Gehaltserhöhung: Die besten Argumente und Praxisbeispiele
Unsicher bei der Gehaltsforderung? Keine Panik! Eine gute Vorbereitung und überzeugende Argumente sind der Schlüssel zum Erfolg. Zeige auf, welchen Mehrwert du dem Unternehmen bringst, anstatt dich auf persönliche Bedürfnisse zu berufen.
Ob mehr Verantwortung, nachweisbare Erfolge oder fachliche Weiterentwicklung – es gibt viele Gründe für eine Gehaltserhöhung. Wichtig ist, diese transparent und mit konkreten Beispielen zu belegen. Auch ein Marktwertvergleich kann hilfreich sein, um deine Forderung zu untermauern.
Vermeide vage Aussagen, emotionale Begründungen oder Vergleiche mit Kollegen. Konzentriere dich stattdessen auf deine Leistungen und eine selbstbewusste Argumentation. Und keine Sorge, wenn es beim ersten Anlauf nicht klappt: Nutze das Feedback, um dich weiter zu verbessern und beim nächsten Mal noch stärker zu argumentieren.
„Bitte nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung.“ – Die Antwort auf diese Frage erfordert Fingerspitzengefühl. Denn selbst wenn du bereits weißt, welches Gehalt du anstrebst, solltest du nicht mit der Tür ins Haus fallen. Denn eine Gehaltserhöhung oder ein hohes Einstiegsgehalt bekommst du selten einfach so. Entscheidend ist, mit welchen Argumenten du deine Forderung begründen kannst. Denn wenn du gut vorbereitet und souverän ins Gespräch gehst, verhandelst du dein Gehalt erfolgreicher.
Warum gute Argumente im Gehaltsgespräch wichtig sind
Du hättest gern besonders viel, dein Arbeitgeber will aus wirtschaftlichen Gründen aber wenig zahlen. Die Vorstellungen gehen also teilweise stark auseinander. Dein Gehalt ist kein Wunschkonzert, sondern am Ende ein Kompromiss für beide Seiten.
Deine Führungskraft muss deine Gehaltsforderung innerhalb des Unternehmens rechtfertigen können. Genau hier kommen deine Argumente ins Spiel. Je konkreter und nachvollziehbarer diese sind, desto eher wird aus einem „Vielleicht später“ ein „Ja, natürlich“.
Übrigens ist dabei dein persönliches Empfinden zweitrangig. Du musst vielmehr objektiv zeigen können, welchen Mehrwert du dem Arbeitgeber mit deinen Fähigkeiten lieferst und warum dein Gehalt diesem Wert entsprechen sollte.
Deine Verhandlungsskills sind nicht nur beim Gehalt relevant
Gute Argumente bringen dich im Job nicht nur beim Thema Gehalt weiter. In nahezu jedem beruflichen Kontext zählt, wie klar, sachlich und nachvollziehbar du deinen Standpunkt vertreten kannst – egal, ob es nun um die Übernahme spannender Projekte, die Zuteilung neuer Aufgaben oder die Positionierung deiner Ideen im Team geht.
Kannst du dich erfolgreich positionieren und darlegen, warum eine Entscheidung für dich sinnvoll ist, baut das deinen Einfluss aus. Deshalb lohnt es sich, deine Argumentations- und Verhandlungskompetenz bewusst allein oder in einem Kurs zu trainieren.
Die wichtigsten Gründe für eine Gehaltserhöhung
Neben der Gehaltsverhandlung bei einem neuen Job gibt es viele weitere Gründe, die für ein Gehaltsgespräch und im Zuge dessen für eine Erhöhung deines Einkommens sprechen. Diese solltest du transparent herleiten und belegen können.
Ein klassischer Grund für mehr Gehalt ist eine erhöhte Verantwortung in der gleichen Stelle. Wenn sich dein Aufgabenbereich plötzlich erweitert hat, du auf einmal wichtige Projekte leitest, Entscheidungen triffst oder deine Kolleg:innen anleitest, sollte sich das auch in finanzieller Hinsicht positiv auswirken.
