Gut bezahlte Minijobs, die sich lohnen
Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in einem Minijob, doch die Zukunft dieses Modells ist aufgrund politischer Debatten unsicher. Wer aktuell geringfügig beschäftigt ist, darf seit Januar 2026 monatlich bis zu 603 Euro verdienen. Das Beste daran: Der Verdienst ist meist steuer- und sozialabgabenfrei, da Arbeitgebende die Pauschalabgaben übernehmen. Ein wichtiger Punkt für die Rente: Seit Juli 2026 ist es möglich, eine zuvor gewählte Befreiung von der Rentenversicherungspflicht einmalig zu widerrufen und wieder eigene Beiträge zu leisten.
Wer nach lukrativen Minijobs sucht, für den lohnen sich Tätigkeiten als Promoter:in, Statist:in, Security-Mitarbeiter:in oder LKW-Fahrer:in besonders. Diese Berufe bieten oft überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten, da sie häufig Zuschläge oder attraktive Tagesgagen beinhalten. Ob der klassische Minijob langfristig erhalten bleibt, ist jedoch noch offen, da die Politik derzeit eine umfassende Reform zur Stärkung der Rentenversicherung diskutiert.
Rund sieben Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in einem Minijob. Trotzdem wird aktuell darüber debattiert, diese Form der geringfügigen Beschäftigung zu streichen und durch sozialversicherungspflichtige Stellen zu ersetzen.
Solange es Minijobs gibt, lohnt sich aber die Frage, welche davon sich finanziell wirklich auszahlen. In diesem Artikel stellen wir dir vier gut bezahlte Minijobs vor und klären vorab kurz, was diese ausmacht und wie sie versteuert werden.
Was ist ein Minijob und wie wird er versteuert?
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung mit einem gedeckelten steuerfreien und sozialabgabenfreien Verdienst. Seit dem 1. Januar 2026 darfst du damit durchschnittlich bis zu 603 Euro im Monat verdienen. Diese Grenze ist an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt, der momentan bei 13,90 Euro brutto pro Stunde liegt.
Beim Thema Steuern gibt es eine gute Nachricht für Minijobber:innen. In den allermeisten Fällen übernimmt dein Arbeitgeber die Abgaben pauschal, sodass dein Verdienst für dich steuer- und sozialabgabenfrei bleibt. Brutto entspricht hier also in der Regel dem Netto. Eine Ausnahme bildet die Rentenversicherung, in die du grundsätzlich einen kleinen Eigenanteil einzahlst. Davon kannst du dich auf Antrag befreien lassen, sammelst dann allerdings keine zusätzlichen Rentenansprüche.
Neue Rentenregel für Minijobs seit Juli 2026
Bei der Rente für Minijobber:innen gibt es seit dem 1. Juli 2026 eine wichtige Neuerung. Wer sich früher von der Rentenversicherungspflicht befreien ließ, kann diese Befreiung nun einmalig widerrufen und wieder eigene Beiträge einzahlen.
Im gewerblichen Minijob trägt der Arbeitgeber weiterhin pauschal 15 Prozent, dein Eigenanteil liegt bei 3,6 Prozent, bei 603 Euro Verdienst sind das rund 21,70 Euro im Monat. Den Antrag stellst du bei deinem Arbeitgeber, der ihn an die Minijob-Zentrale meldet. Wichtig ist, dass der Widerruf nur für die Zukunft gilt. Er lässt sich nicht mehr zurücknehmen und muss einheitlich für alle parallelen Minijobs erfolgen. Mehr über die neue Rentenregel für Minijobs liest du übrigens hier.
4 gut bezahlte Minijobs im Überblick
Aber nun zu den gut bezahlten Minijobs! Wir haben vier Minijobs für dich herausgesucht, die spürbar über dem Mindestlohn liegen und sich flexibel in deinen Alltag einbauen lassen. Die Gehaltsangaben zeigen jeweils das durchschnittliche Jahresbrutto in Vollzeit, wie es auch im kununu Gehaltscheck hinterlegt ist. So kannst du den Beruf besser einordnen. Achtung: Im Minijob verdienst du davon anteilig innerhalb der 603-Euro-Grenze.
Promoter:in
Promoter:innen werden in vielen unterschiedlichen Settings eingesetzt. Es kann sein, dass du Produktproben verteilst, aber beispielsweise auch als Maskottchen tätig bist oder auf Messen Neuheiten präsentierst. Der Job lebt von deiner Energie und einem offenen Auftreten.
Vorausgesetzt wird hier keine bestimmte Ausbildung, sondern vor allem deine Persönlichkeit. Du solltest gern auf Menschen zugehen, auch nach der zwanzigsten Ansprache noch freundlich bleiben und ein Gespür für Verkaufssituationen haben. Erfahrung im Handel oder Service ist ein Pluspunkt.
