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Weihnachtsbaum mit silber- und rotfarbener Dekoration in einem Büro, im Hintergrund Arbeitsplätze und festliche Girlanden an der Decke.

Weihnachtsgeld brutto oder netto: Wie viel bleibt übrig?

Du freust dich auf das Weihnachtsgeld, aber auf dem Konto kommt weniger an als erwartet? Das ist leider normal: Das Gehaltsplus gilt als „sonstiger Bezug“ und ist voll steuerpflichtig. Da das Finanzamt den Betrag auf das Jahresgehalt hochrechnet, steigt dein Steuersatz in diesem Monat spürbar an. Als Faustregel bleiben dir etwa 50 bis 65 Prozent des Bruttobetrags netto.

Ein kleiner Trost: Oft greift automatisch die sogenannte Sechstelregelung, die deine Steuerlast bei hohen Einmalzahlungen senken kann. Zudem werden Sozialversicherungsbeiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig – wer gut verdient, profitiert hier zusätzlich. Falls die Abzüge im Auszahlungsmonat dennoch schmerzen, gibt es eine gute Nachricht: Da es sich oft um eine Vorauszahlung handelt, gleicht die Steuererklärung das meist wieder aus. Mit unserem Brutto-Netto-Rechner findest du vorab heraus, mit welcher Summe du konkret planen kannst.

Du freust dich auf das Gehaltsplus zum Jahresende und fragst dich, wie dein Weihnachtsgeld versteuert wird? So schön es auch wäre, einfach alles behalten zu dürfen: Brutto und Netto beim Weihnachtgeld in Deutschland unterscheiden sich. Wir sagen dir, mit welchen Abzügen du rechnen musst.

Ja, das Weihnachtsgeld wird versteuert

Du machst die Gehaltsabrechnung auf, siehst den Nettobetrag mit Weihnachtsgeld – und es fühlt sich an, als hätte der Pizzabote statt der bestellten Familienpizza eine Kinderportion gebracht. Da ist zwar was gekommen, es sieht aber eine ganze Ecke kleiner aus als erwartet.

Auch beim Weihnachtsgeld ist brutto leider nicht gleich netto: Es ist voll steuerpflichtig und die Berechnung läuft noch dazu etwas anders als bei deinem normalen Monatsgehalt. Beim normalen Monatsgehalt rechnet das Finanzamt monatsweise, beim Weihnachtsgeld jährlich. Deshalb wirkt der Betrag, der auf deinem Konto landet, im Vergleich zum Brutto möglicherweise etwas mickrig.

Wie berechnet sich die Steuer auf das Weihnachtsgeld?

Weihnachtsgeld gilt steuerlich als „sonstiger Bezug“ – das ist der offizielle Begriff für Einmalzahlungen, die nicht zum laufenden Arbeitslohn gehören. Darauf fallen neben der Lohnsteuer auch der Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls die Kirchensteuer und die Sozialversicherungsbeiträge an.

Etwas frustrierend ist, dass durch das höhere Monatsgehalt auch dein prozentualer Steuersatz steigt: Du musst also im entsprechenden Monat mit höheren Abzügen rechnen.

Als sonstiger Bezug wird Weihnachtsgeld nach § 39b EStG per Differenzrechnung versteuert: Es gilt die Jahressteuerstabelle. Das heißt, der Arbeitgeber berechnet die Lohnsteuer auf dein Jahresgehalt einmal ohne und einmal mit Weihnachtsgeld. Die Differenz ist die Lohnsteuer auf die Sonderzahlung.

Die Einmalzahlung schiebt dich in eine höhere Progressionsstufe, als wenn der gleiche Betrag auf zwölf Monate verteilt wäre. Das Weihnachtsgeld wird also mit dem Steuersatz besteuert, der auf dein Gesamteinkommen anfällt, statt mit dem Satz, den nur dieser Teilbetrag allein ausgelöst hätte.

Wie viel bleibt netto vom Weihnachtsgeld-Brutto?

Wer regulär 3.500 Euro brutto pro Monat verdient und dann 2.000 Euro Weihnachtsgeld bekommt, zahlt auf die 2.000 Euro womöglich knapp 500 Euro Lohnsteuer. Auf dein normales Gehalt würden auf dieselben 2.000 Euro nur rund 110 Euro Lohnsteuer anfallen. Der Unterschied entsteht, wie oben beschrieben, durch die Hochrechnung auf das Jahreseinkommen.

Die Sozialversicherungsbeiträge kommen dann noch obendrauf: Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ergeben zusammen bis zu 22 Prozent Arbeitnehmeranteil. Das erklärt die Lücke zwischen Brutto und Netto beim Weihnachtsgeld.

