Was ist der Equal Pay Day & warum gibt es ihn?
Am 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day! An diesem Tag wird darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer. Laut kununu liegt der Gender Pay Gap in Deutschland bei 15,69 %. Der Equal Pay Day variiert jährlich, da er den Tag markiert, bis zu dem Frauen rechnerisch unbezahlt arbeiten.
Aktionen und Diskussionen sollen das Bewusstsein für Lohnungleichheit schärfen. Wusstest du, dass 59 % der Deutschen den Begriff "Gender Pay Gap" nicht kennen?
Die Lohnlücke schließt sich nur langsam. In Österreich fand der Equal Pay Day 2026 bereits am 11. Februar statt, in der Schweiz am 13. Februar. Studien zeigen, dass es ohne zusätzliche Maßnahmen noch über 136 Jahre dauern könnte, bis die Lohnlücke weltweit geschlossen ist.
Der Equal Pay Day entstand in den USA und wurde 2008 in Deutschland eingeführt. Ziel ist es, Gehaltstransparenz zu fördern und zum Gespräch über Gehälter anzuregen.
Hast du schon einmal vom Equal Pay Day (auf Deutsch: Tag der gleichen Bezahlung) gehört? An diesem Tag wird darauf hingewiesen, dass Frauen durchschnittlich nach wie vor weniger verdienen als Männer. Der Equal Pay Day findet in Deutschland dieses Mal am 27. Februar 2026 statt.
Warum begehen wir den Equal Pay Day jedes Jahr an einem anderen Tag, was passiert an diesem Tag und welche länderspezifischen Unterschiede gibt es? Wir haben alles Wissenswerte zusammengefasst. (Plus: Am Ende des Artikels wartet ein Goodie auf dich!)
Equal Pay Day – Definition & Bedeutung
Der Equal Pay Day ist der Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen und macht auf den Gender Pay Gap aufmerksam. Der Equal Pay Day findet in Deutschland an dem Tag im Jahr statt, bis zu welchem Frauen rechnerisch umsonst oder unentgeltlich arbeiten. 2026 ist das am 27. Februar der Fall. Das Datum wird mithilfe des Gender Pay Gaps ermittelt. Dieser beträgt in Deutschland laut über 2,6 Millionen Gehaltsangaben auf kununu 15,69 Prozent – Frauen verdienen also durchschnittlich 15,69 Prozent weniger als Männer. Das Statistische Bundesamt gibt den aktuellen Gender Pay Gap mit 16 Prozent an.
Am Equal Pay Day finden in vielen Städten und Gemeinden Aktionen statt, die auf die bestehende Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen. Organisationen, Aktivist:innen und Verbände veranstalten Demonstrationen, Diskussionsrunden und Informationsstände, um das Thema in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Ziel ist es, sowohl die Öffentlichkeit als auch politische Entscheidungsträger:innen für die Notwendigkeit gleicher Bezahlung zu sensibilisieren und konkrete Maßnahmen zur Schließung der Lohnlücke zu fordern.
Über die Hälfte der Deutschen ahnungslos
Wusstest du bisher nicht, was genau mit dem Begriff Gender Pay Gap gemeint ist? Damit bist du nicht allein. Eine Umfrage von kununu 2026 ergab, dass 56 Prozent der Deutschen bisher nicht mit dem Begriff Gender Pay Gap in Berührung gekommen sind.
Möchtest du mehr rund um den Gender Pay Gap in Deutschland erfahren? Hier siehst du unsere Gender Pay Gap Artikel auf einen Blick:
Warum findet der Equal Pay Day immer an einem unterschiedlichen Tag statt?
Der Equal Pay Day fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum, weil sich die Lohnlücke jedes Jahr leicht verändert. Die Terminierung des Equal Pay Days lässt sich mit diesem Rechenbeispiel veranschaulichen:
- Wenn der Gender Pay Gap in einem bestimmten Jahr 18 Prozent beträgt, bedeutet das, dass Frauen 18 Prozent des Jahres ohne Bezahlung arbeiten würden – also ca. 66 Tage.
- Der Equal Pay Day würde dann auf den 66. Tag des Jahres fallen, also etwa Mitte März.