Hard facts
- Qualifikation: Keine formale Voraussetzung, Erfahrung im Verkauf von Vorteil
- Skills: Kontaktfreude, sympathisches Auftreten, Ausdauer
Beim Promoten zahlt sich ein überzeugendes Auftreten direkt aus. In Vollzeit liegt das durchschnittliche Jahresbrutto bei 36.700 €. Deine Erfahrung und berufliche Routine heben es auf bis zu 56.600 € an. Für den Einstieg kannst du mit rund 23.900 € rechnen.
Schauspieler:in
Du träumst vom großen Auftritt am Broadway und Theater, Film und Fernsehen sind genau deine Welt? Als Schauspieler:in im Minijob geht es zunächst weniger glamourös zu und du bist erstmal häufig als Kompars:in oder Statist:in im Einsatz. Die Drehtage sind lang, dafür ist die Tagesgage in der Regel attraktiv.
Für Rollen als Statist:in brauchst du keine formale Schauspielausbildung. Vermittelt wirst du meist über spezialisierte Agenturen. Natürlich kannst du dich aber freiwillig zur:zum Schauspieler:in an einer Akademie ausbilden lassen.
Hard facts
- Qualifikation: Keine Schauspielausbildung nötig, Vermittlung meist über Agenturen
- Skills: Zuverlässigkeit, Geduld, genaues Umsetzen von Anweisungen, Flexibilität
Für Schauspieler:innen schwankt der Verdienst häufig stark. Hochgerechnet auf eine Vollzeittätigkeit liegt das durchschnittliche Jahresbrutto bei etwa 39.800 €, mit Sprechrollen oder besonderen Anforderungen sind bis zu 65.800 € möglich. Am Anfang kalkulierst du eher mit 23.100 €.
Security-Mitarbeiter:in
Bei Veranstaltungen und im Objektschutz werden Security-Mitarbeiter:innen händeringend gesucht. Auch im Einzelhandel könntest du zum Einsatz kommen. Einsätze in der Nacht oder am Wochenende bringen häufig finanziell lukrative Zuschläge.
Die meisten Arbeitgeber verlangen von dir keine gesonderte Ausbildung, dafür aber die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34a der Gewerbeordnung. Hinzu kommen ein einwandfreies Führungszeugnis und eine solide körperliche Fitness.
Hard facts
- Qualifikation: Sachkundeprüfung nach Paragraf 34a der Gewerbeordnung, einwandfreies Führungszeugnis, körperliche Fitness
- Skills: Besonnenheit, Aufmerksamkeit, Durchsetzungsvermögen
In Vollzeit liegt das durchschnittliche Jahresbrutto eines:r Security-Mitarbeiter:in bei 34.700 €, mit Nacht- und Feiertagsdiensten oder in sensiblen Bereichen oder Branchen sind maximal bis zu 53.200 € drin. Einsteiger:innen starten bei rund 23.800 €.
LKW-Fahrer:in
Ein:e LKW-Fahrer:in transportiert Waren von A nach B und hält damit den Handel am Laufen. Im Minijob übernimmst du oft kürzere Touren, Aushilfsfahrten oder saisonale Einsätze. Du belädst das Fahrzeug sicher und trägst die Verantwortung für den einwandfreien Transport.
Die wichtigste Voraussetzung für einen Minijob als LKW-Fahrer:in ist natürlich der passende Führerschein der Klasse C oder CE samt eingetragener Berufskraftfahrer:innenqualifikation.
Hard facts
- Qualifikation: Führerschein C oder CE plus Berufskraftfahrer:innenqualifikation
- Skills: Zuverlässigkeit, ruhiger Fahrstil, Ortskenntnisse
Am Steuer bewegt sich das durchschnittliche Jahresbrutto in Vollzeit bei 36.400 €. Anspruchsvolle Touren oder der Fernverkehr bringen bis zu 51.100 €. Zum Einstieg kalkulierst du mit etwa 28.400 €.
Aktuelle Debatte: Steht der Minijob vor dem Aus?
Der Minijob ist 2026 zum politischen Streitthema geworden. Im Juni 2026 empfahl die Rentenkommission der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs weitgehend abzuschaffen und die Beschäftigten in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Kurz: Der klassische Minijob soll abgeschafft werden.
Ausnahmen soll es demnach nur noch für Schüler:innen geben. Betroffen wären rund sieben Millionen Menschen, die derzeit einen Minijob ausüben. Bisher ist aber nicht klar, ob die Minijobs wirklich abgeschafft werden oder nicht.
Häufige Fragen zu gut bezahlten Minijobs
Seit Januar 2026 liegt die Verdienstgrenze bei durchschnittlich 603 Euro im Monat. Verdienst du dauerhaft mehr, fällt die Beschäftigung aus der Minijob-Regelung heraus und wird sozialversicherungspflichtig.
Seit Januar 2026 liegt die Verdienstgrenze bei durchschnittlich 603 Euro im Monat. Verdienst du dauerhaft mehr, fällt die Beschäftigung aus der Minijob-Regelung heraus und wird sozialversicherungspflichtig.
Mehrere Minijobs sind möglich, allerdings werden die Verdienste zusammengerechnet. Überschreitet die Summe die monatliche Grenze von 603 Euro, entfällt der Minijob-Status für die zusätzlichen Tätigkeiten.
