Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker

Kfz-Mechatroniker / Kfz-Mechatronikerin: eine Ausbildung, die zu dir passt?

Ob Auto, LKW oder Motorrad – du interessierst dich für alles, was einen Motor hat? Schon als Kind haben dich elektronische Steuerungen von Fahrzeugen fasziniert? Technisches Grundverständnis wurde dir in die Wiege gelegt?Wir haben alle Infos zur Ausbildung zum Kfz-Mechtroniker bzw. zur Kfz-Mechatronikerin in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch zu den Löhnen.

Du packst mit an und hast kein Problem damit, dir die Hände schmutzig zu machen? Das Montieren elektronischer Bestandteile stellst du dir ebenso spannend vor wie das Wechseln von Zündkerzen, das Nachfüllen von Öl oder der Einbau eines Autoradios? Auch analytisches Denken macht dir Spaß, so dass es ein Leichtes für dich ist, verschiedene Systemkomponenten zu erfassen, um Fehler leichter zu identifizieren? Zudem arbeitest du sorgfältig und genau? Dann werde doch Kraftfahrzeugmechatroniker/in bzw. Kraftfahrzeugtechniker/in, denn dieser Beruf scheint optimal für dich zu sein!

Aus dem Kfz-Mechaniker wurde der Kfz-Mechatroniker

Was früher die Aufgabe von Kfz-Mechanikern war, übernehmen heute Kfz-Mechatroniker bzw. Kfz-Mechatronikerinnen. Sie kümmern sich um die Wartung und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen. Mechatronik setzt sich aus den Worten Mechanik und Elektronik zusammen. Elektronische Steuerungen von Autos und anderen Kfz werden immer selbstverständlicher, auch die Antriebsarten (Hybridfahrzeuge, Elektroautos) verändern sich laufend weiter. Daher wird in Deutschland voraussichtlich ab 2013 auch die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit der Ausbildung Mechanikerin bzw. Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik zusammengeführt und mit der bzw. dem Kraftfahrzeugservicemechaniker/in kombiniert. Die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker bzw. zur Kraftfahrzeugmechatronikerin dauert in Deutschland 3 ½ Jahre. In Österreich dauert es je nach Spezialisierung 3 ½ bis 4 Jahre, um Kraftfahrzeugtechniker bzw. Kraftfahrzeugtechnikerin zu werden. Wer in der Schweiz Automobil-Mechatroniker bzw. Automobil-Mechatronikerin EFZ werden möchte, braucht dafür 4 Jahre. Die Ausbildung erfolgt zumeist dual, also in einem Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule. Je nach Land kannst du dich meist entweder auf Pkw Nutzfahrzeuge, Motorräder und/oder Systemelektronik spezialisieren. Was dich während der Ausbildung erwartet, zeigt dir das folgende Video.

Ausbildung Kfz-Mechatroniker – was dich erwartet

Während deiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bzw. Kfz-Mechatronikerin lernst du, wie man Fahrzeuge prüft und wartet, sie instand setzt und umrüstest. Kommt also zum Beispiel ein Kunde mit einem Fahrzeug zu dir, das nicht einwandfrei funktioniert, musst du zuerst herausfinden, was die Ursache für diese Störung ist. Bei der Diagnose können dir verschiedene Geräte oder Werkzeuge helfen. Um Fehler zu beheben ist es häufig notwendig, Fahrzeuge zu demontieren. Je nach Störung reparierst du zum Beispiel die elektronischen oder elektrischen Systeme des Fahrzeugs, die Steuerungs- oder Regelungselemente, die Energieversorgung, das Start- oder Abgassystem oder die Motormechanik. Nachdem du den Defekt behoben hast, wird das Fahrzeug wieder montiert und dem Kunden übergeben. Als Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechatronikerin überprüft du Fahrzeuge aber auch für gesetzliche Untersuchungen und setzt sie gegebenenfalls instand, rüstest Fahrzeuge um oder aktualisierst Systeme.

Spezialisierungen je nach Land anders

In Österreich ist die Lehre für Kraftfahrzeugtechnik ein Modullehrberuf. Das bedeutet, dass du eine 2-jährige Grundausbildung in Kraftfahrzeugtechnik absolvierst und dich danach für eines der Hauptmodule entscheidest: Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik oder Motorradtechnik. Wenn du dich weiter spezialisieren möchtest, kannst du noch ein weiteres Hauptmodul wählen oder die ½-jährige Ausbildung im Spezialmodul Systemelektronik wählen. Deine Lehre dauert in diesen Fällen statt 3 Jahren insgesamt 4 Jahre. In der Schweiz stehen während der 4-jährigen Lehre zum Automobil-Mechatroniker bzw. zur Automobil-Mechatronikerin EFZ die Fachrichtungen Personenwagen oder Nutzfahrzeuge zur Verfügung. In Deutschland findet ab dem dritten Ausbildungjahr eine Vertiefung in einem der folgenden Schwerpunkte statt: Fahrzeugkommunikationstechnik, Motorradtechnik, Nutzfahrzeugtechnik oder Personenkraftwagentechnik.

Gehalt als Kfz-Mechatroniker/ Kfz-Mechatronikerin

Als Azubi bzw. Lehrling in einem Betrieb gibt es natürlich auch eine Ausbildungsentschädigung. Hier die ungefähren Löhne, die du während deiner Ausbildung erwarten kannst:

 Deutschland*Österreich**Schweiz***
1. Ausbildungsjahr436-648 €517-554 €700 SFr.
2. Ausbildungsjahr484-683 €693-790 €800 SFr.
3. Ausbildungsjahr534-755 €933-1.100 €1'100 SFr.
4. Ausbildungsjahr580-808 €1.253-1.485 €1'300 SFr .

* Berufenet der Bundesagentur für Arbeit, Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
** Ewaros, kollektivvertragliche Mindestsätze für Lehrlingsentschädigungen
*** Lohnrichtwerte Gewerbeverband Basel, 2011

Nach der Lehre steigt man in Österreich mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 1.890 ein (laut AMS-Gehaltskompass). In Deutschland verdienen Kfz-Mechaniker bzw. Kfz-Mechanikerinnen laut WSI-Lohnspiegel im Durchschnitt 2.269 €, wobei der Durchschnittsverdienst in Ostdeutschland mit durchschnittlich 1.728 € deutlich unter dem in Westdeutschland (2.396 €) liegt. Der Mindestlohn für Automobil-Mechatroniker EFZ in der Schweiz mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung liegt bei 4’480 SFr.

Aufstiegschancen

Du fragst dich: Kfz-Mechatroniker, was nun? Neben der Meisterprüfung gibt es noch weitere Möglichkeiten, dich weiterzubilden. So kannst du in Deutschland etwa eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in mit Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik oder Karosserie- und Fahrzeugbautechnik, Fachkaufmann/-frau in der Handwerkswirtschaft oder Technische/r Fachwirt/in machen. In der Schweiz kannst du dich zum/zur Automobildiagnostiker/in weiterbilden, eine Höhere Fachprüfung zum/zur Dipl. Automobilkaufmann/-frau ablegen oder z.B. eine höhere Fachschule (Maschinenbau oder Elektrotechnik) besuchen. In Österreich und der Schweiz ist auch der Besuch einer Fachhochschule möglich (Fahrzeugtechnik/Automotive Engineering bzw. Automobiltechnik). Mit Hochschulzugangsberechtigung kann man in Deutschland studieren (z.B. Fahrzeugtechnik oder Informations-, Kommunikationstechnik). Du kannst dich aber auch selbstständig machen und einen eigenen Betrieb gründen.

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