Keine Angst vor dem neuen Job, Mut zum Jobwechsel!

„Ich kann doch nicht einfach so kündigen!“ Oder doch? Problematisches Vorgesetztenverhalten, schlechte Bezahlung oder eintönige Aufgaben: Für manche scheint keine Unannehmlichkeit am Arbeitsplatz schlimmer zu sein als die Angst vor einem Jobwechsel. Andere schrecken nicht vor einer Kündigung ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben zurück: Eine 2022 erschienene Studie von XING E-Recruiting zeigt, dass jede:r vierte Arbeitnehmer:in im deutschsprachigen Raum seinen Job kündigt, ohne feste Jobzusage zu haben. Du denkst schon lange über einen Jobwechsel nach? Was hält dich also auf? Wir verraten dir, warum du keine Angst davor haben solltest, öfter den Job zu wechseln und wie du dich deiner Angst stellen kannst.

Angst hin oder her – bist du bereit den Job zu wechseln?

Gründe, über einen Jobwechsel nachzudenken, gibt es viele: Die längst fällige Gehaltserhöhung lässt auf sich warten, Überstunden sind die Tagesordnung oder die Perspektive zur Weiterentwicklung fehlt. Vielleicht arbeitest du auch in einem Beruf ohne Zukunftsperspektive

Was auch immer der Grund ist: Wenn du seit längerer Zeit immer wieder mit dem Gedanken spielst, den Job zu wechseln, ist das ein Zeichen, dass du deine Pläne konkretisieren solltest.

Du solltest dir klar darüber werden, was Zufriedenheit im Job für dich ausmacht. Stell dir deshalb selbst Fragen zu deiner aktuellen Arbeitssituation und beantworte sie ehrlich:

  • Freust du dich auf einen neuen Arbeitstag?
  • Stimmt das Gehalt für dich mit deiner Position und Verantwortung überein?
  • Arbeitest du gesund?
  • Auf welcher Stufe der Karriereleiter stehst du und wo möchtest du hin?

Kannst du diese Fragen großteils nicht zu deiner Zufriedenheit beantworten, könnte das ein Zeichen dafür sein, den Job zu wechseln oder dich zumindest mit der Ursache auseinanderzusetzen und damit, was getan werden muss, um deine Situation zu verbessern.

Bewerte jetzt deinen Arbeitgeber!

Keine Angst vor dem Jobwechsel: Gründe dafür

Ein Jobwechsel kann die positive Wendung darstellen und ist kein Grund, Angst zu haben. Unsere Argumente gegen die Angst und für den Jobwechsel:

Ein Zeichen von Mut

In vielen Köpfen hält sich hartnäckig die Auffassung, dass häufige Jobwechsel innerhalb von kurzer Zeit nicht unbedingt positiv in einem Lebenslauf auffallen. Doch in der heutigen Zeit ist es eher die Regel als die Ausnahme, den Arbeitsplatz mehr als einmal zu wechseln, nicht nur zu Beginn der Karriere. Diesen Umstand kann man daher leicht als Stärke verpacken. Denn ein Jobwechsel zeigt, dass du dich auf neue Situationen einstellen kannst und flexibel bist. Wer öfter den Arbeitsplatz wechselt, hat auch mehr von der Arbeitswelt gesehen, als jemand, der/die das halbe Leben in der gleichen Firma verbringt. Außerdem zeigt ein Wechsel des Arbeitsplatzes, dass du Mut zur Veränderung hast.

Neue Erfahrungen

Auf der Suche nach dem Traumjob stellen sich viele Arbeitnehmer:innen folgende Fragen: Welcher Job passt gut zu mir? Wo liegen meine Stärken? Und welche Tätigkeit übe ich besonders gerne aus? Hast du die Antworten auf diese wichtigen Fragen gefunden, ist das jedoch keine Garantie für das ewige Glück. Deine Persönlichkeit entwickelt sich weiter und so eventuell auch deine Vorstellung von deinem Traumjob. Die Suche nach mehr Erfüllung ist ein häufiger Faktor für den Arbeitsplatzwechsel. Neue Erfahrungen bringen dich nicht nur im Berufsleben weiter, sondern können dir außerdem dabei helfen, herauszufinden, was dir bei deinem Arbeitgeber wirklich wichtig ist. Denn der richtige Arbeitsplatz ist für die Zufriedenheit im Job nicht unwesentlich.

Bessere Aussichten

Nach einigen Jahren beim gleichen Unternehmen kann sich Unzufriedenheit breitmachen, auch wenn man einen sicheren Job hat. Wer wenig neue Anregungen und Aufstiegschancen hat, stellt sich irgendwann die Frage: Ist das hier schon alles? Vielleicht du in einem anderen Unternehmen die Chance auf eine bessere Position, mehr Verantwortung und neue spannende Herausforderungen. Auch auf dem Gehaltszettel macht sich ein Jobwechsel positiv bemerkbar. Wenn du in einem neuen Job startest, kannst du gut mit 5 % mehr Gehalt rechnen, in einigen Branchen sind Steigerungen um bis zu 20 % möglich. Natürlich ist die Gehaltsentwicklung von unterschiedlichen Faktoren wie Erfahrung, Standort, Alter und Art des neuen Jobs abhängig. Auf kununu kannst du dich über Gehälter für verschiedene Berufe informieren. Das ist besonders hilfreich, wenn du als Quereinsteiger die Branche wechseln möchtest.

