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Ausbildung & Mentale Gesundheit

Neue Umfrage: Jeder zweite Azubi fühlt sich psychisch belastet

von Anna W.
Veröffentlicht:  22. September 2026, 18:02
2 min
Ein junger Mann sitzt nachdenklich auf einer Treppe und stützt den Kopf auf eine Hand.

Mehr als die Hälfte der Auszubildenden in Deutschland fühlt sich heutzutage mit ihrer mentalen Gesundheit nicht wohl. Der neue DGB-Ausbildungsreport zeigt: Vor allem Geldsorgen und die Wohnsituation setzen jungen Menschen zu.

Geldsorgen belasten Azubis am stärksten

Laut dem Ausbildungsreport 2026 des DGB gibt mehr als jede:r zweite Befragte an, psychisch belastet zu sein. Als häufigsten Grund nennen Azubis finanzielle Sorgen, danach folgt die Wohnsituation. Erst an dritter Stelle stehen Faktoren aus dem Ausbildungsalltag wie Leistungs- und Zeitdruck.

Reicht die Ausbildungsvergütung kaum für Miete und Lebensunterhalt, wird der Berufsstart zur Belastungsprobe. Beispielsweise verdiene eine Schreinerin aus Baden-Württemberg im zweiten Lehrjahr rund 1.000 Euro brutto. Steigende Kosten und Ausgaben für die Berufsschule machen das Geld knapp.

Eine U-Bahn fährt an einem Bahnsteig in einer Großstadt ein; mehrere Menschen warten auf dem Bahnsteig.
Lange und teure Wege zur Berufsschule können Auszubildende zusätzlich belasten.

Auch Berufsschulwege können teuer werden

Müssen Azubis für den Unterricht weit fahren oder auswärts übernachten, kommen hohe Zusatzkosten hinzu. In einzelnen Fällen entstehen dadurch bis zu 3.000 Euro im Jahr. Der DGB fordert daher mehr Wohnheime und finanzielle Unterstützung.

Gute Betreuung schützt vor Überforderung

Der Report zeigt auch einen Ansatzpunkt: Fühlen sich Azubis im Betrieb gut betreut, geben deutlich weniger an, hoch belastet zu sein. Gleichzeitig sagt ein großer Teil, dass es niemanden gibt, mit dem sie über Probleme sprechen können.

Ausbilder:innen brauchen deshalb Zeit und klare Zuständigkeiten. Sie sollten nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auch Überforderung oder Konflikte erkennen. Unternehmen können mit verlässlichen Ansprechpartner:innen, planbaren Arbeitszeiten und regelmäßigen Gesprächen helfen.

Für Auszubildende gibt es Unterstützung bei Ausbilder:innen, Berufsschulen, Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie Gewerkschaften und Kammern.

Gleichzeitig ist die Politik gefordert

Bezahlbarer Wohnraum, Wohnheimplätze, Zuschüsse für lange Berufsschulwege und eine angemessene Ausbildungsvergütung können den Druck deutlich senken. Eine gute Ausbildung muss fachlich, menschlich und politisch besser abgesichert werden.