Person hält Geldscheine in den Händen

Gehalt: Finde heraus, wie viel du wert bist

Es war einmal ein Personaler, der fragte in einem Vorstellungsgespräch: „Wie viel möchten Sie denn verdienen?“ Was zur Hölle soll ich jetzt sagen, dachte sich der Bewerber und nannte ein viel zu tiefes Gehalt. In den nächsten Jahren hatte er jeden Monat Hunderte von Euro zu wenig auf dem Konto. Oder er nannte ein viel zu hohes Gehalt und wenn er nicht gestorben ist, sucht er noch heute einen Job. Aber jetzt mal ehrlich: Was soll man sagen, wenn man vor diese schwere Prüfung gestellt wird? Der kununu Selbsttest soll dir dabei helfen die richtige Antwort zu finden.

Der Selbstcheck: Wie viel kann ich verlangen?

Das Wichtigste in dieser verzwickten Situation ist, seinen eigenen Wert zu kennen. Nur so kennt man seine Verhandlungsposition – zudem ist man davor gefeit, völlig ins Blaue zu schießen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Die Höhe des Gehalts, das einem zusteht, ist von diversen Faktoren abhängig.

Folgende Fragen sollte man sich stellen, um zu einer realistischen Einschätzung des eigenen Gehalts zu gelangen:

Welche Qualifikationen habe ich?

Ein wichtiger Faktor ist natürlich die Ausbildung. Mit einem akademischen Abschluss ist das Gehalt im Schnitt rund 35 Prozent höher. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Hochschulabsolventen liegt 2018 in Deutschland bei rund 43.500 Euro.[1]  Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Studienabschlüssen beträchtlich: Während man mit einem abgeschlossenen Medizinstudium ein Einstiegsgehalt von brutto 55.000 Euro jährlich erwarten darf, müssen sich Geisteswissenschaftler für den Anfang teilweise schon mit 34.000 zufriedengeben.[2] Nach welchen Studiengängen der Geldsegen nicht ausbleibt, verraten wir hier.

Wie viel Erfahrung habe ich?

Der Abschluss mag wichtig sein, aber er ist lang nicht alles. Mindestens ebenso wichtig sind die beruflichen Erfahrungen – je weiter die Karriere fortgeschritten ist, desto mehr. In vielen modernen Unternehmen ist es egal, ob jemand seine Qualifikationen durch ein Studium oder als Autodidakt erworben hat. Was zählt ist, dass man den Anforderungen der jeweiligen Stelle entspricht.

Was sind meine Soft Skills?

Nicht zu unterschätzen sind auch Soft Skills. Team- und Führungsfähigkeit, Empathie und andere soziale Kompetenzen können für Arbeitgeber ungemein wertvoll sein. Eine ehrliche Motivation und Begeisterung für die Sache machen außerdem viel wett, insbesondere wenn auch die Kollegen von dieser positiven Energie angesteckt werden.

In welcher Branche arbeite ich?

Einen großen Einfluss auf den Gehaltszettel kann auch die Branche haben, in der man arbeitet. So kann ein Marketing Manager in der Pharmaindustrie bei gleicher Qualifikation jährlich rund 10.000 Euro mehr verdienen als im Bereich Transport und Logistik.[3]

Wie groß ist das Unternehmen?

Grundsätzlich gilt: Je größer das Unternehmen, desto besser die Bezahlung. Die Ausnahme bestätigt aber bekanntlich die Regel. Unter Umständen kann auch in einem kleinen Unternehmen ein hohes Gehalt winken. Und wenn man sich dort bewährt, kann man vielleicht sogar deutlich schneller aufsteigen als in einem Großkonzern.

Wo liegt der Unternehmensstandort?

Relevant ist außerdem, wo der Standort des Unternehmens ist. Nach wie vor gibt es ein Gefälle zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Stellt man das Gehalt über alles, zieht man am besten nach Nordrhein-Westfalen oder Baden-Würtemberg (oder gleich in die Schweiz). In welchen Städten Arbeitnehmer besonders zufrieden mit ihrem Gehalt sind und wo noch Nachholbedarf besteht, zeigt der Gehaltszufriedenheitsindex.

Wie viel verdienen die Anderen?

Leider spielen aber immer noch viel zu oft auch andere persönliche Merkmale bei der Höhe des Gehalts mit, zum Beispiel Alter, Aussehen oder Geschlecht. Auch im 21. Jahrhundert gibt es immer noch keine Lohngerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt. 2016 lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen rund 21 % unter dem der Männern.[4] Was gegen diese Ungerechtigkeit hilft? Transparenz ist hier das Zauberwort. Damit kannst du entweder in deinem eigenen Umfeld anfangen oder du fragst einfach direkt bei deinem zukünftigen Arbeitgeber nach. Die Möglichkeit hast du auf jedem Unternehmensprofil auf kununu unter Fragen.

Wie gut passe ich zur Position?

Das merkst du vor allem daran, wie gut eine Stellenbeschreibung auf dein Profil zutrifft. Aufgabenbereiche und Qualifikationen beschreiben dich perfekt? Dann merk dir: Passt man zu einem Job wie die Faust aufs Auge, sollte das dem zukünftigen Arbeitgeber auch was wert sein.

Nicht zu vergessen: Wie gut passt der Job zu mir?

Die Frage nach dem Matching kann und soll man sich auch umgekehrt stellen. Was erwarte ich von einem Job? Natürlich spielt Gehalt da eine Rolle, aber nicht zwingend die größte. Denn immer mehr Arbeitnehmer stellen eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit an oberste Stelle, zeigt eine Auswertung der Suchanfragen auf kununu. Ein umfangreiches Paket von Benefits kann also durchaus ein etwas geringeres Gehalt entschädigen.

Unser Tipp zum Schluss: Wissen, wo man steht und was man will. Und zu sich stehen. Dann steht der erfolgreichen Gehaltsverhandlung auch nichts mehr im Weg.

 

Wie zufrieden bist du mit deinem Gehalt? Verrate es uns auf kununu.com

Quellen:

[1] StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2017
[2] statista.de
[3]
gehaltsindex.com
[4] 
destatis.de