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Hitzefrei im Job

35 Grad im Büro: Darf man dann nach Hause gehen?

Veröffentlicht:  28. Mai 2026, 07:05
2 min
Erschöpfter Mann sitzt bei Hitze neben einem Ventilator am Schreibtisch

Deutschland schwitzt und viele Arbeitnehmer:innen fragen sich, ab wann ein heißes Büro nicht mehr zumutbar ist. Die wichtigste Zahl: Ab mehr als 35 Grad Raumtemperatur gilt ein Arbeitsraum ohne besondere Schutzmaßnahmen als ungeeignet. Einfach nach Hause gehen dürfen Beschäftigte deshalb aber nicht automatisch.

Diese Temperatur-Stufen sind entscheidend

  • bis 26 Grad: meist unkritischer Bereich
  • über 26 Grad: Maßnahmen sollen geprüft werden
  • ab 30 Grad: wirksame Maßnahmen sind nötig
  • bis 35 Grad: Arbeiten ist nur mit Hitzeschutz vertretbar
  • über 35 Grad: ohne besondere Maßnahmen ist der Raum ungeeignet

Ab 35 Grad wird das Büro zum Arbeitsschutzfall

Die Arbeitsstättenverordnung verlangt eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur. Konkreter wird die BAuA: In Arbeitsräumen soll die Lufttemperatur 26 Grad nicht überschreiten. Wird es draußen heißer, greift ein Stufenmodell.

Bei mehr als 30 Grad müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Bei mehr als 35 Grad ist der Raum ohne besondere Schutzmaßnahmen nicht mehr geeignet. Das heißt: Der Arbeitgeber muss handeln – etwa mit Kühlung, Sonnenschutz, anderen Räumen, flexiblen Zeiten oder zusätzlichen Pausen.

Thermometer zeigt hohe Temperatur vor blauem Himmel und strahlender Sonne
Große Fensterflächen, direkte Sonne, laufende Geräte und viele Menschen können Büros zusätzlich aufheizen. Die BAuA nennt solche Räume als typische Hitze-Fallen im Sommer.

Einfach gehen kann riskant sein

Wer den Arbeitsplatz eigenmächtig verlässt, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen. Sinnvoller ist es, die Temperatur zu dokumentieren, Kolleg:innen einzubeziehen, die Führungskraft zu informieren und konkrete Maßnahmen einzufordern. Bei akuten gesundheitlichen Beschwerden zählt der Gesundheitsschutz sofort.

Wie belastend Hitze im Job sein kann, zeigen auch kununu Bewertungen. In einer Bewertung zur RAM Engineering + Anlagenbau GmbH heißt es:

„Trotz der gefühlt saunaähnlichen Temperaturen im Dachgeschoss liefen einige weiterhin geschniegelt mit Anzug und Krawatte herum.“

Arbeitgeber müssen mehr tun als Fenster öffnen

Die ASR A3.5 nennt technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Dazu gehören Sonnenschutz, Lüftung, Getränke, zusätzliche Pausen, gelockerte Bekleidungsregeln oder die Verlegung schwerer Tätigkeiten.

Hitze im Job ist längst kein Randthema mehr

In den kununu Daten finden sich für Deutschland in den letzten fünf Jahren über 7.000 Online-Arbeitgeberbewertungen mit Bezug zu Hitze, Klima oder Temperatur. Der durchschnittliche Score dieser Bewertungen liegt bei 2,99 Sternen, die Arbeitsbedingungen bei 2,85 Sternen.

Für Arbeitnehmer:innen heißt das: 35 Grad sind ein starkes Warnsignal, aber kein automatischer Freifahrtschein. Wer im Büro schwitzt, sollte Maßnahmen verlangen. Denn ab einer bestimmten Temperatur ist Hitze kein Komfortproblem mehr, sondern Arbeitsschutz.