Mensch hält Papier mit Lachsmiley vor Gesicht

Unzufrieden im Job – was tun?

Unser Job nimmt einen großen Anteil unseres Alltags ein – und beeinflusst dadurch auch maßgeblich unser Lebensgefühl. Wer unzufrieden im Job ist, der wird den Frust häufig auch in sein Privatleben hineintragen. Doch wie merkst du, dass du unglücklich im Job bist und warum? Wir haben für dich mögliche Ursachen für Unzufriedenheit im Beruf recherchiert und geben dir Tipps, wie du mit der Situation umgehen kannst.

Wie merke ich, dass ich unzufrieden im Job bin?

Berufscoach Dorothea Lübke weiß, wie man erkennt, dass man unglücklich im Job ist: „Wenn man in der Früh fast täglich aufwacht und merkt, dass man das, was man heute tun will, nur ungern macht – dann sollten die Alarmglocken schrillen. Wenn man sich privat nicht mehr entspannen kann, dauernd müde und antriebslos ist und sich unwohl fühlt, sobald man nur an seinen Job denkt. Oder wenn der Kopf sagt: ‚Ja, ich bin glücklich, ich haben einen tollen Job’, aber man fühlt es einfach nicht – dann merkt man, es stimmt etwas nicht.“

Fest steht: Wenn das Gefühl der Unzufriedenheit mit deinem Job anhält, solltest du überlegen, was du tun kannst, um die Situation zu ändern.

Unzufrieden im Job? Mögliche Gründe

Arbeit ist Arbeit und wahrscheinlich gibt es den perfekten Job nicht. Jeder ist ab und an frustriert. Du solltest dir Gedanken machen, wenn deine Unzufriedenheit im Job zum Dauerzustand wird. Der erste Schritt sei, sich erst einmal bewusst zu machen, dass etwas nicht stimme. „Im Keller mal das Licht aufdrehen“, so Expertin Dorothea Lübke. „Eine Bestandsaufnahme machen: Was ist es? Welche Position habe ich, was habe ich zu leisten und erfüllt es mich? Wie ist das Umfeld, die Beziehung zum Chef? Wie ist die Tätigkeit, anspruchsvoll oder überfordernd? Gibt es Entwicklungschancen?“, nennt sie einige Beispiele.

Folgende Faktoren können die Ursache sein für anhaltende Unzufriedenheit im Job:

  • Schlechtes Betriebsklima
    Oft sind es nicht die Aufgaben, die für Unzufriedenheit im Job sorgen, sondern die Stimmung im Betrieb. Wenn Mitarbeiter:innen in eine Außenseiterposition gedrängt werden, hintergangen oder gar gemobbt werden, kann das schnell zu Unzufriedenheit führen. Hast du unter den Kolleg:innen keinen Anschluss gefunden oder wirst du sogar ausgegrenzt, dann kann das der Grund für deine Unzufriedenheit im Job sein.
  • Keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung
    Für die meisten Menschen ist es wichtig, dass sie in ihrem Job nicht auf der Stelle treten, sondern die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln. Das kann bedeuten, dass man innerhalb des Unternehmens Karriere macht und nach und nach verantwortungsvollere Positionen übernehmen kann. Für viele Arbeitnehmer:innen ist auch eine inhaltliche Weiterentwicklung und die Möglichkeit, Neues zu lernen, wichtig. Ist beides nicht gegeben, ist Unzufriedenheit mit dem Job vorprogrammiert.
  • Dein Verhältnis zu deinem:deiner Vorgesetzten stimmt nicht
    Im besten Fall ist dein:e Chef:in gleichzeitig auch dein:e Mentor:in und fördert und unterstützt dich. Leider entspricht nicht jede:r Vorgesetzte diesem Idealbild. Auf die Dauer führt ein schlechtes Verhältnis zum:zur Chef:in oft zu Unzufriedenheit.
  • Fehlende Work-Life-Balance
    Eine gute Work-Life-Balance ist der Grundstein für Zufriedenheit im Job. Der Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit ist wichtig für dein Wohlbefinden. Wenn der Job so viel Ressourcen und Nerven abzieht, dass du ständig müde bist und keine Zeit für dein Privatleben hast, schafft das auf Dauer Unzufriedenheit mit dem Job.
  • Zu wenig Herausforderung
    Zu wenig Herausforderung ist das Gegenteil zur fehlenden Work-Life-Balance, kann aber genau den gleichen Effekt haben. Wer zu wenig zu tun hat und sich überlegen muss, mit welchen Tätigkeiten der Arbeitstag am besten gefüllt wird, verspürt schnell eine Unzufriedenheit im Job und läuft Gefahr, in einen Boreout zu fallen.
  • Keine sinnvollen Aufgaben
    Gefordert zu sein ist das eine, um im Job glücklich zu sein – die meisten Arbeitnehmer:innen wünschen sich jedoch sinnstiftende Aufgaben. In der XING Gehaltsstudie 2019 zeigt sich, dass Aufstiegschancen und hohe Bezahlungen längst nicht mehr reichen, um Arbeitnehmer langfristig an ein Unternehmen zu binden. Immer mehr Menschen streben nach Berufen, die erfüllen, Sinn machen – kurzum: glücklich machen.
  • Das Gehalt stimmt nicht
    Wahrscheinlich der häufigste Grund für berufliche Unzufriedenheit, der sich in vielen Fällen sogar ändern lässt. Ist das Gehalt der Grund, weshalb du unglücklich bist mit deinem Job, solltest du aktiv werden und das Gespräch mit deinen Vorgesetzten suchen. Macht Gehalt glücklich? Wie auch immer du diese Frage beantwortest, sicherlich wirst du mit einem höheren Gehalt wieder zufriedener mit deiner Arbeit sein.

