Gut bezahlte Berufe mit Kindern: Hier verdienst du besser als du denkst
Der weitverbreitete Glaube, dass Arbeit mit Kindern zwangsläufig schlecht bezahlt sein muss, ist längst überholt. Aufgrund des wachsenden Fachkräftebedarfs in Kitas, Schulen und Kliniken haben sich die Gehaltsaussichten in vielen pädagogischen, sozialen und medizinischen Berufen spürbar verbessert. Wer seine berufliche Zukunft in diesem Sektor sieht, muss heute nicht mehr zwischen Leidenschaft und finanzieller Sicherheit wählen.
Besonders attraktiv sind hier fünf Berufsfelder: Kinderärzt:innen führen das Gehaltsranking an, gefolgt von Grundschullehrkräften, die insbesondere bei einer Verbeamtung von stabilen Strukturen profitieren. Auch Sozialpädagog:innen, Logopäd:innen und Erzieher:innen bieten solide Verdienstmöglichkeiten, die durch Tarifverträge, Zusatzqualifikationen oder Leitungsfunktionen weiter gesteigert werden können. Dank der hohen Nachfrage haben Fachkräfte heute zudem mehr Verhandlungsspielraum denn je. Ein Blick auf die Branche lohnt sich also – sowohl aus menschlicher als auch aus finanzieller Perspektive.
Wer mit Kindern arbeiten will, muss sich zwischen Leidenschaft und Lebensunterhalt entscheiden? Nicht unbedingt: Es gibt auch Berufe mit Kindern, die gut bezahlen. Wenn dir ein solides Einkommen wichtig ist, solltest du dir deinen zukünftigen Job aber gezielt aussuchen. Wir sagen dir, welche fünf Berufe das Beste aus beiden Welten verbinden.
Glücklich, aber schlecht bezahlt?
Berufe mit Kindern gelten in Deutschland traditionell als Herzensangelegenheit: Wer mit Kindern arbeiten will, muss ja eigentlich Idealist sein. Egal ist das Einkommen aber natürlich trotzdem nicht. Auch wenn du dir einen sinnvollen Beruf wünschst, der dir wirklich liegt, bezahlen sich die Rechnungen schließlich nicht von selbst.
Zum Glück gibt es auch Berufe mit Kindern, die ein gutes Gehalt ermöglichen. Der Sektor ist größer und vielfältiger als sein Ruf: Mehr als 900.000 Menschen in Deutschland arbeiten allein in der Kindertagespflege, dazu kommen viele weitere in Schulen, Beratungsstellen, Kliniken und der Jugendhilfe.
Gleichzeitig wächst der Bedarf nach Fachkräften weiter, weil Betreuungsangebote und frühkindliche Förderung immer wichtiger werden. Das schlägt sich inzwischen auch in den Gehältern nieder. Die Gewerkschaften haben in den vergangenen Jahren spürbare Tariferhöhungen durchgesetzt, mehrere Bundesländer haben die Besoldung von Grundschullehrkräften angehoben. Qualifizierte Fachkräfte können also heute in vielen Bereichen deutlich selbstbewusster verhandeln als früher.
5 gut bezahlte Berufe mit Kindern
1. Kinderärzt:in
Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin begleiten Kinder von der Vorsorgeuntersuchung kurz nach der Geburt bis ins junge Erwachsenenalter. Dabei diagnostizieren sie Krankheiten, behandeln Entwicklungsstörungen und sind oft die erste Anlaufstelle, wenn die Eltern nicht wissen, was mit ihrem Kind los ist. Die meisten arbeiten in eigener Praxis oder als Angestellte in Kinderkliniken, Sozialpädiatrischen Zentren oder großen MVZ-Verbünden.
Wie wirst du Kinderärzt:in?
Wer diesen gut bezahlten Beruf mit Kindern haben will, hat einen langen Weg vor sich. Auf sechs Jahre Medizinstudium folgen fünf Jahre Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin: Insgesamt dauert es also gut ein Jahrzehnt, bevor der Facharzttitel da ist.
