Streikwoche bei Lufthansa im Überblick
Streikwoche bei Lufthansa: Worum es wirklich geht und wie groß die Gehaltslücke ist
Der 13. April war erst der Anfang. Was als zweitägiger Pilotenstreik begann, wurde zur turbulentesten Woche der Lufthansa seit Jahren. Fünf Streiktage, zwei Gewerkschaften, hunderte gestrichene Flüge – und am Ende ein Schlichtungsvorschlag, den die Airline laut Gewerkschaft ablehnte.
Die Woche im Rückblick
- Den Auftakt machte das Kabinenpersonal: Am 10. April rief die Gewerkschaft UFO das Kabinenpersonal von Lufthansa und CityLine kurzfristig in den Ausstand und das mitten im Rückreiseverkehr der Osterferien.
- Dann übernahmen die Pilot:innen: Die Vereinigung Cockpit (VC) rief für den 13. und 14. April zum Streik auf bei Lufthansa, CityLine, Cargo und Eurowings. Nach Schätzungen fielen dabei mindestens 80 Prozent der Flüge ab Frankfurt und München aus.
- Die Pause währte nur kurz. Am 13. April kündigte UFO noch vor Ablauf des Pilotenstreiks den nächsten Ausstand an: Das Kabinenpersonal von Lufthansa und CityLine streikten erneut am 15. und 16. April.
- Die Piloten zogen nach und riefen für den 16. und 17. April ebenfalls zur Arbeitsniederlegung auf.

Zwei Konflikte, ein Konzern
Was diese Streikwelle von früheren unterscheidet: Zwei Konflikte laufen parallel und treiben sich gegenseitig an.
- Pilot:innen: Sie kämpfen um ihre Betriebsrente. Seit der Umstellung 2017 hängt sie stärker vom Kapitalmarkt ab – aus Sicht der Gewerkschaft ein klarer Nachteil.
- Kabinenpersonal: Hier geht es um die Zukunft selbst. CityLine soll den Flugbetrieb einstellen, rund 800 Jobs hängen an einem Sozialtarifvertrag.
Ein Blick auf die kununu-Daten
Ein Blick auf die Gehälter macht den strukturellen Riss im Konzern sichtbar.
Pilot:innen bei der Lufthansa AG verdienen im Schnitt rund 108.200 € brutto im Jahr – Flugbegleiter:innen kommen auf 41.900 €, also weniger als die Hälfte. Bei CityLine ist die Schere noch größer: Pilot:innen verdienen dort durchschnittlich 122.000 €, Flugbegleiter:innen 37.700 €.
Beide Berufsgruppen kämpfen also aus sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen aber gegen denselben Arbeitgeber. Alle Details zu den Gehältern findet ihr in unseren Artikeln zum Pilotenstreik und zum Streik der Kabine.
Der Schlichtungsvorschlag und seine Ablehnung
Am 14. April machte die VC einen ungewöhnlichen Schritt: Sie schlug ein verbindliches Schlichtungsverfahren vor. VC-Präsident Andreas Pinheiro begründete dies mit den festgefahrenen Verhandlungen: „Die Situation ist festgefahren – ein unabhängiger Dritter bietet die Chance, eine weitere Eskalation zu vermeiden.„
Laut VC lehnte Lufthansa das Angebot ab. Die Gewerkschaft kritisiert, die Arbeitgeberseite habe als Bedingung verknüpft, auch bereits abgeschlossene Verträge neu zu verhandeln – was die VC als Vertrauensbruch wertet. Eine offizielle Stellungnahme von Lufthansa zur Ablehnung liegt bislang nicht vor.
Wie es weitergeht
Die Fronten sind damit noch verhärteter als zuvor. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete die Streiks als „verantwortungslos“ und die VC sieht die Verantwortung klar beim Management.
Reisende sollten den Flugstatus auf lufthansa.com im Blick behalten. Und auf weitere Meldungen in dieser Woche gefasst sein.