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Person auf Berggipfel

Ab wann ist man Spitzenverdiener? Gehalt & Berufe

Wer gehört zu den Spitzenverdienern? Der Begriff ist kein offizieller Titel, unterscheidet sich aber klar von „Topverdienern“: Während Letztere die oberen zehn Prozent bilden, umfasst die absolute Spitze nur das einkommensstärkste eine Prozent.

Die Hürden liegen hoch: In Deutschland erfordert dieser Status aktuell ein Bruttojahresgehalt von mindestens 219.110 Euro. In Österreich und der Schweiz fehlen zwar teils exakte Vergleichswerte für das oberste Prozent, doch zeigen Statistiken, wie exklusiv extrem hohe Einkommen sind. Ein sechsstelliger Verdienst – oft als Schwelle wahrgenommen – reicht dafür meist nicht aus.

Welche Jobs zahlen am besten? Besonders in Senior-Rollen, wie als Chefarzt, Partner oder in C-Level-Positionen, steigen die Chancen. Entscheidend ist jedoch nicht allein der Jobtitel, sondern das Zusammenspiel aus Verantwortung, Spezialisierung, Unternehmensgröße und Erfahrung. Ein hohes Gehalt bedeutet zudem nicht automatisch Reichtum, da hierfür auch Vermögen und Haushaltsnetto entscheidend sind.

Wer ein sechsstelliges Jahresgehalt verdient, gehört zweifellos zu den Gutverdienenden. Für die absolute Gehaltsspitze reicht das aber nicht automatisch. Denn Spitzenverdiener bilden nur einen sehr kleinen Teil aller Beschäftigten. Wie hoch muss dein Einkommen sein, um zu dieser Gruppe zu zählen? Welche Unterschiede gibt es zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz? Und welche Berufe bieten realistische Chancen auf besonders hohe Gehälter? Hier findest du die aktuellen Zahlen und eine Einordnung auf Basis von kununu Gehaltsdaten.

Was ist ein Spitzenverdiener?

„Spitzenverdiener“ ist kein gesetzlich oder amtlich einheitlich definierter Begriff. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er häufig gleichbedeutend mit „Topverdiener“ verwendet. Für eine klare statistische Einordnung unterscheiden wir jedoch zwischen beiden Gruppen:

  • Topverdiener gehören zu den zehn Prozent der Beschäftigten mit den höchsten Bruttoverdiensten.
  • Spitzenverdiener gehören zum einkommensstärksten Prozent.

Damit gilt: Spitzenverdiener zählen immer auch zu den Topverdiener. Umgekehrt gehört aber nicht jede Person aus den oberen zehn Prozent zugleich zum obersten Prozent.

Mehr über die breitere Gruppe erfährst du in unserem Artikel Ab wann ist man Topverdiener?.

Ab wann ist man in Deutschland Spitzenverdiener?

In Deutschland lässt sich die Schwelle zum obersten Prozent aktuell klar beziffern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gehörten Vollzeitbeschäftigte 2025 ab einem Bruttojahresverdienst von 219.110 Euro zum einkommensstärksten Prozent. Rechnerisch sind das rund 18.259 Euro brutto im Monat.

Zum Vergleich: Für die oberen zehn Prozent reichten bereits 100.719 Euro brutto im Jahr. Ein sechsstelliges Gehalt kann dich in Deutschland somit zum Topverdiener machen. Spitzenverdiener bist du damit aber noch nicht automatisch.

In den amtlichen Jahresverdiensten sind steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld enthalten. Entscheidend ist deshalb der gesamte persönliche Bruttojahresverdienst und nicht nur das vertragliche Monatsgehalt.

Ab wann ist man in Österreich Spitzenverdiener?

Auch in Österreich gibt es keine amtliche Definition des Begriffs Spitzenverdiener. Die aktuelle Lohnsteuerstatistik weist für ganzjährig Vollzeitbeschäftigte eine klare Grenze für die oberen zehn Prozent aus: 2024 begann diese Gruppe bei einem Bruttojahresbezug von 102.587 Euro.

Eine direkt mit Deutschland vergleichbare Schwelle für das oberste Prozent der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten wird in den veröffentlichten Kernergebnissen nicht genannt. Die Statistik zeigt aber, wie exklusiv sehr hohe Einkommen sind: Nur 0,7 Prozent aller Arbeitnehmer erzielten 2024 Bruttobezüge von mindestens 200.000 Euro. Dieser Wert ist daher eine belastbare Orientierung für die absolute Einkommensspitze, aber keine exakt vergleichbare Top-1-Prozent-Grenze für Vollzeitbeschäftigte.