Auch nachweisbare Leistung zählt. Hast du beispielsweise deine KPIs erreicht? Oder vielleicht konnten durch deinen Input bestimmte Prozesse effizienter gestaltet werden? Das sind klare Gründe für mehr Geld. Überlege dir trotzdem genau, welche messbaren Werte du für deine Argumentation heranziehen willst. Das richtige Timing kann hier auch eine Rolle spielen. Die besten Chancen dürftest du haben, wenn deiner:m Vorgesetzten deine Leistung noch in bester Erinnerung ist.
Weniger mit dir persönlich, dafür aber mit der allgemeinen Marktentwicklung, hat ein weiterer Grund für eine Gehaltserhöhung zu tun. Wenn dein Beruf oder deine Branche stark nachgefragt ist und vergleichbare Positionen inzwischen besser bezahlt werden, darfst du das aktiv thematisieren. Dein Marktwert entwickelt sich ständig weiter. Abgeschlossene Weiterbildungen, Zertifikate oder spezialisierte Kenntnisse erhöhen deinen Wert für das Unternehmen langfristig. Gerade dann, wenn du dieses Wissen aktiv einbringst, ist eine Gehaltsanpassung mehr als gerechtfertigt.
Diese Aspekte bestimmen dein Gehalt
Manchmal hast du Glück und die attraktive Stellenausschreibung kommt inklusive einer Gehaltsangabe, an der du deine Gehaltsvorstellung orientieren kannst. Oftmals liest du aber wohl nur „attraktives Gehalt“ und andere unklare Formulierungen, die dir nicht im Geringsten einen Anhaltspunkt geben, wie viel Gehalt du verlangen kannst. Das Wichtigste in dieser Situation ist, den eigenen Marktwert zu kennen.
Diesen kannst du beispielsweise auf kununu durch den Vergleich mit anderen Arbeitnehmer:innen in deiner Position näher bestimmen.
Nur so gehst du gut vorbereitet in die Gehaltsverhandlung und bist zudem davor gefeit, völlig ins Blaue zu schießen oder blauäugig ein zu niedriges Gehaltsangebot anzunehmen. Die exakte Höhe des Einkommens ist von diversen Faktoren abhängig. Folgende Fragen solltest du dir stellen, um zu einer realistischen Einschätzung des eigenen Gehalts zu gelangen:
- Wie viel verdienen andere Beschäftigte in meiner Position?
- Welche Qualifikationen oder Abschlüsse habe ich?
- Wie viel Erfahrung habe ich?
- Was sind meine Soft Skills?
- In welcher Region (Land, Bundesland, Stadt) arbeite ich?
Die besten Argumente für deine Gehaltserhöhung ausformuliert mit Praxisbeispielen:
Eine gute Gehaltsverhandlung lebt von nachvollziehbaren Argumenten, die zur jeweiligen Situation, deiner Rolle und zum Unternehmen passen. Was du sagst ist weniger wichtig, als die passende Einordnung. Die folgenden Beispiele zeigen typische Argumente für eine Gehaltserhöhung – jeweils mit einem Gesprächsausschnitt aus der Praxis und konkreten Formulierungsvorschlägen.
Argument 1 für mehr Gehalt: Mehr Verantwortung als zu Beginn
Deine Verantwortung ist deutlich höher als noch bei deinem Einstieg in den Job und du hast Aufgaben übernommen, die über dein ursprüngliches Stellenprofil hinausgehen? Wenn Verantwortung stillschweigend zur Normalität geworden ist, entsteht ein starkes Argument für mehr Gehalt.
So könntest du ins Gespräch einsteigen:
„Als ich in die Position gestartet bin, lag mein Fokus vor allem auf X. Inzwischen habe ich zusätzlich Verantwortung in den Bereichen Y und Z übernommen. Diese Aufgaben gehören mittlerweile fest zu meinem Arbeitsalltag und tragen aus meiner Sicht spürbar zum Teamerfolg bei.“
Mögliches Gegenargument deiner Führungskraft:
„Das stimmt, aber das gehört bei uns doch zur normalen Weiterentwicklung.“
Deine Antwort:
„Das sehe ich genauso. Mir geht es auch nicht darum, einzelne Aufgaben aufzurechnen, sondern darum, dass sich mein Rollenprofil deutlich weiterentwickelt hat. Deshalb würde ich gerne darüber sprechen, wie sich diese Entwicklung auch in meiner Vergütung widerspiegeln kann.“
Argument 2 für mehr Gehalt: Nachweisbare Leistung und messbare Erfolge
Leistung ist ein Klassiker in der Gehaltsverhandlung. Überzeugend ist sie aber nur dann, wenn sie auch nachgewiesen werden kann. Unklare Aussagen wie „Ich arbeite sehr engagiert“ reichen nicht aus. Geh lieber auf konkrete Beispiele ein.
Beispielhafter Gesprächsverlauf:
„Im letzten Jahr habe ich unter anderem Projekt X verantwortet, das wir zwei Wochen früher als geplant abgeschlossen haben. Außerdem konnte ich im Bereich Y eine neue Struktur etablieren, die die Abstimmungszeiten im Team deutlich reduziert hat.“
Geschickte Überleitung zur Gehaltsfrage:
„Diese Ergebnisse zeigen aus meiner Sicht, dass ich einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg leiste. Deshalb würde ich gerne über eine Anpassung meines Gehalts sprechen.“
Wenn deine Führungskraft zögert:
„Mir ist bewusst, dass Gehaltsentscheidungen von mehreren Faktoren abhängen. Gleichzeitig halte ich es für sinnvoll, Leistung und Entwicklung regelmäßig gemeinsam zu reflektieren.“
Argument 3 für mehr Gehalt: Fachliche Weiterentwicklung
Deine berufliche Weiterbildung ist für einen Arbeitgeber kein Nice-to-have, sondern konkret nutzbar. Das solltest du ihm deutlich machen. Hast du dir beispielsweise auf Eigeninitiative Wissen angeeignet oder Zertifikate erworben, kann das deine Rolle und Verantwortung deutlich verändern. Gerade bei einer privaten Weiterbildung kann es auch sein, dass das Unternehmen über deine neuen Skills gar nicht Bescheid weiß.
So formulierst du es im Gespräch:
„Seit meinem Einstieg habe ich mich im Bereich X gezielt weitergebildet und setze dieses Wissen inzwischen regelmäßig in meiner Arbeit ein, zum Beispiel bei Y.“
Bezug zur Rolle herstellen:
„Diese zusätzlichen Kompetenzen ermöglichen es mir, Aufgaben eigenständig zu übernehmen, die zuvor extern vergeben oder anders verteilt waren.“
Thema Gehalt argumentativ einbauen:
„Deshalb würde ich gerne besprechen, wie sich diese fachliche Weiterentwicklung perspektivisch auch in meinem Gehalt widerspiegeln kann.“
Argument 4 für mehr Gehalt: Marktwertvergleich
Du hast dich privat über marktübliche Gehälter informiert und dabei festgestellt, dass dein aktuelles Gehalt unter dem Durchschnitt liegt? Ein valides Argument, um ruhig und sachlich über eine Anpassung deines Verdiensts zu sprechen. Wie das möglicherweise klappt?
So könntest du ins Gespräch einsteigen:
„Ich habe mich in Vorbereitung auf unser Gespräch mit marktüblichen Gehältern für vergleichbare Positionen beschäftigt. Unsere Branche und Region habe ich natürlich auch einbezogen.“
Sachliche Einordnung:
„Dabei ist mir aufgefallen, dass mein aktuelles Gehalt unter dem Durchschnitt für diese Rolle liegt, insbesondere in Kombination mit meiner Berufserfahrung.“
Stark argumentieren ohne Vergleich:
„Mir geht es nicht um einen Vergleich mit Kolleg:innen, sondern um eine faire Einordnung meiner Position am Markt.“
Am besten prüfst du beim Gehaltscheck kununu konkret welches Gehalt dir zusteht!
Diese häufige Fehler passieren bei der Argumentation
Viele Gehaltsgespräche scheitern nicht daran, dass dein Wunsch unberechtigt wäre, sondern daran, wie du ihn formulierst. Gerade im sensiblen Kontext von Geld achten Führungskräfte weniger auf Emotionen als auf die argumentative Nachvollziehbarkeit und deine Professionalität.