In den vergangenen Jahren hat sich der Gender Pay Gap erfreulicher Weise jeweils verkleinert – der Equal Pay Day rückt dadurch jeweils etwas weiter nach vorne im Kalender. Aber nur sehr langsam:
Viele Jahre schien die Lohnlücke wie in Stein gemeißelt. Ein gutes Jahrzehnt hat es gedauert, bis der Equal Pay Day im Kalender vom 20. März in 2009 auf den 17. März im Jahr 2020 vorgerückt ist.
Equal Pay Day am 11. Februar 2026 in Österreich
Ganze 42 Tage arbeiten Frauen in Österreich pro Jahr gratis. Aus diesem Grund fand am 11. Februar 2026 der diesjährige Equal Pay Day statt. Die Unterschiede in den Bundesländern bei der Bezahlung von Frauen und Männern sind dabei enorm.
Weibliche Beschäftigte in Wien arbeiten beispielsweise „nur“ 15 Tage umsonst, in Vorarlberg sind es ganze 73 Tage. Das ist unter anderem deshalb so schockierend, weil Frauen in Österreich generell besser ausgebildet sind als Männer.
Übrigens: Der Equal Pay Day wird in Österreich traditionell auch im November begangen – 2025 beispielsweise am 2. November. Damit soll gezeigt werden, dass Frauen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr für ihre Arbeit bezahlt werden. Zieht man den Vergleich mit dem Vorjahr 2024, ist der Einkommensunterschied um 0,3 Prozent (entspricht einem Tag) gesunken.
Schweiz: Equal Pay Day fand am 13. Februar 2026 statt
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den höchsten Gehältern der Welt. Dennoch arbeiteten Frauen hier in diesem Jahr bis zum 13. Februar 2026 gratis. Der Gehaltsunterschied beträgt laut der letzten Lohnstrukturerhebung 2022 zwölf Prozent. Mehrere Initiativen, darunter die BPW Switzerland, prangern deshalb einen Verstoß gegen das in der Schweiz geltende Gleichstellungsgesetz an.
Wann wird der Gender Pay Gap in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschlossen?
Aktuelle Analysen zeigen, dass der Gender Pay Gap in Deutschland, Österreich und der Schweiz ohne zusätzliche strukturelle Maßnahmen auf absehbare Zeit nicht vollständig geschlossen wird. Zwar dürfte die Lohnlücke über die Jahre hinweg weiter sinken, jedoch nur sehr, sehr langsam.
So weist PwC Österreich beispielsweise darauf hin, dass Österreich bei der Gleichstellung am Arbeitsplatz weiterhin weit hinter vielen OECD-Ländern liegt und die Einkommensschere noch Jahrzehnte bestehen bleiben dürfte, wenn sich das Tempo nicht deutlich beschleunigt. Internationale Studien zur globalen Geschlechtergleichstellung zeigen zudem, dass selbst bei fortgesetzten Fortschritten über 136 Jahre nötig wären, um die Lohnlücke vollständig zu schließen.
Ohne gezielte politische und betriebliche Gegenmaßnahmen ist im Moment nicht davon auszugehen, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz den Gender Pay Gap vollständig schließen werden.
Klingt frustrierend, ist es auch. Immerhin gibt es Branchen und Berufe, bei denen die Situation weniger ernüchternd aussieht. Lies nach, in welchen Jobs du als Frau am meisten verdienst.
Gender Pay Gap nach Branchen & Berufserfahrung
kununu hat übrigens den Gender Pay Gap in den einzelnen Job-Branchen berechnet – auf Basis von über 2.400.000 Gehaltsangaben von Arbeitnehmer:innen. Besonders drastisch sind die Unterschiede unter anderem in der Finanzbranche. Hier verdienen Frauen durchschnittlich 24 Prozent weniger als Männer, dicht gefolgt von der Telekommunikationsbranche mit 23 Prozent.
Den größten Anstieg des Pay Gaps verzeichnet die Branche Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung. Frauen steigen mit einem „nur“ 12 Prozent geringeren Gehalt als Männer ein. Nach 6-10 Jahren klafft die Gehaltslücke immer weiter auf, denn dann verdienen Frauen ganze 29 Prozent weniger als Männer. Dass der Gender Pay Gap mit zunehmender Berufserfahrung steigt, ist unter anderem auf eine unzulängliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückzuführen – für Frauen bedeutet die Familiengründung häufig eine Karrierebremse.