 

Folge dem Link und vergleiche dein Gehalt

Das kannst du gegen Unzufriedenheit im Job tun

Was auch immer der Grund ist für die Unzufriedenheit mit deinem Job: Du solltest dich nicht damit abgeben. Dauerhaftes Unglücklich-sein kann sich negativ auf deine Psyche auswirken, nach dem Frust kommt häufig der Burnout. Deine psychische Gesundheit liegt in deiner eigenen Verantwortung, weshalb du nicht einfach mit der Situation leben solltest. Doch nicht nur auf die eigene Gesundheit hat Unzufriedenheit im Beruf Auswirkungen, sondern auch auf deine Produktivität. Eine Oxford-Studie aus dem Jahr 2019 belegt, dass Angestellte, die sich selbst als glücklich bezeichnen, im Durchschnitt 13 Prozent produktiver sind.

Tipp 1: Suche das Gespräch mit deinem:deiner Chef:in

Job-Coach Jannike Stöhr rät, das Gespräch zu suchen: „Gespräche in der Arbeit können helfen, ob mit dem Chef oder Kollegen. Eine neue Zusammensetzung als Team oder neue interne Aufgabenbereiche zu übernehmen, könnten zum Ziel führen.“ Dein:e Vorgesetzte:r trägt Verantwortung für dich und dein Wohlbefinden. Motivierte und zufriedene Mitarbeiter:innen sind leistungsbereiter. Ein:e gute:r Chef:in wird gemeinsam mit dir Lösungswege für deine Situation finden. Voraussetzung dafür, dass ein Gespräch mit dem:der Chef:in Abhilfe schafft: Du musst die Gründe für deine Unzufriedenheit kennen.

Tipp 2: Hol dir Rat bei einem:einer Coach

Du bist dir noch nicht im Klaren über die Gründe für deine Unzufriedenheit im Job? Dann kann es sinnvoll sein, eine:n professionelle:n Coach zu konsultieren. Dorothea Lübke sagt: „Ein Job-Coach kann helfen, den Wunsch, aber auch die inneren Widerstände klarer zu sehen. Andere Sichtweisen einzunehmen. Häufig haben wir nämlich eine eingeschlossene Sichtweise, bei der wir aus den vielen „Abers“ nicht herauskämen.” So kristallisieren sich dann die Antworten auf viele Fragen heraus: Ist es die Tätigkeit, die nicht passt? Stimmen die Beziehungen zu Kolleg:innen und Vorgesetzten? Ist das Unternehmen nicht das richtige? Oder passt der ausgeübte Beruf nicht mehr, geht es also um eine Neuorientierung?

