Ab wann ist man Topverdiener?
Wer zählt in Deutschland eigentlich als Topverdiener? Es gibt keine starre Definition, doch orientiert man sich an den obersten zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten, lag die Schwelle 2025 bei einem Bruttojahresgehalt von 100.719 Euro. Wer mehr als 219.110 Euro verdient, gehört sogar zum obersten Prozent. Dabei gilt: Ein hohes Gehalt bedeutet nicht automatisch Reichtum, da individuelle Ausgaben wie Wohnkosten den finanziellen Spielraum stark beeinflussen.
Der Vergleich zeigt: Was als Top-Gehalt gilt, variiert je nach Land. In Österreich liegt die Grenze bei etwa 102.587 Euro, in der Schweiz bei 150.312 CHF. Umgekehrt definieren sich Niedrigverdiener meist über den Bruttostundenlohn. Wichtig für die Einordnung ist stets die richtige Bezugsgröße: Bruttojahresverdienst, Stundenlohn und Haushaltsnettoeinkommen liefern sehr unterschiedliche Perspektiven auf den persönlichen finanziellen Status. Ob man wirklich „reich“ ist, lässt sich daher nie allein am Gehaltszettel ablesen.
Denkt man an Topverdiener, kommen einem schnell öffentlichkeitswirksame Berufe wie Fußballer, Schauspieler oder Sänger in den Sinn. Doch auch abseits von Sport und Showbusiness gibt es Jobs, in denen überdurchschnittlich hohe Gehälter gezahlt werden. Aber ab wann zählt man eigentlich zu den Topverdienern? Welches Gehalt ist dafür nötig, welche Berufe bieten besonders hohe Verdienstmöglichkeiten – und wo liegt im Gegensatz dazu die Grenze zum Niedrigverdiener? Hier findest du die aktuellen Zahlen für Deutschland sowie einen Vergleich mit Österreich und der Schweiz.
Ab wann gilt man in Deutschland als Topverdiener?
„Topverdiener“ ist kein einheitlich festgelegter amtlicher Begriff. In diesem Artikel verstehen wir darunter die zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten mit den höchsten Bruttojahresverdiensten.
Nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes gehörtest du 2025 ab einem Bruttojahresverdienst von 100.719 Euro zu der Gruppe der Topverdiener. Rechnerisch entspricht das rund 8.393 Euro brutto im Monat.
Zum obersten Prozent der Vollzeitbeschäftigten zählten Personen mit mindestens 219.110 Euro brutto im Jahr beziehungsweise rechnerisch rund 18.259 Euro brutto im Monat. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt aller Vollzeitbeschäftigten lag 2025 bei 64.441 Euro.
| Position in der Verdienstverteilung | Bruttojahresverdienst 2025 |
|---|---|
| Untere 10 Prozent | höchstens 33.828 € |
| Median | 54.066 € |
| Durchschnitt | 64.441 € |
| Obere 10 Prozent | mind. 100.719 € |
| Oberstes 1 Prozent | mind. 219.110 € |
Die Zahlen stammen aus der Verdiensterhebung 2025 und berücksichtigen ausschließlich Vollzeitbeschäftigte. Steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind enthalten. Quelle: Statistisches Bundesamt
Topverdiener:in zu sein, bedeutet allerdings nicht automatisch, reich zu sein. Hohe Wohnkosten, Unterhaltszahlungen, Ausgaben für die Pflege von Angehörigen oder Kreditrückzahlungen können erheblich beeinflussen, wie viel Geld dir tatsächlich zur Verfügung steht.
Ist man als Topverdiener auch Spitzenverdiener?
Die Begriffe sind nicht amtlich definiert und werden im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet. Für eine klare Einordnung unterscheiden wir in diesem Artikel jedoch zwischen beiden Gruppen:
- Als Topverdiener bezeichnen wir die einkommensstärksten zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten,
- Spitzenverdiener gehören dagegen zum obersten Prozent. Mehr dazu in unserem Artikel Ab wann ist man Spitzenverdiener
Wie die obere Tabelle zeigt, lag die Grenze zwischen dem oberen 10 Prozent und dem obersten Prozent 2025 bei 100.719 Euro beziehungsweise 219.110 Euro brutto im Jahr. Spitzenverdiener zählen somit immer auch zu den Topverdiener – umgekehrt gilt das jedoch nicht.
Topverdienst ist nicht dasselbe wie Einkommensreichtum
Ob du zu den bestverdienenden Beschäftigten gehörst, lässt sich anhand deines persönlichen Bruttoverdienstes bestimmen. Bei der Einordnung eines Haushalts als einkommensreich wird dagegen das gesamte verfügbare Haushaltsnettoeinkommen betrachtet.
Neben Arbeitsentgelten fließen beispielsweise Renten, staatliche Transfers, Kapital- und Mieteinkünfte sowie der geschätzte Mietvorteil selbst genutzten Wohneigentums ein. Steuern und Sozialabgaben werden abgezogen. Anschließend wird das Einkommen entsprechend der Größe und Zusammensetzung des Haushalts gewichtet.
