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Betreuungsperson und drei Kinder betrachten gemeinsam ein Tablet in einem farbenfrohen Klassenraum.

Quereinstieg als Erzieher:in: Wie du deinen eigenen Weg in den Beruf findest

Der Quereinstieg als Erzieher:in ist aufgrund des hohen Fachkräftemangels eine attraktive Option für alle, die eine sinnstiftende Tätigkeit suchen. Vorkenntnisse in Pädagogik sind keine Pflicht, jedoch benötigst du ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie gesundheitliche Eignung. Meist reicht ein mittlerer Schulabschluss aus.

Es gibt drei Hauptwege in den Beruf: Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) bietet eine durchgehende Vergütung über drei Jahre. Die klassische schulische Ausbildung fokussiert stärker auf Theorie und zahlt erst im letzten Jahr. Wer keinen passenden Schulabschluss hat, kann über die ein- bis zweijährige sozialpädagogische Assistenz einsteigen.

Finanziell lohnt sich ein Blick auf Träger und Tarifverträge, da individuelle Gehaltsverhandlungen durch Anrechnung bisheriger Berufserfahrung oder Zusatzqualifikationen möglich sind. Besonders im Westen Deutschlands werden händeringend Arbeitskräfte gesucht. Der Einstieg bietet dir somit nicht nur eine neue berufliche Perspektive, sondern auch echte Sicherheit.

Anders als in vielen anderen Berufen führt der Quereinstieg zur Erzieherin oder zum Erzieher nicht über einen einzigen Weg. Nein, tatsächlich sind es gleich drei Wege in den Job: die praxisintegrierte Ausbildung, die klassische Fachschule oder den Zwischenschritt über eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz.

Welcher davon zu dir passt, hängt davon ab, wie schnell du einsteigen möchtest und welchen beruflichen Hintergrund du bereits mitbringst. Wir haben dir alle wichtigen Infos zum Quereinstieg als Erzieher:in zusammengefasst.

Mögliche Gründe für den Wechsel in den erzieherischen Bereich

Fehlt es dir in deinem bisherigen Job an Sinnhaftigkeit? Möchtest du etwas an andere zurückgeben und würdest gern das Gefühl verspüren, dass deine Arbeit Menschen wirklich hilft? Oder suchst du vor allem nach einem langfristig sicheren Beruf?

Diese Beweggründe führen dich erstaunlich häufig in den erzieherischen Bereich. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in Kitas, Horten und Jugendhilfeeinrichtungen hast du hier nicht nur die Gewissheit, gebraucht zu werden, sondern auch die Aussicht auf einen Beruf mit echtem Sinn.

Diese Voraussetzungen brauchst du für den Quereinstieg als Erzieher:in

In der Regel reicht laut dem Arbeitsamt ein mittlerer Schulabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation für den Einstieg als Erzieher:in aus. Genauso kann dich eine abgeschlossene Berufsausbildung aus einem völlig anderen Feld prinzipiell befähigen, als Erzieher:in zu arbeiten. Deine Lebens- und Berufserfahrung wird geschätzt – nicht zuletzt, weil Quereinsteiger:innen damit neue Perspektiven in den Berufsalltag einbringen, die im Team sonst fehlen.

Bevor du einen Vertrag unterschreiben kannst, musst du zwingend ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge sowie die gesundheitliche Eignung für die körperlich wie emotional fordernde Arbeit mit Kindern vorweisen können. Pädagogische Vorerfahrung ist dagegen ausdrücklich keine Voraussetzung.

Erzieher:innen-Beruf: Diese drei Wege führen zu deinem Quereinstieg

Am beliebtesten unter Quereinsteiger:innen in den Beruf als Erzieher:in ist die praxisintegrierte Ausbildung – kurz PiA. Du arbeitest dabei von Anfang an in einer Kita oder Jugendhilfeeinrichtung und besuchst parallel die Fachschule. Die Ausbildung läuft insgesamt drei Jahre lang und du wirst während der gesamten Zeit bezahlt. Kommst du aus einem gut bezahlten Job und kannst es dir nicht leisten, länger unbezahlt zu arbeiten, kann das der für dich beste Weg sein.

Eine weitere Möglichkeit für deinen Einsteig bildet die klassische schulische Ausbildung. Diese absolvierst du gänzlich an der Fachschule. Eine Vergütung gibt es hier meist erst im dritten Jahr während des Berufspraktikums. Dafür sind die Zulassungsvoraussetzungen an manchen Fachschulen etwas flexibler gestaltet. Zudem profitierst du von mehr Freiraum in den Theoriephasen, da du noch nicht arbeitest.

