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Ausbildung in Teilzeit

Ausbildung in Teilzeit: Für wen sich das Modell lohnt

von Dunja R.
Veröffentlicht:  24. September 2026, 12:00
2 min
Mann in der Werkstatt mit blauen Kittel lächelt in die Kamera.

Eine Ausbildung in Teilzeit ist nicht nur für Eltern gedacht. Auch Menschen, die Angehörige pflegen, mit gesundheitlichen Einschränkungen leben oder Leistungssport betreiben, können von dem Modell profitieren. Seit 2020 steht die Teilzeitausbildung grundsätzlich allen offen, sofern sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildende darüber einig sind.

Die Teilzeitausbildung ist vielseitig vereinbar

Eine Ausbildung in Vollzeit lässt sich nicht mit jeder Lebenssituation vereinbaren. Betreuungsaufgaben, Pflege, gesundheitliche Belastungen oder intensive Trainingszeiten können dazu führen, dass eine reguläre Wochenarbeitszeit nicht möglich ist.

Das Modell eignet sich unter anderem für:

  • Eltern und Alleinerziehende
  • Menschen, die Angehörige pflegen
  • Personen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen
  • Leistungssportler:innen
  • Menschen mit anderen persönlichen oder familiären Verpflichtungen

Ein bestimmter Grund muss nicht nachgewiesen werden. Entscheidend ist die Zustimmung des Ausbildungsbetriebs. Die rechtliche Grundlage bildet § 7a des Berufsbildungsgesetzes.

Wie der NDR berichtet, nutzen zunehmend auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Leistungssportler:innen das Modell.

Wie funktioniert die Ausbildung in Teilzeit?

Die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit wird reduziert. Möglich sind zum Beispiel:

  • kürzere Arbeitstage
  • eine Ausbildung an vier Wochentagen
  • feste freie Zeiten für Betreuung oder Pflege
  • eine Teilzeitregelung während eines bestimmten Ausbildungsabschnitts

Die konkrete Aufteilung vereinbaren Betrieb und Auszubildende individuell. Sie wird im Ausbildungsvertrag festgehalten. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung darf die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit grundsätzlich um höchstens 50 Prozent verkürzt werden.

Die Berufsschule findet allerdings nicht automatisch in Teilzeit statt. Der Unterricht läuft häufig zu den regulären Zeiten weiter. Das kann besonders für Eltern und pflegende Angehörige eine organisatorische Herausforderung sein.

Wie lange dauert die Ausbildung und wie hoch ist die Vergütung?

Eine Teilzeitausbildung verlängert sich nicht automatisch. Entscheidend sind der Umfang der Arbeitszeitreduzierung und die Vereinbarung mit dem Ausbildungsbetrieb. Bei einer geringeren Reduzierung kann die reguläre Ausbildungsdauer bestehen bleiben. Bei einer deutlicheren Verkürzung verlängert sich die Ausbildung entsprechend. Die gesetzliche Höchstgrenze liegt beim Eineinhalbfachen der regulären Ausbildungsdauer. Bei einem dreijährigen Ausbildungsberuf sind somit höchstens viereinhalb Jahre möglich.

Die Vergütung kann anteilig sinken: Laut kununu erhalten Auszubildende der Fachinformatik zum Beispiel im ersten Jahr durchschnittlich 1.041 Euro brutto monatlich. Bei 50 Prozent Arbeitszeit wären das grob 521 Euro. Die tatsächliche Höhe hängt aber immer vom Betrieb, Tarifvertrag und der individuellen Vereinbarung ab.