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Rentenkommission 2026

Aus für die Rente mit 63: Was die Regierung jetzt umsetzen will

Veröffentlicht:  24. Juni 2026, 12:57
2 min
Älterer Mann reibt sich mit geschlossenen Augen das Gesicht und wirkt erschöpft

Wer 45 Jahre eingezahlt hat, soll in Deutschland nicht länger abschlagsfrei mit 63 in den Ruhestand wechseln, die Rentenkommission empfiehlt das Ende der vielgenutzten Frühverrentung, die Regierung will alle Empfehlungen 1:1 umsetzen. Vor 64 soll künftig niemand mehr aufhören, selbst mit Abschlägen. Während Kanzler Friedrich Merz von Zuversicht spricht, nennt die DGB-Spitze den Schritt schlicht ungerecht.

Die Frührente nach 45 Jahren soll fallen

Unter den 33 Empfehlungen der Rentenkommission findet sich unter anderem das Aus für die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. An ihre Stelle soll ein neues Kriterium treten: Wer früher gehen darf, bemisst sich künftig nicht mehr an Beitragsjahren, sondern am individuellen Gesundheitszustand. Die Kommission nennt das Konzept „Schutzrente für langjährige Beitragszahler“: Wer lange eingezahlt hat und gesundheitlich nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, soll früher in Rente gehen dürfen, ohne auf andere Tätigkeiten verwiesen zu werden.

Parallel will die Kommission die Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung koppeln. Für heute 30-Jährige hieße das, erst mit 68 statt mit 67 regulär in Rente zu gehen. Die viel diskutierte Rente mit 70 ist nach den Empfehlungen zunächst vom Tisch.

Konkret rechnet die Kommission: 2041 Rente mit 67,5, 2051 mit 68, 2071 mit 69. Eine Rente mit 70 würde es nach diesem Modell erst 2091 geben – sie ist also de facto nicht ausgeschlossen, aber weit in der Zukunft.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren entfällt.
  • Vor 64 soll niemand mehr aufhören, auch nicht mit Abschlägen.
  • Der frühe Renteneintritt hängt künftig am Gesundheitszustand, nicht an Beitragsjahren.
  • Die Regelaltersgrenze steigt mit der Lebenserwartung – für heute 30-Jährige Richtung 68.
  • Eine Rente mit 70 lehnt die Kommission ab.

Die Koalition will keine Abstriche

Merz kündigte an, alle Elemente des Pakets zügig umzusetzen; einzelne Punkte herauszunehmen könne man sich nicht erlauben. „Es muss sich keine Bürgerin, kein Bürger Sorgen machen“, sagte er. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas pflichtete bei: „Es gibt jetzt kein Rosinenpicken, es ist ein Gesamtkunstwerk.“

„Das halte ich für einen Fehler“

Aus den Gewerkschaften kommt scharfer Widerspruch. DGB-Chefin Yasmin Fahimi wendet sich gegen das Aus der Rente mit 63: „Das halte ich für einen Fehler. Weil es nicht gerecht ist.“ Wer die abschlagsfreie Frührente nutze, habe im Schnitt nicht 45, sondern 47 Jahre eingezahlt. Auch Merz‘ Hinweis auf „Demografie und Mathematik“ kontert sie scharf: Es sei nicht klug gewesen, den Menschen „vor den Latz zu knallen“, sie hätten „Mathematik nicht verstanden“.

Beschlossen ist noch nichts

Am 1. Juli klärt der Koalitionsausschuss den Zeitplan, erste Gesetze sollen gegen Jahresende folgen. Bis dahin steht Gerechtigkeit gegen Demografie und an der Rente mit 63 entscheidet sich, wessen Rechnung zählt.