Für alle, die keinen passenden Schulabschluss mitbringen, ist die Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz als Basis gut geeignet. Die ein- bis zweijährige Ausbildung qualifiziert dich zunächst für unterstützende Tätigkeiten in der Kinderbetreuung. Von dort aus gelingt der Wechsel in die eigentliche Erzieherausbildung anschließend deutlich leichter. Oft kannst du dir sogar deine erbrachten Praxisstunden anrechnen lassen.

Auf einen Blick unterscheiden sich die drei Wege zum Quereinstieg als Erzieher:in vor allem in diesen Punkten:

  • Praxisintegrierte Ausbildung (PiA): Durchgehende Vergütung, Theorie und Praxis von Anfang an parallel, Dauer rund drei Jahre
  • Klassische schulische Ausbildung: Unbezahlt, Vergütung erst im Berufspraktikum im dritten Jahr, mehr Fokus auf Theorie ohne parallelen Arbeitsalltag
  • Sozialpädagogische Assistenz (SPA): Kein mittlerer Schulabschluss nötig, ein bis zwei Jahre Ausbildungsdauer, dient meist als Sprungbrett in die eigentliche Erzieherausbildung

Welchen Einstiegsweg du wählen solltest, hängt stark von deinen individuellen Bedürfnissen und deinen Voraussetzungen ab. Auf den ersten Blick mag die PiA – auch in finanzieller Hinsicht – vielleicht am attraktivsten erscheinen. Hast du aber beispielsweise keinen passenden Schulabschluss gemacht, kommt sie für dich schlicht und ergreifend nicht infrage. Dann bildet die Weiterbildung zur sozialpädagogischen Assistenz eine gute Alternative. Die schulische Ausbildung dagegen kann unter anderem für Mütter und Väter spannend sein, da parallel Zeit für die Erziehung der eigenen Kinder übrig bleibt.

Gehalt: Das verdienst du als Erzieher:in im Quereinstieg

Überlegst du gerade, ob sich der Quereinstieg als Erzieher:in für dich finanziell auszahlt? Während du in der PiA zumindest beim Land Baden-Württemberg im ersten Ausbildungsjahr mit 1.415 Euro (Stand: 2026) brutto pro Monat rechnen kannst, sieht die Situation in der freien Wirtschaft etwas anders aus. Die Gehälter können hier teils deutlich niedriger oder höher liegen.

Diese Diskrepanz zeigt sich auch nach deinem Ausbildungsabschluss weiter. Im öffentlichen Dienst richtet sich dein Gehalt nach dem TVöD SuE – dem Tarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst. Ob sich kirchliche oder freie Träger daran orientieren, obliegt deren Entscheidung. Unterschiede beim Gehalt ergeben sich vor allem aus deinem Einsatzbereich und den damit verbundenen Zulagen.

Aber wie viel Geld kann man als ausgebildete Erzieher:in denn nun verdienen? Auf kununu haben die User:innen für die Berufe Erzieher:in und Kleinkinderzieher:in die folgenden Gehaltsangaben gemacht.

Erzieher:in (z.B. Hort, Jugendhilfe)

Nach dem Unterricht können Kinder und Jugendliche im Hort oder in der schulischen Ganztagsbetreuung auf dich als Erzieher:in zählen. Du unterstützt bei Hausaufgaben und gestaltest die Freizeit pädagogisch sinnvoll. In der Jugendhilfe und in Wohngruppen sieht dein Alltag nochmal anders aus. Dort übernimmst du oft im Schichtdienst die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen und arbeitest eng mit Jugendämtern zusammen.

Als Berufseinsteiger:in startest du als Erzieher:in bei etwa 32.200 Euro brutto im Jahr. Im Durchschnitt kommst du auf 41.300 Euro brutto jährlich. Nach oben ist durch Schicht- und Wochenendzulagen in der Jugendhilfe sogar ein Jahresgehalt von 59.900 Euro möglich.

Kleinkinderzieher:in (z.B. Kindergarten, Krippe)

In der Kita oder im Kindergarten begleitest du als Kleinkinderzieher:in Kinder vom Krippenalter bis zum Schuleintritt in ihrer sprachlichen, sozialen und motorischen Entwicklung. Dein Alltag besteht aus der theoretischen und praktischen Gestaltung von Freispiel- und Angebotsphasen. Des Weiteren musst du dich mit den Eltern abstimmen. Das geschieht beispielsweise bei Entwicklungsgesprächen oder innerhalb der Eingewöhnung. Dazu kommen organisatorische Aufgaben wie Dokumentation oder die Durchführung von Elternabenden

Hochgerechnet auf eine Vollzeittätigkeit liegt dein durchschnittliches Jahresbrutto als Kleinkinderzieher:in bei etwa 35.500 Euro. Sofern du zusätzlich Aufgaben wie Sprachförderung oder Integrationsarbeit übernimmst oder Führungsverantwortung hast, sind bis zu 53.400 Euro möglich. Am Anfang deiner Berufslaufbahn kannst du du eher von einem Gehalt in Höhe von 23.700 Euro ausgehen.