Nach der Approbation startest du mit einem Assistenzarztgehalt und kletterst mit jedem Weiterbildungsjahr auf dem Gehaltstreppchen eine Stufe nach oben. Als Fachärztin oder Facharzt liegt das Gehalt bei 79.100 Euro brutto im Jahr, als Oberarzt oder Oberärztin deutlich darüber. Niedergelassene Kinderärzte mit eigener Praxis können je nach Standort und Patientenstamm noch einmal eine Ecke mehr verdienen.
2. Grundschullehrer:in
Wer Grundschullehrer:in wird, begleitet Kinder durch eine der prägendsten Phasen ihres Lebens. Du unterrichtest Kinder zwischen sechs und zehn Jahren: In dieser Zeit lernen sie Lesen, Schreiben und Rechnen und legen den Grundstein für alles, was danach kommt. Der Job findet hauptsächlich im Klassenraum statt, aber auch Elternkommunikation, Konferenzen, Unterrichtsvorbereitung zu Hause und Ausflüge gehören dazu.
Wie wirst du Grundschullehrer:in?
Die Voraussetzung ist ein Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Grundschule. Bachelor und Master gemeinsam dauern etwa zehn bis zwölf Semester, in manchen Bundesländern sind es acht Semester bis zum Staatsexamen. Im Anschluss folgt ein ein- bis zweijähriges Referendariat. Wer dann verbeamtet wird, profitiert von einer der stabilsten Gehaltsstrukturen im öffentlichen Dienst und einer netten Pension im Alter.
Grunschullehrer:innen, die verbeamtet sind, werden je nach Bundesland nach A12 oder A13 besoldet. Das Durchschnittsgehalt liegt somit zwischen 5.500 Euro und 7.164 Euro brutto im Monat. In Bayern starten schon Berufseinsteiger:innen über der monatlichen 5.000-Euro-Marke. Weil du im öffentlichen Dienst automatisch regelmäßig eine Gehaltserhöhung kriegst, musst du dir über Gehaltsverhandlungen in diesem Beruf keine Gedanken machen.
3. Sozialpädagog:in
Sozialpädagog:innen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, die soziale Unterstützung brauchen: Zum Beispiel, weil sie sich in schwierigen Familiensituationen befinden, Verhaltensauffälligkeiten zeigen oder Traumata mitbringen. Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten, wo und wie du als Sozialpädagog:in mit Kindern arbeiten kannst. Typische Arbeitsstellen sind das Jugendamt, die Schulsozialarbeit, Beratungsstellen oder auch Einrichtungen der stationären Jugendhilfe.
Wie wirst du Sozialpädagog:in?
Sozialpädagogik ist in der Regel ein Studium. Der Bachelor dauert sieben Semester, an Fachhochschulen hat das Studium oft einen hohe Praxisanteil. Wer danach eine Stelle im öffentlichen Dienst ergattert, wird nach TVöD vergütet und profitiert mit wachsender Berufserfahrung von automatischen Gehaltserhöhungen.
Das durchschnittliche Gehalt über alle Erfahrungsstufen liegt bei 48.000 €. Spezialisierungen in systemischer Beratung, Traumapädagogik oder Schulsozialarbeit können deine Gehaltschancen zusätzlich verbessern.
4. Logopäd:in
Logopäd:innen behandeln Störungen, die die Sprache, die Stimme und auch das Schlucken betreffen. Häufig arbeitest du mit Kinder, die kaum oder schlecht sprechen, stottern, Laute nicht richtig bilden können oder nach einer neurologischen Erkrankung neu lernen müssen zu schlucken. Die Arbeit findet in Praxen, Kliniken, Frühförderstellen und manchmal auch direkt in Kitas oder Schulen statt. Für diesen Beruf brauchst du viel Empathie, Geduld und eine gute Beobachtungsgabe, denn oft dauert es lange, bis sich Veränderungen zeigen.
Wie wirst du Logopädagog:in?
