5 Gründe: Darum bekommst du keine Gehaltserhöhung

Die schlechte Nachricht zuerst: Eine Gehaltserhöhung zu bekommen hat wenig mit Fleiß und Leistung zu tun. Falls du also Top Arbeit leistest und bislang keine Gehaltserhöhung bekommen hast, kann es eine Reihe von anderen Gründen geben.

Nur 9 % der Befragten einer repräsentativen Studie [1] unter Büroangestellten haben tatsächlich eine Gehaltserhöhung aufgrund ihrer Zielerreichung bekommen. Ganze 18 % erst, wenn sie den Job gewechselt haben. Jetzt fragst du dich vielleicht: Hey, ich habe meine Ziele erreicht und bislang trotzdem keine Gehaltserhöhung bekommen? Bedeutet das nun den unweigerlichen Jobwechsel? Nicht unbedingt. Es gilt nun erst einmal herauszufinden, warum der erwünschte Geldsegen bislang ausgeblieben ist. Die gute Nachricht: Wenn du weißt woran es liegt, kannst du es leicht ändern.


„Das Gehalt ist eine Frechheit für das, was das Unternehmen einnimmt“. – Arbeitgeberbewertung bei Dorotheum


5 Gründe, warum du bislang keine Gehaltserhöhung bekommen hast

1. Grund: Du hast nicht gefragt

Manchmal ist es so offensichtlich: Du hast bislang keine Gehaltserhöhung bekommen oder nur die vorgeschriebene Tarifanpassung, weil du einfach nicht danach gefragt hast. „Ich habe mich nicht getraut“ oder „Ich will nicht negativ auffallen“ – sind dabei die häufigsten Antworten auf die Frage nach dem Warum. Dahinter steckt eine grundlegend falsche Annahme. Nämlich die, dass eine gescheiterte Gehaltsverhandlung drastische und negative Folgen hat, wie etwa eine Kündigung. Dabei ist das einzige Risiko tatsächlich, nicht zu fragen, denn dann sinkt die Chance, eine entscheidende Gehaltserhöhung zu bekommen auf Plusminus Null. 

Die Lösung: Wer den Mut aufbringt, die Evaluation und Entlohnung der eigenen Leistung proaktiv zu fordern, zeigt vor allem Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl.

2. Grund: Du warst nicht optimal vorbereitet

Vielleicht warst du aufgeregt, vielleicht überrumpelt oder vielleicht war dein Vorgesetzter auch einfach besonders geschickt und hat dich mit den klassischen Floskeln beschwichtigt. Kein Grund zur Panik.

Die Lösung: Bereite dich auf das Gespräch vor. Dazu gehört es auch, dir auf die gängigsten Floskeln bereits passende Antworten zu überlegen. Deshalb solltest du in einem Gespräch folgendes deutlich machen:

  • Was hast du bisher geleistet und nachweislich verbessert?
  • Wieso bist du so wichtig für das Team?
  • Falls der Grund eine schlechte wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist, hast du das Recht nachzuhaken. Wie schlecht sieht es wirklich aus?
  • Wenn all das nicht hilft, kann es sinnvoll sein, statt nach einer Gehaltserhöhung nach anderen Benefits zu fragen.

Sozialleistungen – TOP !!“ Arbeitgeberbewertung zu Hutchinson Drei Austria


In der Vorbereitung dafür könnte dir ein weiterer Grund begegnen, warum du bislang nicht mehr Geld erhalten hast.

3. Grund: Du bist nicht unentbehrlich

Diese Erkenntnis schmerzt wahrscheinlich am meisten. Aber es ist gut möglich, dass deine Fähigkeiten in deinem aktuellen Unternehmen einfach nicht richtig wahrgenommen oder gar umfangreich integriert werden können. Das birgt jedoch die Möglichkeit, den Status quo zu überdenken: Bin ich hier richtig? Womit könnte ich mich vielleicht unentbehrlich machen?

Die Lösung: Eigne dir Wissen an, dass nur wenige oder gar niemand außer dir hat. Dabei kann es helfen, absolut offen mit deinem Vorgesetzten umzugehen und aktiv zu erfragen, welches Wissen wirklich gebraucht wird. Möglicherweise gibt es Schulungen oder Weiterbildungen, die du besuchen kannst, um deine Fähigkeiten zu erweitern.


„ Das Weiterbildungsangebot ist enorm, die Karriereleiter weniger.“ – Arbeitgeberbewertung bei Bundesfinanzministerium


4. Grund: Du bist einfach noch nicht so weit

Es ist vielleicht unangenehm vor sich selbst zuzugeben, dass die Arbeitsleistung womöglich doch nicht so brillant ist, wie du eigentlich dachtest. Hast du dich im letzten halben Jahr verbessert? Hat sich dein Tätigkeitsbereich verändert? Welche Erwartungen werden an deine Position gestellt? Und übertriffst du diese?

Wenn du dieselbe Arbeit erledigst wie vor einem halben Jahr, kann es schwer werden eine Gehaltsforderung durchzusetzen. Wenn du jedoch mehr Projekte oder neue Aufgaben übernommen hast, effizienter und nachweislich erfolgreich arbeitest, ist dein Anspruch auf mehr Gehalt absolut gerechtfertigt.

Die Lösung: Gib dir selbst bis zu einem halben Jahr Zeit um deine Skills zu verbessern. Reflektiere dein Handeln und finde heraus, was du aktiv verbessern kannst. Vielleicht kannst du gemeinsam mit deinem Vorgesetzten einen Zielplan erstellen, an dem du dich orientieren kannst und der dich garantiert zur nächsten Gehaltserhöhung leitet. So stellst du übrigens gleichzeitig sicher, dass Grund 5 nicht zutrifft. 

5. Grund: Dein Chef weiß gar nicht, was du genau machst

Kommunikation ist keine Einbahnstraße – na klar, ein guter Chef wird sich darum bemühen zu wissen, was seine Schäfchen so treiben und wie er sie am besten unterstützen kann. Es gibt übrigens untrügliche Zeichen, an denen du erkennst ob du es mit einem guten oder schlechten Chef zu tun hast. Das bedeutet: Wenn dein Chef nicht weißt was du machst, was du leistest, welche Fähigkeiten du hast und wie du sie einbringst, gibt es auch keinen Grund dein Gehalt angemessen zu erhöhen.

Die Lösung: Initiiere selbstständig regelmäßige Updates und halte deinen Vorgesetzten so über deine Arbeit und deine Erfolge auf dem Laufenden. Das muss kein wöchentliches Meeting sein. Womöglich reicht eine E-Mail mit einer Übersicht deiner Projekte. Halte dein Update kurz und knapp, fokussiere dich auf Ergebnisse und Ziele statt auf Probleme.


„Wünsche und Anregungen werden nicht nur jedes Mal angehört, sondern sind sogar sehr erwünscht!“ – Arbeitgeberbewertung bei Storebox


Quellen:

[1] Robert Half: Gehaltsübersicht 2020