Wien ist nicht mehr lebenswerteste Stadt der Welt
Wien bleibt auf Erfolgskurs, muss aber erneut Kopenhagen den Vortritt lassen: Auch im Global Liveability Index 2026 verteidigt die dänische Hauptstadt den Spitzenplatz. Mit 97,1 von 100 Punkten landet Wien knapp dahinter auf Rang zwei. Die jährlich von der Economist Intelligence Unit durchgeführte Studie bewertet 173 Metropolen in den Kategorien Stabilität, Gesundheitsvorsorge, Kultur, Bildung und Infrastruktur.
Wien überzeugt weiterhin durch höchste Standards, verlor jedoch leicht in der Kategorie „Kultur und Umwelt“. Hier plant die Stadtverwaltung bereits mit neuen Sport-Großprojekten nachzubessern. Während Westeuropa und Kanada die Liste dominieren, schaffte es dieses Jahr keine deutsche Stadt in die Top 10 – Frankfurt bleibt hier der nationale Spitzenreiter. Die Schweiz hingegen glänzt mit Zürich und Genf in der Spitzengruppe. Trotz des verlorenen ersten Platzes bleibt Wien für Fachkräfte ein erstklassiger Ort zum Leben und Arbeiten.
Sicherheit und Stabilität, Gesundheitsversorgung, Bildung, Infrastruktur und Kultur – die positiven Bewertungen in diesen Kategorien bescherten Wien mehrere Jahre in Folge den ersten Platz beim Global Liveability Index, der jährlich von Forscher:innen der The Economist Group durchgeführt wird. 2025 wurde die österreichische Bundeshauptstadt darin erstmals von Kopenhagen abgelöst. Nun wurde bekannt, dass es auch im aktuellen Ranking 2026 dabei bleibt. Die dänische Hauptstadt verteidigt demnach zum zweiten Mal in Folge den Spitzenplatz. Dagegen landet Wien mit 97,1 von 100 möglichen Punkten knapp dahinter auf dem zweiten Rang.
Der zweite Platz ist natürlich trotzdem gut und viele Arbeitnehmer:innen schätzen Wien auch 2026 noch als angenehmen Wohn- und Arbeitsort. Grund genug, um genauer hinzusehen. Was bietet die österreichische Hauptstadt ihren Arbeitnehmer:innen? Wie funktioniert der Global Liveability Index? Und wie schneiden andere Städte aus Deutschland und der Schweiz eigentlich ab? Wir haben uns das Ranking genauer angesehen.
Was ist der Global Liveability Index?
Der Global Liveability Index ist ein jährlicher Report, der die Lebensqualität in 173 Städten weltweit bewertet. Er wird von der “Economist Intelligence Unit” (EIU) erstellt, der Forschungsabteilung von “The Economist Group”, zu der auch die renommierte britische Wochenzeitung “The Economist” zählt, die sich auf internationale Nachrichten, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie spezialisiert hat.
Alle Städte werden in fünf unterschiedlichen Kategorien bewertet:
- Stabilität: Wie hoch sind die Kriminalitätsrate, die Bedrohung durch Unruhen, Kriege, Terrorismus?
- Gesundheitsversorgung: Wie gut und wie zugänglich ist die Gesundheitsvorsorge? Wie viele Krankenhäuser und Ärzt:innen gibt es, wie ist die Qualität der ärztlichen Versorgung?
- Kultur und Umwelt: Wie ist das Klima? Gibt es Beeinträchtigungen durch Luftverschmutzung oder Klimawandel? Welche kulturellen und sportlichen Angebote gibt es und wie zugänglich sind diese?
- Bildung: Wie hoch ist die Verfügbarkeit von Bildungsangeboten und wie gut sind diese?
- Infrastruktur: Wie gut sind Straßen- und Verkehrsnetz, öffentlicher Nahverkehr, Energie- und Wasserversorgung? Gibt es ausreichend Wohnraum?
