Ende eines Markennamens
Tschüss, Deutsche Post!
Den Namen Deutsche Post kennt in Deutschland fast jeder, doch ab dem 1. September 2026 ist die Deutsche Post AG als Konzernname Geschichte und heißt künftig DHL AG. Die Umfirmierung kostet rund 37 Millionen Euro. Beschäftigte und Bewerber:innen fragen sich, was das für einen der größten Arbeitgeber:innen des Landes bedeutet.
Warum der traditionsreiche Name weicht
Über drei Jahrzehnte nach seiner Einführung verabschiedet sich der Bonner Logistikkonzern auf Konzernebene vom Namen Deutsche Post. Auf der Hauptversammlung am 5. Mai 2026 stimmten die Aktionär:innen mit 99,95 Prozent für die Umbenennung; der Eintrag ins Handelsregister ist für den 1. September vorgesehen.
Der Grund liegt im Geschäft selbst: Das klassische Brief- und Paketgeschäft macht nur noch etwa ein Fünftel des Konzernumsatzes aus, der Rest entfällt auf das internationale Express- und Frachtgeschäft. Konzernchef Tobias Meyer begründete den Schritt damit, dass aus der früheren Deutschen Bundespost längst ein weltweit führender Logistikkonzern geworden sei.

Ganz verschwindet der Name Deutsche Post AG aber nicht. Er wandert eine Etage tiefer und steht künftig für eine neu gegründete, nicht börsennotierte Tochter, die das deutsche Brief- und Paketgeschäft verantwortet. Diese Tochter bekommt einen eigenen Aufsichtsrat, dessen Kosten samt zusätzlicher Verwaltung sich auf rund drei Millionen Euro pro Jahr belaufen.
So bewerten Beschäftigte den Arbeitgeber
Bei den rund 534.000 Vollzeitkräften des Konzerns, etwa ein Drittel davon in Deutschland, soll sich am Arbeitsalltag laut Unternehmen nichts ändern.
Auf kununu kommt das Unternehmen aktuell auf einen Score von 3,9 von 5 Punkten – mit Aufwärtstrend. 69 Prozent der Bewertenden würden den Arbeitgeber weiterempfehlen.
Wie weit die Gehälter auseinandergehen, zeigt ein Blick auf einzelne Berufe und ihre Durchschnittswerte:
- Postbot:in / Postbote: rund 33.800 Euro
- HR-Manager:in: rund 57.000 Euro
- Controller:in: rund 70.800 Euro
- Softwarearchitekt:in: rund 101.200 Euro
- Leiter:in Kommunikation: rund 124.200 Euro
Für Beschäftigte ändert sich der Name, nicht aber der Job. Ob das neue Schild über der Tür den Konzern attraktiver macht oder am Ende vor allem die 37 Millionen Euro in Erinnerung bleiben, zeigt sich erst nach dem Eintrag im Handelsregister.