Gehaltsvorstellung formulieren

Gehaltsvorstellung? So kannst du sie formulieren

Früher oder später kommt der Moment der Wahrheit. Du musst deine Gehaltsvorstellung äußern. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie du auf die Aufforderung, deinen Gehaltswunsch anzugeben, reagieren kannst. Im Idealfall hast du nämlich dadurch die Möglichkeit, schon vor dem ersten Kennenlernen deine Bedingungen zu verdeutlichen. Und: die Chance, dein Wunschgehalt auch tatsächlich zu bekommen. Unsere Kooperationspartner von Bewerbung.com haben ein paar Ideen, wie du deine Forderung ideal formulieren kannst.

Wie du deine Gehaltsvorstellung formulieren kannst

Du siehst ein Stellengebot, das perfekt zu dir passt und dann das: „Bitte bewerben Sie sich unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung“, heißt es in der Ausschreibung. Das geht ja gut los: Du sollst also gleich im Anschreiben auf den Punkt kommen – noch lange bevor an ein Vorstellungsgespräch, geschweige denn an die anschließende Gehaltsverhandlung überhaupt zu denken ist. Du hast nun drei Möglichkeiten:

  • Die Situation charmant umgehen: Anstatt auf die Aufforderung direkt einzugehen und dich vielleicht in die Enge treiben zu lassen, kannst du die Situation charmant umgehen:
    • „Meine Gehaltsvorstellungen erläutere ich Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.“
    • „Ich strebe eine meinen Qualifikationen und der mit dieser Position verbundenen Verantwortung angemessene Vergütung an.“
    • „Meinen Einkommenswunsch formuliere ich gerne, sobald ich mir ein genaueres Bild über die verbundenen Anforderungen machen kann.“ Mit solchen oder ähnlichen Formulierungen signalisierst du zumindest, dass du die Stellenanzeige vollständig zur Kenntnis genommen hast. Sofern du kein Berufseinsteiger mehr bist, besteht eine gute Alternative darin, dein derzeitiges Einkommen zu nennen. Bei einem Jobwechsel aus ungekündigter Position sind zehn bis zwanzig Prozent Aufschlag üblich, deshalb kann dein Ansprechpartner dann gut einschätzen, worauf du vermutlich hinauswillst.
  • Deinen tatsächlichen Gehaltswunsch nennen: Du nennst entweder ein ganz konkretes Jahresbruttogehalt einschließlich aller geldwerten Nebenleistungen. Das ist die selbstbewusste Variante. Oder du steckst mit einem Von/bis-Betrag den für dich akzeptablen Verhandlungsspielraum ab. Das ist die meistempfohlene und am häufigsten gewählte Lösung.
  • Trotzdem keine Gehaltsvorstellung angeben:  Manche Ratgeber empfehlen diese Vorgehensweise und häufig wird sie toleriert. Allerdings birgt sie ein vermeidbares Risiko: Personaler könnten deine Bewerbung aussortieren, weil du eine explizite Anforderung missachtet hast. Gefährlich wird es auch, wenn gut qualifizierte Mitbewerber an dieser Stelle bereits für den Arbeitgeber attraktive Konditionen nennen. In jedem Fall wirst du dich in einem möglichen Vorstellungsgespräch mit der Frage konfrontiert sehen, warum du das Gehalt nicht angegeben hast. Bedenke, dass es auch in deinem Interesse liegt, das Gehalt zu bekommen, das du verdient hast. Eine Zahl zu nennen eröffnet zumindest die Möglichkeit, dein Wunschgehalt auch tatsächlich zu bekommen.

Spiele deine Trümpfe aus

Manche Bewerber geben Ihren Gehaltswunsch bereits im Anschreiben an, ohne dass die Stellenanzeige explizit dazu auffordert. Das zeugt zwar von Mut und Selbstbewusstsein, mancher Empfänger empfindet es aber als zu forsch. Vielleicht weiß du aber ganz genau was du willst und hast mit deiner Erfahrung und deinen Qualifikationen starke Trümpfe in der Hand. Also warum nicht? So erfährt das Unternehmen sofort, in welcher Liga du spielst. Falls es dann nicht mithalten kann oder will, verschwenden beide Seiten keine Zeit mit einem Vorstellungsgespräch.

Wichtig ist allerdings, dass deine Gehaltsvorstellung auch deinem Marktwert entspricht. Welches Gehalt in deinem zukünftigen Unternehmen für deine Position üblich ist, erfährst du im kununu Gehaltscheck. Suche dazu zuerst das Unternehmen und überprüfe, ob schon Gehälter für deine Position angegeben sind.

Deine Gehaltsvorstellung aktiv formulieren

Dein Einkommenswunsch gehört traditionell ans Ende deines Bewerbungsanschreibens. Er leitet den letzten Absatz ein, in dem du ein kurzes Resümee ziehst und deine Hoffnung auf die Einladung zu einem persönlichen Gespräch anmerkst. Den Satz kannst du schließlich ganz unterschiedlich formulieren:

  • Auf den Punkt: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 Euro brutto im Jahr.“
  • Argumentativ: „Aufgrund meiner oben beschriebenen Erfahrung und Fähigkeiten strebe ich ein Jahresgehalt von 45.000 Euro brutto an.“
  • Argumentativ mit Verhandlungsspielraum: „Aufgrund meiner oben beschriebenen Erfahrung und Fähigkeiten strebe ich ein Jahresgehalt zwischen 45.000 und 55.000 Euro brutto an.“

Solltest du erst im Zuge des Vorstellungsgespräches nach deinem Wunschgehalt gefragt werden, kannst du prima argumentieren. Zum Beispiel, dass du von deinem derzeitigen Arbeitgeber gewährte Erfolgsprämien in das genannte Wunschbrutto eingerechnet hast. Und welche geldwerten Vorteile wie betriebliche Altersvorsorge, Dienstwagen, Aktien oder Genussscheine, womöglich auch Handy und sonstige Hardware du aktuell on Top genießt. Das Gesamtpaket schnürst du in der sich anschließenden Gehaltsverhandlung. Viel Erfolg dabei!

 


Gastbeitrag von Bewerbung.com

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