Steuerklassen und Lohnsteuerbemessung in Österreich 2026: Was es zu wissen gibt
Lohnsteuer in Österreich – was du 2026 wissen musst: Bis zu 50 % deines Gehalts fließen als Lohnsteuer an den Staat. Anders als in Deutschland gibt es hier keine Steuerklassen. Dein Steuersatz hängt von deinem Einkommen ab. Bis 13.539 Euro zahlst du keine Steuer, danach steigt der Satz bis auf 50 % für Einkommen über 104.859 Euro.
Statt Steuerklassen gibt es Absetzbeträge, die deine Steuerlast senken können. Zum Beispiel für Alleinerziehende oder Pendler:innen. Letztere profitieren 2026 besonders: Der Pendlereuro wurde verdreifacht!
Die Tarifstufen werden jährlich vom Finanzministerium festgelegt und an die Inflation angepasst. Studierende und Auszubildende haben keine Sonderregelungen, aber Achtung bei der Familienbeihilfe: Dein Einkommen kann den Anspruch beeinflussen.
Bis zu 50 Prozent deines Gehalts musst du in Österreich monatlich an Lohnsteuer an den Staat bezahlen. Warum das so ist, ob es hierzulande eigentlich Steuerklassen wie in Deutschland gibt und welche steuerliche Unterstützung du in welchen Fällen bekommen kannst? Das und mehr erfährst du nun in unserem Artikel rund um das Thema Lohn- und Einkommensteuer in Österreich.
Was wird mit der Lohn- und Einkommensteuer finanziert?
Die Lohn- und Einkommensteuer stellen in Österreich – und auch in anderen Ländern – eine wesentliche Einnahmequelle für den Staat dar. Im Jahr 2024 wurden in Österreich rund 37,27 Milliarden Euro aus der Lohnsteuer eingenommen. Das ist ein neuer Höchstwert! Der Zuwachs ist laut Statistik Austria vor allem auf den kräftigen Anstieg der Bruttobezüge zurückzuführen, der maßgeblich von inflationsbedingt hohen Lohnabschlüssen beeinflusst wurde.
Du finanzierst als Arbeitnehmer:in mit deinen Steuern eine Vielzahl öffentlicher Ausgaben, die das tägliche Leben aller Einwohner:innen Österreichs beeinflussen, maßgeblich mit. Ein großer Teil des Geldes fließt dabei in den allgemeinen Staatshaushalt. Mit diesem werden beispielsweise Sozialleistungen wie die Familienbeihilfe, Arbeitslosengeld oder Pensionen abgedeckt. Auch öffentliche Dienstleistungen wie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen werden darüber am Laufen gehalten. So profitieren Schulen, Krankenhäuser, aber auch der Straßenbau und öffentliche Verkehrsmittel von den Geldern, die durch die Lohn- und Einkommensteuer aufgebracht werden. Zudem tragen die Steuern zur Finanzierung der inneren Sicherheit und der Landesverteidigung bei, indem sie die Arbeit von Polizei, Justiz und Militär unterstützen.
Gibt es in Österreich überhaupt klassische Steuerklassen?
In Österreich gibt es keine Steuerklassen wie in Deutschland. Während in Deutschland die aktuell sechs Steuerklassen vor allem für Verheiratete eine zentrale Rolle bei der Berechnung der Lohnsteuer spielen, wird in Österreich die Lohnsteuer auf Basis eines einheitlichen Tarifsystems erhoben. Dieses ist vollständig unabhängig von deinem Familienstand. Jede:r Steuerzahler:in im gleichen Steuertarif zahlt prozentual die gleiche Höhe an Lohn- bzw. Einkommensteuer.
Aber wie wird dein persönlicher Steuertarif festgelegt? Dein Steuersatz steigt mit deinem Einkommen an. Verdienst du höchstens 13.539 Euro im Jahr, zahlst du 2026 keine Steuern.
Danach steigert sich der Steuertarif von 20 Prozent bis hin zu 50 Prozent für Einkommen zwischen 104.859 Euro und einer Million Euro pro Jahr. Für Einkommen über einer Million Euro gilt bis einschließlich 2029 ein Spitzensteuersatz von 55 Prozent. Diese befristete Regelung wurde von ÖVP, SPÖ und NEOS verlängert. Um die kalte Progression abzufedern, wurden zusätzlich die Tarifstufen um 1,73 Prozent angehoben. Das entspricht zwei Dritteln der Inflationsrate. Das verbleibende Drittel wird aufgrund der Budgetkonsolidierung nicht an dich und andere Arbeitnehmer:innen weitergegeben.
