Gut vorbereitet: Souverän durchs Mitarbeitergespräch

In einer guten Firma findet es mindestens einmal im Jahr statt: Das Mitarbeitergespräch. Was vielen Sorge bereitet, ist allerdings eine tolle Chance, die aktuelle Arbeitssituation zu bewerten, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und neue Entwicklungsmöglichkeiten zu besprechen. Die richtige Vorbereitung hilft dir dabei, das Maximum aus deinem Gespräch herauszuholen. Deshalb findest du hier wertvolle Tipps und eine Checkliste für dein nächstes Gespräch.

Das wichtigste zum Mitarbeitergespräch in Kürze:

Das wichtigste und wertvollste Tool für dein Gespräch ist die strategische Vorbereitung.

  • Informiere dich über das aktuelle Gehalt in deiner Branche und deiner Position. Daraus ergibt sich, wie viel du später in deiner Gehaltsverhandlung verlangen kannst. Der kununu Gehaltscheck hilft dir dabei festzustellen, wie viel Gehalt in deiner Position üblich ist.  
  • Erinnere dich daran, konstruktiv und sachlich zu bleiben.
  • Du hast ein Recht auf Bedenkzeit und musst nichts sofort zu- oder absagen.
  • Überlege dir verschiedene Antworten auf die gängigsten Fragen. Unsere Checkliste hilft dir dabei

 


Anliegen werden offen besprochen und es wird klar kommuniziert, wenn etwas nicht möglich ist“ – Arbeitgeberbewertung bei Active Solution AG


Wie dein Mitarbeitergespräch erfolgreich wird

1. Das Sandwich-Prinzip

Was Führungskräfte schon verinnerlicht haben, gilt auch für dich: Kritik, Probleme oder negative Erlebnisse kommunizierst du am besten zwischen Erfolgen. Beginne dein Mitarbeitergespräch daher mit positiven Erlebnissen und Ereignissen und beende es auch damit. Dazwischen hast du Zeit, Kritik und negative Erfahrungen zu äußern.

2. Kontrolle behalten

Das Mitarbeitergespräch ist häufig auch der Moment, in dem dein Chef dir neue Aufgabengebiete eröffnet oder neue Tätigkeiten vorschlägt. Bevor du allerdings zu voreilig oder gar aus Angst zu- oder absagst, erinnere dich daran, dass du ein Recht auf Bedenkzeit hast und fordere diese aktiv ein. Überlege dir, ob dir die Tätigkeit bei deinem persönlich erklärten Ziel helfen kann. Sei auch offen für Neues, manchmal bietet Veränderung auch Chancen.

3. Konstruktivität!

Wie jedes Gespräch ist auch dieses ein Geben und Nehmen. Natürlich kannst du nicht erwarten, dass dein Gegenüber die Verantwortung übernimmt und dir Kritik konstruktiv vermittelt. Sollte dein Chef womöglich sehr emotional oder unsachlich formulieren, lass dich davon nicht einschüchtern. Höre dir die Kritik an, versuche dir einzelne Punkte herauszunehmen, die dich vielleicht weiterbringen oder berechtig sind und antworte möglichst sachlich. Du darfst und musst deinen eigenen Standpunkt vertreten. Bleib dabei aber konstruktiv, auch dann, wenn es dein Gegenüber nicht ist.

Ist dein Gegenüber sehr angriffslustig hilft es manchmal, die Sachlage zu entschärfen. Dabei hilft es, das Gesagte zu wiederholen und zu fragen: „Habe ich das so richtig verstanden?“ So kannst du Missverständnissen vorab vorbeugen. Du hast aber auch das Recht zu sagen: „Ich verstehe Ihre Kritik, ich empfinde die Wortwahl aber als sehr hart. Vielleicht können wir das Gespräch konstruktiver weiterführen.“

 4. Vorbereitung ist alles

In deinem Mitarbeitergespräch ist Platz für deine Bedürfnisse. Hier darfst du Wünsche, Vorstellungen und Anforderungen an deinen Vorgesetzten stellen. Darauf solltest du dich entsprechend vorbereiten. Im ersten Schritt und vor allem dann, wenn du dein Gehalt verhandeln willst, solltest du dich im kununu Gehaltscheck über das Durchschnittsgehalt deiner Branche informieren. Das gibt dir einen Hinweis darauf, wie viel du verlangen kannst.

Manche Arbeitgeber stellen auch einen Leitfaden für Mitarbeitergespräche zur Verfügung. Dann weißt du bereits, was auf dich zukommt. Falls das nicht der Fall ist, haben wir für dich eine Checkliste, mit der du dich optimal aufs Gespräch vorbereiten kannst.

 5. Setzt zusammen erreichbare Ziele

Zentrales Element im Mitarbeitergespräch sind die Zielformulierungen. „Herr Maier, nächstes Jahr muss einfach ein bisschen mehr von Ihnen kommen“ – ist eine suboptimale Zielformulierung. Wofür mehr? Von was? Für wen und vor allem wie? Idealerweise gehst du motiviert und voller Zuversicht aus einem Mitarbeitergespräch heraus. Dafür bedarf es konkreten Zielformulierungen, die dir dein nächstes Jahresziel konkret vor Augen führen. Die richtige Formulierung soll dir aber auch dabei helfen, genau zu wissen, wie du dein Ziel erreichst.

Überprüfe deine Zielvorgaben deshalb auf folgende Kriterien:

  • Sind sie messbar?
  • Sind sie realistisch?
  • Ist ein Zeitrahmen vorhanden?
  • Sind sie konkret?

Idealerweise achtet dein Vorgesetzter darauf, dass eure Vereinbarungen diese Kriterien erfüllen. Du darfst sie aber auch aktiv einfordern. Schließlich möchtest du, dass dein zukünftiger Erfolg belegbar bleibt.


Jeder Mitarbeiter legt seine Ziele fest und bekommt beim Erreichen dieser eine jährlich Prämie ausbezahlt“ – Arbeitgeberbewertung bei Teekanne GmbH


Tipp:

Alle Vereinbarungen, wie zum Beispiel die Zielerreichung für das nächste Jahr, sowie eine mögliche Gehaltserhöhung, solltest du schriftlich festhalten und dir bestätigen lassen. Falls dies nicht automatisch geschieht, sende das unterschriebene Dokument an die HR-Abteilung deines Unternehmens. Vereinbare ein weiteres Gespräch in einem halben Jahr und überprüfe, ob du dich auf dem Weg zu deinen vereinbarten Zielvorgaben auf dem richtigen Weg befindest.

 

Hier findest du die Checklist für dein Mitarbeitergespräch zum Download.