Als Faustregel bleiben dir vom Weihnachtsplus ungefähr 50 bis 65 Prozent netto, je nach Steuerklasse und Gehaltshöhe. Das durchschnittliche Weihnachtsgeld für Tarifbeschäftigte lag 2024 laut Statistischem Bundesamt bei rund 2.987 Euro brutto. Nach unserer Faustformel bleiben davon je nach Situation ungefähr 1.500 bis 1.900 Euro netto übrig.

Tabelle: Brutto und Netto vom Weihnachtsgeld nach Steuerklasse

Unsere Tabelle zeigt dir, was vom fiktiven Beispielbetrag von 3.000 Euro Weihnachtsgeld je nach Steuerklasse übrig bleibt:

SteuerklasseTypisch fürGeschätzer Netto-AnteilSo viel bleibt von 3.000 €
1Ledig, ohne Kinder50-55 %1.550-1.650 €
3Hauptverdiener:in bei Verheirateten60-70 %1.900-2.100 €
5 / 6Zweitverdiener:in / Nebenjob35-45 %1.050-1.350 €

Steuerklasse 4 (also zwei Partner:innen, die ein ähnliches Einkommen erzielen) verhält sich ähnlich wie Steuerklasse 1. Das sind aber natürlich nur grobe Richtwerte: Auch der Krankenversicherungs-Zusatzbeitrag, dein Bundesland und einige weitere Faktoren spielen eine Rolle.

Um den genauen Betrag herauszufinden, gibt es nur einen zuverlässigen Weg: Unseren Brutto-Netto-Rechner.

Die Sechstelregelung könnte dein Vorteil sein

Wenn dein Weihnachtsgeld mehr als 25 % deines monatlichen Bruttogehalts beträgt (und das ist meistens der Fall) greift eine Sonderregelung, die deine Steuerlast senken kann: Die sogenannte Sechstelregelung ist eine alternative Berechnungsmethode für Sonderzahlungen.

Statt den vollen Weihnachtsgeld-Betrag für die Steuersatzermittlung auf dein Monatsgehalt draufzupacken und auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen, wird nur ein Sechstel des Weihnachtsgelds berücksichtigt. Der so ermittelte Steuersatz wird dann auf den Gesamtbetrag angewendet. Das Ergebnis: weniger Lohnsteuer und mehr netto vom Weihnachtsgeld.

In den meisten Lohnbuchhaltungssystemen wird automatisch geprüft, welche Methode günstiger ist. Ist das die Sechstelregelung, wird sie angewendet – beantragen musst du sie also nicht.

Wichtiger Hinweis: Die Sechstelregelung greift nur, wenn der Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr noch keine sonstigen Bezüge bezogen hat bzw. wenn die Summe der sonstigen Bezüge ein Sechstel des Jahresarbeitslohns nicht überschreitet. Wer z.B. schon Urlaubsgeld erhalten hat, kann beim Weihnachtsgeld ggf. nicht mehr davon profitieren.

Wer gut verdient, profitiert oft extra

Ein Aspekt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze fällig.

Im Jahr 2026 liegt sie bei:

  • 69.750 Euro jährlich für die Kranken- und Pflegeversicherung
  • 101.400 Euro für die Renten- und Arbeitslosenversicherung

Wer schon mit dem regulären Jahresgehalt über diesen Grenzen liegt, zahlt auf das Weihnachtsgeld keine SV-Beiträge mehr. Der Netto-Anteil kann dadurch auf 70 Prozent und mehr steigen.

Steuererklärung: Meistens bekommst du Geld zurück

Falls du dich darüber ärgerst, dass das Netto vom Weihnachtsgeld so klein ausfällt: Die höhere Lohnsteuer im Auszahlungsmonat ist de facto oft keine echte Mehrbelastung, sondern einfach eine Vorauszahlung.

In der Jahressteuererklärung rechnet das Finanzamt dann mit deinem tatsächlichen Jahreseinkommen ab: Deine Steuerlast wird also rechnerisch gleichmäßig über das gesamte Jahr verteilt. Ist es niedriger als der Betrag, der für die Hochrechnung angesetzt wurde, kriegst du die Differenz zurück.

Es lohnt sich wirklich oft, die Steuererklärung einzureichen: Im Durchschnitt erstattet das Finanzamt deutschen Arbeitnehmer:innen rund 1.240 Euro pro Jahr zurück. Wenn du Weihnachtsgeld bekommst, hast du einfach noch einen weiteren Grund, sie nicht zu lange aufzuschieben.

