Diese Auswirkungen & Effekte hat Homeoffice

Vielleicht gehörst du auch zu denjenigen, die in der Corona-Pandemie plötzlich von heute auf morgen aus dem Homeoffice heraus arbeiten durften. Manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezeichnen es als Segen und wollen Homeoffice auch nach der Pandemie nicht missen, für andere ist das Arbeiten von zu Hause aus keine Option. Wir haben im Rahmen eines Whitepapers untersucht, welche allgemeinen Effekte Homeoffice auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Produktivität und auf Unternehmen hat.

Potenzialentfaltung im Homeoffice

Welche Auswirkungen hat Corona für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – für ihr Wohlbefinden, ihre Motivation, ihre Freude am Job? Welche Veränderungen zeigen sich in den verschiedenen Phasen der Pandemie, welche während des Lockdowns? Wie steht es um die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen? Und wie wirkt sich die Arbeit im Homeoffice auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus?

Um Antworten zu erhalten, haben wir 230.000 Assessments aus dem kununu Kulturkompass sowie 2,4 Millionen Arbeitgeberbewertungen ausgewertet. Um herauszufinden, wie sich die wahrgenommene Sicht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Zeitverlauf verändert, haben wir Daten des Zeitraums Juli 2019 bis Januar 2020 als Basiswert herangezogen und sie mit folgenden Zeiträumen verglichen:

  • Februar 2020 – April 2020 (Delta 1)
  • Mai 2020 – Oktober 2020 sowie (Delta 2)
  • November 2020 – Februar 2021 (Delta 3)

Wir haben analysiert, welchen gewählten Wertbegriffe des kununu Kulturkompass die größten Veränderungen aufwiesen – wie in der folgenden Tabelle deutlich wird. Hier sticht insbesondere Delta 1 hervor, die Zeitspanne, in der erstmals einschneidende Corona-Maßnahmen umgesetzt wurden.

Dabei ist überraschend klar zu sehen, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der ersten Phase des Lockdowns geradezu aufgeblüht sind. Sie haben aus der Situation offenbar positive Energie gezogen. Die größte Steigerung lässt sich hier bei den Wertbegriffe „Man selbst sein können“ und „Visionär sein“ verzeichnen – mit 34,1 Prozent respektive 33,2 Prozent. Auch Werte wie „Sich etwas trauen“ (+ 29,9 %), „Kritisch mitdenken“ (+ 25,4 %) und „Die eigene Meinung sagen“ (+ 25,3 %) weisen dabei starken Zuwachs auf.

Wir konnten darüber hinaus belegen, dass die gemeinsame Identität stärker wahrgenommen wird: Die Nennung der Wertbegriffe in diesem Zeitraum zeigt, dass der Stolz auf das eigene Unternehmen genauso gewachsen ist wie die Identifikation mit dem eigenen Arbeitgeber. Aus den Daten lässt sich außerdem ableiten, dass viele Unternehmen Mittel und Wege gefunden haben, die interne Kommunikation angesichts der neuen Situation zu optimieren. Die Nennung „offen und transparent informieren“ nimmt in Delta 1 stark zu (+ 29,5%). Erfreulicherweise gehen diese positiven Daten auch mit einer höheren Leistungsbereitschaft einher. Das zeigt der signifikante Rückgang bei Wertbegriffen wie „mangelnden Einsatz zeigen“, „sich bei Routinearbeit langweilen“ und „stumpf seinen Job machen“. Es deutet also vieles darauf hin, dass Unternehmen auch wirtschaftlich davon profitieren, wenn sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewisse Freiräume lassen, ihnen Flexibilität ermöglichen.

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Aber die untersuchten Daten haben zugleich eine Schattenseite: Ziehen wir den Sommer 2020 als Vergleichsmaßstab heran, lassen die beschriebenen Effekte im weiteren Verlauf stark nach. Das wird in der Tabelle in Spalte zwei deutlich. Dabei könnte ein Erklärungsansatz sein, dass der Anteil an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die im Frühjahr während des Lockdowns von zu Hause aus gearbeitet haben, fast doppelt so hoch war wie im November. Das zeigen Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung. Auch aus Bewegungsdaten von Google lässt sich schließen, dass Mitte Dezember viel mehr Menschen zur Arbeit fuhren als im Frühjahr.

Homeoffice hat für Unternehmen & Mitarbeiter*innen positive Effekte

Der erste Corona-Schock hat unterm Strich das Beste in den Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervorgebracht. An diesen Punkten sollten sich die Unternehmen ein Beispiel nehmen. Veränderungen zum Positiven sind schon in kurzen Zeitabschnitten möglich. Aber diese Effekte können schnell wieder verpuffen, was in den wieder rückgängigen Daten deutlich wird. Positive Veränderungen müssen langfristig beibehalten werden. Sie brauchen Konsistenz.

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Es geht also darum, die richtigen Weichen zu stellen, um eine angenehme Arbeitskultur, eine proaktive und klare interne Kommunikation und vor allem einen offen-transparenten Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu finden. Vor allem sollten Unternehmen das Vertrauen in ihre Angestellten groß schreiben. Das gilt nicht nur mit Hinblick auf eine leistungsfähigere, motiviertere und produktive Belegschaft. Das gilt auch hinsichtlich der Gewinnung neuer, talentierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geben die Unternehmen diesen Themen entsprechend Raum und ziehen sie die besten Schlüsse aus der Zeit der Corona-Pandemie, werden am Enden alle Seiten profitieren.

Weitere Daten und spannende Ergebnisse sind in dem umfassenden Whitepaper von kununu zu finden. Bei Interesse wende dich bitte an press@kununu.com. Die Ergebnisse aus unserer Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Unternehmenskultur und Erfolg erfährst du in dem verlinkten Blog-Beitrag.