Jede Stadt erhält in jeder Kategorie eine Punktzahl von 1 bis 100. Die Gesamtbewertung ist der Durchschnitt der Punktzahlen in allen Kategorien.
Warum ist Wien nicht mehr die lebenswerteste Stadt der Welt?
In seinen besten Jahren erzielte Wien die volle Punktzahl von 100 in vier der fünf Kategorien im Economist-Ranking: Stabilität und Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastruktur. In all diesen Bereichen übertraf Wien alle anderen Städte weltweit.
Lediglich in der Kategorie Kultur und Umwelt gab es einen Abzug – unter anderem, weil die Stadt wenige große Sportveranstaltungen ausrichtet. Die Wiener Stadtregierung möchte hier ab 2026/2027 entgegenwirken und plant die Neuerrichtung einer Multifunktionshalle im dritten Bezirk. Genau dort sollen dann sportliche Großereignisse künftig stattfinden.
Große Arena hin oder her: Aktuell zählt Österreichs Hauptstadt laut der Economist Intelligence Unit weiterhin zu den stabilsten Städten der Welt. Sie kann nur im direkten Vergleich mit Kopenhagen in den fünf Kategorien schlicht und ergreifend etwas weniger klar überzeugen.
Wie arbeitet es sich in der zweitlebenswertesten Stadt der Welt?
Die Stadt Wien ist bekannt für ihre unzähligen historischen Gebäude, in denen man die lange und oft wechselhafte Geschichte förmlich spüren kann, für Torten und Süßspeisen, Musik und für den einzigartigen Wiener Schmäh. Aber Wien zieht nicht nur Tourist:innen an, sondern auch die Menschen, die in der Stadt leben, arbeiten und Karriere machen wollen. Das zeigt der zweite Platz, den die Stadt mittlerweile seit zwei Jahren in Folge behauptet, immer noch klar und deutlich.
Das Durchschnittsgehalt in Wien liegt bei 50.500 Euro brutto im Jahr und die Gehaltszufriedenheit ist mit 58 Prozent jedoch am niedrigsten im österreichischen Vergleich.
In unserem Artikel über das Durchschnittsgehalt in Wien erhältst du mehr Einsichten in die Verdienstmöglichkeiten in Österreichs Hauptstadt. Erfahre mehr über die Gehälter in verschiedenen Branchen, welche Berufe am besten bezahlt sind und welche Unternehmen mit den höchsten Gehältern winken.
Übrigens: Das Durchschnittsgehalt in der österreichischen Hauptstadt ist höher als in der deutschen Hauptstadt. Details zum länderübergreifenden Metropolenvergleich sowie ein detaillierter Vergleich deutscher Städte findest du in unserer Städte-Gehaltsübersicht. Da die Bezahlung natürlich nicht alles ist, haben wir die besten Arbeitgeber Wiens zusammengestellt, basierend auf den Bewertungen von aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter:innen bei kununu.
Die lebenswertesten Städte der Welt: die 10 Tops & Flops
Doch nun genug zu Wien, schließlich hat “The Economist” auch noch weitere Städte identifiziert, in denen es sich sehr gut leben lässt. Das Ranking zeigt übrigens auch auf, in welchen Städten das Leben besonders beschwerlich ist – unter anderem auf Grund aktueller politischer Ereignisse und kriegerischer Auseinandersetzungen.
Die Top 10 der lebenswertesten Städte der Welt
| Rang* | Stadt | Land |
|---|---|---|
| 1 | Kopenhagen | Dänemark |
| 2 | Wien | Österreich |
| 3 | Melbourne | Australien |
| 4 | Sydney | Australien |
| 5 | Zürich | Schweiz |
| 5 | Genf | Schweiz |
| 7 | Osaka | Japan |
| 7 | Adelaide | Australien |
| 9 | Vancouver | Kanada |
| 9 | Tokio | Japan |
*Die Städte, die auf dem gleichen Rang gelandet sind, haben jeweils genau die gleiche Punktzahl erreicht.
