Jobchancen
Ausbildungsplätze 2026: Warum Mitte September noch Chancen bestehen
Auch Wochen nach dem offiziellen Ausbildungsstart bleiben bundesweit Zehntausende Lehrstellen in Deutschland unbesetzt. Gleichzeitig suchen ebenso viele junge Menschen noch einen Platz. Der Ausbildungsmarkt ist damit alles andere als abgeschlossen.
Warum der 1. August nicht der letzte Termin ist
Viele denken, mit dem offiziellen Ausbildungsstart Anfang August sei der Markt durch. Die Zahlen sprechen dagegen. Laut dem Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit waren Ende August 2026 noch rund 116.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, während gleichzeitig 102.000 Bewerberinnen und Bewerber noch ohne Vertrag waren. Offiziell bleibt der Ausbildungsmarkt bis zum 30. September in Bewegung, denn Verträge werden erfahrungsgemäß noch bis in den Oktober hinein geschlossen.
Auch regional zeigt sich das gleiche Muster:
In Nordrhein-Westfalen meldete allein die IHK Düsseldorf rund 750 offene Ausbildungsstellen in ihrem Bezirk, während in Thüringen 2.383 unbesetzte Plätzen 1.524 Suchenden gegenüberstanden und in Sachsen-Anhalt zum gleichen Zeitpunkt gut 2.000 Plätze offen waren. In Niedersachsen konnten laut IHK-Befragung nur 53 Prozent der Betriebe alle Stellen besetzen.
Welche Berufe besonders betroffen sind
Nicht überall herrscht die gleiche Lage. Der Berufsbildungsbericht 2026 zeigt, dass besonders Handwerksberufe von Unterbesetzung betroffen sind. Bei folgenden Ausbildungen blieben zuletzt zwischen 30 und 40 Prozent der Plätze unbesetzt:
- Klempner:in
- Rohrleitungsbauer:in
- Beton- und Stahlbetonbauer:in
- Fleischer:in
- Glaser:in
- Fachverkäufer:innen im Lebensmittelhandwerk
Auch Berufe in Logistik und Lagerwirtschaft tauchen regelmäßig unter den Berufen mit den größten Lücken auf, wie regionale Beispiele wie die Top-Ten-Liste der IHK Schleswig-Holstein zeigen, angeführt von Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/-in und Handelsfachwirt/-in.
Was das für Bewerber:innen bedeutet
Für alle, die noch suchen, bedeutet das vor allem eines: Wer den Suchradius erweitert, sowohl regional als auch beim Berufsbild, erhöht die eigenen Chancen deutlich. Wichtig ist dabei auch das Timing, denn bei Restplätzen entscheiden Betriebe oft innerhalb weniger Tage. Wer die aktuellen Bewerbungsfristen für die Ausbildung kennt, kann gezielter planen, welche Unternehmen noch aufnahmefähig sind. Auch die Bewerbung selbst sollte für Restplätze schlank und zügig einsatzbereit sein. Eine passende Vorlage für das Bewerbungsschreiben zur Ausbildung hilft dabei, in kurzer Zeit eine überzeugende Bewerbung an den jeweiligen Betrieb anzupassen.