Altersvorsorge unterstützt deine Firma dich dabei, für die Rente vorzusorgen. Es gibt verschiedene Varianten: Unternehmen entscheiden selbst, was sie ihren Angestellten anbieten.

Bei der Entgeltumwandlung fließt ein Teil deines Bruttogehalts direkt in die Altersvorsorge. Spart dein Arbeitgeber dadurch Sozialversicherungsbeiträge, muss er in der Regel 15 Prozent dazuzahlen. Manche Unternehmen zahlen freiwillig mehr.

Achtung: Bei der Betriebsrente gibt es große Unterschiede

Das spart dir Geld, weil sich dein zu versteuerndes Einkommen verringert. Versteuern musst du dann erst die Auszahlung im Rentenalter: Also dann, wenn dein Steuersatz wahrscheinlich niedriger ist.

Ein Nachteil ist, dass durch das geringere Bruttogehalt dein gesetzlicher Rentenanspruch etwas sinkt. Welche Anbieter und Verträge zur Auswahl stehen, bestimmt zudem meistens dein Arbeitgeber. Deshalb solltest du Kosten, Zuschuss, Anlagemöglichkeiten und Bedingungen genau vergleichen.

Wie lukrativ die betriebliche Altersvorsorge für dich ist, hängt deshalb von deiner individuellen Situation und vom Angebot deines Arbeitgebers ab.

Die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge

Die dritte Säule der Altersvorsorge ist das, was du selbst tust, um privat für die Rente vorzusorgen. Einige Altersvorsorge-Möglichkeiten werden vom Staat gefördert, andere nicht. Einige Formen der privaten Altersvorsorge werden staatlich gefördert: Dazu zählten bisher vor allem die Riester- und die Rürup-Rente.

Ab 2027 kommt ein neues Fördersystem mit einem Altersvorsorgedepot hinzu. Darin können unter anderem Fonds und ETFs genutzt werden. Eine Förderung macht ein Produkt aber nicht automatisch sinnvoll: Du brauchst eine gute Strategie, die zu dir und deinem Leben passt.

Private Renten- und Lebensversicherungen

Ob Kapital-Lebensversicherung, private Rentenversicherung, fondsgebundene Rentenversicherung oder Indexpolicen: Versicherungspolicen sind ein Klassiker der privaten Altersvorsorge – aber mit Vorsicht zu genießen. Hohe Abschluss- und laufende Kosten können die Rendite allerdings deutlich senken.

Vergleiche deshalb vor einem Abschluss die garantierte Leistung, die Gesamtkosten, die Flexibilität und mögliche Verluste bei einer vorzeitigen Kündigung. In vielen Fällen lohnen sich die Angebote nicht: Sie sind komplex, zu teuer und erzielen zu geringe Renditen. Für die meisten Menschen gibt es bessere Möglichkeiten, um privat für die Rente vorzusorgen.

Riester-Rente

Bei der Riester-Rente zahlst du regelmäßig in einen Fonds-Sparplan oder eine Rentenversicherung ein. Der Staat unterstützt dich mit Zulagen und Steuervorteilen. Einen Teil des angesparten Geldes kannst du dir zu Beginn deiner Rente auszahlen lassen, den Rest erhältst du monatlich.

Die Riester-Rente wurde häufig dafür kritisiert, dass sie kompliziert ist und hohe Verwaltungskosten verursacht. Ab 2027 können keine neuen Riester-Verträge mehr nach dem bisherigen Modell abgeschlossen werden. Bereits bestehende Verträge laufen weiter und behalten ihre Förderung. Du musst deinen Vertrag also nicht kündigen.

Das neue Altersvorsorge-Depot

Neu ist das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot. Damit kannst du auch in Fonds und ETFs investieren. Es gibt Varianten mit und ohne Garantie. Die Förderung kann bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr betragen, dazu kommen mögliche Kinderzulagen. Das Geld ist grundsätzlich für die Altersvorsorge vorgesehen und kann daher nicht jederzeit frei ausgezahlt werden. Ein freiwilliger Wechsel von der Riester-Rente in das neue System ist möglich.

