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Reformpaket 2026

Reform: Kindergeld steigt – aber mäßig

Veröffentlicht:  3. Juli 2026, 10:32
2 min
Zwei Erwachsene halten ein Kleinkind im Arm. Das Kind trägt eine hellblaue Latzhose und ein rosa Shirt. Der Hintergrund zeigt unscharfes Grün im Freien.

Bis 2028 soll das Kindergeld in Deutschland auf 272 Euro pro Monat und Kind steigen – 13 Euro mehr als heute. Familien mit Kindern zählen damit zu den Gewinnern der geplanten Steuerreform. Doch Kritiker:innen halten die Pläne für zu klein, und an anderer Stelle drohen Kürzungen.

In zwei Stufen auf 272 Euro

Derzeit erhalten Eltern einheitlich 259 Euro pro Monat und Kind, unabhängig vom Einkommen. Künftig soll der Betrag in zwei Stufen auf 272 Euro klettern, die zweite Etappe greift 2028. Auch der Kinderfreibetrag (bisher 6.828 Euro je Kind) soll steigen, die neue Höhe ist offen. Zudem soll das Geld künftig ohne Antrag automatisch aufs Konto kommen.

Das ändert sich beim Kindergeld

  • Betrag: Anstieg von 259 auf 272 Euro pro Monat und Kind
  • Zeitplan: in zwei Stufen, zweite Etappe 2028
  • Kinderfreibetrag: soll steigen (Höhe offen, bisher 6.828 Euro je Kind)
  • Auszahlung: ab März 2027 schrittweise automatisch, ohne Antrag
  • Gegenfinanzierung: unter anderem über die höhere Reichensteuer
Familie am flachen Ufer eines Gewässers. Ein Kind tritt ins Wasser, während weitere Familienmitglieder daneben und im Hintergrund stehen. Berge und Himmel sind unscharf im Hintergrund.
Das Paket stammt aus dem Koalitionsausschuss vom 1. Juli 2026, greifen sollen die Änderungen ab 2027.

Was Familien konkret bleibt

Wie viel unterm Strich herauskommt, hängt vom Haushalt ab. Eine vierköpfige Familie mit rund 60.000 Euro brutto hat laut Finanzministerium ab 2028 etwa 600 Euro mehr im Jahr. Ein Paar aus Pflegekraft und Busfahrer:in mit zwei Kindern kommt auf rund 632 Euro, eine alleinerziehende Pflegekraft mit zwei Kindern auf etwa 468 Euro.

Kritik: „Große Koalition, kleine Pläne“

Nicht alle sind überzeugt. Der Bund der Steuerzahler nennt die Reform enttäuschend: Versprochen seien spürbare Entlastungen gewesen, geliefert werde weniger. „Große Koalition, kleine Pläne“, kritisiert Präsident Reiner Holznagel. Die zehn Milliarden Euro Entlastung seien weniger als ein Prozent der Steuereinnahmen – und ohnehin fällige Anpassungen bei Freibeträgen und Kindergeld. Sein Fazit: „Das rettet für den Moment vielleicht die Koalition, aber nicht den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Kehrseite: Kürzungen beim Wohngeld

An anderer Stelle plant die Koalition Einschnitte: Das Wohngeld soll ab 2027 sinken – über eine niedrigere Heizkostenpauschale und strengere Vermögensgrenzen. Betroffen sind vor allem Familien und Rentner:innen, also teils genau die Gruppen, die beim Kindergeld entlastet werden.

Beschlossen, aber noch nicht in Kraft

Beschlossen ist bislang ein Kurs, kein Gesetz: Das Paket stammt aus dem Koalitionsausschuss, greifen sollen die Änderungen ab 2027. Für Familien bringt das ein Plus von 13 Euro im Monat pro Kind. Ob das zusammen mit der Steuerentlastung die Erwartungen erfüllt, bleibt die Frage.