Gehaltserhöhung

Mit diesen 5 Sätzen drücken sich Chefs vor deiner Gehaltserhöhung

Du liegst faul am Strand, schlürfst einen leckeren Cocktail und liest die letzte Mail von deinem Chef: „Guten Morgen! Deinen Einsatz für unsere Firma möchten wir gerne freiwillig mit einer Gehaltserhöhung von 20 Prozent belohnen“. Spaß beiseite, dieses Szenario hast du natürlich nur geträumt. Aber auch dann, wenn du dich in den letzten Monaten wirklich angestrengt hast, bedeutet das nicht gleich ein Plus auf dem Gehaltskonto. Deine Nullrunden in der Gehaltsverhandlung haben nämlich oft rein gar nichts mit deiner Leistung und Motivation zu tun. Die Chefs haben einfach ihre Tricks, um sich vor deiner Gehaltserhöhung zu drücken. Wir stellen dir ihre fünf beliebtesten Phrasen vor und geben dir gleich Tipps, wie du dagegen argumentieren kannst.

„Ich muss die Gehaltserhöhung erst mit unserer Buchhaltung abstimmen.“

Ein ganz klassischer Abwimmelungsversuch von deinem Vorgesetzten. Er möchte Zeit gewinnen, um sich im für dich schlimmsten Fall nie wieder mit einem Status-Update bei dir zu melden. Außerdem gibt der Chef damit die Verantwortung über deine Gehaltserhöhung ab und schiebt sie der Buchhaltung zu. Für dich soll es nämlich so klingen als wäre deine Gehaltserhöhung eigentlich schon fix und hänge nur noch von der Buchhaltung ab. Auch diesem kununu User wurde eine Gehaltserhöhung versprochen. Bekommen hat er sie nie.

Gegenargument: Setze deinem Vorgesetzten eine genaue Frist, nach deren Ablauf du Informationen zum Status deiner Gehaltserhöhung haben möchtest. Zusätzlich macht es Sinn, dem Chef gleich einen Folgetermin für die weitere Gehaltsverhandlung einzustellen. So kann er dir schwer aus dem Weg gehen und muss sich mit deinem Anliegen zumindest ein zweites Mal auseinandersetzen.

 

 

„Wenn du unbedingt mehr Gehalt willst, dann solltest du dir einen anderen Job suchen.“

Dieser Satz kommt von einem Chef, der genau weiß, dass du deinen Job nicht unbedingt wechseln möchtest. Du wirst unter Druck gesetzt und sollst so das Gefühl bekommen, dass deine Forderung nach mehr Gehalt völlig ungerechtfertigt und bei deinem Arbeitgeber grundsätzlich unmöglich ist. Der Satz kommt einem kindischen „Dann geh doch!“ gleich. Die Mitarbeiter in diesem Unternehmen gehen und wechseln den Job, weil sie selbst nach Jahren in der Firma noch keine Gehaltserhöhung erhalten haben.

Gegenargument: Braucht es nach diesem Satz überhaupt noch ein Gegenargument? Du solltest jetzt genau abwägen, was dich noch in deinem Job hält und ob du dafür auf mehr Gehalt verzichten möchtest. Wenn du allgemein eher unzufrieden mit deinem Arbeitgeber bist: Schreibe ein paar Bewerbungen und tu damit zumindest etwas für dein Selbstbewusstsein. Was kann schon passieren? Bestenfalls findest du so einen tollen und gut bezahlten neuen Job. Und vielleicht ändert sich im Laufe der Zeit die Gehaltsstruktur in deinem alten Unternehmen und du kannst eine Boomerang-Bewerbung ausschicken.

„Momentan nicht, aber wir können in einem halben Jahr nochmal darüber sprechen.“

Auch hier lautet die inoffizielle Chef-Strategie Abwimmeln. Klar, es kann gerade in kleineren Unternehmen rein theoretisch sein, dass momentan kein Gehaltsbudget für dich frei ist. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass es sich nur um eine billige Ausrede von deinem Chef handelt. Beurteilen kannst das nur du.

Gegenargument: Jetzt kommt es klar darauf an, ob du zum ersten oder zum wiederholten Mal leer ausgegangen bist. Beim ersten Mal solltest du wie im Beispiel oben mit einer Fristsetzung arbeiten. Hat die Situation schon mehrmals stattgefunden, musst du härtere Geschütze auffahren. Beispielsweise kannst du mit deinem Marktwert als Arbeitnehmer argumentieren und so eine Gehaltserhöhung rechtfertigen. Du kennst das (höhere) Gehalt von Kollegen in einer ähnlichen Position? Dann solltest du nachhaken und begründen, warum du genauso viel verdienen solltest. Bösartiger Neid hat dabei aber keinen Platz!

„Ich glaube nicht, dass deine Leistungen eine Gehaltserhöhung rechtfertigen.“

Puh, diese Aussage ist für dich wohl ein Schlag in die Magengegend. Du hast dir die ganze Zeit Mühe gegeben und dich für jedes Projekt freiwillig gemeldet. Der Chef möchte die starke Leistung aber finanziell nicht honorieren. Richtig mies! Er baut darauf, dass du auch weiterhin ein hohes Pflichtbewusstsein hast und deine Arbeit nicht einfach liegen lässt. Du fühlst dich ausgenutzt und hast vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen. Hättest du mehr tun sollen? Haben die Kollegen eine bessere Leistung gebracht? Wahrscheinlich nicht. Es hätte nichts geändert. Schau dir hier gleich an, was diese Firma Fieses macht, um geringere Gehälter zu rechtfertigen.

Gegenargument: Mach deinem Chef klar, dass das Unternehmen ohne deine Arbeit schlechter dastehen würde. Du musst ihn also da packen, wo es wirklich wehtut. Unterstütze diese Aussage bestenfalls mit Beispielen deiner außergewöhnlichen Arbeitsleistung. Hast du die letzten Projekte ganz alleine auf kurze Zeit erledigt? Oder hast interdisziplinäre Aufgaben übernommen? Jetzt ist der Zeitpunkt, um den Chef daran deutlich zu erinnern.

„Das ist mein letztes Angebot. Mehr Gehalt gibt es nicht.“

Dein Chef hat sich zwar nicht völlig vor einer Gehaltserhöhung gedrückt, macht aber klar, dass du in nächster Zeit von ihm nichts mehr zu erwarten hast. Du sollst endlich zufrieden sein und möglichst die Beine still halten – denkt er jedenfalls. Besonders blöd ist die Aussage, wenn du mit dem Ausgang der Gehaltsverhandlung nicht einmal wirklich zufrieden bist. Mit Sätzen wie „Ich kann mir sonst meine Miete nicht mehr leisten“ wirst du bei einem solchen Vorgesetzten aber auf taube Ohren stoßen.

Gegenargument: Mit deiner Gehaltserhöhung spart der Chef bares Geld. Klingt komisch, ist aber so. In deinem Kopf schlummern nämlich massenweise Ideen, wie eure Prozesse, Produkte und das Geschäftsmodell noch innovativer und effizienter gestaltet werden können. Nun, diese Ideen rückst du aber nur heraus, wenn auch dein Chef dir entgegenkommt. Mit einer nur minimalen Erhöhung tut er das nicht. Bluffen solltest du jedoch nicht!