Logopädie ist in der Regel ein Studium. Der Bachelor dauert sechs Semester, an Fachhochschulen hat das Studium oft einen hohe Praxisanteil. Wer danach eine Stelle im öffentlichen Dienst ergattert, wird nach TVöD vergütet und profitiert auch hier mit wachsender Berufserfahrung von automatischen Gehaltserhöhungen.
Das durchschnittliche Gehalt über alle Erfahrungsstufen liegt bei 42.300 €. Spezialisierungen und Zusatzqualifikationen können jedoch das Gehalt entsprechend erhöhen.
5. Erzieher:in
Ähnlich wie Kinderärzt:innen sind Erzieher:innen im Kinderleben (fast) von Anfang an dabei. In Krippen, Kitas, Kindergärten, Horten und in der offenen Kinder- und Jugendarbeit begleiten sie kleine Kinder bei ihren ersten Schritten in dieser Welt. Der Alltag ist alles andere als eintönig und viel mehr als „nur“ Babysitten: Als Erzieher:in gestaltest du die frühkindliche Bildung und Sozialkompetenz aktiv mit. Zu den Aufgaben gehören neben Basteln, Singen und Malen auch Konflikte schlichten, Elterngespräche führen und neue Konzepte mitgestalten.
Wie wirst du Erzieher:in?
Der Weg in diesen klassischen Kinderberuf führt normalerweise über eine Ausbildung. Je nach Bundesland, Modell und Schulabschluss dauert sie etwa drei bis fünf Jahre. Eine besondere Option ist die praxisintegrierte Ausbildung (PiA): Hier arbeitest du von Anfang an in einer Einrichtung und verdienst bereits während der Ausbildungszeit Geld.
Das Durchschnittsgehalt als Erzieher:in ist in den letzten Jahren gestiegen. Aktuell liegt es bei etwa 41.200 Euro brutto im Jahr und steigt mit zunehmender Berufserfahrung stufenweise weiter. Wer eine Gruppenleitung übernimmt oder zur Kita-Leitung aufsteigt, kann sein Gehalt aufstocken.
Sicher, sinnvoll und gut bezahlt: Berufe mit Kindern haben einige Vorteile
Wenn du gerne mit Kindern arbeiten willst, heißt das nicht automatisch, dass du den Rest deines Lebens am Hungertuch nagst. Der Fachkräftemangel in pädagogischen, sozialen und medizinischen Berufen mit Kindern ist ein echtes Problem, das so schnell nicht verschwinden wird. Für Berufseinsteiger:innen ergibt sich daraus ein sehr interessanter Arbeitsmarkt: Gerade mit gezielten Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen gibt es oft sehr solide Gehälter und viele Aufstiegsmöglichkeiten.
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FAQ: Gut bezahlte Jobs mit Kindern
Wenn es dir in erster Linie darum geht, gut zu verdienen, führt kein Weg an der Karriere als Fachärzt:in in der Kinder- und Jugendmedizin vorbei. Die Ausbildungszeit ist lang, aber auch das Verdienstpotenzial ist entsprechend hoch. Wer keinen medizinischen Weg einschlagen möchte, kommt als verbeamtete Grundschullehrkraft oder als Sozialpädagog:in mit Tarifvertrag auf ein solides Gehalt.
Wie wirst du Sozialpädagog:in?
Sozialpädagogik ist in der Regel ein Studium. Der Bachelor dauert sieben Semester, an Fachhochschulen hat das Studium oft einen hohe Praxisanteil. Wer danach eine Stelle im öffentlichen Dienst ergattert, wird nach TVöD vergütet und profitiert mit wachsender Berufserfahrung von automatischen Gehaltserhöhungen.
Das durchschnittliche Gehalt über alle Erfahrungsstufen liegt bei {de_2406_average|currency}. Spezialisierungen in systemischer Beratung, Traumapädagogik oder Schulsozialarbeit können deine Gehaltschancen zusätzlich verbessern.
Ja, auch als Erzieher:in kann man inzwischen recht ordentlich verdienen. Statt einem Hochschulabschluss machst du eine Ausbildung und wirst anschließend nach TVöD bezahlt. Mit Berufserfahrung und einer Leitungsfunktion kannst du das Einkommen deutlich erhöhen.
