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Fachkräftemangel in Österreich

Wer diese Berufe beherrscht, ist in Österreich gefragter denn je

Veröffentlicht:  2. Juli 2026, 17:00
2 min
Es bedient eine Person mit Schutzbrille eine Standbohrmaschine in einer Werkstatt.

Bis zu 60.200 Euro im Jahr und die Stellen bleiben trotzdem offen. Neun Berufe führt das AMS-Fachkräftebarometer in Österreich derzeit mit dem höchsten Engpass-Wert, doch Pflege und IT sind nicht darunter: Sie liegen eine Stufe tiefer. Was die neun stattdessen eint, zeigt, warum selbst gute Gehälter den Mangel nicht auflösen.

Ganz oben stehen Technik und Handwerk

Das AMS-Fachkräftebarometer misst den Engpass jedes Quartals über drei Teilindikatoren, gebündelt zu einem Gesamtwert. Für das erste Quartal 2026 erreichen neun Berufe die höchste Stufe – und fast alle kommen aus Technik, Produktion und Handwerk. Beim gefragtesten davon, den Techniker:innen für Maschinenbau, meldet das AMS über 1.000 offene Stellen.

Überraschend ist das, weil die Debatte meist bei Pflege und IT beginnt. Beide zählen zwar auch zu den Engpassberufen, liegen im aktuellen Scoring aber eine Stufe tiefer.

Die neun Berufe mit dem höchsten Engpass-Wert und ihr durchschnittliches Jahresgehalt laut kununu:

Eine Person steuert einen Zug.
Der Fachkräftemangel in Österreich betrifft mehr als Pflege und IT. Unter anderem sind Berufe betroffen, die das Land am Laufen halten.

Gutes Geld löst den Mangel nicht

Die Spanne reicht von 35.000 bis 60.200 Euro – gut 25.000 Euro Unterschied. Ein Muster ergibt das nicht. Der Beruf mit den meisten offenen Stellen zahlt mit 42.900 Euro solide, aber unauffällig. Das höchste Gehalt geht dagegen an einen Nischenberuf mit nur 37 offenen Stellen.

Der Mangel sortiert sich nicht entlang der Bezahlung. Attraktive Löhne helfen bei der Suche, sie ersetzen aber nicht, was diesen Berufen tatsächlich fehlt: Menschen mit der passenden Ausbildung.

Fachwissen, das Jahre braucht

Wer eine Drehbank bedient, ein Dach deckt oder eine Lokomotive steuert, hat dafür eine mehrjährige Lehre und Praxis hinter sich. Genau das macht die Lücke so hartnäckig: Spezialisiertes Können lässt sich nicht über Nacht umschulen.

Kurzfristig ist keine dieser Stellen nachzubesetzen.

Damit verschiebt sich die Frage weg vom Gehaltszettel. Entscheidend ist, ob genug junge Menschen diese Ausbildungswege einschlagen – und ob Betriebe früh genug ausbilden, statt später vergeblich zu suchen. Denn gefragt sind diese Berufe längst. Nur beherrschen sie zu wenige.