Nach einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft auf Basis der 2023 erhobenen Einkommen für das Jahr 2022 gelten nach der engeren Definition:
- Singles ab 5.780 Euro Haushaltsnettoeinkommen im Monat als relativ einkommensreich,
- Paare ohne Kinder ab 8.670 Euro gemeinsamem Haushaltsnettoeinkommen,
- Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren ab rund 12.140 Euro Haushaltsnettoeinkommen.
Die Grenze entspricht 250 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens. Rund vier Prozent der Bevölkerung überschritten sie. Deshalb ist sie nicht mit der Grenze zu den oberen zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten gleichzusetzen.
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7 Topverdiener-Berufe in Deutschland
Welche Berufe bieten besonders hohe Verdienstmöglichkeiten? Für unsere Auswertung haben wir aktuelle Daten aus dem kununu Gehaltscheck untersucht.
- Chefärzt:in mit 179.900 € im Jahr
- Oberärzt:in mit 130.800 € im Jahr
- Chief Financial Officer mit 130.700 € im Jahr
- Chief Information Officer mit 126.500 € im Jahr
- Patentanwält:in mit 109.800 € im Jahr
- Geschäftsführer:in mit 104.800 € im Jahr
- Fachärzt:in mit 101.300 € im Jahr
👉 Weitere Topverdiener-Berufe gibt es in unserem Ranking der bestbezahlten Berufe Deutschlands
Wie sind die Gehälter der Top-Jobs einzuordnen?
Alle sieben Durchschnittsgehälter liegen oberhalb der aktuellen deutschen Top-10-Schwelle von 100.719 Euro.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Person in diesen Berufen zu den oberen zehn Prozent gehört. Die angegebenen Werte sind Durchschnittsgehälter für eine Berufsgruppe. Berufserfahrung, Führungsverantwortung, Branche, Unternehmensgröße und Standort können dein persönliches Gehalt erheblich beeinflussen.
Entscheidend für die Einordnung als Topverdiener:in ist daher immer dein individueller Bruttojahresverdienst – nicht allein deine Berufsbezeichnung.
Ab wann gilt man in Österreich als Topverdiener?
Auch in Österreich können die zehn Prozent der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten mit den höchsten Bruttobezügen als Topverdiener:in bezeichnet werden.
Nach der aktuellen Lohnsteuerstatistik von Statistik Austria lag die Grenze 2024 bei einem Bruttojahresbezug von 102.587 Euro. Wer mehr verdiente, gehörte zum einkommensstärksten Zehntel der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten.
Bei in Österreich üblichen 14 Gehaltszahlungen entspricht das rechnerisch rund 7.328 Euro brutto pro Gehaltszahlung.
4 Topverdiener-Berufe mit besonders hohen Gehältern in Österreich
Welche Berufe bieten in Österreich besonders gute Verdienstmöglichkeiten?
- Chief Financial Officer mit 120.700 € im Jahr
- Chief Information Officer mit 116.600 € im Jahr
- Geschäftsführer:in mit 107.000 € im Jahr
- Pilot:in mit 98.700 € im Jahr
👉 Weitere Top-Jobs in Sachen Gehalt gibt es in unserem Ranking der bestbezahlten Jobs Österreichs
Ab wann ist man Topverdiener in der Schweiz?
Nach der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2024 lag der mittlere Bruttolohn einer standardisierten Vollzeitstelle bei 7.024 CHF im Monat. Die zehn Prozent der Beschäftigten mit den höchsten Löhnen verdienten mehr als 12.526 CHF brutto monatlich. Das entspricht hochgerechnet 150.312 CHF brutto im Jahr. Der standardisierte Monatslohn berücksichtigt anteilig auch den 13. Monatslohn und jährliche Sonderzahlungen.
4 Berufe in der Schweiz mit besonders hohem Gehalt
- Chief Financial Officer mit 170.000 CHF im Jahr
- Chief Operating Officer mit 150.400 CHF im Jahr
- Oberärzt:in mit 158.200 CHF im Jahr
- Geschäftsführer:in mit 146.100 CHF im Jahr
👉 Weitere Topverdiener-Berufe gibt es in unserem Ranking der bestbezahlten Berufe der Schweiz
Ab wann gilt man in Deutschland als Niedrigverdiener?
Wenig Gehalt, aber harte Arbeit: Zwei Drittel der Arbeitnehmer:innen fühlen sich unterbezahlt und sind unzufrieden mit ihrem Verdienst. Ab wann gilt man in Deutschland aber offiziell als Niedrigverdiener:in? Auch hier müssen zwei unterschiedliche Definitionen auseinandergehalten werden:
- In der Verdienstverteilung der Vollzeitbeschäftigten gehörten 2025 Personen mit höchstens 33.828 Euro brutto im Jahr zu den unteren zehn Prozent.
