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Wer ohne Krisenbonus auskommen muss

Steuerfreie Entlastungsprämie 2026: Wer die 1.000 Euro nicht bekommt

Veröffentlicht:  15. April 2026
2 min
Person mit Brille sitzt auf Sofa mit Laptop, Hände erhoben; Smartphone liegt daneben.

Die deutsche Bundesregierung hat einen steuerfreien Krisenbonus von bis zu 1.000 Euro angekündigt. Das hört sich erstmal nach einer schnellen Unterstützung für alle an. Ein Blick auf die Fakten zeigt aber: Bei einem großen Teil der Deutschen bleibt das Konto leer.

Diese Gruppen gehen leer aus

Die geplante Entlastungsprämie setzt ein bestehendes Arbeitsverhältnis voraus: Wenn der Arbeitgeber zahlt, profitieren die Beschäftigten. Wer nicht angestellt ist, fällt deshalb von vornherein durchs Raster.

Die folgenden Bevölkerungsgruppen erhalten keinen Krisenbonus:

  • Rentner:innen
  • Studierende
  • Arbeitslose und Bürgergeld-Empfänger:innen
  • Solo-Selbstständige und Freiberufler:innen

Der Europaverband der Selbstständigen kritisiert es als strukturelles Problem, dass die Selbständigen mal wieder leer ausgehen. Wirtschaftspolitische Maßnahmen werden eben immer noch entlang klassischer Arbeitnehmermodelle gedacht.

Zwei Personen im Raum gestikulieren einander gegenüber; eine sitzt am Schreibtisch mit Smartphone, die andere steht.

Auch für Angestellte gibt es keine Prämien-Garantie

Für Angestellte stehen die Chancen deutlich besser – aber auch sie können sich nicht darauf verlassen, dass der Geldsegen automatisch kommt. Die Entlastungsprämie ist freiwillig: Ob, wann und wie viel Krisenbonus ausgezahlt wird, entscheidet jeder Betrieb für sich.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks bezweifelt, ob die Unternehmen angesichts der angespannten Wirtschaftslage finanziell überhaupt in der Lage sind, die Prämie zu stemmen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen stehen die Chancen erfahrungsgemäß schlechter.

In tarifgebundene Branchen gibt es außerdem ein Timing-Problem: Solche Zahlungen werden meistens im Rahmen von Tarifverhandlungen vereinbart. Für viele Branchen stehen 2026 aber keine mehr an. DGB und der Arbeitgeberverband BDA fordern deshalb, den Auszahlungszeitraum bis mindestens Ende 2027 zu verlängern.

Was die Erfahrungen der letzten Prämie zeigen

Die neue Entlastungsprämie soll nach dem Muster der Inflationsausgleichsprämie aus den Jahren 2022 bis 2024 funktionieren. Ein Blick in die Vergangenheit ist daher recht aufschlussreich: Laut Statistischem Bundesamt erhielten damals insgesamt 86 Prozent aller Tarifbeschäftigten eine Prämie.

Das klingt erstmal gut – bis man sich die Branchen einzeln anschaut:

Im Gastgewerbe (wo ohnehin eher wenig verdient wird) erhielten nur 11,6 Prozent der Beschäftigten eine Zahlung. Auf dem Bau, im Handel, in der Verkehrsbranche und in der Landwirtschaft gingen ebenfalls viele Angestellte leer aus.

Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, Sozialversicherung und Verteidigung erhielten dagegen zu 100 Prozent die volle Prämie.

Was sich an der Prämie noch ändern könnte

Im Moment ist die Entlastungsprämie nur ein Vorhaben: Der Gesetzentwurf ist für den 29. April geplant. Die genauen Details stehen also noch aus.

Der Europaverband der Selbstständigen schlägt außerdem einen befristeten Einkommensteuerfreibetrag vor, damit auch Selbstständige nicht komplett leer ausgehen. Ob das realistisch ist, wird sich zeigen.

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