Bei österreichischen Gehältern sollte außerdem der Jahresbezug betrachtet werden. Die üblichen Sonderzahlungen sind darin enthalten; eine einzelne monatliche Gehaltszahlung eignet sich deshalb weniger gut für den Vergleich.

Ab wann ist man in der Schweiz Spitzenverdiener?

Für die Schweiz veröffentlicht das Bundesamt für Statistik in den aktuellen Kernergebnissen ebenfalls keine allgemeine Gehaltsgrenze für das einkommensstärkste eine Prozent. Verfügbar ist die Schwelle für die oberen zehn Prozent: 2024 verdienten sie mehr als 12.526 CHF brutto im Monat. Hochgerechnet entspricht das mehr als 150.312 CHF brutto im Jahr.

Der standardisierte Schweizer Monatslohn berücksichtigt bereits anteilig den 13. Monatslohn und jährliche Sonderzahlungen. Die Hochrechnung ist daher mit den dargestellten Jahresgehältern vergleichbar.

Der vom Bundesamt für Statistik ebenfalls verwendete Begriff „Topmanager“ ist nicht gleichbedeutend mit Spitzenverdiener:in: Gemeint sind dort die bestbezahlten zehn Prozent des oberen Kaders, nicht das oberste Prozent aller Beschäftigten. Für den Begriff Spitzenverdiener sollte deshalb auch in der Schweiz transparent erklärt werden, welche Vergleichsgruppe gemeint ist.

In welchen Berufen verdienen Spitzenverdiener besonders viel?

Ein Beruf allein macht dich noch nicht zum Spitzenverdiener. Die folgenden kununu Daten zeigen vielmehr Berufsgruppen mit besonders hohen Durchschnittsgehältern. Innerhalb jeder Gruppe gibt es eine breite Gehaltsspanne. Einzelne Beschäftigte können deutlich mehr oder weniger verdienen.

Für eine belastbare Auswahl berücksichtigen wir in Deutschland nur Berufsgruppen mit mehr als 100 Gehaltsangaben. In Österreich und der Schweiz liegt die Mindestzahl bei 50 Angaben. Angegeben wird jeweils das durchschnittliche Bruttojahresgehalt. Zusätzlich zeigen wir, wie hoch der Durchschnitt bei Beschäftigten mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung liegt.

Spitzenverdiener-Berufe und ihre Gehälter in Deutschland

BerufDurchschnittsgehalt brutto/Jahrmit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung
Chefärztin / Chefarzt177.800 €187.200 €
Partner:in175.200 €195.100 €
Leiter:in Steuern131.800 €140.300 €
Chief Financial Officer129.600 €139.400 €
Oberärztin / Oberarzt129.300 €132.700 €

Die Tabelle macht den Abstand zur deutschen Spitzenverdiener-Grenze deutlich: Selbst die höchsten belastbaren Berufsdurchschnitte liegen unter 219.110 Euro. Einzelne Chefärzt:innen, Partner:innen oder Führungskräfte können die Grenze dennoch überschreiten. Ausschlaggebend sind unter anderem Verantwortungsumfang, Arbeitgeber, Branche, Standort und variable Vergütungsbestandteile.

Spitzenverdiener-Berufe und ihre Gehälter in Österreich

BerufDurchschnittsgehalt brutto/Jahrmit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung
Chefärztin / Chefarzt136.400 €141.300 €
Chief Financial Officer122.300 €127.200 €
Oberärztin / Oberarzt116.700 €117.900 €
Chief Information Officer116.500 €120.200 €
Fachärztin / Facharzt109.600 €116.600 €

Die Durchschnittsgehälter von Chief Financial Officers und Chief Information Officers liegen über der österreichischen Grenze für die oberen zehn Prozent. Von Bruttobezügen ab 200.000 Euro, die 2024 nur 0,7 Prozent aller Arbeitnehmer erreichten, sind jedoch auch diese Berufsdurchschnitte deutlich entfernt.