Tipp 3: Orientiere dich neu

Es kann sein, dass eine Neuorientierung die Lösung für deine Unzufriedenheit im Job ist. Vielleicht ist es an der Zeit, das Unternehmen zu wechseln, weil du im aktuellen Job keine Entwicklungsmöglichkeit mehr hast. Vielleicht macht es Sinn, andere Arbeitsmodelle für dich zu durchdenken oder eine Zeit lang ins Ausland zu gehen. Eventuell bist du beruflich auch so unzufrieden, dass du einen Berufswechsel in Betracht ziehen solltest.

Für eine Neuorientierung aufgrund von beruflicher Unzufriedenheit empfiehlt Jannike Stöhr, sich mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen: „Was könnte beruflich für mich interessant sein? Welcher Job könnte mich langfristig glücklich machen?” Im nächsten Schritt sollte man diese Thesen in der Realität überprüfen. Jannike Stöhr: „Es gibt so viele Möglichkeiten, seinen Traumjob zu finden. Zum Beispiel ein Praktikum zu machen oder auch mehrere. Man kann auch seine Arbeitszeit reduzieren und sich dann in der Freizeit neuen Herausforderungen stellen. Eine Möglichkeit ist, nebenbei ehrenamtlich zu arbeiten oder sich im Kleinen selbstständig zu machen. Man kann aber auch einfach mal bei anderen nachfragen, wie zufrieden sie in ihrem Job sind und warum. Aus Gesprächen kann man auch vieles mitnehmen. Es gibt also ganz viele Möglichkeiten, sich beruflich neu zu orientieren.”

 

Bewerte jetzt deinen Arbeitgeber

Unglücklich im Job aber keine Alternative

In den meisten Fällen haben Mitarbeiter:innen zumindest einen begrenzten Handlungsspielraum, wenn sie unglücklich sind mit ihrem Job. Es sollte immer das erste Ziel sein, die Situation zu ändern, weil langfristige Unzufriedenheit sich negativ auf unsere Psyche auswirken kann. Du solltest also immer zuerst prüfen, ob du wirklich keine Alternative hast. Solltest du dich, zumindest vorübergehend, mit der Situation abfinden müssen, haben wir ein paar Tipps für dich, mit denen du dich motivieren kannst:

Tipp 1: Den Job nicht zu ernst nehmen

Ganz ehrlich: Wie viel hat man davon, Geld zu verdienen, aber ansonsten kaum was von seinem Leben zu haben? Es bringt nichts, den ganzen Tag verbissen vorm Bildschirm zu sitzen, um mal wieder die beste Präsentation aus dem Team zu haben. Wer sich ständig mit anderen vergleicht, wird nur unzufriedener. Man wird kritischer und ist mit nichts mehr zufrieden. Denn es könnte ja immer jemand besser sein als man selbst. Manchmal muss man die Arbeit auch Arbeit sein lassen und sich eine Pause gönnen. Denn der Job ist nicht alles.

Tipp 2: Kleine Ziele setzen & für Highlights sorgen

Wer sich selbst zu viel unter Druck setzt, macht sich das Leben unnötig schwer und wird unzufrieden. Versuche, dir kleine Ziele zu setzen, die du innerhalb einer Woche erreichen kannst und auf die du nicht mehrere Monate oder Jahre hinarbeiten musst. Große Ziele wirken manchmal unerreichbar und können einen schnell demotivieren. Wer sich aber kleine Ziele setzt, erreicht schneller ein Erfolgserlebnis und diese beflügeln bekanntlich.

Tipp 3: Feier deine Freizeit

Wenn dein Job dich schon nicht zufrieden macht, so sollte deine Freizeit es tun. Vielleicht gibt es etwas, das du schon immer machen oder lernen wolltest, für das du aber nie die Zeit hattest. Eine neue Sprache oder ein Instrument lernen zum Beispiel. Oder eine Sportart, die dich schon immer interessiert hat. Vielleicht hilft es auch, alte Freundschaften aufzufrischen und Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen.