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Gehaltserhöhung bei Beförderung – Wie viel ist drin?

Beförderung in Sicht, aber wie viel mehr Gehalt ist drin? Eine Gehaltserhöhung sollte bei mehr Verantwortung selbstverständlich sein. Als Faustregel gilt: Weniger als 10 % sind meist zu wenig, bis zu 20 % sind üblich bei Führungspositionen und bis zu 30 % bei deutlich mehr Verantwortung.

Doch Achtung: Ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht immer. Verhandle selbstbewusst, am besten mit dem Ziel von 20-25 % mehr. Kläre, ob ein Inflationsausgleich enthalten ist.

Was, wenn es keine Gehaltserhöhung gibt? Wäge ab, ob Benefits wie Firmenwagen oder Homeoffice eine Alternative sind. Lehne lieber ab, als dich unter Wert zu verkaufen. Informiere dich über marktübliche Gehälter und bereite deine Argumente vor. Achte darauf, dass die Gehaltserhöhung die zusätzliche Arbeitsbelastung widerspiegelt.

Neuer Job, besseres Gehalt? Wenn du das Unternehmen wechselst, stimmt diese Rechnung häufig. Aber wie sieht es mit einer Gehaltserhöhung bei einer Beförderung aus? Mehr Verantwortung sollte sich immer auch finanziell auszahlen. Wie viel kannst du bei der Gehaltsverhandlung verlangen, wenn du befördert wirst? Wir sagen dir, was angemessen ist und wie du am besten vorgehst.

Wie viel Gehaltserhöhung ist bei einer Beförderung angemessen?

Du hast es geschafft – die Beförderung ist in trockenen Tüchern. Nach all den Überstunden, erfolgreichen Projekten und dem unermüdlichen Einsatz steigst du endlich auf. Herzlichen Glückwunsch! Gleichzeitig kreist wahrscheinlich eine große Frage in deinem Kopf: Wie viel mehr Gehalt steht mir eigentlich zu?

Diese Frage ist absolut berechtigt. Schließlich bedeutet eine Beförderung meistens mehr Verantwortung, komplexere Aufgaben und häufig auch längere Arbeitszeiten. Da ist es nur fair, dass sich das auch auf deinem Konto bemerkbar macht. Prinzipiell gilt deshalb: Eine Gehaltserhöhung sollte bei einer Beförderung auf jeden Fall drin sein. Welche Höhe angemessen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Bis zu 30 Prozent mehr Gehalt sind möglich

Eine Beförderung ist die beste Voraussetzung, um eine attraktive Gehaltserhöhung zu verhandeln. Du steigst ja schließlich nicht ohne Grund auf. Wahrscheinlich hast du immer wieder bewiesen, wie wertvoll du für das Unternehmen bist: Deine Vorgesetzten schätzen dich und deinen Einsatz. Sie sind mit deiner Leistung zufrieden und möchten, dass du deine Karriere im Unternehmen fortsetzt.

So nett ein neuer Titel auch ist: Damit das Angebot für dich attraktiv ist, gehört zu einer Beförderung auch ein Gehaltserhöhung. Wie hoch die ausfällt, hängt vor allem damit zusammen, wie viel Verantwortung du in der neuen Position trägst. Mehr als bei einer regulären jährlichen Gehaltsanpassung (meistens 3 bis 7 Prozent) sollten es schon sein.

Je mehr Verantwortung, desto mehr Gehalt

Als grobe Orientierung:

  • Bei einer Standard-Beförderung (zum Beispiel vom Junior zum Senior in deinem Fachbereich) bewegen sich die Erhöhungen typischerweise im Bereich von 10 bis 15 Prozent. Das bedeutet: Wenn du aktuell 50.000 Euro brutto im Jahr verdienst, kannst du mit zusätzlichen 5.000 bis 7.500 Euro rechnen.
  • Bei einem Aufstieg zur Führungskraft sieht es noch besser aus. Hier sind Gehaltssprünge von 20, in Einzelfällen sogar bis zu 30 Prozent durchaus möglich. Personalverantwortung, strategische Planung und Budgetverantwortung sind einfach nochmal ein anderes Kaliber.
  • Bei kleineren Beförderungen (etwa wenn du einfach eine Stufe innerhalb deines bisherigen Bereichs aufsteigst, ohne grundlegend andere Aufgaben zu übernehmen) fällt die Erhöhung mit 5 bis 10 Prozent entsprechend moderater aus.

Generell gilt: Wenn du befördert wirst, kannst du erstmal selbstbewusst mit dem Zielbereich von 20 bis 25 Prozent mehr in die Gehaltsverhandlung starten. Auch wenn am Ende vielleicht etwas weniger dabei rauskommt, solltest du nicht von Anfang an tiefstapeln.  

Als Faustregel für Gehaltserhöhungen bei Beförderung gilt:

  • Weniger als 10 Prozent sind meistens zu niedrig (außer deine Aufgaben bleiben gleich)
  • Bis zu 20 Prozent sind üblich, wenn du eine Führungsposition bekommst
  • Bis zu 30 Prozent sind nur realistisch, wenn du deutlich mehr Verantwortung trägst oder in einem sehr gefragten Bereich arbeitest

Gibt es immer eine Gehaltserhöhung bei einer Beförderung?

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Gehaltserhöhung bei einer Beförderung allerdings nicht. Ein fest verbrieftes Recht auf mehr Geld gibt es gibt es ohnehin nur, wenn in deinem Arbeits- oder Tarifvertrag eine entsprechende Regelung festgehalten ist. Dann ist dein Arbeitgeber natürlich daran gebunden – unabhängig davon, ob eine Beförderung ansteht oder nicht.

Der Normalfall sieht aber anders aus: Wenn du der Meinung bist, eine Gehaltserhöhung verdient zu haben, musst du in die Verhandlung gehen. Eine Beförderung bietet dazu die beste Gelegenheit. Denn eine gute Leistung und das Vertrauen deiner Vorgesetzten sind das beste Argument, um mehr Gehalt zu fordern.

Was tun bei einer Beförderung ohne Gehaltserhöhung?

Es kann durchaus vorkommen, dass dein Arbeitgeber dich befördert, ohne dir eine Gehaltserhöhung anzubieten. Man spricht dann auch von einer „trockenen Beförderung„: Du bekommst den neuen Titel und die Verantwortung, aber erstmal kein höheres Gehalt.

In diesem Fall solltest du abwägen: Was sind die Gründe, dass dein Arbeitgeber dir eine Gehaltserhöhung trotz Beförderung versagt? Befindet sich das Unternehmen in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation und kann sich eine Gehaltserhöhung gerade nicht leisten?

Falls eine Gehaltserhöhung im Moment nicht möglich ist, kannst du auch überlegen, ob für dich andere zusätzliche Benefits infrage kommen: Ein Firmenwagen, mehr Homeoffice oder ähnliche Zusatzleistungen sind oft ein guter Kompromiss. Vielleicht ist die neue Position auch einfach sehr spannend, bringt dich in deiner Karriere weiter und öffnet dir in Zukunft neue Türen.

Denke aber unbedingt darüber nach, wie viel zusätzliche Verantwortung und Mehrarbeit der neue Job mit sich bringt. Du solltest dich nicht unter Wert verkaufen: Man kann eine (unattraktive) Beförderung auch ablehnen. 

Tipp: Falls du trotz Beförderung keine Gehaltserhöhung bekommst, vereinbare einen konkreten Zeitpunkt für ein erneutes Gehaltsgespräch in naher Zukunft. Und: Frage genau nach, welche Leistungen oder Meilensteine nötig sind, damit eine Gehaltserhöhung möglich wird. So hast du ein konkretes Ziel und kannst später darauf verweisen.

Gehaltserhöhung oder Inflationsausgleich?

Die Lebenshaltungskosten steigen stetig. Die Preise für Energie, Benzin, aber auch Mieten und Lebensmittel sind gerade in den letzten Jahren teilweise so sprunghaft angestiegen, dass einige Unternehmen ihren Mitarbeiter:innen einen freiwilligen Inflationsausgleich gezahlt haben.

Bei Gehaltserhöhungen von unter fünf Prozent spricht man daher oft von einem Inflationsausgleich: Ohne diese Anpassung kannst du dir aufgrund der steigenden Preise weniger für dein Gehalt leisten. Erst bei fünf Prozent mehr Gehalt spricht man daher von einer Gehaltserhöhung. Alles darunter gilt als Gehaltsanpassung, die unabhängig von deiner Leistung erfolgt.

Das zeigt dir, wie wichtig es ist, regelmäßig in die Gehaltsverhandlung zu gehen – ganz unabhängig davon, ob eine Beförderung ansteht oder nicht. Wer sich als Arbeitnehmer:in über viele Jahre hinweg mit dem gleichen Gehalt zufriedengibt, akzeptiert de facto, für weniger Geld zu arbeiten.

Gehaltsverhandlung bei Beförderung: So bereitest du dich vor

Du gehst mit gutem Gefühl ins Personalgespräch, weil du dir sicher bist, dass deine Beförderung ansteht? Sehr gut! Um sichergehen, dass neben dem neuen Titel auch das neue Gehalt stimmt, solltest du dich unbedingt gut auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten. Dazu zählt vor allem, dass du dir ein konkretes Ziel setzt und dir schlagkräftige Argumente überlegst.

  • Was verdienst du aktuell?
  • Welche neuen Aufgaben bringt die neue Position mit sich?
  • Trägst du Personal- und Budgetverantwortung – und wenn ja, in welchem Umfang?
  • Wie komplex ist dein neuer Job?
  • Wie viel zeitlichen Mehraufwand wirst du erbringen?
  • Welches Gehalt erwartest du dir nach der Beförderung?

Je klarer du deine Erwartungen definieren kannst, desto überzeugender kannst du sie vorbringen und entsprechend verhandeln. Auf kununu.com kannst du dein aktuelles Gehalt vergleichen und dich über die Durchschnitts- und Topgehälter für deine neue Position informieren. 

Ab welcher Gehaltserhöhung lohnt sich die Beförderung?

Nicht jede Beförderung ist automatisch ein guter Deal für dich. Klar, mehr Verantwortung, ein besserer Titel und die Anerkennung deiner Leistung sind wichtig. Aber wenn du plötzlich 15 Stunden mehr pro Woche arbeitest, ständig erreichbar sein musst und deutlich mehr Stress hast, sollte sich das auch finanziell auszahlen.

Als Faustregel gilt: Die Gehaltserhöhung sollte mindestens die zusätzliche Arbeitsbelastung widerspiegeln. Wenn du vorher eine 40-Stunden-Woche hattest und jetzt realistisch 50 Stunden arbeitest, bedeutet das 25 Prozent mehr Arbeitszeit. Eine Gehaltserhöhung von nur 5 Prozent wäre in diesem Fall definitiv zu wenig: Du würdest effektiv pro Stunde sogar weniger verdienen als vorher.

Wie teuer wird die Beförderung für dich?

Denke auch an die versteckten Kosten: Als Führungskraft bist du möglicherweise öfter auf Geschäftsreise, musst repräsentativ auftreten (was unter Umständen bedeutet, dass du mehr in deine Garderobe investierst) oder hast höhere Ausgaben für berufliche Weiterbildung.

Außerdem bedeutet mehr Verantwortung oft mehr Druck, schwierigere Entscheidungen und manchmal auch Konflikte mit Kolleg:innen. Überleg dir gut, ob das Gesamtpaket für dich stimmt: Manchmal ist es besser, eine Beförderung abzulehnen oder aufzuschieben, bis die Konditionen besser passen.

Fazit: Eine faire Gehaltserhöhung bei einer Beförderung ist ein Muss

Bei einer Beförderung bist du als Arbeitnehmer:in in der Pole-Position, was deine Gehaltserwartung betrifft: Nutze sie! Wie hoch eine Gehaltserhöhung ausfallen sollte, hängt vor allem davon ab, ob sich dein Aufgabenspektrum seit der letzten Verhandlung verändert hat. Vielleicht hast du zum ersten Mal Personalverantwortung oder verantwortest ein deutlich höheres Budget.

Falls deine Aufgaben gleich bleiben, ist eine Gehaltserhöhung von etwa fünf bis sieben Prozent angemessen. Übernimmst du eine Führungsposition, sind oft auch 15 bis 20 Prozent realistisch. Noch höhere Gehaltssprünge klappen meistens nur bei sehr viel Verantwortung, spezifischen Fachbereichen oder in Branchen, die generell sehr gut zahlen.

Sei aber ruhig mutig und starte mit einer etwas höheren Forderung in die Gehaltsverhandlung: Entgegenkommen kannst du deinem Arbeitgeber später immer noch.

FAQ: Gehaltsverhandlung bei Beförderung

Nein, in Deutschland gibt es keinen allgemeinen rechtlichen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung – auch nicht bei einer Beförderung. Ausnahmen bestehen nur bei Tarifverträgen, in denen Gehälter für bestimmte Positionen festgelegt sind, oder wenn der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt wird. Das bedeutet: Du musst verhandeln und mit guten Argumenten überzeugen.

In den meisten Standard-Beförderungen sind 10 bis 15 Prozent realistischer. Mehr als 20 Prozent sind möglich, aber eher selten, da die meisten Unternehmen interne Budgetgrenzen haben. Solche hohe Steigerungen gibt es vor allem, wenn du von einer Fachkraft- zur Führungsposition mit großem Verantwortungssprung aufsteigst. Auch in Branchen mit extremem Fachkräftemangel sind manchmal größere Sprünge möglich.

Bleib ruhig und professionell. Frage nach den konkreten Gründen. Ist es das Budget? Die wirtschaftliche Lage? Interne Gehaltsbänder? Dann kannst du Alternativen vorschlagen: geldwerte Vorteile wie Dienstwagen, Jobticket, zusätzliche Urlaubstage, Homeoffice-Regelungen oder ein Weiterbildungsbudget. Vereinbare außerdem einen konkreten Termin für ein erneutes Gespräch in 6 bis 12 Monaten und halte fest, welche Leistungen oder Meilensteine bis dahin erreicht werden sollen.

Idealerweise verhandelst du das Gehalt vor oder spätestens zeitgleich mit der Beförderung, aber manchmal läuft es eben anders. Wenn du schon befördert wurdest und das Gehalt noch nicht angepasst wurde, solltest du zeitnah das Gespräch suchen. Bereite dich genauso gründlich vor: Dokumentiere deine neuen Aufgaben, den zeitlichen Mehraufwand und die gestiegene Verantwortung. Argumentiere, dass die Beförderung deine bisherige Leistung honoriert, aber das Gehalt noch nicht die neuen Anforderungen widerspiegelt. Dann benenne konkret, welche Anpassung du für angemessen hältst.

Dein aktuelles Gehaltsniveau ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Verhandlung, aber nicht der einzige Faktor. Wenn du bisher unter Marktwert bezahlt wurdest, ist eine Beförderung die perfekte Gelegenheit, das zu korrigieren. Liegt dein Gehalt bereits im oberen Bereich für deine bisherige Position, sind die prozentualen Spielräume naturgemäß enger. Orientiere dich deshalb weniger an Prozenten, sondern vor allem am Marktwert deiner neuen Position, denn der ist entscheidend für eine faire Bezahlung.

Ja, das ist dein gutes Recht. Wenn die angebotene Gehaltserhöhung nicht im Verhältnis zur zusätzlichen Verantwortung und Arbeitsbelastung steht, ist das sogar ratsam, höflich, aber bestimmt abzulehnen. Erkläre deinem Arbeitgeber sachlich, warum das Angebot für dich nicht attraktiv ist und unter welchen Bedingungen du bereit wärst, die Position zu übernehmen. Manchmal führt eine Ablehnung auch dazu, dass dein Arbeitgeber nachbessert: Schließlich hat er dich ja aus gutem Grund für die Position vorgesehen.