Rürup-Rente

Die Rürup-Rente richtet sich besonders an Selbstständige, Freiberufler:innen und Menschen mit einem hohen zu versteuernden Einkommen. Abschließen können sie grundsätzlich auch andere Personen. Die Beiträge lassen sich innerhalb der gesetzlichen Grenzen steuerlich absetzen. Dafür ist das Geld sehr unflexibel gebunden: Eine freie Kapitalauszahlung oder normale Kündigung ist nicht möglich. Später bekommst du eine lebenslange monatliche Rente.

ETF-Sparpläne

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, mithilfe von ETF-Sparplänen privat für das Alter vorzusorgen. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund: Diese kostengünstigen Indexfonds bilden ganze Märkte ab (zum Beispiel den MSCI World) und ermöglichen dir, mit kleinen monatlichen Beträgen in Aktien zu investieren.

ETFs sind kostengünstig, flexibel und können langfristig bessere Renditen erzielen als klassische Altersvorsorge-Produkte. Der Haupt-Nachteil ist, dass die Börsenkurse naturgemäß schwanken. Bei einer langen Laufzeit ist das Risiko aber relativ überschaubar – zumindest, wenn du einen breit gestreuten ETF wählst. Ab 2027 können ETFs auch im neuen staatlich geförderten Altersvorsorgedepot genutzt werden.

Immobilien

Immobilien, manchmal scherzhaft auch Betongold genannt, sind eine weitere Möglichkeit, um privat für die Rente vorzusorgen. Wenn du deine Immobilie selbst nutzt und im Alter mietfrei wohnst, reduzierst du deine monatlichen Ausgaben. Vermietest du sie, erzielst du eine Art passives Einkommen, das deine gesetzliche Rente aufstockt.

Ein Nachteil ist, dass Immobilien viel Kapital binden. Außerdem verursachen sie laufende Kosten (wie Reparaturen, Verwaltung, mögliche Leerstände, Kredite und Steuern) und einen gewissen Verwaltungsaufwand. Gerade, wenn du Immobilien als Renditeobjekte für die Altersvorsorge kaufen willst, solltest du eine solide Strategie entwickeln. Eine einzelne Immobilie verteilt dein Risiko außerdem deutlich weniger als ein breit gestreutes Wertpapierdepot.

Andere Wege der privaten Altersvorsorge

Soweit zu den klassischen Möglichkeiten, um privat fürs Alter vorzusorgen. Natürlich gibt es noch viele weitere Wege, um das eigene Vermögen zu vermehren. Weil es bei Lebenssituation und Risikobereitschaft aber große Unterschiede gibt, eignen sich wahrscheinlich nicht alle gleich gut für dich. Im Folgenden haben wir einige unkonventionellere Optionen für diejenigen, die ihre Anlagen diversifizieren wollen.  

Edelmetalle

Gold, Silber und andere Edelmetalle gelten als sehr sichere Möglichkeiten der Geldanlage – gerade in unsicheren Zeiten. Sie sind vor Inflation geschützt und können durchaus eine kleine Beimischung im Vorsorge-Portfolio darstellen. Allerdings werfen sie keine laufenden Erträge (Dividenden) ab und unterliegen Preisschwankungen.

Inzwischen gibt es auch Edelmetall-ETFs (genannt ETCs), bei denen du monatlich eine kleine Summe in Gold und Silber investieren kannst. Für diese Produkte gelten allerdings die allgemeinen Kapitalmarkt-Risiken und etwas andere rechtliche Bedingungen als für ETFs.

Kryptowährungen

Das Interesse an Bitcoin, Ethereum und Co. hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Einige Menschen sehen darin eine moderne Form der Altersvorsorge. Kryptowährungen sind allerdings sehr volatil, sie unterliegen also großen Kursschwankungen: Ein Totalverlust ist durchaus möglich.

Als hochspekulative Anlagen sind sie nichts für schwache Nerven – und generell nur dann etwas für dich, wenn du dir theoretisch erlauben kannst, das Geld zu verlieren. Wenn überhaupt, sollten sie nur einen sehr kleinen Teil deiner Altersvorsorge ausmachen.