Die Top 10-Liste der lebenswertesten Städte der Welt zeigt: In West-Europa lässt es sich gut leben. Auf den ersten Blick fällt auf, dass ein kleines Land wie die Schweiz gleich zwei Städte unter den Top 10 hat. Kanada ist sogar gleich mit vier Metropolen unter den lebenswertesten Städten der Welt vertreten.
Die am wenigsten lebenswerten Städte der Welt
| Rang* | Stadt | Land |
|---|---|---|
| 164 | Teheran | Iran |
| 165 | Harare | Zimbabwe |
| 166 | Kyiv | Ukraine |
| 167 | Port Moresby | Papua-Neuguinea |
| 168 | Lagos | Nigeria |
| 169 | Algier | Algerien |
| 170 | Karatschi | Pakistan |
| 171 | Dhaka | Bangladesch |
| 172 | Tripolis | Libyen |
| 173 | Damaskus | Syrien |
Insgesamt ist der Durchschnittswert der 173 ausgewerteten Städte im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Während sich die Stabilität in mehreren Städten des Nahen Ostens – darunter klarerweise Teheran als Hauptstadt des Irans – durch den Iran-USA-Konflikt verschlechtert hat, verbesserte sich zugleich die Bewertung hinsichtlich der Gesundheitsversorgung für zahlreiche asiatische Städte spürbar. In Osteuropa sorgt der andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiter für ein schlechtes Ranking Kievs.
Global Liveability Index 2026: Was hat sich bei den Top 10 im Vergleich zu 2025 verändert?
Obwohl Kopenhagen und Wien ihre Platzierungen in der Tabelle souverän verteidigen konnten, hat sich im restlichen Feld einiges bewegt. Zürich musste sich 2025 den zweiten Platz beispielsweise noch punktgleich mit Wien teilen, fällt 2026 aber auf den fünften Rang zurück. Dafür legen die australischen Städte ziemlich stark zu. Melbourne klettert vom vierten auf den dritten Platz und Sydney macht sogar zwei Plätze gut.
Genf rutscht als zweitbeste Schweizer Stadt einen Platz nach unten (2025: Platz 5, 2026: Platz 6). Dagegen verschwindet das neuseeländische Auckland, das sich 2025 noch den siebten Platz mit Osaka teilte, ganz aus der Top 10. An seiner Stelle taucht mit Tokio erstmals eine zweite japanische Stadt in der Liste auf.
Welche ist die lebenswerteste deutsche Stadt?
Deutschland muss auch in diesem Jahr wieder schlechte Nachrichten verkraften. 2026 reicht es wieder für keine einzige deutsche Stadt für eine Platzierung unter den zehn lebenswertesten Städten der Welt. Zuletzt gelang das Frankfurt am Main im Jahr 2022 mit Platz 7. Gemäß Angaben der EIU punkten deutsche Städte zwar meist mit guten Werten in Bildung und Gesundheitswesen, verlieren aber regelmäßig Punkte bei der Infrastruktur, etwa wegen Streiks, Baustellen und Zugverspätungen, sowie bei der Stabilität.
Als lebenswerteste Stadt im Deutschlandvergleich schneidet übrigens weiterhin Frankfurt ab. Die Finanzmetropole bleibt damit zum wiederholten Mal die bestplatzierte deutsche Stadt im Ranking. Für die Top 10 reichte es jedoch leider nicht.
Lebenswerteste Stadt der Schweiz
Mit Zürich und Genf schaffen es weiterhin gleich zwei Schweizer Städte in die Top 10 der lebenswertesten Städte der Welt. Sie befinden sich auf den Plätzen 5 und 6. Beide Schweizer Städte überzeugten in der Studie vor allem in den Kategorien Gesundheit und Bildung.
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