Pures Gift: Diese Kollegen sind toxisch

Schlechte Laune wabert wie dicker Nebel unter Bürotüren hindurch, schwebt lautlos in Kantinen und Pausenräumen. Manchmal gibt’s einfach richtig dicke Luft an deinem Arbeitsplatz – das wäre auch in Ordnung, würde sich die unterkühlte Stimmung irgendwann im Laufe des Tages wieder verziehen. Doch in manchen Kollegengrüppchen scheint die miese Atmosphäre festzukleben, schlimmer noch: Sie verbreiten sie wie einen ansteckenden Virus oder gemeines Gift. Wie du toxische Kollegen erkennst und wie du gegen sie immun bleibst, verraten wir dir hier.

#Sie reden viel. Besonders über andere.

Sie sind die Gründer der Gerüchteküche, schlendern mit Sätzen à la „Wusstest du schon“ zu Pausengrüppchen und Projektteams und verstreuen Halbwahrheiten wie Hänsel und Gretel ihre Brotkrumen. Besonders mies: Weil an ihren Top-Secret-Infos über andere Kollegen oder Abteilungen tatsächlich manchmal etwas Stimmiges dran ist – oder sein könnte – brauchen sie nur darauf zu warten, dass Umstehende die Köder schnappen. Das Fiese am Flurfunk ist leider, dass häufig nur die pikanten Infos in Erinnerung bleiben, nicht aber die Lästerkönige. Die können sich entspannt zurücklehnen und zuschauen, wie ihr Spiel seinen Lauf nimmt und andere Kollegen ihre giftigen Gemeinheiten weiterführen. Und dass hier der Grat zwischen lustigen Anekdoten und psychischen Attacken sehr schmal ist, zeigt sich schnell: Fast 70 Prozent der Arbeitnehmer gaben in einer Umfrage an, schon einmal Mobbing am Arbeitsplatz erfahren zu haben.

#Es dreht sich alles um ihr Lieblingsthema: Sie selbst.

Wenn ihnen der Gesprächsstoff über die Kollegen irgendwann mal ausgeht, gibt es ein Topic, zu dem sie immer etwas zu erzählen haben: Die tollste Person im ganzen Unternehmen, den Menschen, ohne den hier gar nichts laufen würde: Sie selbst. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie ihre Geschichten jetzt zum hundertsten Mal anstimmen oder ob sie überhaupt irgendjemand hören will. Niemand arbeitet hier schließlich so effektiv und ehrgeizig wie sie. Das Problem: Menschen, die sich auf ihrem steilen Weg Richtung Wahnsinnskarriere befinden – zumindest in ihren Augen ­– lassen keinen Platz für die Bedürfnisse anderer. Egotrips verdrängen Nächstenliebe, schubsen Teams vom Siegertreppchen, bis nur noch einer allein die Medaille gewinnt. Ganz gleich, ob derjenige überhaupt etwas zur Leistung beigetragen hat. Denn tendenziell sind Schwätzer viel zu sehr mit Schwätzen beschäftigt und es bleibt keine Zeit mehr für die eigentliche Arbeit. Das Toxische an diesem Verhalten: Menschen brauchen Anerkennung, auch wenn die sich nicht immer durch ein lobendes Schulterklopfen zeigen muss. Drängt sich jemand so penetrant in den Vordergrund, schürt das über kurz oder lang Neid und eine negative Stimmung im Team.

#The winner takes it all. Egal wie.

Und weil Teams nichts für toxische Kollegen sind, boxen sie ihre Position auf der Karriereleiter eben durch die altbekannte Ellenbogentechnik frei – koste es, was es wolle. Dabei schrecken sie auch nicht vor emotionalen Manipulationen oder Einschüchterungsversuchen zurück. Leider, leider, sind toxische Kollegen aber häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Manche von ihnen wickeln ihre Konkurrenten um den Finger, geben ihnen das Gefühl Freunde zu sein und wirken im ersten Moment auch nicht unbedingt selbstverliebt, sondern erfolgreich und beeindruckend. Erst mit der Zeit fällt dir auf, wie sich ihre Anwesenheit in deine Laune einbrennt und dass sie wirklich – im wahrsten Sinne des Wortes – Gift für deine Psyche sind und ein toxisches Arbeitsumfeld schaffen.

#Brace yourself: Dann können sie dir nichts anhaben.

Deswegen gilt: Lieber Vorsicht als Nachsicht. Denn bist du einmal infiziert, wird es sehr schwer, das Ganze wieder los zu werden. Zuallererst: Nicht jeder von deinen Arbeitskollegen will dir etwas Gutes. Auch wenn sich im Job manchmal wahre Freundschaften entwickeln, überlege dir vorher, wem du was anvertraust. Lasse dir Zeit, um ehrliche und freundliche Menschen zu erkennen und stürze dich nicht Hals über Kopf in oberflächliches Geschwätz. Und ganz wichtig: Bemerkst du, dass ein Kollege zu einer Lästerhymne anstimmt, stehe nicht einfach stumm daneben. Manchmal reicht ein belustigtes „Bist du jetzt unter die Lästerkönige gegangen?“, um den toxischen Plan des Kollegen im Keim zu ersticken und ihn auflaufen zu lassen.

Klar ist auch: Jeder von uns hat mal einen schlechten Tag. Die Frage ist, was du daraus machst. Lässt du dich von deiner schlechten Laune übermannen und siehst alles nur noch schwarz und weiß – oder gibst du ihm eine zweite Chance und versuchst mit einem Lächeln selber eine gute Stimmung zu verbreiten? Du wirst sehen, dass an dem Sprichwort Lächeln ist ansteckend wirklich etwas dran ist. Zeige deinen Kollegen, dass du ein echter Teamplayer bist, dann werden sie dich mit Wertschätzung und Anerkennung belohnen und ihr werdet den toxischen Kollegen nicht für eure Zielerreichungen brauchen. Denn im Grunde sind sie wie Spinnen – und haben natürlich mehr Angst vor dir als du vor ihnen.