Passives Einkommen

Eine Möglichkeit, um privat für die Rente vorzusorgen, ist es, sich nebenbei eine Art passives Einkommen aufzubauen. Der Begriff passiv ist allerdings etwas missverständlich, denn in der Regel muss man zumindest am Anfang einiges an Zeit und/oder Kapital investieren. Langfristig kannst du dir aber durch Mieteinnahmen oder ein kleines Online-Business ein zusätzliches Einkommen sichern.

Crowdinvesting, P2P-Kredite & Co.

Inzwischen gibt es auch für Einzelpersonen die Möglichkeit, in Start-ups zu investieren oder Geld an Privatpersonen zu verleihen (sogenannte Peer-to-Peer-Kredite). Im Gegenzug bekommst du Zinsen oder Beteiligungen. In diesem Bereich sind zwar hohe Renditen möglich, entsprechend groß ist aber auch das Risiko.

Bei Crowdinvesting und P2P-Krediten können einzelne Projekte oder Kreditnehmer ausfallen: Im schlimmsten Fall verlierst du dein gesamtes investiertes Geld. Falls du so etwas in Erwägung ziehst, solltest du nur kleine Beträge investieren und sehr breit streuen.

Fazit: Privat für Alter & Rente vorsorgen

Die beste Altersvorsorge ist ein Mix aus verschiedenen Bausteinen. Am besten berechnest du zuerst deine Rentenlücke und überlegst dir, wie viel du monatlich sparen kannst. Basierend auf deiner Lebenssituation entwickelst du dann eine Strategie, mit der du dich wohl fühlst und die zu deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagezeitraum passt.

Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst: idealerweise so früh wie möglich. Auch kleine regelmäßige Beträge können durch den Zinseszinseffekt über die Jahre zu einem ordentlichen Vermögen anwachsen.

FAQ: Privat fürs Alter vorsorgen

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wichtig sind niedrige Kosten, eine breite Risikostreuung und genug Flexibilität. Prüfe zuerst deine betriebliche Altersvorsorge und vergleiche sie mit einem ETF-Sparplan, geförderten Produkten und anderen Möglichkeiten.

Es gibt keinen Betrag, der für alle passt. Berechne zuerst, wie viel Geld dir im Alter voraussichtlich fehlen wird. Auch ein kleiner monatlicher Betrag ist ein sinnvoller Anfang. Mit steigendem Gehalt kannst du deine Sparrate später erhöhen.

Je früher du startest, desto länger kann dein Geld wachsen. Ein später Einstieg lohnt sich trotzdem. Bevor du langfristig investierst, solltest du teure Schulden abbauen und eine frei verfügbare Rücklage für unerwartete Ausgaben haben.

Ein breit gestreuter ETF-Sparplan kann bei einer langen Laufzeit eine günstige Möglichkeit sein. Sein Wert schwankt jedoch, und Gewinne sind nicht garantiert. Je näher der Ruhestand rückt, desto wichtiger wird ein sicherer Anteil deiner Geldanlage.

Neue Riester-Verträge nach dem bisherigen Modell gibt es ab 2027 nicht mehr. Bestehende Verträge laufen weiter und behalten ihre Förderung. Zusätzlich startet ein neues Fördersystem mit einem Altersvorsorgedepot, in dem auch Fonds und ETFs möglich sind.

Das hängt vom Produkt ab. Ein normaler ETF-Sparplan in einem frei verfügbaren Depot lässt sich nicht als Altersvorsorgebeitrag absetzen. Ab 2027 gilt für das neue Altersvorsorgedepot etwas anderes: Auch dort kannst du in ETFs investieren, die Einzahlungen laufen aber über einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag. Förderfähige Beiträge kannst du in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben. Das Finanzamt prüft dann, ob dir über die staatlichen Zulagen hinaus ein zusätzlicher Steuervorteil zusteht. Auch Beiträge zur Rürup-Rente können innerhalb der geltenden Grenzen steuerlich berücksichtigt werden.