Diese häufigen Argumentationsfehler kosten dich in der Gehaltsverhandlung möglicherweise bares Geld:
- Zu vage Aussagen ohne konkrete Beispiele oder Zahlen
- Emotionale Begründungen („Ich brauche das Geld!“) statt leistungsbezogener Argumente
- Abwertende Vergleiche mit Kolleg:innen oder Verweise auf deren Gehalt
- Fehlende Struktur im Gespräch durch Springen zwischen Themen
- Rechtfertigungen statt selbstbewusster und sachlicher Argumentation
Deine guten Argumente können weniger stark wahrgenommen werden, wenn du sie schlecht vorträgst. Im Fokus des Gesprächs solltest jedenfalls stets du mit deiner individuellen Leistung stehen.
Besonderheiten bei der Gehaltsverhandlung als Frau
Lass dich von den geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschieden nicht verunsichern. Gerade weil der sogenannte Gender Pay Gap existiert, solltest du dich als Frau besonders gut auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten und deine Erwartungen klar definieren. In unserem Ratgeber findest du Tipps und Tricks für die Gehaltsverhandlung für Frauen.
Wie auf Ablehnung bei der Gehaltsverhandlung reagieren?
Dein Gehaltsgespräch ist ernüchternd verlaufen, obwohl deine Leistung stimmt? Das kann passieren. Bleib jetzt am besten erstmal ruhig und bereite dich auf deine nächsten Schritte vor. Ein Nein ist nämlich nicht unbedingt ein Scheitern. In Gehaltsverhandlungen sagt eine Ablehnung zunächst wenig über deinen Wert aus, sondern häufig mehr über Timing, Budgets oder interne Rahmenbedingungen. Wie du das Gespräch nach der Ablehnung deiner Gehaltserhöhung konstruktiv und sachlich weiterführst:
„Danke für deine Offenheit. Kannst du mir konkret sagen, welche Punkte aus deiner Sicht aktuell gegen eine Gehaltserhöhung sprechen?“
oder
„Was müsste ich aus deiner Sicht erfüllen, um bei der nächsten Gehaltsrunde berücksichtigt zu werden?“
Erfüllst du die konkreten Erwartungen, kannst du gestützt von diesem Argument erneut in die Verhandlung gehen. Sollte sich dein Arbeitgeber dann weiterhin querstellen, kannst du natürlich jederzeit persönliche Konsequenzen ziehen und dich beispielsweise am Arbeitsmarkt nach einer anderen Stelle umsehen.
Wie viel Gehalt kann ich verlangen? – kununu hilft dir!
Tipps schön und gut – aber was das in Zahlen übersetzt heißt, ist dir immer noch nicht klar? Du weißt immer noch nicht, welchen Lohn du konkret verlangen kannst? kununu hilft dir nicht nur mit Ratschlägen, sondern auch mit konkreten Zahlen. Auf kununu.com findest du Gehaltsangaben, die dir bei der Einschätzung deiner Gehaltsvorstellung helfen. Mit unseren cleveren Gehaltsbändern für einzelne Berufe, basierend auf echten Gehaltsangaben, kannst du dich über Durchschnittsgehalt, Gehaltshöhe nach Berufserfahrung oder nach Branche in deinem speziellen Beruf informieren – und das für Deutschland als auch für Österreich und die Schweiz. Dein Beruf ist noch nicht auf kununu zu finden? Dann haben wir hierzu leider noch nicht genügend Gehaltsdaten. Hast du jedoch schon ein konkretes Unternehmen ins Auge gefasst, findest du auf dem Unternehmensprofil auf kununu.com vielleicht Angaben zu unternehmensspezifischen Gehältern und Löhnen für deine angestrebte Position.
Step by step zum Traumjob mit kununu:
Du weißt nun, wie viel Gehalt du verlangen kannst? Dann erfahre, wie du deine Gehaltsvorstellung richtig formulierst.
Alle Daten auf einen Blick? Im kununu Gehaltscheck 2026 findest du Gehälter Deutschlands verglichen nach Beruf, Region, Branche und Berufserfahrung.