Die Lohn- und Einkommensteuertabelle für 2026 im Überblick:
| Einkommensgrenze 2026 | Steuersatz 2026 |
|---|---|
| Bis 13.539 Euro | 0 % |
| Bis 21.992 Euro | 20 % |
| Bis 36.458 Euro | 30 % |
| Bis 70.365 Euro | 40 % |
| Bis 104.859 Euro | 48 % |
| Bis 1.000.000 Euro | 50 % |
| Ab 1.000.000 Euro | 50 % |
Anstelle von einer Auswahl der Steuerklasse kannst du in Österreich deine Steuerlast durch verschiedene Absetz- oder Freibeträge beeinflussen. Beispielsweise kannst du – natürlich nur, wenn du die Voraussetzungen erfüllst – einen Freibetrag für Alleinerziehende geltend machen oder erhältst Zuschüsse für dienstliche Übernachtungen.
Als Österreicher:in hast du vielleicht nie darüber nachgedacht, dass es auch anders sein könnte, aber: In Deutschland kann das Einkommen von Verheirateten oder in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebenden Personen gemeinsam veranlagt werden. Das ist im österreichischen Steuersystem nicht erlaubt. Jede:r Steuerpflichtige muss ihre bzw. seine Einkünfte separat versteuern.
Wer legt die steuerlichen Tarifstufen in Österreich fest?
Die steuerlichen Tarifstufen werden in Österreich Jahr für Jahr vom Bundesministerium für Finanzen festgelegt. Im Kampf gegen die kalte Progression bzw. Inflation gewannen die Tarife ab 2023 nochmals mehr an Bedeutung. Seither werden die Tarifstufen jeweils um zwei Drittel der aktuellen Inflationsrate angepasst. Das ist mindestens bis inklusive 2026 der Fall.
Ab wann zahlt man Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer?
Die Steuerfreigrenze wurde für 2026 erneut angehoben und liegt nun bei 13.539 Euro Jahreseinkommen (2025: 13.308 Euro). Arbeitnehmer:innen und Selbstständige zahlen erst ab diesem Betrag Lohn- bzw. Einkommensteuer. Davor liegen deine Steuern bei 0 Prozent.
Die Grundlage für die Anpassung ist die Inflation von Juli 2024 bis Juni 2025, die mit 2,63 Prozent berechnet wurde. Dieser Grenzwert gilt auch noch für deine steuerliche Veranlagung 2025.
Gelten für Studierende und Auszubildende besondere Steuerklassen oder Tarife?
Das österreichische Steuersystem lässt für Studierende oder Auszubildende keine Ausnahmen zu. Dein Einkommen wird mit denselben Tarifen versteuert wie bei normalen Arbeitnehmer:innen. Aufpassen solltest du allerdings bei der Familienbeihilfe. Bis zu deinem 19. Geburtstag beeinflusst dein Einkommen deinen Anspruch auf Familienbeihilfe nicht. Danach erhältst du die finanzielle Unterstützung nur noch, wenn du höchstens 17.212 Euro pro Jahr verdienst.
Für 2026 und 2027 erfolgt ausnahmsweise keine Anpassung des Kinderabsetzbetrags und der Familienbeihilfe, weil die Regierung zur Sanierung des Budgets einen harten Sparkurs verfolgt.
Diese Unterstützungsmöglichkeiten kannst du steuerlich geltend machen
Nachdem es in Österreich keine Steuerklassen gibt, kannst du deine Steuerlast durch Frei- oder Absetzbeträge verringern.
Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag
Sorgst du allein für deine Familie, kannst du finanziell vom Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag profitieren. Dieser Betrag liegt 2026 bei 612 Euro für ein Kind, 828 Euro für zwei Kinder und 1.101 Euro für drei Kinder, zuzüglich 273 Euro für jedes weitere Kind. Er wird direkt von deiner Lohnsteuer abgezogen, sodass dir mehr Gehalt übrig bleibt.
Es besteht ein rechtlicher Rahmen, der vorsieht, dass Absetzbeträge inkl. Alleinverdienerabsetzbetrag automatisch an die Inflation angepasst werden. Aber konkrete Prozentsätze für 2026 liegen derzeit noch nicht vor.
Pendlerpauschale
Hast du einen langen Arbeitsweg? Dann solltest du die kleine und große Pendlerpauschale bzw. den Verkehrsabsetzbetrag im Blick haben. Diese Pauschale steht dir zu, wenn du einen längeren Arbeitsweg hast und keine zumutbare öffentliche Verkehrsanbindung nutzen kannst. Sie mindert dein zu versteuerndes Einkommen und somit auch deine Steuerlast. Besonders erfreulich für Pendler:innen ist: Der sogenannte Pendlereuro wurde ab 1. Jänner 2026 von zwei auf sechs Euro pro Kilometer verdreifacht. Fähst du täglich 30 Kilometer zur Arbeit, bekommst du nun 180 Euro statt zuvor 60 Euro direkt von deiner Lohnsteuer abgezogen.
Du willst weitere Tipps und Tricks zum Steuersparen? Mehr dazu, wie du zukünftig mehr Netto vom Brutto haben könntest, kannst du in diesem Artikel nachlesen.