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Karriere & Ausbildung

Viele Ausbildungsplätze sind frei – trotzdem gehen Bewerbende leer aus

von Anna W.
Veröffentlicht:  23. September 2026, 17:42
2 min
Fünf junge Auszubildende stehen gemeinsam in einem Ausbildungsbetrieb.

Auf dem Ausbildungsmarkt 2026 gibt es eine paradoxe Situation: Unternehmen suchen Nachwuchs, gleichzeitig finden Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Das Problem liegt dabei nicht unbedingt an fehlenden Stellen – sondern oft daran, dass Angebot und Nachfrage nicht zusammenpassen.

Freie Ausbildungsplätze, aber kein passender Bewerber

Auf den ersten Blick klingt die Situation widersprüchlich: Es gibt freie Ausbildungsplätze – und trotzdem bleiben Bewerber:innen ohne Vertrag. Tatsächlich kommt es darauf an, wo ein Ausbildungsplatz angeboten wird, welcher Beruf gesucht wird und welche Voraussetzungen zusammenkommen.

Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass sich die Situation regional deutlich unterscheiden kann. Gemeldete Ausbildungsstellen und Bewerber:innen verteilen sich nicht gleichmäßig über Deutschland.

Hier kommt das sogenannte Matching-Problem ins Spiel: Ein Ausbildungsplatz ist nur dann eine Lösung, wenn Beruf, Region und Vorstellungen von Unternehmen und Bewerber:in zusammenpassen.

Drei Auszubildende arbeiten gemeinsam in einer professionellen Küche.
Ausbildung in der Küche: In vielen Berufen suchen Unternehmen weiterhin dringend Nachwuchs.

Warum die Suche manchmal ins Leere läuft

Dass Ausbildungsplatz und Bewerber:in nicht zusammenfinden, kann verschiedene Gründe haben:

  • Region: Der passende Ausbildungsplatz liegt zu weit vom Wohnort entfernt.
  • Wunschberuf: Bewerber:innen konzentrieren sich auf bestimmte, besonders beliebte Berufe.
  • Anforderungen: Unternehmen suchen bestimmte Qualifikationen oder Voraussetzungen.
  • Bedingungen: Gehalt, Arbeitszeiten oder Perspektiven passen nicht zu den Erwartungen.
  • Alternativen: Artverwandte Ausbildungsberufe werden bei der Suche nicht immer berücksichtigt.

Auch bei den Berufen selbst gibt es Unterschiede. Besonders gefragt sind beispielsweise Kfz-Mechatroniker:innen und verschiedene kaufmännische Berufe. Gleichzeitig bleiben in anderen Bereichen Ausbildungsstellen unbesetzt.

Für Bewerber:innen lohnt sich ein weiterer Blick

Wer bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, muss die Suche deshalb nicht automatisch aufgeben. Gerade gegen Ende der Bewerbungsphase kann es helfen, artverwandte Berufe, weitere Unternehmen oder einen größeren Suchradius in Betracht zu ziehen.

Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn können noch Plätze frei sein und besetzt werden. Ein später Einstieg ist daher je nach Betrieb und Ausbildung weiterhin möglich.