Spitzenverdiener-Berufe und ihre Gehälter in der Schweiz

BerufDurchschnittsgehalt brutto/Jahrmit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung
Chefärztin / Chefarzt243.500 CHF244.900 CHF
Chief Information Officer186.700 CHF190.900 CHF
Chief Financial Officer171.500 CHF178.800 CHF
Chief Information Security Officer160.800 CHF168.800 CHF
Chief Operating Officer156.600 CHF163.400 CHF

Alle Berufe liegen im Durchschnitt über der Schweizer Top-10-Schwelle von 150.312 CHF im Jahr. Bei IT-Architekt liegt der Durchschnitt nur knapp darüber, bei Ärzt darunter. Eine Einordnung als Spitzenverdiener ist mangels einer aktuellen amtlichen Top-1-Prozent-Grenze dennoch nicht möglich.

Wie wichtig ist Berufserfahrung für ein Spitzengehalt?

Berufserfahrung ist bei den besonders hoch bezahlten Jobs ein zentraler Faktor. So steigt das durchschnittliche Gehalt von Partner:innen in Deutschland bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrung auf rund 195.100 Euro. Pilot:in in Österreich kommen in dieser Erfahrungsgruppe auf rund 126.700 Euro, Ärzt:in in der Schweiz auf etwa 163.000 CHF.

Auch die Zusammensetzung der Gehaltsangaben zeigt, dass die bestbezahlten Funktionen überwiegend Senior-Rollen sind: Bei deutschen Partner:innen stammen rund 70 Prozent der Angaben von Personen mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung, bei Chief Information Officers sind es rund 72 Prozent und bei Chefärzt:in rund 68 Prozent.

Die Erfahrungswerte beziehen sich auf die gesamte selbst angegebene Berufserfahrung und nicht zwingend auf die Jahre in der aktuellen Position. Sie sind außerdem keine Zugangsvoraussetzung: Ausbildung, Spezialisierung, Personal- und Budgetverantwortung sowie die Größe und wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers können den Verdienst ebenso stark beeinflussen.

Welche Faktoren führen zu einem Spitzengehalt?

Sehr hohe Gehälter entstehen meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Führungsverantwortung: Geschäftsleitungs- und C-Level-Positionen tragen Verantwortung für Personal, Budgets und Unternehmensentscheidungen.
  • Lange Berufserfahrung: Viele Spitzenpositionen werden erst nach mehreren Karrierestufen erreicht.
  • Spezialisierung: Seltene medizinische, technische, rechtliche oder finanzielle Kompetenzen erhöhen den Marktwert.
  • Variable Vergütung: Boni, Provisionen und Erfolgsbeteiligungen können den Jahresverdienst erheblich steigern.
  • Unternehmensgröße und Branche: Große, international tätige und besonders profitable Unternehmen zahlen häufig höhere Gehälter.
  • Standort: Regionale Arbeitsmärkte und Lebenshaltungskosten wirken sich auf das Gehaltsniveau aus.

Ein Spitzengehalt ist daher selten das Ergebnis einer Berufsbezeichnung allein. Zwei Menschen mit demselben Jobtitel können aufgrund ihrer Verantwortung, Erfahrung und Vergütungsstruktur sehr unterschiedlich verdienen.

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Ist man mit 100.000 Euro Spitzenverdiener?

In Deutschland lautet die Antwort klar: nein. Ein Bruttojahresgehalt von 100.000 Euro liegt knapp unter der aktuellen Top-10-Schwelle von 100.719 Euro und weit unter der Spitzenverdiener-Grenze von 219.110 Euro.

Auch in Österreich reichen 100.000 Euro nicht für das oberste Zehntel der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten; dessen Grenze liegt bei 102.587 Euro. In der Schweiz ist ein direkter Vergleich wegen der anderen Währung und Lohnstruktur nicht sinnvoll. Dort beginnt das bestbezahlte Zehntel bei umgerechnet 150.312 CHF brutto im Jahr.

Spitzenverdiener oder reich: Wo liegt der Unterschied?

Ein hohes Arbeitsentgelt sagt nicht automatisch aus, wie reich eine Person ist. Der Status als Spitzenverdiener bezieht sich auf den persönlichen Bruttoverdienst aus Beschäftigung. Für Einkommensreichtum wird dagegen meist das verfügbare Nettoeinkommen des gesamten Haushalts betrachtet. Vermögen umfasst wiederum beispielsweise Immobilien, Wertpapiere und Ersparnisse abzüglich bestehender Schulden.

Eine Person kann deshalb ein sehr hohes Gehalt beziehen, aber aufgrund hoher laufender Verpflichtungen vergleichsweise wenig Vermögen aufbauen. Umgekehrt kann jemand ohne aktuelles Spitzengehalt über ein großes Vermögen verfügen.