Österreich und Schweiz: Ganz andere Spielregeln

Wer in Österreich oder in der Schweiz arbeitet, kennt das Weihnachtsgeld unter anderen Namen. Auch steuerlich wird es anders behandelt.

Weihnachtsgeld in Österreich

In Österreich gibt es praktisch flächendeckend ein 13. und 14. Gehalt: Das Urlaubsgeld im Sommer und das Weihnachtsgeld. Fast alle Beschäftigten haben per Kollektivvertrag Anspruch darauf.

Der entscheidende Unterschied zu Deutschland: Sonderzahlungen werden bis zum Jahressechstel nach § 67 Abs. 1 EStG mit nur 6 Prozent Lohnsteuer besteuert statt mit dem persönlichen Grenzsteuersatz. Bei 3.000 Euro Weihnachtsgeld brutto beträgt die Lohnsteuer damit maximal 180 Euro. In Deutschland wären es je nach Steuerklasse 400 bis 700 Euro.

Weihnachtsgeld in der Schweiz

Hier heißt das Weihnachtsgeld 13. Monatslohn, es entspricht einem Dreizehntel des Jahresgehalts. Zwar besteht keine gesetzliche Pflicht, in den allermeisten Schweizer Arbeitsverträgen ist das aber verankert.

Steuerlich wird der 13. Lohn wie normales Einkommen behandelt, einen Sondersatz wie in Österreich gibt es nicht. Die Einkommensteuersätze sind in der Schweiz insgesamt niedriger und variieren je nach Kanton. Wer aus Deutschland in die Schweiz zieht, erlebt bei den Nettobeträgen oft eine nette Überraschung.

Das Weihnachtsgeld ist trotzdem nett

Brutto und netto liegen beim Weihnachtsgeld oft weiter auseinander als beim normalen Gehalt. Das ist einfach die Systematik des deutschen Steuerrechts. Als Richtwert für das, was netto vom Brutto-Weihnachtsgeld übrig bleibt, kannst du dir merken: Etwa 50 bis 65 Prozent sind realistisch, in günstigen Konstellationen auch mehr.

Wer die Steuererklärung einreicht, bekommt vielleicht sogar einen Teil davon im nächsten Jahr zurück. Das Weihnachtsgeld ist also ein weiterer guter Grund, die Erklärung nicht zu lange aufzuschieben.

Wenn du schon jetzt wissen willst, was später auf deinem Konto landet: Unser Brutto-Netto-Rechner liefert dir die genaue Zahl. 

Ja, vollständig. Es gibt keinen steuerfreien Betrag und keinen Freibetrag speziell für Weihnachtsgeld. Die Zahlung zählt als „sonstiger Bezug“ nach § 39b EStG und wird mit Lohnsteuer sowie Sozialversicherungsbeiträgen belastet, allerdings nach einer anderen Berechnungsmethode als das monatliche Gehalt.

Du kannst ungefähr von 50 bis 65 Prozent des Brutto-Betrags ausgehen. Wie viel genau auf dem Konto landet, hängt von deiner Steuerklasse, deinem Grundgehalt und weiteren Faktoren ab. Den exakten Betrag berechnet dir der kununu Brutto-Netto-Rechner in Sekunden.

Per Differenzrechnung nach der Jahreslohnsteuertabelle (§ 39b EStG): Der Arbeitgeber ermittelt die Lohnsteuer auf das Jahresgehalt einmal mit und einmal ohne Weihnachtsgeld. Die Differenz ist dann die Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld. Weil dabei das Gesamteinkommen hochgerechnet wird, fällt der Steuersatz oft höher aus als beim normalen monatlichen Gehalt.

Eine alternative Berechnungsmethode nach § 39b EStG, die greifen kann, wenn das Weihnachtsgeld mehr als 25 Prozent des monatlichen Bruttogehalts beträgt. Dabei wird für die Steuersatzermittlung nur ein Sechstel des Weihnachtsgelds zum Monatslohn addiert. Das ergibt einen niedrigeren effektiven Steuersatz. Lohnbuchhaltungssysteme wenden die günstigere Variante meist automatisch an.

 

Oft ja. Die Lohnsteuer im Auszahlungsmonat ist eine Vorauszahlung, bei der Jahressteuererklärung wird dann mit dem tatsächlichen Jahreseinkommen abgerechnet. Liegt das darunter, gibt es die Differenz zurück. Deutschen Arbeitnehmern werden nach Angaben der Vereinigten Lohnsteuerhilfe im Schnitt rund 1.240 Euro erstattet – wenn sie denn eine Steuererklärung einreichen.