Familienfreundlich

5 Tipps für mehr Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz

Familienfreundlichkeit ist ein Begriff, der für die optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unterschiedlichen Lebensphasen steht. Sarah Biendarra ist bei der Digitalagentur comspace für Human Relations zuständig. Sie verrät Euch in diesem Beitrag 5 Tipps, wie Euer Unternehmen mit ganz einfachen Mitteln familienfreundlicher wird.

1. Familienbegriff

Um Familie und Arbeit besser miteinander zu vereinbaren – und in den meisten Unternehmen ist das erfreulicherweise immer mehr das Bestreben ­– sollte man sich zunächst die Frage stellen: Was ist eigentlich Familie? Das Feedback, das wir zu unserem Engagement im Bereich Familienfreundlichkeit bisher bekommen haben zeigt, dass im ersten Moment oft an das klassische Mutter-Vater-Kind-Modell gedacht wird: Elternzeit und Überbrückungsmaßnahmen für kurzfristige Betreuungs-Ausfälle in der Kita. Ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein, bedeutet aber einiges mehr. Familie kann auch bedeuten, dass man alleinerziehend ist, der Vater den Großteil der Elternzeit nehmen möchte oder man sich um die Pflege von kranken Familienangehörigen kümmert. In all diesen Fällen hat man unterschiedliche Anforderungen an die Ausgestaltung der Familienfreundlichkeit.

2. Nicht nur ans Geld denken

Finanzielle Unterstützung z. B. für junge Familien ist gut und wichtig – aber lange nicht alles. Bringt Euren Mitarbeitern und Kollegen Flexibilität entgegen. Das kostet erstmal gar nichts, außer etwas Abstimmung und Kopfarbeit. Vertrauensarbeitszeit ist ein gutes Beispiel: Das Konzept gibt den Mitarbeitern Selbstverantwortung und Flexibilität. Die praktische Umsetzung kann ganz unterschiedlich durchgeführt werden: Flexible Tagesarbeitszeiten, Home Office Tage, 4-Tage Woche und vieles mehr.

3. Familienfreundlichkeit vorleben

Ideal ist es, wenn Führungskräfte und Geschäftsleitung die Familienfreundlichkeit im Unternehmen vorleben und offen kommunizieren. So nehmen sie den Mitarbeitern die Scheu, selbst kürzer zu treten, wenn beispielsweise ein Kind krank zu Hause bleiben muss. Das schafft Vertrauen und hilft den Mitarbeitern den Kopf frei zu halten. Die Sorgen, wer sich um das Kind kümmert, sind damit leicht aus dem Weg geräumt. Bei comspace kommen die Kinder des Geschäftsführers mit ins Büro. Die Führungskräfte teilen uns mit, wenn sie Kita- oder Schultermine wahrnehmen – auch während der regulären Arbeitszeit.

4. Fragen und Zuhören

Das Leben der Kollegen und ihrer Familien ändert sich ständig. Die Bedürfnisse möglicherweise auch. Daher sollte man die Maßnahmen in regelmäßigen Abständen oder bei Bedarf gemeinsam hinterfragen, anpassen und neu entwickeln. Bei comspace hat sich daraus der Begriff Lebensphasenflexibilität entwickelt. Denn auch Familie im Sinne von Kinder großziehen ist eine Lebensphase mit eigenen Bedürfnissen, wie Ausbildung, Weiterbildung, Sabbaticals, Krankheit oder Pflege. Aus diesem Grund haben wir bewusst eine Ausweitung auf Lebensphasenflexibilität beschlossen. Familienfreundlichkeit ist für uns ein Teilbereich davon.

Unsere Feelgood Managerin kristallisierte sich schnell als perfekte Ansprechpartnerin für Mitarbeiter und Führungskräfte heraus, wenn es um flexible Vereinbarkeit von Arbeit und Lebensphasen geht.

Hier erfahrt Ihr ausßerdem warum der comspace Geschäftsführer der Meinung ist, dass „Work-Life-Balance Käse ist“.

5. Einige Ideen für individuelle Maßnahmen

So individuell wie Familien sind, so individuell sind auch Unternehmen. Und somit sollten auch die Maßnahmen individuell für die Leben der Mitarbeiter gestaltet sein. Hier ein paar Ideen, mit denen comspace gute Erfahrungen gemacht hat:

  • Oberhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen denken. Wieso nicht 3-geteilte Elternzeit ermöglichen?
  • Es muss nicht immer notwendig sein, eine Kita zu gründen. Was braucht und wünscht sich die Zielgruppe? Habt den Mut, Neues auszuprobieren.
  • Jobsharing à la Tandemploy – Zwei auf einem Posten
  • Testet verschiedene Teilzeit-Modelle für Mütter und Väter ohne Karriere-Aus.
  • Sprecht offen mit Euren Mitarbeitern und holt Euch Anregungen bei befreundeten Unternehmen

Dieser offene Austausch kann natürlich auch online statt finden. Wie unterschiedlich Familienfreundlichkeit ge- und erlebt wird, zeigte sich in unserer Blogparade. Im comspace-Blog fragten wir : Was macht einen familienfreundlichen Arbeitgeber aus?

Das Ergebnis ist ein 65-seitiges E-Book zu dem Unternehmen, Organisationen und Blogger individuelle Artikel und damit ihre Sichtweise auf das Thema geschildert haben. Wenn Euch das Thema Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz näher interessiert, findet ihr im E-Book sicherlich einige gute Anregungen.

Über die Tippgeberin

Sarah Biendarra ist Human Relations Managerin bei der Digitalagentur comspace in Bielefeld. Zu ihren Aufgaben zählen das Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting. Außerdem beschäftigt sie sich mit dem Thema New Work und den Auswirkungen der Digitalisierung auf HR.

Über comspace

Die comspace GmbH & Co. KG wurde 2002 als inhabergeführtes Unternehmen gegründet. Wir entwickeln und integrieren maßgeschneiderte digitale Projektlösungen auf Basis marktführender Web Content Management Systeme. Was uns auszeichnet, ist unsere langjährige Erfahrung im Projektmanagement mittlerer, großer und internationaler Kundenprojekte. Dabei setzen wir konsequent auf Partnerschaften mit führenden Web Content Management- und eCommerce-Anbietern, sowie Kreativ- und Konzeptagenturen. Mit unserem hohen Ausbildungsniveau, konsequenter Aus- und Weiterbildung, einer Philosophie gelerntes Wissen intern und extern zu teilen und einer „Never stop learning“-Kultur tragen wir dazu bei, dass alle Projektbeteiligten über umfangreiches und aktuelles