Dein beruflicher Weg soll dich am besten direkt in den öffentlichen Dienst führen? Hier findest du alle relevanten Facts rund um den Quereinstieg im öffentlichen Dienst.

3 Tipps für die Gehaltsverhandlung als Erzieher:in

2.000 Euro, 3.000 Euro oder doch 4.000 Euro brutto im Monat als Erzieher:in? Das kann man bei Trägern, die nach TvöD SuE bezahlen, doch eh nicht mitbestimmen, oder? Das stimmt so nicht ganz. Mit diesen drei Punkten holst du unabhängig von etwaigen Tarifverträgen als Quereinsteiger:in mehr aus deiner Gehaltsverhandlung heraus:

1. Vorherige Berufserfahrung anrechnen lassen

Zwar steht deine Entgeltgruppe im TVöD SuE gemäß gewisser Richtlinien fest, aber deine Einordung ist verhandelbar. Frag am besten schon im Vorstellungsgespräch aktiv nach, ob Zeiten aus deinem vorherigen Job – etwa im sozialen, pflegerischen oder pädagogischen Bereich – für die Stufenzuordnung anerkannt werden können.

2. Gezielt nach Zulagen oder Benefits fragen

Neben dem Grundgehalt lohnt sich der Blick auf mögliche Zulagen. Die Arbeitgeber zahlen diese etwa für Schicht- oder Wochenenddienste in der Jugendhilfe oder für Zusatzqualifikationen wie Sprachförderung. Diese Zulagen sind nicht überall gleich hoch geregelt, weshalb sich Nachfragen direkt beim jeweiligen Träger auszahlen kann. Außerdem profitierst du gegebenenfalls zusätzlich zum Gehalt von gewissen Benefits wie Zuzahlungen zur Altersvorsorge oder Essenszulagen.

3. Träger und Jahressonderzahlung vergleichen

Gewusst? Trotz gleicher Entgeltgruppe zahlen nicht alle Träger identisch. Die Höhe der Jahressonderzahlung – häufig Weihnachtsgeld genannt – sowie freiwillige Zusatzleistungen einzelner Träger unterscheiden sich teils deutlich. Sie können am Ende mehrere hundert Euro brutto im Monat ausmachen.

Mehr Tipps für deine Gehaltsverhandlung haben wir hier für dich!

Besonders hohe Chancen für Quereinsteiger:innen im Westen Deutschlands

Findest du als Erzieher:in überhaupt einen Job oder stehen die Chancen dafür schlecht? Ein Blick in die Zahlen zeigt in jedem Fall, wie groß der Bedarf an Personal tatsächlich ist. Nur rund 13,7 Prozent der Kitas in Deutschland erreichen aktuell die wissenschaftlich empfohlene Personalausstattung, wie das Fachkräftebarometer Frühe Bildung zeigt. Gleichzeitig arbeitet in der Praxis mehr als jede fünfte erzieherische Einrichtung mit 60 Prozent oder weniger des eigentlich nötigen Personals.

Besonders groß ist die Lücke laut dem Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung im Westen Deutschlands. Hier fehlen aktuell rund 430.000 Kitaplätze, weil für eine ausreichende und angemessene Kinderbetreuung zu wenig Personal vorhanden ist. In absoluten Zahlen ist vor allem Nordrhein-Westfalen betroffen. Quereinsteiger:innen sind also gern gesehen, um die Versorgung mit Kinderbetreuung langfristig aufrecht zu erhalten – oder idealerweise sogar auszubauen.

Häufige Fragen zum Quereinstieg als Erzieher:in

Bei der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) wirst du von Anfang an bezahlt. Bei der klassischen schulischen Ausbildung gibt es meist erst im dritten Jahr im Zuge des Berufspraktikums ein Gehalt.

Nein, du brauchst für den Quereinstieg als Erzieher:innen kein Abitur. In der Regel reicht ein Realschulabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation aus. Es gibt außerdem Bundesländer, die andere Nachweise über deine Berufserfahrung als Voraussetzung anerkennen.

Nein, pädagogische Vorerfahrung ist für den Quereinstieg als Erzieher:in nicht notwendig. Du solltest allerdings bereit sein, dir nötiges Wissen innerhalb einer Ausbildung anzueignen.