Bekannte Gehälter
Vom Anwalt zum Minister: So stark ist Steffen Bilgers Gehalt gestiegen
Erst wenige Wochen im Amt, schon mitten in der größten Haushaltsdebatte der Legislatur: Bundesverkehrsminister Steffen Bilger stellte am 8. September im Bundestag seine Pläne für 170 Milliarden Euro Infrastrukturgeld vor. Kaum beachtet bleibt dabei die Frage, was der CDU-Politiker selbst verdient. Vom kleinen Anwaltsbüro in Backnang bis ins Bundeskabinett liegt eine steile Gehaltskurve.
Ein Anwaltsbüro in Backnang als Startpunkt
2007 gründete Bilger nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen gemeinsam mit zwei Kollegen eine eigene Kanzlei. Parallel dazu saß er bereits seit 2009 im Bundestag, wo Abgeordnete eine sogenannte Entschädigung erhalten, keine klassische Bezahlung. Diese liegt aktuell bei 11.833,47 Euro brutto im Monat, hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale. Bilger selbst verteidigte als damaliger Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Union den automatischen Anpassungsmechanismus der Diäten, kurz bevor er selbst ins Kabinett aufstieg.
Der Machtgewinn hinter den Kulissen zahlt sich aus
2018 übernahm Bilger als Parlamentarischer Staatssekretär seine erste Regierungsfunktion im Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer, mitten in den Turbulenzen um die gescheiterte Pkw-Maut. Wer in dieses Amt aufsteigt, bekommt laut Gesetz 75 Prozent der Bezüge eines Ministers, umgerechnet aktuell rund 13.168 Euro brutto im Monat.
Gleichzeitig wird die Abgeordnetenentschädigung bei einem solchen Doppelamt gekürzt, sodass am Ende ein Gesamtpaket steht, das über dem eines gewöhnlichen Bundestagsabgeordneten liegt. Zwischen 2018 und 2021 verdoppelte sich damit faktisch Bilgers politisches Gewicht und sein Kontostand gleich mit.
An der Spitze der Gehaltspyramide
Am 29. Juli 2026 wurde Bilger nach der überraschenden Ablösung von Patrick Schnieder zum Bundesminister für Verkehr ernannt, mit dem Auftrag von Kanzler Merz, die 170 Milliarden Euro schwere Verkehrsinfrastruktur zügig umzusetzen. Sein eigenes Gehalt ist dabei weit weniger verhandelbar als das Milliardenbudget, das er verwaltet: Bundesminister erhalten laut Bundesministergesetz ein Amtsgehalt von 21.392,20 Euro brutto im Monat, zuzüglich Zulagen von rund 10.806 Euro. In Summe kommt ein Minister damit auf etwa 32.000 Euro brutto monatlich.
Fast zwei Jahrzehnte trennen den jungen Anwalt aus Backnang vom Minister, der heute über die größte Investitionssumme der deutschen Verkehrsgeschichte entscheidet, während sein eigenes Gehalt streng gesetzlich geregelt bleibt.