Angst überwinden & deinen neuen Job suchen

Falls du dich für den Jobwechsel entscheidest, solltest du dir im Klaren darüber sein, was dir bei einem anderen Unternehmen wichtig ist. Gerade die Kultur in einem Unternehmen prägt Bereiche wie Führung, Zusammenarbeit und Work-Life-Balance stark. Neben Arbeitgeberbewertungen von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden gibt der kununu Kulturkompass Aufschluss darüber, wie User die Unternehmenskultur im jeweiligen Unternehmen wahrnehmen. Suche einfach nach einem Arbeitgeber und sieh dir an, wie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen diesen bewertet haben.

Wie ist die Unternehmenskultur bei deinem Arbeitgeber? Folge dem Link, um die Unternehmenskultur zu bewerten!

Angst vor dem neuen Job? So startest du ohne Furcht

Du hast deine Angst, den Job zu wechseln, überwunden. Du hast einen passenden Job gefunden, dich beworben und wurdest ausgewählt. Gratulation! Du kannst sehr stolz sein auf dich! Doch anstatt dich zu freuen, bekommst du plötzlich Bedenken, ob du die richtige Entscheidung getroffen hast? Keine Sorge, das ist ganz normal. Ein Jobwechsel bedeutet etwas Neues, Ungewisses. Du wirst dich in einer neuen Situation zurechtfinden müssen, mit neuen Aufgaben, neuen Kollegen und Kolleginnen und neuen Vorgesetzten. Es ist normal, dass diese Gedanken Unsicherheit auslösen, vielleicht sogar Angst. Wir haben Tipps für dich zusammengestellt, wie du mit deiner Angst vor dem neuen Job umgehen kannst.

1. Gestehe dir deine Angst ein

Jeder Mensch hat Ängste oder fühlt sich in bestimmten Situationen unwohl, auch wenn viele Menschen dazu neigen, ihre Ängste zu verdrängen und sie nicht wahrhaben wollen. Aber: Wenn du dir deine Ängste eingestehst, kannst du sie viel besser verarbeiten.

Im besten Fall besprichst du deine Ängste mit deinem:deiner Partner:in oder einer anderen vertrauten Person. Du wirst merken: Sobald du deine Angst formulierst, wird sie viel besser greifbar und dadurch besser zu verarbeiten. Vielleicht war dein Gegenüber schon in einer ähnlichen Situation und hat sogar Tipps für dich.

Wenn es dir zu unangenehm ist, mit anderen über deine Angst vorm neuen Job zu sprechen, kannst du sie auch aufschreiben. Dies hat den Vorteil, dass du beim nächsten Jobwechsel noch einmal auf deine Notizen schauen kannst. Solltest du die gleiche Angst verspüren, können deine alten Gedanken eine Hilfestellung für die neue Situation sein. Wie hast du damals die Situation gemeistert? Vielleicht hast du beim nächsten Jobwechsel aber deine Angst auch schon überwunden oder sie ist nicht mehr so intensiv. In diesem Fall werden dir deine Notizen zeigen, dass du dich weiterentwickelt hast.

2. Analysiere deine Ängste

Oft nehmen wir Angst als diffuses Gefühl war, dass uns die Brust einschnürt und für ein generelles Unwohlsein sorgt. Vielleicht geht es dir so, wenn du an den ersten Tag oder die erste Woche im neuen Job denkst. Oft hilft es, diffuse Ängste nicht hinzunehmen, sondern herauszufinden, wovor du genau Angst hast: Ist es der:die neue Vorgesetzte? Die neuen Kolleg:innen? Hast du Bedenken, dass deine Expertise nicht ausreicht? Je klarer du dir bist, was genau am neuen Job dir Angst macht, desto eher kannst du etwas dagegen tun.

3. Was kann schlimmstenfalls passieren?

Ein neuer Job ist immer etwas Ungewisses. Egal, wie viele Gespräche man geführt hat und wie viel man über das neue Unternehmen gehört und gelesen hat: Es bleibt immer ein Unsicherheitsfaktor. Um zu verhindern, dass aus der Unsicherheit eine Angst vorm Start im neuen Job erwächst, kannst du dir einfach folgende Frage stellen: Was kann im neuen Job schlimmstenfalls passieren und was wären die Konsequenzen? Die dramatischste Konsequenz wäre vermutlich, dass du dich nach kurzer Zeit nach einem neuen Job umsehen musst. Oder dass du feststellst, dass dein alter Job doch nicht so schlecht war. Du kannst dir sicher sein: In jedem Fall wird es eine Lösung geben!

4. Bereite dich auf den Start im neuen Job gut vor

Na klar, wer neu ist, wird in der ersten Zeit begutachtet – von den Vorgesetzten, aber auch von den Kolleg:innen. Das Gute: Du kannst dich vorbereiten.

  • Verinnerliche alle Informationen, die du über das neue Unternehmen recherchieren kannst.
  • Bereite deinen persönlichen Intro-Pitch vor, um dich im Unternehmen vorzustellen.
  • Wenn du inhaltlich eine neue Rolle übernimmst, kannst du dich mit Webinaren und Workshops vorbereiten oder dein Fachwissen auffrischen.

letztes Update: 20. Januar 2022