Der Equal Pay Day – Entstehung
Der Equal Pay Day hat seinen Ursprung in den frühen Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in den USA. Henrike von Platen: „1930 gründete die Anwältin Lena Madesin Phillips in New York die Business and Professional Women, die wirtschaftliche Teilhabe und Gleichstellung forderten.“ Im Jahr 1963 wurde unter Präsident John F. Kennedy der Equal Pay Act verabschiedet als eines der ersten Gesetze zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung. Der Equal Pay Act verpflichtete Arbeitgeber, Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit am selben Arbeitsplatz den gleichen Lohn zu zahlen, sofern die Tätigkeit in Bezug auf Funktion, Verantwortung, Arbeitsbedingungen und Qualifikation vergleichbar war. Trotz des Gesetzes blieb die geschlechtsspezifische Lohnlücke bestehen, da es zahlreiche Ausnahmen und Schlupflöcher gab, durch die Frauen weiterhin benachteiligt wurden. Dies führte zur Gründung von Organisationen wie dem National Committee on Pay Equity (NCPE), das sich für Lohngleichheit einsetzt. Der Equal Pay Day entstand in den USA im Jahr 1988 als direkte Reaktion auf die anhaltenden Lohnunterschiede, die trotz des Equal Pay Act weiterhin existierten. Seine Entwicklung wurde vor allem von den Business and Professional Women (BPW) vorangetrieben. Die Initiative sollte die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass gesetzliche Regelungen allein nicht ausreichen, um eine faire Bezahlung sicherzustellen. Der Verband der Business and Professional Women ist eines der größten Netzwerke für Unternehmerinnen und berufstätige Frauen weltweit. Weltweit engagieren sich rund 30.000 Mitglieder in über 100 Ländern für die Förderung von Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
In Deutschland wurde der Equal Pay Day erst im Jahr 2008 eingeführt, von der deutschen Organisation der Business and Professional Women.
Was passiert am Equal Pay Day?
Am Equal Pay Day selbst finden in vielen Städten und Gemeinden Veranstaltungen, Diskussionen, Vorträge und sonstige Aktivitäten unterschiedlicher Größe statt, häufig mit Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Zusätzlich wird der Tag medial begleitet. Die Veranstaltungen finden dezentral statt. Die Equal Pay Day-Bewegung lebt von vielen unabhängigen Aktivist:innen, die aus eigenem Antrieb Aktionen und Events organisieren. Mittlerweile unterstützen auch zahlreiche Unternehmen, Städte und Gemeinden sowie öffentliche Einrichtungen den Equal Pay Day.
- Informationen für Deutschland: Auf www.equalpayday.de gibt es eine Übersicht sowie Anregungen zum Mitmachen und zum Organisieren eigener Events und Aktionen.
- Informationen für Österreich: equal-pay-day.at
- Informationen für die Schweiz: bpw.ch/de/Projekte/Equal_Pay_Day
Was ist das Ziel der Aktionen am Equal Pay Day?
In erster Linie geht es darum, Bewusstsein zu schaffen dafür, dass es auch in fortschrittlichen Ländern, in denen Diversität, Teilhabe und Gleichberechtigung scheinbar großgeschrieben werden, Unterschiede gibt in den Gehältern. Voraussetzung dafür ist Gehaltstransparenz. Nur wer weiß, wie viel eine andere Person im Unternehmen in einer vergleichbaren Position mit ähnlicher Ausbildung und Berufserfahrung verdient, kann einschätzen, ob er oder sie selbst gerecht bezahlt wird. Der Equal Pay Day ruft also auch dazu auf, über das eigene Gehalt zu sprechen, was nach wie vor für viele ein Tabu ist: In Deutschland spricht bisher nur jede:r zweite Beschäftigte mit dem Partner:in über das Gehalt.
Mehr Gehalt: Verhandlungstipps für Frauen
Der Gender Pay Gap ist ein strukturelles Problem, das nur gelöst werden kann, wenn Wirtschaft und Politik am gleichen Strang ziehen. In der individuellen Situation sind Frauen jedoch auch häufiger als Männer zurückhaltend bei Gehaltsverhandlungen. Wie du dich als Frau am besten auf das nächste Gehaltsgespräch vorbereitest, erfährst du in unserem Ratgeber: „So verhandelst du dein Gehalt als Frau: Tipps & Tricks„.