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Die Gehälter klaffen weit auseinander

Lufthansa am Boden: Wer kämpft hier wofür und was verdienen sie eigentlich?

Letztes Update:  13. April 2026, 04:54
2 min
Warnschild mit Flugzeugsymbol und der Aufschrift „Pilotenstreik“ vor einem Flugzeug auf dem Rollfeld

Der Morgen des 13. April beginnt für Tausende Reisende mit einer Hiobsbotschaft auf dem Handy: Flug gestrichen. An den Abflugtafeln in Frankfurt und München leuchten die roten „Cancelled“-Felder in langen Reihen – bis zu 80 Prozent der Flüge fallen aus.

Drei Konflikte, eine Airline

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für heute und morgen zum Streik aufgerufen, bei

  • Lufthansa
  • Lufthansa Cargo
  • CityLine
  • Eurowings

VC-Präsident Andreas Pinheiro wird deutlich: „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus.“ Die Botschaft: Man hat Geduld gezeigt. Jetzt nicht mehr.

Dabei geht es den Pilot:innen gar nicht primär ums Gehalt, sondern um die Betriebsrente. Bis 2017 gab es eine klassische Zusatzrente mit garantierten Auszahlungen. Dann drängte das Management auf ein kapitalmarktbasiertes Modell. Was gut für Lufthansas Bilanz war, ist schlecht für die Altersversorgung der Pilot:innen.

Drei Tage vorher, am 10. April, war das Kabinenpersonal dran: Die Gewerkschaft UFO rief die Flugbegleiter:innen von Lufthansa und CityLine in den Ausstand. Besonders brisant ist die Situation bei CityLine: Das Management plant, den gesamten Flugbetrieb der Regionaltochter im kommenden Jahr einzustellen. Ersetzt werden soll er durch eine neue Gesellschaft namens Lufthansa City Airlines. Rund 800 Arbeitsplätze hängen an einer Einigung über einen Sozialtarifvertrag.

Was verdienen sie eigentlich?

Betriebsrente, Sozialtarife, Vergütungsrahmen: die Streitpunkte sind komplex. Aber eine Frage stellen sich viele Reisende gerade ganz konkret: Was verdienen diese Menschen eigentlich?

Bei der Deutschen Lufthansa AG verdienen Pilot:innen im Schnitt 108.200 € brutto im Jahr, Flugbegleiter:innen dagegen nur 41.900 € – also weniger als die Hälfte.

Bei der Lufthansa CityLine ist die Schere noch größer: Pilot:innen verdienen hier im Schnitt sogar 122.000 €, Flugbegleiter:innen kommen auf gerade mal 37.700 €. Das ist ein Verhältnis von mehr als 3 zu 1. Und genau diese Airline, deren Flugbetrieb im kommenden Jahr enden soll, steckt gleichzeitig in zwei Tarifkonflikten: Die Pilot:innen kämpfen um ihre Betriebsrente und das Kabinenpersonal um einen Sozialtarifvertrag, der ihre Jobs absichern soll

Wer zahlt den Preis?

Lufthansa betont, man sei „weiterhin gesprächsbereit“. Pinheiro kontert: „Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden – indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt.“

Bis dahin bleibt das Rollfeld leer und Tausende Passagiere warten.