Das hängt vom Beruf ab. Die Ausbildungen für Erzieher:innen oder Logopäd:innen dauern zwei bis fünf Jahre, das Lehramt mit Referendariat rund fünf bis sieben Jahre und für ein Medizinstudium plus Facharztausbildung musst du etwa 11 Jahre einplanen.
Ja, absolut – und zwar nicht nur wegen des Gehalts. Der Fachkräftemangel ist in vielen Bereichen ein ernstes Problem und die Zukunftsaussichten sind gut. Vor allem in der Logopädie, im Erzieherberuf und in der Sozialpädagogik gibt es Wege für Quereinsteigende, in einigen Bundesländern kannst du auf Umwegen sogar ins Lehramt einsteigen. Ein Gespräch mit der jeweiligen Fachschule oder Hochschule lohnt sich, um die genauen Voraussetzungen zu erfahren.
Warum ist dieser Tierberuf so gut bezahlt?
Veterinärmedizin ist vom Umfang her mit Humanmedizin vergleichbar – mit dem Unterschied, dass du nicht „nur“ eine Spezies, sondern Dutzende gleichzeitig kennen musst. Das Spektrum an Wissen ist enorm und gute Fachkräfte sind rar.
Der Weg führt über ein Studium, das in Deutschland rund elf Semester dauert und mit dem Staatsexamen sowie der Approbation endet. Zulassungen gibt es nur an fünf Universitäten in Deutschland, der NC ist entsprechend hoch. Wer danach eine Fachrichtung vertiefen will, hängt eine zwei- bis vierjährige Weiterbildung dran.
Deshalb dürfen sich Tierärzt:innen über ein recht nettes Gehalt freuen: Laut kununu verdienen sie in Deutschland im Schnitt {de_1913_average} Euro brutto im Jahr. Mit einer Spezialisierung oder einer eigenen Praxis ist oft noch deutlich mehr drin.
Oft hast du beim öffentlichen Träger bessere Konditionen. Kommunale Kitas, staatliche Schulen und städtische Jugendämter zahlen nach TVöD oder vergleichbaren Tarifverträgen: Das bedeutet feste Stufen und automatische Erhöhungen. Bevor du einen Vertrag unterschreibst, lohnt sich grundsätzlich ein Blick auf den Gehaltsvergleich von kununu.Beamt:innen der Besoldungsgruppe A12 erhalten durchschnittlich 4.885 Euro brutto im Monat. In der Besoldungsgruppe A13 sind es rund 500 Euro mehr, nämlich 5.469 Euro. Seit März 2025 liegt das Grundgehalt in A 13 Stufe 1 bei 5.046 Euro brutto monatlich und kann in der höchsten Erfahrungsstufe auf 6.427 Euro ansteigen.Beamt:innen der Besoldungsgruppe A12 erhalten durchschnittlich 4.885 Euro brutto im Monat. In der Besoldungsgruppe A13 sind es rund 500 Euro mehr, nämlich 5.469 Euro. Seit März 2025 liegt das Grundgehalt in A 13 Stufe 1 bei 5.046 Euro brutto monatlich und kann in der höchsten Erfahrungsstufe auf 6.427 Euro ansteigen.
Wie wirst du Kinderärzt:in?
Wer diesen gut bezahlten Beruf mit Kindern haben will, hat einen langen Weg vor sich. Auf sechs Jahre Medizinstudium folgen fünf Jahre Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin: Insgesamt dauert es also gut ein Jahrzehnt, bevor der Facharzttitel da ist.
Nach der Approbation startest du mit einem Assistenzarztgehalt und kletterst mit jedem Weiterbildungsjahr auf dem Gehaltstreppchen eine Stufe nach oben. Als Fachärztin oder Facharzt liegt das Gehalt bei {de_kinderarzt_average} Euro brutto im Jahr, als Oberarzt oder Oberärztin deutlich darüber. Niedergelassene Kinderärzte mit eigener Praxis können je nach Standort und Patientenstamm noch einmal eine Ecke mehr verdienen.