- Der amtliche Begriff „Niedriglohn“ bezieht sich dagegen auf den Bruttostundenlohn. Als Niedriglohn gilt ein Verdienst von weniger als zwei Dritteln des mittleren Bruttostundenverdienstes. Im April 2025 lag diese Schwelle bei 14,32 Euro brutto pro Stunde. Rund 16 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse – Auszubildende ausgenommen – lagen darunter.
Ein bestimmtes Jahresgehalt sollte daher nicht pauschal als Niedriglohn bezeichnet werden: Arbeitszeit, Teilzeitquote und Zahl der tatsächlich gearbeiteten Monate können das Jahreseinkommen stark beeinflussen.
Berufe mit vergleichsweise niedrigen Gehältern in Deutschland
In welchen Jobs verdienen die Arbeitnehmer:innen in Deutschland am wenigsten? Wir haben unsere Daten aus dem kununu Gehaltscheck ausgewertet und 5 Jobs mit niedrigen Verdiensten zusammengestellt.
- Lingerie-Mitarbeiter:in mit 26.300 € jährlich.
- Taxifahrer:in mit 27.400 € jährlich.
- Reinigungskraft mit 27.400 € jährlich.
- Lieferant:in mit 27.500 € jährlich.
- Aushilfe mit 27.500 € jährlich.
Unter den Berufen mit den niedrigsten Durchschnittsgehältern finden sich viele Tätigkeiten aus dem Service- und Gastronomiebereich, aber auch im Verkauf scheinen die Löhne teils eher niedrig zu sein.
👉 Weitere Berufe mit niedrigem Gehalt ranken wir in unserer Auflistung der schlechtbezahlten Berufe Deutschlands
Ab wann ist man Niedrigverdiener in Österreich
Nach der jüngsten österreichischen Verdienststrukturerhebung lag die Niedriglohnschwelle 2022 bei 11,66 Euro brutto pro Stunde. Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche ungefähr 2.018 Euro brutto im Monat bei 14 Bezügen. Rund 14,1 Prozent der Beschäftigten arbeiteten zu einem Niedriglohn.
Berufe mit vergleichsweise niedrigem Gehalt in Österreich
- Küchenhilfe mit 26.400 € jährlich.
- Reinigungskraft mit 27.100 € jährlich.
- Friseur:in mit 27.500 € jährlich.
- Tankstellenmitarbeiter:in mit 27.500 € jährlich.
- Gastronom:in mit 27.600 € jährlich.
👉 Weitere Berufe mit niedrigem Gehalt führen wir in unserem Ranking der schlechtbezahlten Jobs Österreichs auf
Ab wann ist man Niedrigverdiener in der Schweiz
In der Schweiz galt 2024 eine standardisierte Vollzeitstelle mit weniger als 4.683 CHF brutto im Monat als Tieflohnstelle. Hochgerechnet entspricht das 56.196 CHF brutto im Jahr. 10,8 Prozent aller Stellen lagen unter dieser Grenze.
Die Tieflohngrenze ist nicht mit der Armutsgrenze gleichzusetzen. Letztere wird anhand des verfügbaren Haushaltseinkommens nach Abzug obligatorischer Ausgaben bestimmt und sagt nicht unmittelbar etwas über die Höhe des Bruttogehalts aus.
Berufe mit vergleichsweise niedrigem Gehalt in der Schweiz
- Reinigungskraft mit 52.700 CHF jährlich.
- Verkäufer:in mit 55.300 CHF jährlich.
- Service-Mitarbeiter:in Gastronomie mit 55.400 CHF jährlich.
- Hauswirtschafter:in mit 55.500 CHF jährlich.
- Einzelhandelskauffrau / Einzelhandelskaufmann mit 56.200 CHF jährlich.
👉 Weitere Berufe mit niedrigem Gehalt identifizieren wir in unserem Ranking der schlechtbezahlten Berufe der Schweiz
Topverdiener oder nicht? Auf die richtige Vergleichsgröße kommt es an
Ob du zu den Topverdiener:innen gehörst, hängt nicht nur von deinem Beruf ab. Entscheidend ist dein persönlicher Bruttoverdienst im Vergleich zu anderen Beschäftigten.
Genauso wenig macht dich ein vergleichsweise niedriges Jahresgehalt automatisch zum Niedriglohnempfänger. Dafür muss dein tatsächlicher Stundenverdienst betrachtet werden. Und ob ein Haushalt als reich oder arm gilt, wird wiederum anhand des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens beurteilt.
Wer seine monetäre Situation vergleichen möchte, sollte deshalb immer genau hinsehen: Geht es um den persönlichen Bruttoverdienst, einen Stundenlohn, das Einkommen eines Haushalts oder um Vermögen? Erst wenn die Vergleichsgröße stimmt, ist auch die Einordnung als Topverdiener:in aussagekräftig.