Neue steuer- und abgabenfreie Prämie vom Arbeitgeber
1.000 Euro steuerfrei: Was Arbeitnehmende jetzt über den neuen Krisenbonus wissen müssen
Die schwarz-rote Koalition in Deutschland hat am 13. April 2026 ein Entlastungspaket beschlossen: Arbeitgeber sollen ihren Beschäftigten noch in diesem Jahr eine steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen können. Wer den Bonus bekommt und was dabei zu beachten ist.
Warum es den Bonus geben soll
Hintergrund des geplanten Gehalts-Boosters für Arbeitnehmende ist der anhaltende Iran-Konflikt. Dass die Straße von Hormus, eine der bedeutendsten Öl-Transitrouten der Welt, gesperrt ist, hat gravierende Folgen: Die Spritpreise explodieren, die Lebenshaltungskosten steigen und der Druck auf Haushalte und Unternehmen nimmt zu.
Die deutsche Koalition hat deshalb ein Sofortprogramm verkündet:
- Erstens soll die Mineralölsteuer zwei Monate lang um rund 17 Cent pro Liter sinken.
- Zweitens soll es eine Entlastungsprämie in Höhe von bis zu 1.000 Euro (steuerfrei) geben, die Firmen ihren Angestellten zahlen können.
- Zum Jahresbeginn 2027 soll es dann auch eine Reform der Einkommensteuer geben.

So funktioniert die Entlastungsprämie 2026
Die geplante Prämie wird freiwillig sein: Kein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, sie zu zahlen. Ob, wann und wie viel ausgezahlt wird, entscheidet jeder Betrieb für sich. Auch Teilzahlungen sind voraussichtlich möglich, so wie es schon bei der früheren Inflationsausgleichsprämie der Fall war.
Profitieren können grundsätzlich alle Beschäftigten:
- Vollzeit- und Teilzeitkräfte
- Minijobber und kurzfristig Beschäftigte
- Auszubildende und (bezahlte) Praktikant:innen
- Beschäftigte in Elternzeit oder solche, deren Arbeitsverhältnis wegen Krankheit ruht
- Wer bei mehreren Arbeitgebern angestellt ist, kann die Prämie sogar mehrfach erhalten
Die Inflationsausgleichsprämie
Von Oktober 2022 bis Dezember 2024 konnten Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuer- und abgabenfrei bis zu 3.000 Euro zahlen. Das sollte die finanzielle Last der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine abmildern. Laut Statistischem Bundesamt erhielten über 86 Prozent aller Tarifbeschäftigten eine solche Prämie, im Schnitt rund 2.680 Euro. Bei den Nicht-Tarifbeschäftigten profitierte allerdings nur etwa ein Drittel.
Was das in der Praxis bedeutet
Mit etwas Glück erhalten viele deutsche Angestellte demnächst also einen schönen steuerfreien Bonus auf dem Konto. Wie gut die Chancen stehen, hängt allerdings vom Arbeitgeber ab: Wer im Mittelstand arbeitet oder in einem Betrieb mit knappen Margen oder ohne Tarifbindung, hat tendenziell schlechtere Karten.
Indem die Tabaksteuer erhöht wird, soll das Ganze finanziert werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet trotzdem damit, dass die Maßnahme Kosten in Höhe von 12 Milliarden durch entgangene Steuern und Sozialabgaben verursachen wird. Kritiker aus der Wirtschaft vermuten außerdem, dass viele Unternehmen finanziell momentan gar nicht in der Lage sind, die Prämie zu zahlen.
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