Künftige Arbeitswelt
PISA-Studie 2026: Wird die Gen Z im Job abgehängt?
Enttäuschende PISA-Ergebnisse treffen auf eine Arbeitswelt, die sich rasant verändert. Wie soll der Nachwuchs da mithalten? Warum es zu früh ist, eine ganze Generation abzuschreiben, was im Job in Zukunft wirklich zählt und wie junge Menschen sich beim Berufseinstieg behaupten können.
Die Leistungen deutscher Schüler:innen sind so schwach wie nie
Den 15-Jährigen in Deutschland fehlen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften grundlegende Kompetenzen. Das zeigt die am 8. September 2026 veröffentlichte PISA-Studie. Während 2015 noch ungefähr jede:r sechste Jugendliche das PISA-Grundniveau in Lesen und Mathematik verfehlte, ist es zehn Jahre später schon jede:r dritte. Das sind die niedrigsten Ergebnisse, die je erzielt wurden.
| Jugendliche unter dem PISA-Grundniveau in Deutschland | 2015 | 2022 | 2025 |
|---|---|---|---|
| Mathematik | 17% | 30% | 34% |
| Lesen | 16% | 25% | 32% |
| Naturwissenschaften | 17% | 23% | 27% |
Berufseinsteiger:innen fehlt es an Allgemeinwissen
ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sieht in den Ergebnissen bestätigt, was Ausbildungsbetriebe des Handwerks seit Jahren berichten: Vielen Schulabgänger:innen mangelt es an den Grundkompetenzen. Lesen, Schreiben, Rechnen und die Fähigkeit, Lösungen zu finden, sind schließlich Voraussetzungen für fast jeden Job.
Wer diese grundlegenden Fähigkeiten nicht trainiert, tut sich beim Berufseinstieg schwer. Denn die fehlende Kompetenz des Nachwuchses wird durch eine andere Entwicklung am Arbeitsmarkt verstärkt: Gerade einfache Tätigkeiten, die früher oft Einsteiger:innen erledigten, übernimmt heute schon oft die KI.
Laut einer Randstad-ifo-Befragung aus dem Jahr 2025 planen 40 Prozent der Unternehmen, innerhalb der nächsten drei Jahre KI für klassische Einstiegs-Aufgaben einzusetzen. Droht also eine ganze Generation, den Anschluss zu verlieren? Nicht unbedingt – denn gleichzeitig gaben die befragten Firmen an, die Zahl der Einstiegsstellen stabil halten zu wollen.

Kritisches Denken ist in der KI-Ära wichtiger denn je
KI-Modelle können zwar viele Aufgaben übernehmen. Aber auch in Zukunft braucht es Menschen, die automatisch erzeugte Ergebnisse prüfen. Künftige Berufseinsteiger:innen sollten deshalb über die klassischen Schulfächer hinausblicken.
Im „Future of Jobs Report 2025“ des Weltwirtschaftsforums erwarten die befragten Arbeitgeber, dass die Bedeutung von KI- und Datenkompetenz sowie technologischem Verständnis bis 2030 besonders stark zunimmt.
Der Schulunterricht muss Schüler:innen also vermitteln, wie sie richtig mit KI umgehen und Ergebnisse kritisch beurteilen. Die Bildungsministerkonferenz hat dafür schon 2024 Fortbildungen für Lehrkräfte und veränderte Prüfungsformate empfohlen.
Schüler:innen sollten KI-Ergebnisse erklären und ihren Entstehungsprozess reflektieren können. Denn dass sie KI-Modelle nutzen, um zum Beispiel ihre Hausaufgaben zu erledigen, lässt sich heute ohnehin kaum noch vermeiden.
Diese Kompetenzen braucht die Arbeitswelt von morgen
Schreiben, Lesen und Rechnen sind und bleiben Grundfertigkeiten, die jeder Mensch beherrschen sollte. Doch fest steht auch, dass sich die Anforderungen an Berufseinsteiger und Fachkräfte verändern. Damit die nächste Generation in der Arbeitswelt der Zukunft bestehen kann, braucht es eine Kombination aus fachlichen Grundlagen, digitaler Kompetenz und starken Soft Skills.
Die Randstad-ifo-Befragung wollte von den Betrieben wissen, welche sozialen Kompetenzen sie sich von ihren Mitarbeiter:innen wünschen. Am häufigsten genannt wurden Kommunikations- und Teamfähigkeit, Selbstorganisation und Verantwortungsbewusstsein sowie Lern- und Anpassungsfähigkeit.
Auch kritisches Denken, Kreativität, Flexibilität und Neugier dürften im KI-Zeitalter noch wichtiger werden. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass sich fast alle Jobs in Zukunft schneller und häufiger verändern werden, als das bisher der Fall war.
Ein kleiner Lichtblick bei der PISA-Studie
Beim erstmals getesteten modellbasierten Problemlösen mussten die teilnehmenden Schüler:innen komplexe Aufgaben mithilfe digitaler Werkzeuge bearbeiten. Zumindest dabei liegen die deutschen Jugendlichen leicht über dem EU-Durchschnitt.